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Anleitung zur Grubenmauerung

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Anleitung

Zur

Grubenmauerung

Von

KÖKion. SÄCH8. Maschinenbau -Secrbtair

Ix Frryrf.Ag.

Mit 35 Platten Zeichnungen.

8CHNE£BERG> DRUCK UND VERLAG von CARL SCHUMANN.

1 8 3 J.

JETZT Verlag von Graz & Gerlach in Fb

AirVARD COLLEGE LIBRARY

Gift Of

Miss Susan T. Cushin6

JAN. 2(irtM2

Sr. Excellenz

dem

Herrn Grafen Detlev von Einsiedel,

KönJgL Sachs Cabinets- Minister Dom-Dechant des Hochstiftes

zu Meissen Kammerherr und Präbendat des Kapitels zu Würzen

des Sächsischen Civil - Verdienst- des Ungarischen

St. Stephans- und mehrerer andrer hoher

Orden Gross -Kreuz

in tiefster Elhrerbietang

zugeeignet

Tan

dem Verfassen

Vorwort

Jachdem man in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bey dem Betriebe des Sächsischen Bergbaues begonnen hatte, der Gruben- Mauerung diejenige Beachtung zu widen, welche dieselbe bey einem so ausgebreiteten, seit einer Reihe von Jahrhunderten bestehenden und noch lange, in grösstentheils nichts weniger als holzreichen Gegenden fortzuführenden Bergbaue verdiente, als man angefangen hatte sich ziihe mühen, dieselbe nicht mehr, wie früher wohl oft der Fall gewesen war, von undeutlichen Begriffen und missverstandenen Ansichten ausgehend, aufs Gerade wohl, sondern unter zu Grundeleguiig wohl überdachter, von den Gesetzen er Statik und Physik abgeleiteter Regeln anzulegen , so musste es denen, welche mit der Leitung des technischen Betriebes des Bergbaues beschäftigt waren, oder sich für denselben bildeten, sehr willkommen seyn, in Erlers Versuch einer Anleitung zur Strecken- und Schacht -Mauerung einen Inbegriff dieser Regeln, so weit dieselben damals noch festgestellt waren, und eine allgemeine Uebersicht der Yerfahrungsarten zu erhalten, welche man in den verschiednen Fällen zur Yemahrung von Strecken und Schächten anwendete ; es musste diess um so mehr der Fall seyn, da die einzelnen Zweige der für den Bergwerksbetrieb erforderten Kenntnisse erst seit noch nicht langer Zeit einer wissenschaftlichen Behandlung unterworfen worden waren.

Der allgemeine Beyfall, mit welchem jene Abhandlung aufgenommen wurde, war ein gnügender Beweis fiir die Gemeinnützigkeit des Unternehmens. So wie jedoch jeder auf practischer Ausübung beruhende , oder wenigstens mit derselben in Verbindung stehende Zweig des Wissens, jede Art technischer Thätigkeit, welche bis dahin nur empirisch betrieben wurden, von dem Augenblicke an, wo dieselben zugleich wissenschaftlich behandelt werden, schnellere Fortschritte machen als vorher, so war diess auch mit der Grubenmauerung der Fall.

Seit der Zeit, zu welcher jene Abhandlung erschien, haben Ausfuhrungen mannichfacher Art, unter den verschiedensten Umständen und Ver- hältnissen unternommen, Gelegenheit gegeben, eine Reihe wichtiger und interessanter Erfahrungen zu machen, welche um so grösseren Einfluss auf die theil weise Abänderung, wohl auch gänzliche Verwerfung jener anfanglich richtig scheinenden Regeln hatten, da sie eben alle fast ausschliesslich nur auf £lrfahrungssätze begründet, oder wenigstens nur durch diese bestätigt werden konnten und noch jetzt können.

Es schien hieraus in der neuesten Zeit das Bediirfniss hervor zu gehen, jene erste Abhandiimg dem gegenwärtigen Stande der Grubenmauerung angemessen zu bearbeiten. Der ehrenden Aufforderung mehrerer meiner Herren Vorgesetzten Folge leistend , übernahm ich diese mir angetragne Umarbeitung ; aber bald fand ich, dass eine solche eigentliche Umarbeitung genes Werkes gar nicht ausfiihrbar war, da dasselbe weder in dem Entwürfe und der Eintheilung, noch in der weiteren Ausfährung der einzelnen Gegenstände auch nur die Grundzüge zu einer neuen, den gegenwärtigen Bedürfnissen einigermassen entsprechenden Abhandlung darbot Ich hielt es daher för das Z weckmässigste , dieselbe als eine neue, ganz für sich bestehende , zu bearbeiten und ich glaube die Hofihung hegen zu dürfen , dass man less mir um so weniger nur als Yeränderungssucht oder das Bestreben nur etwas Neues, von jenem ersten Yerschiedhes sagen zu wollen auslegen wird, je deutlicher die Yegleichung beyder Abhandlungen darthun möchte, dass, dem schon Erwähnten zufolge, die fortgeschrittene Ausbildung und Vervollkommnung der Grubenmauerung diess unumgänglich nothwendig machten, je weniger übrigens auch das Verdienst des Verfassers genes ersten Werkes dadurch geschmälert werden kann: als der erste, unter den damsds obwaltenden ungünstigeren Umstän- den, in der Bearbeitung eines solchen Glegenstandes die Bahn gebrochen zu haben, um denselben in eine gewisse systematische Ordnung zu bringen. — Dass ich einiges wenige aus der £r/rschen Bearbeitung, soweit diess möglich war, benutzt habe wird .aus der Vergleichung selbst hervorgehen.

Zwar verkannte ich die Schwierigkeiten des Unternehmens keinesweges, und sie durften einejs Theiles gerade für mich um so grösser erscheinen, je weniger mir meine bisherige Stellung so wie die Art meiner Beschäftigungen beym Bergbaue in der letzten Zeit Gelegenheit geboten hatte, selbst eigne umfassende Erfahrungen in diesem abgesonderten Zweige des technischen Betriebes zu machen; anderen Theiles möchte jedoch wohl auch gerade in diesem, selbst die in solcher Hinsicht gün- stigste Stellung, der ausgebreitetste Geschäftskreis, während einer langen Reihe von Jahren, einem Einzigen nicht jeden möglichen Fall vorfuhren, ihm nicht hinreichende Gelegenheit geben, alle zu sammeln mögliche Erfahrungen sdbst zu machen, während endlich aber auch die Reihe der letzteren noch keinesweges als geschlossen anzusehen, so lange dieses Fach noch nicht zur todten Wissenschaft geworden ist, so lange noch fortwährend neue Ausftihrungen in demselben es möglich machen, neue Beobachtungen anzustellen

In dankbarster Anerkennung darf ich es daher nicht verschweigen, dass nur die thätige Unterstützung meiner sehr geehrten Oberen und Vorgesetzten es war, welche, sowohl durch mündliche und schriftliche Mit-

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theilung lehrreicher Erfahrungen und bemerkenswerther wirklich vorhandner oder möglicher Fälle in diesem Fache — worn ich namentlich dem Hm. Maschinendircctor Brendel in Freyberg sehr viel verdanke, — als auch durch die gütige Gestattung völlig ungehinderter Einsicht in alle vorhandne, diesen Gegenstand betreffende, schriftliche Nachrichten es mir möglich machten, in dieser vorliegenden Abhandlung einen Versuch zu geben, den gegenwärtigen Stand der Grubenmauerung deutlich und, so weit ich vermochte, umfassend darzustellen.

Aus dem, was ich über die erste Veranlassung und das Entstehen dieser Anleitung bemerkt habe, geht schon an sich hervor, dass das darin Enthaltene zuforderst und vornehmlich flir den Sächsischen und solchen Bergbau geltend ist, welcher unter gleichen oder ähnlichen geognostischen Verhältnissen auf eine, von der bey ersterem gebräuchlichen, wenig abweichende Art betrieben wird. Demnächst werden sich jedoch aus den darin angegebnen Verfahrungsarten unter den nöthigen Abänderungen auch allgemeinere Regeln für jeden anderen vorzüglich Gang- Bergbau, ableiten lassen.

Auch einige, in Sachsen weniger oder gar nicht angewendete Maucrungsarten, wekhe mir bekannt wurden, habe ich, grösserer Gemein- nützigkeit halber, mit angefiihrt. Unter diese gehörig, habe ich auch, als Anhang, die in Sachsen niemals, und wohl überhaupt nicht leicht bey irgend einem Gang ' Bergbaue vorkommende Mauenmg in schwimmendem Gebirge, beygefiigt. Ich hoffe auf die Entschuldigung des Verfassers dieses, bereits früher in K€ir8teng Archiv für Bergbau und Hüttenkunde, Band DL Heft 1. p. 153. bekannt gemachten Aufsatzes des Hm. Bergmeister Tkürnagel zu Tamowitz in Oberschlesien, wenn ich denselben statt des in der Erforschen Anleitung gegebnen Ausziiges aus einem Reise- Journale des damaligen Berggeschwomen Baldauf zu Schneeberg, (nachmaligen Oberkunstmeisters zu Freyberg,) imd des ehemaligen Werkmeisters Heym zu Freyberg, wörtlich aufgenommen habe, da der Zweck: eine deutliche und umfassende Uebersicht dieser von allen übrigen ganz abweichenden Mauenmgsart zu geben, wohl auf keinem anderen mir bekannten Wege vollkommner und entsprechender erreicht werden konnte.

Die in der neuesten Zeit vielfach angestellten Untersuchungen über Kalk und Mörtel sind der Gegenstand so allgemeiner Aufmerksamkeit geworden, und haben zo Resultaten geführt, von denen die früher gehegten Ansichten zum Theil so ganz verschieden sind, und sie dürften daher endlich auf alle Bauausführungen und Mauerungs - Anlagen leicht einen so allgemein bemerkbaren Einfluss . äussern : dass ich um so weniger Bedenken getragen habe, diesen Gegenstand etwas weitläufiger zu behandeln, als der Zweck der vorliegenden Anleibng eigentlich gestatten, und als es wohl auch ausserdem geschehen seyn dürfte.

vni

Dass ich die meisten , iiir einzelne Fälle bescmclers angeführten Beyspiele aus der Schneeberger und Freyberger Revier entlehnt habe, wird wohl Niemanden auffallen , welchem bekannt ist, dass diese beyden Reviere, sowohl in Zahl und Grösse der Anlagen, als auch in Regelmässigkeit der Ausführung derselben den ersten Rang einnehmen, da sich besonders die letztere, wenn sie auch nicht mehr mit der &st zu weit getriebnen Vorliebe behandelt wird, wie gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts, dennoch in Hinsicht auf Gleichförmigkeit, Regelmässigkeit und Genauigkeit der Anlage und Ausführung als Muster dienen kann.

Bloss theoretische Sätze, so wie zusammengesetzte und schwierigere Berechnungen einzuflechten, habe ich um so mehr zu vermeiden gesucht, da diese Abhandlung weniger zum wissenschaftlichen, als vielmehr zum practischen Gebrauche und zum Leitfaden für untere Beamte und Aufseher bestimmt ist, und nur in diesem Bezüge von ihr vielleicht einiger Nutzen erwartet werden kamu

Dass endlich die Zahl der Zeichnungen sehr angewachsen ist, (was ich weder gesucht, noch vermieden habe,) wird wohl Niemanden befremden, welcher weiss, dass in Abhandlungen über technische Gegenstände genaue Zeichnungen zu einer schnelleren und. anschaulicheren Kenntniss derselben führen, daher mehr Nutzen gewähren, als weitläuftige Beschreibungen.

In der Ausflihrung dieser Zeichnimgen, in Bezug auf Licht und Schatten, bin ich nur so weit gegangen, als diess zur nöthigsten Deutlichkeit erforderlich war, daher diirchgängig keine Schlagschatten angegeben sind.

Und so übergebe ich denn der bergmännischen Welt diese Schrift als einen Versuch, einem fühlbaren Bedürfiiisse der Gegenwart nach Kräf- ten abzuhelfen, mit der Hoffnung: dass man in Anerkennung des in derselben etwa enthaltenen, von mir nur gesammelten Nützlichen, den Män- geln und UnvoUkommenheiten der eignen Bearbeitung einige Nachsicht gewähren werde.

Freyberg, im März 1829.

M. F. Gät zachmann.

Inhalts- Ver

z e 1 c

h n i s s.

Vorwort. Einleitung.

Erster Abschnitt.

Zweck der Grobenmaoeruog. Anwendung derselben, Natien

5. I. Zweck der GraLenmaueraug.

g. 2. 3. 4. 5. G. 7. Anwendong deraelben.

$. 8. 0. 10, 11. 12. Nutzen derselben.

13. 14. 15. 10. Ertparnift dorch dieiclbe.

§. 17. Tragkraft derselben.

§. 18. Vortbeilhafte Anwendung der Ginbenmaneruiig.

Zweyter Abschnitt,

Eintbeilnng der Grubenmaaemng. - (. 1. Efaitbeilung, in naase und .trockne. $. 2. Anwendong der trocknen Grobenmaoerung. $. 3. Anwendung der nassen.

Dritter Abschnitt.

Von den Alanerungs Materialien.

$. 1. Mauerongs - Materialien f2r nasse ond trockne Grubenmauerong.

9. 2. Von den Steinen. Bescbaffeubett ond Grofse.

fi. 3. Art der Steine.

4. Gdte derselben.

5. Gewinnung derselben. G. Anlegung der SfeinbrQche. 7. 8. Festigkeit der Steine. 0. Eisklfinigkeit derselben.

10. Vom Kalk und Mörtel.

11. Gewinnung des Kalkes.

12. Gate und Beortbellnng der Kalksteine.

13. 14. Bcstandtbeile der Kalksteine. 15. 16. 17. Vom Brennen des Kalksteines.

18. 10. 20. Untersuchung' der Vollkommenbeit des Brennens.

21. Vom Loseben des Kalkes.

22. 33. 24. 25. 2G. 27. Vom Löschen durch Begiefseu mit Wasser.

28. Aufbewahrung des gelöschten Kalkes.

20. Zweyte Art zu loschen : unter Sandbedecknng.

30. J[j6schen durch Eintauchung.

31. Löschen durch Zerfallenlassen an der Lvft.

32. Löschen In rerschloiscnem Räume.

(. 83. Anwendung des Sandmörtels.

9. 34. Art des anxuwendenden Sandes.

9. 35. Beschaffenheit des Sandes.

9. 8G. 37. Grobe desselben und Mengung ans vor* schiednen Sorten.

§. 38. Vom Schlämmen des Sandes.

§. 39. Vom Sieben desselben.

$. 40. Art des zur Mörtelbereitung anzuwendenden Wassers.

9. 41. 42. Menge des zuzusetzenden Sandes.

9. 43. Menge des anzusetzenden Wassers.

9. 44. 45. 46. Bereitung und Beurtheilung des Sand- mörtelf.

$. '17. Vom Wassermörtel.

S. 48. 40. 50. 51. Von der Znsammensetzung und den Erfordernissen des VVassermörtels.

§. 52. Vom Loriot'schen Mörtel.

§. 53. Anwendung andrer Flilssigkeiten statt des Wassers.

§. 54. Theorie des Mörtels.

9. 55. Eheialige.

§. 50. Neuere; nach John.

$. 57. 58. 50. Neuere, nach Vicat, Berthier und anderen.

9. GO. Gl. G2. 03. 64. Verglelchung der neueren Theorien.

9. 05. Bereitung kfinstlicher hydraulischer Kalke und Puszolanen.

9. GG. Beurtheilung der dazu brauchbaren Thone.

9.. 07. Analysen hydraulischer und gemeiner Kalke.

9. 68. Vom Grundmörtel.

69. Allgemeinere Anwendung des VVassermörtels.

70. Ansichten über die rerscbiednen Arten zu löschen.

9. 71. Vom Kitte.

9. 72. 73. Anwendong des Gipses uiid Gipskalkes.

9. 74. Anwendung des Mooses als Bindemittel,

75. Des Lehmes,

76. Des Bieyes,

9. 77. Des K Opferrauches,

9. 78. lt% Harzes.

Vierter Abschnitt.

Allgemeine Grundsätze. Einthellung der Grn- Lenmauerung. Arten derselben. Regeln für deren Herstellung.

9. 1. Umstände, auf welchen die Festigkeit und Trag, kraft der Grandmauerung beruht.

t

9. 2. EiDtheiloDg der Grabenmaoernng nach der Zeit ihrer Heritellnog.

§. 3. Eintheilniig nach Constmction and Form.

§. 4. Definition von Scheiben- and Gewdlb Maaer.

Von der Scbc'Henmaaerung.

$. 5. Eintbeilong der Scheibenmauer.

6. Geraditirnige and krammitirnige Scheibenmauer.

§. 7. EiutbelJnng der krummitirnigen Scheibenmaaer.

8. Geraditirnige Scheibenmaaer aaf dem Rdcken liegend.

9. Entitehnng der krammetirnigen Scheibenmaaer.

§. 10. Umstände, auf denen die Fettigkeit der Scheibenmauernng beruht.

$. 11. Beseichnnng der einseinen Theile der Scheiben* Mauer.

$. 12. Vom Grande, auf welchen die Scheibenmauer aufgesetat wird

§. 13. Art des Widentandei lotlirecht itehender geradstirniger Scheibenmauer.

fi. 14. Art dei Widentandei krummitirniger Scheibenmauer.

5. 15. Von der Scheibenmaaer lu gebenden Stärke.

9. 16. Spannung der krummitirnigen Scheibenmauer.

IT. Verband der Scheibenmauer.

Von der Gewolbmauerung.

§. 18. Theorie der Gewölbe.

$. 19. Zweck der Gewfilbe.

S. 20. 21. 22. Art der Unteritutanng durch Gew5lbe; Anwendung derielben.

9. 23. Krforderniiie für ein richtig angelegtes Ge- wölbe.

§. 24. Beseichnung der Theile dei Gewölbes.

$. 25. Gewölbe. Bogen. Stehende und liegende Ge- wölbe.

§. 26. Arten der bey der Grubenmauernng angewendeten Gewölbe.

9. 27. Spannschichten. Spanngewolbe. Stotzbogen. Stutxgewöibe.

$. 28. Benennung der Flächen eines Wolbsteines.

5. 29. Constmction der krummen Linien fflr Gewdlbe. Der Kettenlinie ; der Kreislinie;

9. 30. Der Ellipse.

$.31. Spannung der Gewölbe.

§. 32. Unterstatzung und Feststellung der Gewölbe.

$. 33. Stärke der Gewölbe.

$. 34. Verband der einzelnen Theile.

§. 35. Verband der krnmmstirnigen Scheibenmaaer.

$. 30. Von den Spannschichten.

9. 37. Von Spannbdgen und deren Constmction.

$. 38. Regeln fdr die erste Anlage von Gewölben nnd die dabey zu berücksichtigenden Umstände.

9. 39. Verzeichnung der krammen Linien für Gewdlbe.

9. 40. Der Kettenlinie;

9. 41. Der Ellipse; geometrisch und empirisch.

42. Beschreibung von Ellipiographen.

§.

§.

43. Zosammenitellung der Ellipse ans Kreisbogen.

44. Allgemeine Entwerfung von Kreiigewolben after gegebnen Bedingungen; durch Constmction; durch Rechnong.

45. Entwerfung der krammen Linien für krnmmstirnige Scheibenmauer.

40. Herstellung des Raumes für Gewölb -Anlagen.

47. Fertigung der Schablonen.

48. Eiserne Schablonen.

49. Legung der Stege und Aufstellung der Lehrbö- gen und Schablonen.

50. 51. 52. Hauen der Widerlager.

53. Fertigung und Aufstellung der Schablonen für krummstirnige Scheibenmauer.

54. Verschalen der Lehrbögen.

55. Ordnung der Vorarbeiten fQr ausgedehntere Anlagen.

56. Ausfuhrnng der Gewölbe.

57. Absetzen von Gewölben.

58. Vertheilnng der Arbeiter.

59. Ueber das Stehenlassen der Lehrbögen und Verschalung unter fertigen Gewölben.

60. Zuiammenstofsen von Mauerung anf Kreuzen.

6 1 . Kreuzgewölbe.

62. Aufsetzen von Gewölben auf einander.

63 Anlegung von Schacbtmauening. Kellerhalsund krummstirnige Scheiben - Mauerung.

64. Abtreiben der Schächte' von unten nach oben.

05. Rflsten fflr Strecken- nnd Schacht .Maaerang.

60. Eintreiben der Schlufssteine durch Rammen.

67. Einhängen der Mauerungsmaterialien.

68. Eintheilung der Arbeiten bey Anlagen von

gröfserem Umfange.

Füafter Abschnitt.

Ueber die Anwendung der verschiednen Arten der Mauerung , zur Sicherung der Grubenbau - und unterirdischen Räume.

Fehlerhafte Anlagen.

9. 2. Eintheilung der Conitmctionen nach ihrer Brauchbarkeit.

3. Eintheilung der Grabenmaoernng in Strecken- Schacht - Maueruog und Mauerung in Maschinen- räumen.

4. Bezug der Regeln für Grubenmauernng auf Gangbergban.

Von der Streckenmauemng.

5. Streckenmauemng, eingetheilt nach dem Fallen der Strecken.

6. Anwendung derselben bey Lagerbergbao.

9. 7. Fälle der Verwahrang saigrer Strecken.

8. Art der Anwendung von Scheiben- und Gs- wölbmauerang auf saigern Strecken.

0. 10. Verwahrung der Forste durch Forsten- oder Tonnen - Gewölbe.

9- IL Befestigung der Widerlager.

9. 13. 13. 14. 15. 16. Verwabrung der Forste vn4 einer der Ulmen durch Föritengewolbe , Sebeibenmauer, EUipien- oder Stntxgewolbe.

fi. 17. 18. 19. 20. 22. Verwabrung der Forste nd beyder Ulmen.

21. Befestigung der Sohle.

9. 23. 24. 25. 20. Verwabrung der Forste, beyder Ulmen and der Sohle.

27. Befestigung der Sohle dnreh Roste.

$. 28. Verfahren bey ganzlicher Unmöglichkeit Mauerung ansubringen.

9. 29. Verwahrung der Forste , der Sohle nnd des Hangenden odei Liegenden.

30. Verwahrung eines nur nngansen, aber nicht druckhaften Stofses.

9. 31. Verwahrung des Hangenden und Liegenden.

9. 32. Fälle der Verwahrung flacher Strecken.

33. Verwabrung der Forste.

9. 34. Verwahrung des Liegenden.

9. 35. Verwahrung des Hangenden und Liegenden.

9. 30. Verwahrung der Forste, des Hangenden und Liegenden.

9. 37. Verwahrung der Forste , des Hangenden, des Liegenden nnd der Sohle.

9. 38. Verwahrung der Forste, des Hangenden und der Sohle.

9. 39. Verwahrung der Forste, des Liegenden und der Sohle.

9. 40. Thcilweise Ausietsong einer weiten Strecke mit Bruchstein- oder Bergwand - Mauer.

9. 4t. 42. 43. Ausführlichere Angaben fiber die Anlage von Ellipien - Mauerung. Vorthelle derselben.

9. 44. Stehende und Spat -Bogen.

9. 45. Gemauerte Wassersaigen und Spundstücke.

9. 40. Einlegnng der Tragewerksstege in die Mauerung.

9. 47. Gemauerte Stege. Ueberwolbte Wassersaigen.

9. 48. Steinerne Stege und Deckplatten.

9. 49. Sicherung der Forste durch Ziegelgewölbe und Deckplatten.

9. 50. Verfahren bey, fiber oder hinter der Mauerung zudringenden Wassern; bey Anffuhrung von Mauerung aus der Wassersaige.

9. 51. Kreuzgewölbe unter abgebauten Gangkreuzen und alten Schächten.

Von der Schachtmauerung.

9. 53. 54. Bey der Schachtmauerung su beachtende Grundtatze und Verfahren.

9. 55. Einthellung der Schachtmauerung nach dem

Fallen der Schächte. 9. 50. Fälle der Mauerung in saigem Schächten.

9. 57. 58. 59. Verwahrung eines oder beyder kurser

Schachtstöfse. 9. 00. Ol. Verwahrung eines oder beyder langer

Stofse. 9. 62. Verwahrung von drey oder vier Schachtstofsen.

9. 03. Abweichungen Ton der gewöhnlichen Lage der Tragebdgen.

9. 04. Anwendung der krummstirnigeii Scheibenmauer in zwey oder rier Stöfsen ; ganz omlaofend Ellipsenmaoerung.

9. 05. Ausmauerung durch liegendes GewSlbc

9.. 00. Gemauerte Schach tscheider.

9. 07. Durchgängige Mauerung der kurzen Stdfse und Schacbtscheider in Bögen.

9. 08. Anwendung von Spannschichten.

9. 00. Allgemeine Angaben über die Ausführung von Schachtmauerung.

9. 70. Anwendung der Regeln f<lr laigre Schächte auf tonnlägige.

71. Fälle der Mauerung In flachen Sebächten

9. 72. Verwahrung der kurzen St5fse.

9. 73. Verwabrung des Hangenden. Kellerhalsmanerung.

9. 74. Lage der Steine in den Stofsmauem.

9. 75. Ueberspringende Bogen.

9. 76. Verwahrung, des Hangenden und beyder knrzen Stofse.

9. 77. Verwahrung des Hangenden , Liegenden und beyder kurzen Stdfse.

9. 78. Gemauerte Schachtsehelder.

9. 79. 80. Anbringung von Communications- und Zwischen - Oertern in Schachtsch eidern nnd Stofsmauem.

9. 81. Ausführung der Mauerung in flachen Schächten; Anbringung der Zimmerung.

9. 82. Verfahren bey zudringenden Wassern

9. 83. Schachtmauerung in der Dammerde oder Halde.

Ausmauerung der Maschinenräume. 9. 84. Character dieser Mauerung

9. 85. Art der gewöhnlich auszumauernden MaschU

nenräume. 9. 80. Radstubenmauerung. 9. 87. Einthellung derselben.

9. 88. Thellweise Ausmauerung. Untentüting der

Angewäge.

9. 89. Anfsetsung der Radstubenmauerung auf Stutz- Gewölbe. 9. 90. Ausmauerung in den langen Stofsen. 9. 91. Ausmauerung der langen und kurzen Stofse.

9. 92. Ausmauerung der ganzen Radstube und Verwahrung der Forste. 9. 93. Art der dabey angewendeten Scheibenmauer.

9. 94. Einfahrung der Aufschlags- und Abzugs - Rö- schen in die Radstnben. 9. 95. Zusammenhängende Radstuben Aber einander. 9. 96. Anbringung von Spannschichten. 9. 97. Anwendung krummstirniger ScMbenmaner.

Verfahren bey gröfserem Drucke. 9. 98. Umlaufend elliptische Radstnben - Mauerung. 9. 99. Ausführung der Radstubenmauerung.

100. Radifoben ftuf Beyhiilfe Erbif* in Freyberger ReTier.

(. 101. AumaDerang tob Stangemcbicbten.

9. 102. Auimaoerong aodrer Mai cbineoraume.

9. 103. Raan fflr die WasseriäoleDmaaebine aaf Alte Mordgrube Fdgr. in Freyberger Regier.

9. 104. Aaimauerong des Mascbinen - Ranmea nnd Schachtel anf Segen Gottei zu Geradorfi.

Sechster Abschnitt

Regeln fflr zosammengeaetxte und grdfiere Anlagen. Besondere Fälle. Entwerfung nmfaiscnder Manerungft|iänc.

9. 1. 2. 3. 4. 5. 0. 7. 8. Regeln fdr Manemngs- Anlagen aof grdfaere Längen.

9. 0. 10. 11. 12. 13. Besondere und schwierige Fälle wirlclich ausgefühater Manernugea.

9. 14. 15. 16. 17. 18. 10. Regeln fflr Wiederhertellnvg schadhafter Gewölbe. Vorbeugung su bal* diger Zerstörung.

9. 20. 21. 22. 23. Regeln ffir Entwerfung nmCassender Mauerungspläne.

Siebenter Abschnitt.

Bey der Grubenmanerung beachäftigtei Personal und angewendetes Gesäh.

9. 1. 2. 3. Personal.

9. 4. 5. Erforderniue , Wahl und Heraiiaiehimg guter Bergmaurer.

9. 6. Anstellung der Mauersteiger. 7. Geiäh.

Achter Abschnitt.

Ueber die Kosten der Grnbenmaaerung. 9. 1. Beseht änkung der anfgefflhrten Kostenangaben.

9. 2. Verhältnisse, welche auf die Kosten der 6rnbenmanernng Einflofs haben.

3. Bezeichnung der Reviere , auf welche in Bezug auf Kostenangaben besonders Rficksicht an nehoien ist; Ursache davon.

9. 4. Preise der zur Grobennuinening ndthlgen Materialien.

5. Löhne des bey der Grubenmanerung beschäftigten Personales.

6. Beseichnang Terschiedner Verhältnisse und Kr fahrungssätse , welche bey Mauerungs-Antfahrnngen und Anschlägen besonders zu berücksichtige sind; Ansätze fdr Materialienbedarf; Zahl der n5* thigen Arbeiter n. s. f.

7. Kosten der verschiednen Arten Mauerung in den Sächsiichen Bergwerks- Revieren Freyberg, Schneeberg, Annaberg, Marienberg und Johann Georgenstadt.

9. 8. Berechnung des cubiscben Inhaltes Ton Mauerungsan lagen.

9. 0. Unterschied der Kosten der einzelnen Theile

der Schachtmauerung.

9- 10. Specielle Angaben des Kostenaufwandes einiger wirklich ausgefühater Mauernngsanlageu.

9. 11. Kosten trockner Mauerung.

9. 12. Kosten des in Schneeberg nöthigen Wlderlagerhauens aus der Wassersaige.

9. 13. Vergleichung des Abtreibens durch doppelte Thfirstock- mit dem durch sogenannte Sparrn Zimmerung, in Befug auf Kostenersparnifs.

9. 14. Vergleichung der Ellipsen - mit der alten , sogenannten ganzen, Stollnmaueroug , in Bezug auf Kosteoervparnlfs.

9. 15. Ueber die Entwerfung Ton Manerungs - Anschlägen.

Anhang.

Ueber die Mauerung In achwimmendem Gebirge.

l

Anleitung

Zur

Grubenmauebung.

Bbb

Einleitung.

Lfer Zweck der Grubenmauerung ist: Sicherang der hej dem Grubenbetriebe aosgshauenen unterirdischen Räume, welche man offen zu erhalten beabsichtigt.

Wenn in der bürgerlichen, wie in jeder anderen Art der Baukunst, welche sich nur mit Ausfiihrangen über Tage besrchäftigt, die Sicherung schon bestehender oder erst noch herzustellender Bäume , stets nur einen gewissen , oft sogar nur sehr geringen Theil der bey dergleichen Ausfuhrungen zu nehmenden Bücksichten ausmacht, imd dabey ein Zweck ist, dessen Erreichung meist ohne grofse Mühe möglich wird: so ist diefs ein ganz anderer Fall bey der Grabenmauerang.

Während bey ersteren Anlagen der Drack, welchem man zu begegnen beabsichtigt, mit Genauigkeit bestimmt werden kann, indem sehr häufig die Last erst nach der Stärke der entgegengesetzten Unterstützung eingerichtet und später nicht leicht bedeutend verändert wird; während man, seltene Fäfle ausgenommen, für diese Unterstützung meist einen festen Grund findet oder denselben vorrichten kann: so läfst sich dagegen bey der Grubenmauerung der Druck nie mit Genauigkeit, sehr oft nicht einmal mit ahrscheinlichkeit bestimmen, welchem man entgegenzimrbeiten hat; er läfst sich diefs um so weniger, da er von der Zeit an, wo er aufgefangen worden ist, selten gleich bleibt , sondern oft bis zum Ungeheuren wächst. Sehr oft ist überdem sogar die Hauptrichtung dieses Drackes unbekannt, und es wird vomit unmöglich, in dieser auch den zweckmäfsigsten Widerstand entgegenzusetzen.

Die Erreichung genes Zweckes wird endlich um so schwieriger, wenn man, wie diefs häufig der Fall ist, die Sicherheit des Grandes nicht einmal genau kennt, noch kennen lernen kann, auf welchem man eine Unterstützung rahen zu lassen beabsichtigt; da auch dessen Festigkeit sich oft mit der Zeit ändert, sich oft nach Jahren erst ein Boden wankend zeigt, welcher bey der ersten Anlage unerschütterlich schien; da end* lieh, beim Eintreten eines solchen Falles, die nachtbeiligen Folgen weit umfassender, die Mittel ihnen vorzubeugen oder, haben sie sich einmal cinn;estellt , ihnen abzuhelfen, weit schwieriger, oft wohl gar nicht aufzufinden sind, als diefs bey der übrigen BauJranst je der Fsdl seyn kann.

Wenn , nach dem Allen , bey Anlagen über Tage ein den bekannten Druck nur um etwas übersteigender Widerstand völlige Sicherheit zu gewähren pflegt, so ist dagegen bey der Grubenmauerung oft eine, die anscheinende Gröfse der Last mehr als zehnfach übersteigende Stärke der Unterstützung, später kaum hinreichend erstere zu tragen.

Diefs ist, im Allgemeinen, der Uesicntspunkt, von welchem aus die Grabenmauerang und ihre Wichtigkeit für einen gröfseren, ausgebreiteteren Bergbau zu beurtheilen seyn dürfte.

Die Einführang der Grabenmauerang beym Sächsischen Bergbaue ist noch nicht alt. In Freiberg ist dieselbe, zufolge der vorhandnen Nachrichten*) im Jahre 1591 durch einen Landesherrlichen Befehl eingeführt worden; zu Schneeberg hat man sie jedoch schon seit 1563 angewendet**). Viel weiter hindus möchte sich wohl deren Einführang in Sachsen nicht annehmen lassen

Bergm. Journal 6. Jabrg. 1. Band p. 289 etc.

) Meicer'i Sebneebergiiche Stadt und Berg - Chronik roni Jahre 1716. p. 1277. „lo dieiem, (1563) wie auch vorhergehendem und nachfolgendem Jahre, iit der Funten - Stolln siemlichermafsen gewullit worden.'*

1

Es konnte zwar anffallen, Aab nnsere Vorfahren so spftt daranf gefallen sind, die Steine, als ein Material, \¥elches sie täglich bearbeiteten, zur Sicherung der Grubenbaue anzuwenden, und die Kunst zu mauern auch beim Bergbaue anzuwenden; wenn man jedoch berücksichtigt, dafs: 1) das Holz in hinlänglicher Menge vorhanden und daher wohlfeil war, dagegen 2) das Schiefspulver noch nicht zur Sprengung des Gesteins angewendet wurde und daher das Brechen der Steine kostbarer war als gegenwärtig — so wird sich dieser Umstand leicht erklären.

Ein ausgemauerter Tageschacht auf dem Romanusstolln zu Siebenlehn , der zu Ende des vorigen Jahrhunderts entdeckt worden, und unter dem Namen des Steinschachtes bekannt ist,, durfte sich wohl aus jensen Zeiten herschreiben , weil der Bergbau zu Siebenlehn einige Jahrhunderte lang nicht gangbar gewesen ist. Die Steine ia diesem Schachte waren von sehr unregelmäfsiger Gestalt, und es durfte daraus zu schliefsen sein, dafs sie schwer zu brechen gewesen sind.*

Beym Harzer Bergbaue scheint die Einführung der Grubenmanerung, und zwar nicht nur der trocknen , sondern auch der nassen , weit früher hindus zu setzen zu seyn , als beym Sächsischen; denn Utmann erwähnt schon, in seinem Berichte vom Rammeisberge zu Goslar, vom Jahre 1565: „An etlichen Orten des Rammelsberffes haben die Alten „grofse und hohe Gewölbe mauern lassen, eines Theiles doppelte Bögen über einander, „und ist an denen Orten , da ihre Heinzen gehangen , und nunmehro die Wasserkünste „hangen , damit dieselben vor dem Wändefallen sicher seyn , welche Gewölbe mit Kalk „gemauert seyn, und viel müssen gekostet haben.

Dennoch hat die Grubenmanerung auf dem Harze keine so ausgebreitete Anwendung gefunden als in Sachsen, sowohl weil im Allgemeinen das dortige Grauwackenfebirge nicht so gute Mauersteine giebt, welche bey weitem mehr Bearbeitung erforern als der in Sachsen angewendete Gneus, Glimmer- und Thon- Schiefer; als auch, weil der dortige Bergbau, hinsichtlich der Menge, Auswahl und Wohlfeilheit des erforderlichen Grubenholzes, üich in weit günstigeren Verhältnissen befindet, als der Sächsische, demnach die Nothwendigkeit, Mauerung anzuwenden, ihm weniger nahe ge- rückt ist

Erster Abschnitt.

Zweck der Grubenmauerung. Anwendung dertelhen, Nutzen.

▼Vie schon in der Einleitung bemerkt worden, ist der Zweck der Gnibenmanerang: Sicherang der beym Grubenbetriebe ausgehauenen und frei za erhaltenden Räume. Sie soll daher dieselben Dienste listen, wie die Zimmerung, nur auf eine dauerhaftere Art und längere Zeit

Eine allgemeinere Anwendung wird die Grubenmanerung, wenige Fälle ausgenom men, nur bey einem grftfseren , und vorzüglich bey einem solchen Bergbaue finden kön- nen, dessen Bestehen auf lange Zeit, auf Jahrhunderte, verauszusehen ist.

Ein angehender Bergbau wird oft in Bergfesten und Bergversatz, so mangelhaft auch, und nicht empfehlungswerth diese, vorzüglich die ersteren, übrigens unter den meisten Umständen seyn mögen, in jedem Falle dber in Zimmerung hinlängliche Sicher* heit finden. Diese wird unter gewissen Umständen, welche ich weiter unten namhaft machen werde, selbst bey einem schon ausgebreiteten Bergbaue, mit Yortheil beybe* halten werden können

Von diesen Umständen abgesehen, ist jedoch die bey einer Bestimmung dieser Art im Allgemeinen zu nehmende Hauptrücksicht; die Wichtigkeit und die Dauer eines Bergbaues

Unier allen Verhältnissen wird daher die Gnibenmauening ihre meiste Anwendung auf grofsen Revierstölln finden, welche bedeutende Fundgrübner-Baue lösen und verbinden, und sie kann für letztere nie so wichtig werden als für erstere, da dergleichen Fundgrübner-Baue nicht häufig ein Alter von mehreren Jahrhunderten, wenigstens niemals das der sie verbindenden HaaptstöUn erreichen, und auch dann sehr oft eine von ihrer anfanglichen völlig verschiedne Lage und Geslalt annehmen; da femer ein Znsammengehen derselben an einzelnen Punkten nie von so allgemein fühlbaren , unglücklichen Folgen seyn kann, als ein ähnlicher Fall auf Stölln, von denen die ganze Communication einer Revier, ihre Wasserlosang , ja die Existenz ganzer Graben abhängt, welche, unter gewissen örtlichen Umständen, einmal unter Wasser gesetzt, nie wieder ihren früheren Standpunkt erreichen können.)

Anmerk. Von welchen nacMbeillgen Folgen fflr ganse Reriere die nnsoreichende Verwahmog von Hanptstolln leyn kenn, wird aae der knnen AnfAbrnng zweier dadorch verAnlaTaten Ereignine, aoe der Geacbicbte des Sacbsicben Bergbaoea, hervorgehen.

Oai ente denelben trog lich In der Freiberger Revier tu.

Am 4. Dee. 1770 (Dienatagi No. 10. Woche Qa. Lnciae) ging nebmlieb in der enten Revier dea Thelertberger Stollna, 426 Lr. vom Mnndloche gegen Morgen, zwiicben dem hoben nnd dem EnRrit- Scbacbte, ein alter, aaf dem Stolln verwdlbter, Tageacbacbt nieder, schlog daa auf dem Stolln befindliche alte Fönten gewdlbe durch, nnd schob den enteren sogleich mit Bergen vnd alter Holte an — Obgleich die dndnrch aufgehaltenen Siollnwasser sich sehr bald einen Weg Ober den Brach bahnten, so

— 6 —

Bey specieller Untersuchung der Frage: ob an irgend einem Punkte beym Gruben ausbaue Mauerung oder Zimmerung vortheiUiafter anzuwenden sey, sind folgende Umstände zu berücksichtigen:

1) Der Preis des Holzes in der Gegend, in welcher der Bergbau betrieben wird; wo dieses wenig oder, unter gewissen Umständen, (bey gewissen Privilegien und Begnadigungen), gar nichts kostet, wird wohl selten Mauenmg gewählt werden;

2) Ob man für den Bergbau einen Nachhalt an Holze absehen kann, welcher nicht mit der Zeit erschöpft wird, oder ob diefs der Fall nicht ist;

3) Güte und Nähe der Steine. Wo gute Steine in der Nähe zu haben sind, entschliefst man sich um so eher zur Anlage Ton Mauerung.

In der Freibcrger Revier , welche , wie die meisten Obergebirgischen , in dem , vornehmlich durch seine regelmäfsige Spaltung und angemessene Härte, einen guten Baustein gebenden Gneuse, jensen Vortheil in einem hohen Grade besitzt, ist die Mauerung weit häufiger in Anwendung, als auf dem Harze, wo man nur weichen, blättrigen Thonschiefer , oder scharfkantige, ungeformte Grauwacke hat;

4) Die Art und Gröfse des Druckes. Mancher Druck ist so bedeutend , und wirkt auf eine so grofse Menge einzelner Punkte und in einer solchen Richtung, dafs er, auch ohne hinzutretende Fäulnifs des Holzes, schon allein die Zimmerung in wenigen Jahren zu zestören vermag;

5)' Die Dauer der Zimmerang vermöge der Beschaffenheit der Gruben -Wetter und Wasser. Stockende, feuchte oder trockne warme Wetter bringen die Zimmerung wohl in weniger als einem Jahre in Verfall, indem sie eine faule Gährung erzeugen, während in nassen Gruben, mit vitriolischen Wassern, die Zimmerung wohl 50 und mehr Jahre steht.

6) Dauer der Zeit, ftir welche die Nothwendigkeit vorhanden ist, den Bau offen zu erhalten. Ungewisse Versnchsbaue , welche man bald wieder verläfst, wird man in keine kostspielige Unterstützimg und daher nicht leicht in Mauerung setzen, welche man dagegen in Haiiptbauen, deren man nach lange zu bedürfen voraussieht, unter übrigens geeigneten Umständen, ohne Aufschub in Anwendung bringen wird. Der-

Sleichen sind: HauptstöUn, Hauptfordersrecken Kunst- und Förder -Schächte, [aschinenräume u. dergl.

7) Gröfse und Nachtheil möglicher, nur durch die Mauerung mit Sicherheit zu ver- hütender Brüche, in Kunst- und Förder -Schächten, Maschinenräumen und andern dergleichen Orten.

dimmten iie doch fehr wei( zurück. AUe Grobengebaude der Bränder Revier mabten abieliiKxeii , den Waiierzagang möglichst su vermindern, und man schlag die noch flbrigen sich anf dem StoHn sammelnden Wasser durch die Holevrelner Radstabe anf den tiefen FümtenstoUn , während man, durch sehr rauhe Witterung, und häufige durch den Bruch von Tage hereinkommende Thauwässer sehr besehwert, mit der grofsten Lebensgefahr an der Anfräumung des Braches arbeitete. Um durch die angedämmten Wasser in der Beränmung des Bruches und Sicherung desselben durch Oetriebeaimmarung weniger gehindert in werden, schlag man, nachdem ersterer nur etwas niedergeCuUt war, hinter demselben einen Sumpf, in welchem man die Wasser aufdämmte und von Zeit sn Zeit daraus abliefs.

Das Ereignifs drohte fSr die Revier noch gerährlicher sn werden , da das wiederholte Thanwetter auch auf dem tiefen FSrstensfolln ein solches Anschwellen der Wasser yerursachte, dafs auch die Kunstgesenge der Stadt und Hohbirkner Revier abgescbStxt werden muisten, indem die SpundstOcke überzugehen drohten. Am 24. Dec. desselben Jahres war man endlich so weit gelangt, dafs die gansen er des Thelersberger Stollns wieder durch dessen Mundloch ausgeführt werden konnten.

Der sweite Fall dieser Art ereignete sich in Sehneeberg.

Hier ging Freitags am 21. Juli 1809 auf der unteren Revier des tiefen Marc Semmler Stollns, ohngefähr 30 Lr. unter dem 13. Lichtloche, an einem in Thfirstock- Zimmerung stehenden Punkte, welcher eben snr Mauerung abgetrieben wurde, ein Bruch vom Tage nieder , welcher sogleich den Stolln auf 6 Lr. Länge anschob, und den Wassern den Absug versperrte.

Alle auf diesen Stolln ansgiefsenden Kunst- Geseuge wurden sogleich abgeiehitzt, da aber der nächute Tageschacht erst beim 0. Lichtloche und daher su entfernt war, um den Bruch, anCier mit der grofsten Lebensgefahr, vom btolin ans aufräumen zu können, so mufste man mit einem 10 Lr. tiefen Schachte in dem Bruche selbst von Tage niedergehen durch welchen man auch binnen 4 Wochen den Stolln wieder anfiräumte und völlig in Stand setzte.

Auch hier fand sich, dafs, nächst der über dem Stolln hingehenden Sehlema-Bach, welche das Gebirge nach und nach bis auf die Stollnförste aufgeweicht hatte, ein, beim Niederbringen des neuen Schachtel neben demselben anfgefmidner alter die Hanptveranlassung an dem Bruche gegeben haben mochte*

In solchen Fällen ist die Nodiwendigkeit anzubringender Manerung nm so drin* gender, je mehr, wie diefs häufig der Fall ist, das Aufräumen von dergleichen er folgten Brüchen -mit Lebensgefahr verknüpft ist. Brüche in Kunstschächten und Maschinenräumen , können leicht das Bestenen eines ganzen Grubengebäudes gefährden , da das dadurch herbeygefiihrte Aufgehen der Grundwasser nicht nur durch die Wiedergewältigung einen bedeutenden Kostenaufwand veranlafst, sondern auch oft durch besondere Umstände, B. Gesteinsbeschaffenheit, diese Wiedergewältigung ganz unmöglich gemacht wird, wie ich diefs schon oben andeutete. 8) Nachtheil der Verhinderung in solchen Bauen* Ist die Zimmerung oft aus- und einzuwechseln so macht diefs in Treibe- und Kunstschächten, auf Hauptstrecken u. a. bedeutenden Aufenthalt, Beschwerde und oft grofse Störung im Grubenbetriebe, welche stets mit mehrerem oder minderem unnöthigen Kostenaufwande verbunden ist.

Aber selbst unter übrigens günstigen Verhältnissen bleibt die Manerung wiegen ihrer gröfseren Kostbarkeit stets bescnränkt; daher verhält sie sich auch, ihrer Ausdehnung nach, auf den Freiberger StöUn zur Zimmerung 1 : 2, obgleich auf diesen die wichtigsten Punkte gemauert sind. Auch pflegt die Mauerung bey einem Bergbaue meist nur nach und nach in Anwendung zu kommen, da derselbe, mit seltnen Ausnahmen, in holzreichen Gegenden angefangen wird, welche die Zimmerung erleichtern und so dieselbe bey jedem beginnenden Bergbaue der Mauerung voraus gehen lassen.

Aus dieser Angabe der Umstände, welche bey der Bestimmung: ob bey einem Bergbaue im Allgemeinen, oder auf einzelnen Punkten desselben, Mauerung anzubringen sey oder nicht, zu berücksichtigen sind, geht auch der specielle Nutzen hervor, welchen die Grubenmauerung gewähren kann und dessen Bezeichnung daher eigentlich schon in dem Gesagten enthalten ist

In Bezug auf ihren Nutzen kann man die Grubenmauerung, so wie den ganzen Bergbau, von zwei Seiten betrachten: erstens, in Bezug auf das allgemeine Interesse des Staates, und zweitens, in Bezug auf das specielle der Gewerken. Nicht allemal trifft es sich, dafs eine Unternehmung, welche einzelnen Personen Nutzen bringt, auch für den Staat nützlich ist; auch nicht allemal, dafs das, was für eine ganze Gesellschaft heilsame Folgen hat, diese auch allen einzelnen Gliedern derselben gewähren sollte. Hier aber möchte wohl das Interesse beyder befriedigt werden, den Fall ausgenommen, wenn man, um dem Staate einige Stämme Holz zu ersparen, verlangen wollte, einen Gnibenbau, von welchem vorauszusehen, dafs er nur auf kurze Zeit offen und gangbar bleiben kann, in Mauerung zu setzen.

§. 10.

Der Nutzen, den die Grubenmauerung dem Lande überhaupt bringt, besteht in Elrsparnifs des Holzes, genes unentbehrlichen Feuerungs-, Bau- und Fabrik - Materials.

Es kommt hierbey sehr darauf an, in welchem Werthe das Holz in einer Bergbautreibenden Gegend steht, und ob daselbst Mauerungs- Materialien zu haben sind. So wird z. B. auf dem Oberharze schwerlich je die Gruben - Zimmerung mit der Mauerung verwechselt werden, weil, wie ich schon oben bemerkte, zu jener hinlängliches Holz, zu dieser aber nicht hinlänglich gute Steine vorhanden sind. Aber wenn zu beiden Arten von Gruben -Ausbau die Materialien zu haben sind, so wird man, unter der erforderlichen Berücksichtigung der Wichtigkeit und Dauer eines Bergbaues , in den meisten Fällen die Mauerung wählen. Tritt aber gar der Fall ein, dafs das Holz selten ist, die Mauerungs -Materialien aber um mäfsige Preise zu haben sind, so wird man sich um so eher genöthigh sehen, von der Grubenmauerung Gebrauch zu madien

f. 11.

Im Königreiche Sachsen ist unter allen Bergamtsrevieren die Freiberger nicht nur an sich ie stärkste, sondern auch diejenige, in welcher das Holz am tbeuersten ist, daher man auch in derselben £e meisten Grubehmaueningen antrifft.

Nach einem Darchschnitte der letzten fünf Jahre werden gemeinjährig etwafii über 16000 Stamme ) Ton verschiedener Stärke, zu Gruben- und anderem Ban*- Holze verwendet , deren anderweitige Benutzung zu Feuerholz immer noch die geringste seyn würde obgleich sie schon als solches wenigstens 2500 Klaftern zweieiliges Scheitholz geben dürften.

Der Bedarf an Holz würde aber bey weitem grofser sein, wenn nicht die Grabenmanernng in solcher Maafse angewendet würde, bey welcher in den letzten Jahren, gemeinjährig, nur an Bnichsteinen, über 700 Ruthen, (zu 8 Ellen ins Gevierte und Elle Höhe) vermauert wurden, die Mauerung von Bergwänden noch ungerechnet.*)

Anmerk. Fffr einen ohngefahren Uebenchlag der dnrek die Gmbennwnerang allein in der Freiberger .Revier gemachten Holseriparniff, durften folgende Angaben vielleicht nicht ohne Intereete leyn:

Nach einem Oorchecbnitte der ffinf Jahre von 1793 bli mit 1796 wurden in dieser Zeit gemeinjahrig verbraochi :

13771 Stamme, von venchiedner Grofie und Stir ] he, unter denen 512 Taxintamme; femer

167 Schock Pfokten, 878 Bretter, 1 301 - Schwarten, 793 Ruthen Maneriteine,

Hiervon kamen allein auf die Churfdratl. Stolln 2509 Stamme, unter denen 1 J Tasijntämme,

19 Schock Pfoeten, 161 - Bretter, 238 - Schwarten,

81 Ruthen Steine, 150 Tonnen Kalk.

1708 Tonnen Kalk.

Derielbe Onrchflchnitt ane den fünf Jahren von 1822 bie mit 1826 gab, den geneiqlahrigen Bedarf der Revier:

16152 Stämme, mter denen 1S49 Tudritinme

513 Schock Pfoiten,

720 - Bretter, 1180 - Schwarteui

708 Ruthen Steine, 1470 Tonnen Kalk

Hiervon kamen auf die Kdnlgl. Stolln: 2908 Stamme, unter denen 205 TazSrttamme,

88 Schock Pfosten, 140 . Bretter, 155 - Schwarteui

50 Ruthen StelnOi 185 Tonnen Kalk.

Der hermit sunnmenraitellende Stand der Revier wird ans folgendem abiunehmen sein:

Von 1792 bis mit 1796 waren gemeinjäh-

Von 1822 bii mit 1826 waren in der ganten Revier, gemeinjährig

144 Gruben und Stdlln in Betrieb , unter ihnen 2 4 Auibeutgmben.

Sammtiiche anfahrende Mannschaft bestand aus 4523 Personen.

Ausgebracht wurden in diesen ffinf Jahren: 73S39II Ctn. 12/ Pfd. mit 248992 Mrk. 5 Lth. 3 Qu. Silbergehalt, wofdr die Generalschmelsadministration 2062166 Thlr. 7 gr. 8 pf. besahlte.

In dieser Zeit wurden an Ausbeute und wiedererstattetem Verlage vertheilt: 157093 Thlr. 8 gr.

rig:

246 fruben und Stolln In Betrieb, unter Qi

nen 5 — 11 Ausbentgmben; 5149 Anfahrende;

Das Ausbringen In diesen fflnf Jahren betrog S 8310844 Ctn. Pfd.

mit 252845 Mrk. 12 Lth. 1 Qu; Silbergehalt, wofdr die Generalschmelsadministration 2228428 Thlr. 12 gr. II pf. besahlte.

In diesen fünf Jahren wurden an Ausbeute und wiedererstattetem Verlage vertheilt: 272121 Thlr.

Leider läflit sieh das auf Gewerkengruben jahrlich hergestellte Quantum an Gmbenmanerung aus jensen frfiheren Zeiten, auch nicht mit nur einiger Genauigkeit bestimmen, doch dfirfte es wohl wenigstens 20O0O Cnb. Ellen jährlich betragen haben. In dem fOnCfahrlgen Darchschnitte von 1822 bis mit 1826 worden dem ohngefahren Ueberschiage nach, j&hriich 15230 Cob. Ellen gefertigt.

Auf Gewerkeu- Gruben kann jedoch schon an und fdr sich, der Art der Einrichtong und des Betriebes derselben snfolge , bei der Mauerung kein so regeimafsiges Fortschreiten statt finden , wie diels auf den Konigl. Stolln der Fall ist.

Auf diesen wurde die Ausmauerung der n6tlilgsten Punkte schon seit 1778 schwunghafter, seit einer im Jahre 1802 angestellten Revision aber, nach einem bestimmten Plane betrieben, so dafs gegenwartig der verhältnifimalsig bey weitem grdfste Theii der damals projectirten Mauerung hergestellt ist.

Die in fahrbarem Zustande su erhaltende Lange der sämmtlichen Konigl. StSlln betrug im Jahre 1827

Von diesen standen In Zimmerung 160922 Lr. oder f der Gesammtlänge ; in Mauerung 7396} Lr. oder

Rechnet man nun, nach der gewöhnlichen Annahme, auf 1 Lr. Länge, 1 Stamm Hols, so sind durch oblige Mauerung nur allein auf den Stolln 7390 Stämme des besten Holzes erspart worden, welche durchschnittlich alle 5 Jahre zu erneuern gewesen sein wurden; die aufserdem erforderlichen Bretter und Schwarten noch nngerechnet. Eine Erspamifs, welche sich auf einen nicht sn langen Zeitraum snsammendrängt, indem auch vorsaglich erst nach dem Jahre 1802, in welchem die sammtiiche Stollnläuge

62785} J Lr., davon die in Mauerung stehende,

'J262{ Lr. oder der Gesammt- Länge, die in Zimmerung

16835} Lr. oder betrog, die, in der Unterhaltung kostspieligsten Punkte in Mauerung gesetit wurden.

Es mufs zwar, mit wenigen Ausnahmen, jeder herzustellenden Gnibenmanerung erst die sogenannte verlorne Zimmemng vorausgehen, wobey einiges Holz verwendet wird, welches man selten völlig wieder herausnehmen kann; auch sind zum Kalkbrennen entweder Holz oder Steinkohlen erforderlich; doch beträgt diefs Alles zusammen nicht so viel, als zu regelmäfsiger Zimmerung nothing gewesen seyn würde, und überdiefs braucht man diesen Aufwand bey der Mauerung nur ein Mal, während er sich bey der Zimmerung alle 4 bis höchstens 8 Jahre wiederholt.

§. 12.

Der specielle Nutzen, welchen die Mauerung für die Oewerkscliaften hat, wird auf folgende Punkte zu bestimmen seyn:

1) Sie hat eine bey weitem längere Dauer als die Zimmerung, und überträgt dadurch den zu ihrer Herstellung erforderlichen gröfseren Aufwund mehrfach.

2) Sie giebt Ersparnifs in ihrer Unterhaltung, sowohl in Rücksicht auf Materialien, als auf Aufsicht und Zeit.

3) Sie hält einen weit stärkeren Druck ab als die Zinunerung.

f. i3.

Die Gröfse der verhältnifsmäfsigen längeren Dauer der Mauerung gegen die Zim merung läfst sich im Allgemeinen um so weniger angeben, da die absolute Dauer der Zimmerung sehr verschieden ist.

Während sie in einzelnen Fällen bey stattfindendem geringen Drucke und guten Grubenwettern 20, 30 und mehr Jahre stehen kann, bevor sie einer gänzlichen Auswechselung bedarf, so dauert sie unter den entgegengesetzten, ungünstigen und zwar weit häufiger stattfindenden Umständen, oft nur 8, 6 oder 4, ja wohl zuweilen gar nur Jahr. Es dürfte daher die von Delius in seiner Bergbaukunst als ein erst noch künftig aufzulosendes Problem angesehene Frage: „ob die Grubenmauerung gegen die Zimmerung einen wirklichen Nutzen brächte , jetzt nur noch in höchst seltnen Fällen ein solches seyn , wenigstens nicht mehr in dem Falle , wenn das Holz , wie der genannte Verfasser vom Eichenhol/e annimmt, keine gröfsere Dauer als von 40 Jahren bat, indem sowohl in Freyberger als in anderen Revieren viele Mauerung vorhanden ist , die über ein Jahrhundert schon gestanden hat, und noch Jahrhunderte stehen wird, ohne einer Reparatur zu bedürfen.

§. 14.

Auch läfst sich nur in sehr wenigen Fällen die Geld-Erspamiis genau angeben, welche auf einem gewissen Grubenbaue, in einer gewissen Zeit durch die Mauerung gegen die Zimmerung gemacht werden kann. Zu dieser Bestimmung ist erforderlich:

1) Dafs der Grubenbau mehrere Male in neue Zimmerung gesetzt worden seyn mufs.

2) Dafs man die Zeit, wie lange die Zimmerung gestanden, und

3) den Aufwand, den die neue Hineinbringung jedes Mal erfodert hat, genau kennt.

4) Dafs dieser Bau wirklich in Zimmerung gesetzt worden seyn mufs.

5) Dafs auch dabey die Kosten genau angemerkt worden sind.

Um zu zeigen, dals auch bey verschiednen Preisen der Materialien die Mauerung gegen die Zimmerung in öconomischer Hinsicht Nutzen bringt, werde ich einige Beyspiele sowohl aus älterer als aus neuerer Zeit auffuhren.

1) Schachtmauerung. Ein schon von dem ehemaligen Hm. Ober -Berg -Hauptmann vonTrebra, in seinen Erfahi-ungen vom Innern der Gebirge, angeführtes Beyspiel ist folgendes:

Stent mftii ferner dai obenangegebeoe Dnrcbichnittiquantnm der jäbrlicb auf den StoHa verbrancbten HolsmateriaUen von 1702 bif mit 1796 und von 1822 bis mit 1826, mit den Stollnl&ngen sasamraen, vnd berackf Ichtigt , dafi 1702 die geiammte StoUnlänge 55046} Lr. betrug, welche bii 1700 gemein- jährig 763{ Lr. Zuwachs erhielt, wobey auf Zimmerung jährlich 13423 Thlr. 16 gr. 3 pf. verwendet wurden; im Jahre 1822 aber, nach AbwerAing bedeutender Längen, die gesammte Brläogung 60944 Lr., von 1822 bis 182G der jäbrUche reine Zuwachs 675f Lr., das auf Zimmerung verwendete Quantum jährlich 18542 Thlr. 1 gr. 7 pf. betrug, dafli endlich von 1702 bis 1827 auf die Ausmauerung der Stolln 271310 Thlr. 10 gr 11 pf. verwendet wurden: .so wird hieraus die TJeberzeugung hervorgehen, dafs das, an sich zwar gröfsere Quantum verbrauchter Materialien, in den letzteren Jahren, woven ein grofser Theil auf die in derselben Zeit weit häufigeren Tage* und anderen Baue, so wie auf manch andere Umstände, s. B. die Mehrzahl der Pfosten, auf die seitdem eingeführte Ungarische Hundforderang, zu rechnen seyn ddrfte; eine weit bedeutendere Höhe erstiegen haben mOlste, wenn Iceine Mauerung ausgefilhrt worden wäre.

Die Iosten, welche auf die Aosmauening des bis dahin in Zimmerang stehenden, 12 Lr. tiefen, 2 Lr. langen, 1 Lr. weiten Kaiser Heinrich Schachtes auf dem Weis taubner Stolln im Marienberger Bergamtsrevier verwendet wurden, betrugen: 92 Tbk. 16 gr. — pf. an Maurerlohnen,

71 . - 6 - - Handlanger und Zimmerlings -Löhnen, incL Steinehängen, 43 - 22 - — - Steinbrecherlohn, 102 3 - — - F uhrlohn,

309 Thlr 23 gr. — pf. in Summa; und kostete daher

1 Lr. zu mauern 24 Thlr. 19 gr. pf. Wäre dieser Schacht von Neuem ausgezimmert worden , was längstens alle 3 Jahre geschehen muiste, so hätten die dazu nöthigen Kosten betragen: 30 TUr. — gr. — pf. fiir 120 Stämme Holz ä 6 gr.

37 . 22 - . an Löhnen fiir zwei Zimmerlinge k 1 Thlr. und einen Helferknecht ä 22 gn Lohn, auf 13 Wochen.

2 - 12- — -für i Schock Pfosten zu Bühnen und Fuispfählen.

3 - 3 - — - fü r 25 Lr. Seil ä 3 gr.

73 Thlr. 13 gr. — - in Summa.

Bey dreijähriger Dauer der Zimmerung sind daher die Kosten der Ausmauerung nach 12 Jahren wieder bezahlt, für die künftige Zeit aber, so lange der Schacht noch in Gebrauch behalten, alle 3 Jahre 73 Thlr. 13 gr. erspart worden.

Aehnliche Beyspiele giebt es gewifs in jeder Kevier; es wird zwar nicht immer der Fall sejn, dafs die Zimmerung alle drey Jahre erneuert werden mufs, aber man wird auch nicht immer, am wenigsten bey den jetzigen Holz -Preisen, einen Schacht von 12J; Lr. Teufe fiir 73 Thlr. 13 gr. auszimmern können, wie es damals noch im Marienberger Bergamtsrevier möglich war; denn im Freyberger Revier würde schon damals die Auszimmerung, nur dem Holze nach, 40 Thlr. mehr gekostet haben, da in derselben von dem, in einem solchen Falle gewifs nÖthigen dreystämmigen Schachtholze, ein Stamm 14 gr. kostete, (wie noch jetzt) während man ihn in Marienberg für 6 gr. erhielt.

2) 1 Lr. lang Förstengewölbe, für welches 1 Lr. weit, i Lr. hoch, abgetrieben werden mufs, kostet:

Beym Höherabtreiben

Häuer-, Zimmerlings- und Förderlöhne 7 Thlr. 21 gr. 6 pf.

Materialien 1 - 6 - — -

Widerlagerhauen ... . 3.15- — .

Manerung

Maurerlöhne, Handlanger- und Förderlöbne 13 - 4 - — -

Materialien 7-12- — -

Gezäh, Schmiedekosten, Seil u. s. w. 6 - — - -

39 Thlr. 11 gr. 6 pf. 1 Lr. Förstenzimmerung an derselben Stelle würde kosten:

An Zimmerlings- und Knechtlöhnen 1 Thlr. 7 gr. 8 pf. Materialien . . . . — -21-2-

Gezäh, Schmiedekosten u. s. w. — - 8 - — -

2 Thlr. 12 gr. 10 pf. Rechnet man die Daner der Zimmerung 5 Jahr, so würde dieselbe 15 Mal erneuert werden miissen, um die Mauerung bezahlt zu machen, was daher in 67 Jahre geschehen seyn wird,

3) 1 Lr. ganze elliptische Mauer würde kosten: Höherabtreiben

Häuer-, Zimmerlings und Förderlöhne 39 Thlr. 13 gr. — pf.

Materialien 2 - 20 - — -

Widerlagerhauen . . . 3-10- — - Mauerung:

Maurer-, Handlanger- und Förderlöhne 26 - - — -

Materialien 14-19- — -

Gezäh, Schnüedekosten , Seil u. s. w. 6 - 6 - — -

93 Thlr. 2 gr. — pf. ,

1 Lr. doppelte Thürstockzimmenuiff unter denselben Umständen, würde kosten: Zimmerlings- und Knechtlöbne 2 Thlr. 16 gr. 10 pf. Materialien . / . 4 - 22 - — . Gezäh, Schmiedekosten u. g. w. — - 16 - — -

8 Thlr. 6 gr. 10 pf. Demnach würde die Zimmerung 11 Mal zu erneuern gewesen seyn, umdieMaue* rang bezahlt zu machen, welches daher, bey 5jähriger Holzdauer, in 57 Jahren geschehen seyn wird.

4) Der im Lichten Ellen lange, If Elle weite Gltickaufer Tweschacht beym neuen tiefen Fürstenstolln wurde von Tage herein Lr. tief mit 4 Tragebögen und Scheibenmauer in allen 4 Stöfsen, ausgemauert Er kostete :

Zufuhren und Widerlagerhauen

Häuer- und Förderlöhne . 122 Thlr. 15 gr. 5 pf.

Materialien - - - - - 9-13- — -

Mauerung :

Maurer-, Handlanger- und Förderlöhne 161 - 9 - 1 -

Materialien 14S - 10 - — -

Schmiedekosten, Gezäb, Seil u. s. 16 - 16 - 9 -

458 Thhr 16 gr. FpE

Dieses Stuck des Schachtes , welcher vorher in, alle 2 Jahre zu erneuernder, ganzer Schrotzimmerung stand , kostete jedesmal :

Zimmerlings- und Förderlöhne 18 Thlr 16 gr. — pf Materialien . . . . 28 - — - — . Gezäh- und Schmiedekosten 2 - 8 - — -

49 Thbr. — gr. — pf.

Die Zimmerung würde demnach 9y Mal zu erneuern seyn, um die Mauerung bezahlt zu machen, welches, bey zweyjäliuriger Holzdauer, in 19 Jahren von Herstdlung der Mauer an, geiSthehen seyn wird.

f. 15.

Die Ersparnifs an Unterhaltungskosten, in Rücksicht auf Materialien und Aufsicht, ist bey der Mauerung sehr beträchtlich In den eben aufgestellten Ueberschlägen der Kostenersparnifs , ist eigentlich die gröfstentheils in der öfteren Erneuerung bestehende Unterhaltung der Zimmerung mit begriffen, daher dieselbe den gröfsten Theil der Gesammtersparnifs ausmacht, während für wirkliche Unterhaltung bey der Mauerung so gut wie Kein Aufwand ist.

Auf Gruben von bedeutender Ausbreitung macht die an vielen Punkten zu unterhaltende Zimmerung jährlich einen so beträchtlichen Aufwand an Löhnen und Materialien erforderlich, dafs derselbe, bey eintretenden ungünstigen Yerhältnigsen, nicht wenig zu einem schnelleren Erliegen der Gruben beytragen kann.

Die Zimmerung ist daher als ein zehrendes Capital, die Mauerung an und für sich als ein todtes zu betrachten, welches indefs gegen genes erstere zu einem werbenden wird) indem man sich des zehrenden dadurch entledigen kann.

f. 16.

Die Mauerung giebt Zeiterspamifs. Wie sehr auf die Zeit Rucksicht zu nehmen ist, wird jeder wissen, welcher mit einem Gruben- und Revier -Hausbalte auch nur im Allgemeinen liekannt ist.

Diese Zeitersparnifs liegt nicht allein darin, dafs bey der Zimmerung durch das öfter nöthine neue Abtreiben eines Schachtes, einer Strecke oder Radstube, eine Arbeit öfter wiederholt wird, welche bey der Mauerung nur ein einziges Mal nöthig ist, sondern dafs auch ein solcher Bau gewöhnlich f3r die Förderung und alle übrige Verrichtungen so lange unbrauchbar bleibt, als diese Arbeit dauert, oder dafs wenigstens die letztere den übrigen hinderlich ist; oft geräth sogar der Betrieb der ganzen Grube so lange in Stocken. Zwar bleibt dabey wohl das in der Grube anstehen, allein weil die Kosten für Aufsicht, für Unterhaltung der Gruben- und Lager -Gebäude, auch die übri-

gen Xebenausgaben immer fortgeben, 80 entsteht eine grofse Zerrüttung in dem Cassenwesen; man mufs entweder Grubenschuld bauer, oder, wenn eine Casse vorhanden ist, dieselbe angreifen. Diesen Unannehmlichkeiten entgeht man, wenn, wie diefs bey der Mauerung der Fall ist, die Schächte und Strecken nicht abgetrieben werden diirfen.

Kommt eine Grube zum Erliegen, so fallen während der Zeit ihrer Aufiässigkeit die Schächte und Strecken , auch Maschinenräume , wenn sie nicht in ganzem Gesteine, oder noch besser, in Mauerung stehen, gröfstentheils zusammen. Man hat lange Zeit und grofsen Geldaufwand zum Gewältigen nöthig, ehe man nur wieder dahin gelangt, wo die Alten aufgehört haben, lieber dieser Verzögerung vergeht den Gewerken vielleicht die Baulust, und die Grube kommt zum zweyten, written Male und öfter zum Erliegen. Sind hingegen die Baue in Mauerung gesetzt, so kann man in kurzer Zeit das Grubengebäude wieder in Aufnahme bringen.

f. i7*

Dafs die Mauenmg einen weit gröfseren Druck abhält, als die Zimmerung, bedarf wohl keynes ausführlicheren Beweises. In den meisten Fällen wird man zwar die Baue schon durch die Zimmerung otten und gangbar erhalten, indem man sich allenfalls mit der Menge und Stärke des Holzes hilft; allein es kann dennoch der Fall eintreten, dafs die stärkste und beste Zimmerung nicht haltbar genug ist, und man defshalb den Grubenbau ganz verlassen mufs. Vielleicht hätte man alsdann gern keine Kosten gescheut, um nur dem Untergange der Grube vorzubeugen.

Hier zeigt sich die Mauerung in ihrem ganzen Werthe; der Druck kann die gröfst- mögliche Stärko erreichen, die Mauerung nimmt ihn auf sich, sobald man gute Steine und feste Widerlager hat

Die Ursachen, warum die Mauerung einen gröfseren Druck abhalten kann, als die Zimmerung, sind ohngefähr folgende:

1) Steine sind eine weit festere Masse, als das Holz.

2) Sie sind nicht der Fäulnifs unterworfen , so dafs sie nach einiger Zeit dem Drucke nachgeben könnten, wie das Holz.

3) Die einzelnen Theile der Mauerung können zu einem gleichförmigen Ganzen vereinigt werden, was bey der Zimmerung nur in einem sehr geringen Grade mög- lich ist.

4) Die Zimmerung kann nur unter geradlinigen Formen, die Mauerung unter jeder gerad- oder krummlinigen hergestellt werden, welche dem zu leistenden Widerstände am angemessensten ist. Die einzelnen Steine w erden von der drückenden Last eher noch fester zusammengesetzt. Daher kann ein Gewölbe von guten Materialien und nach den Regeln der Kunst gefertigt. Tausende von Centnern tragen, was wohl dem üclze nicht leicht zuzumuthen seyn dürfte.

f. 18.

Da der Grubenausbau durch Mauerung in der ersten Anlage weit kostbarer ist, als durch Zimmerung, so wird es nicht undienlich seyn, aus den oben angegebnen, bey der Wahl von Zimmerung oder Mauerung zu berücksichtigenden Umständen , diejenigen herauszuheben, welche die Mauerung besonders als wirklich zweckmäfsig empfehlen:

1) Wenn ma sich einen wichtigen, lang aushaltenden Bau versprechen, oder sonst vermuthen kann, daik der in Frage stehende Schacht, die Strecke a. dergl. auf lange. Zeit offen zu erhalten seyn wird.

2) Wenn das Holz in der Gegend sehr theuer ist , die nöthigen Materialien zur Mauenmg hingegen um mäfsige Preise zu haben sind.

3) Wenn aus Erfahrung bekannt ist, dafs die Wetter, oder andere Umstände, die Zimmerung auf einem solchen Baue in wenigen Jahren stockend werden lassen*

. 4) Wenn man mit keiner Zinuiieruug im Stande ist, den Drack des Gebirges abzuhalten.

Zweiter Abschnitt

Eintheilung der Gruhenmauerung,

f. 1.

Die Gnibenmsmerung läfsf sich zuvorderst, nach der Art hires Verbandes unter sich, in zwey Ilanptabtheilungen bringen: in

A) die trockne, und

B) die nasse.

Erstere Mauerung ist diejenige, hej welcher die Steine, nach einer genauen Bearbeitung, ohne Kalk oder Mörtel, entweder unmittelbar auf und neben einander gesetzt, oder nur etwa mit Moos ausgefuttert werden.

Letztere ist diejenige, bey welcher man sich eines Zwischen- oder Binde -Mittels, vorzuglich in Kalk und Mörtel bestehend, bedient.

f. 2.

Die trockne Mauerung, welche man ehemals und noch bis in die letzte Hälfte des vorigen Jahrhunderts filr die in der Grube allein anwendbare hielt, kommt jetzt nur wenig mehr in Gebrauch, weil sie wegen der Zurichtung der Steine zu kostbar ist. Auf den Stöiln und in alten Bauen findet man sie in der Freyberger Bergamtsrevier noch häufig. Jetzt wird sie auf Stöiln und in Fundgrübner Bauen nur noch da angewendet, wo es mehr auf eine Art von Bergversatz abgesehen und keinem grofsen Druck zu begegnen ist, so z. B. in Roll -Löchern und Schächten; auch in ganz besonderen Fällen, z. B. wenn durch keinerley Vorkehrung die von allen Seiten stark zudringenden Grubenwasser abgefangen werden können, und der anzuwendende Alörtel während der Arbeit selbst ausgespült werden würde, möchte vielleicht noch die Anwendung der trocknen Mauerung in der Grube anzurathen seyn; doch durfte wohl auch dieser Fall nur höchst selten eintreten, da gewifs unter den meisten Umständeu die Wasser wenigstens auf kurze Zeit abgehalten werden können, und man sich auch in diesen Umständen künftig vielleicht eines besonderen Wassermörtels bedienen wird , wie diefs zum Theil schon jetzt bey bedeutenderen Bauen über Tage geschieht.

Ueber Tage, bey Graben- und Halden -Mauer, Unterschlagung von Fluthern und dergl. kann man sich , vornehmlich wenn die Steine keiner sehr sorgfältigen Zurichtung bedürfen , der trocknen Mauerung mit Vortheil bedienen.

f. 3.

Die jetzt gewöhnlichste und beym Grubenausbau am meisten angewendete , ist daher: die nasse Grubenraauerung. Ich werde defshalb, und weil sich aus den für dieselbe gegebnen Regeln auch aUe für die trockne Mauerung entnehmen lassen, mich in dem Folgenden stets auf die rstere beziehen.

Dritter Abschnitt

Von den MauerungS'Maierialien*-

Die vorzüglichsten und am meisten angewendeten Materialien für die nasse Gnibenniauenmg sind Steine und Mörtel, welcher gewöhnlich aus Kalk und Sand bereitet wird.

Von den Steinen*

Die zur Grubenmauerung anzuwendenden Steine müssen nicht nur gleich nach dem Brechen und vor ihrer Verarbeitui hinlängliche Festigkeit und Härte haben, sondern

— 14 —

sie dürfen auch nachher nicht verwittern, wenn man sich im Voraus eine haltbare Mauer versprechen will; doch dürfen sie auch nicht verhältnifsmäfsig zu fest seyn, damit ihre Gewinnung nicht zu kostbar ist.

Ob die Steine im Wetter und Wasser gut stehen, hängt von der besonderen Art und Mengung ihrer Bestandtheile ab, defshalb wählt man auch gern Steine, deren Begtandtheile von der Beschaffenheit sind , dais sie der Einwirkung von Luft und Wasser lange Zeit widerstehen, ohne aufgelöst zu werden Dafs die Steine in passender Form brechen, d. h. mehr tafelartig als kuglich ausfallen, ist aus vielen Ursachen, besonders wegen der guten Verbindung unter sich, höchst nöthig. Eine gehörige Gröise darf ebenfalls nicht aufser Acht gelassen werden, weil kleine Steine nicht viel Raum ausfüllen , an sich keinen so festen Verband möglich macjen und auch durch die Menge der dabey entstehenden Zwischenräume der Mauer keine grofse Dauerhaftigkeit geben Nach Maafsgabe hires Zweckes und des ganzen Baues sind sie daher 1 bis 5 Fufs lang, 1 bis 3 Fufs breit und bis 1 Fufs stark zu wählen

f. 3.

Bekanntlich bestehen zu und um Freyberg, wie überhaupt in dem gröfsten Theile des Sächsischen Erzgebirges, die Hauptgebirgsarten ausGneus, Granit, Porphyr, Hörnblend-, Thon- und Glimmer -Schiefer Bey den meisten Arten des Gneuses vereinigen sich alle Eigenschaften eines guten Mauer- und Wölbsteines, da er hinlänglich fest ist, mit guten Lagern bricht, und sich leicht bearbeiten läfist

Es ist leicht abzusehen, dafs dieses glückliche Zusammentreffen der Einfuhrung und Ausbreitung der Grubenmauerung beym Sächsischen Bergbaue sehr günstig gewesen ist

Der Thonschiefer, dessen man sich vornehmlich in der Schneeberger Bergamtsrevier zur Gruben- und andrew Mauerung bedient, bricht in vchältniismäfsig sehr dünnen Platten und hat weit mehr Bearbeitung nöthig als der erstere. Diese erstreckt sich vornehmlich auf die schwierigere Herstellung des Kopfes. Aufserdem aber kann der Thonschiefer, gehörig behandelt, noch festere Mauerung geben als der Gnens, indem bey der geringen Stärke der Platten nicht leicht eine, nach der Stirn der Mauer oder der Krümmung des Gewölbes länger oder nur so lang als bey dem letzteren, zusammenhän* gend fortlaufende Stofsfuge entstehen kann

In Rucksicht auf ihre Güte theilt man die Steine in folgende Sorten ein :

1) Ganz gute Zu dieser Sorte verdienen, besonders aus den oben angegebnen Ursachen, die Gneus- Steine gezählt zu werden; nächst ihnen kann man den Thon- Hornblend- und Glunmer- Schiefer hieher rechnen, besonders wenn der letztere mehr Quarz als Glimmer in seinem Gemenge enthält In Bräunsdorf, wo das Gebirge meist aus Glimmerschiefer besteht, wird derselbe häufig zur Grubenmauerung angewendet, eben so auch an manchen Orten im Obergebirge

2) Mittelmäfsig gute. Hieher sind diejenigen Steine zu rechnen, welchen eine oder mehrere der oben bemerkten Eigenschaften fehlen Man kann darunter zählen : den Granit und Basalt; die verschiednen Porphyrarten , Sand- und Kalk -Stein, aber auch noch einige Arten des Thon- und Glimmer -Schiefers

Dem Granit und Basalt felt es zwar nicht an Festigkeit, beyde sind jedoch zu hart und daher in ihrer Zurichtung zu kostbar, um eine allgemeinere Anwendung zu erlauben. In Schneeberg, wo man sich zum Theil des Granites zu Grundmauern bedient, sucht man vornehmlich denjenigen, welcher den wenigsten Feldspath in seinem Gemenge hat, da solcher Granit der Verwitterung am wenigsten ausgesetzt ist.

Die Porphyr -Arten sind theils zu fest, theils wieder zu gebräch; so ist z. B. der Hornstein -Porphyr bey Grillenburg zu hart und zerspringt bey der Zurichtung in unregelmäfsig eckige Stüke; der Thonporphyr hingegen zwischen Freiberg und Chemnitz , z. B. bey dem Dorfe Wiese , ist für die Grubenmauerang zu weich. Der Sandstein, einiger Urkalkstein, so wie einiger Thon- und Glimmerschiefer geben zwar zur Mauerung über Tage brauchbare Steine, allein für die Grubenmauerung sind sie nicht immer haltbar genug

Mufs man, in Ermangelung guter Sorten von Steinen, sich der letztgenannten Gebirgsarten bedienen , so hilft man sich dadurch , dafs man ihnen entweder eine sorg-

— Is —

fähigere Zurichtung giebt, oder den besten Mörtel anwendet, oder endlich, beydes zugleich 3) Schlechte oder ganz unbrauchbare. Hieher sind diejenigen Steine zu zählen, welchen alle zur Mauerung erforderlichen Eigenschaften fehlen, z. B. alle Mergel, Schieferthone und sehr thonige Sandsteine.

Die Ziegelsteine sind für den Bergbau theils zu kostbar, theils felt ihnen, wie sie gewöhnlich gebrannt werden, die gehörige Festigkeit. Wo man sich indefset* wa derselben zum schwachen Verziehen der Streckenforsten bedient, hat man dar* auf zu sehen, dafs sie sehr stark gebrannt sind und schon äu&erlich der Yerglasung nahe kommen. Man erkennt sie daran, davis sie eine dunkelbraunrothe Farbe haben und beym Anschlagen mit dem Hammer einen hellen Klang geben. Beyspiele ihrer Anwendung finden sich in Freyberger Revier auf den Königlichen Stölln.)

Ob Kupferschlacken vom Rohschmelen, in die Fonn regelmäfsiger Steine oder Quaderstucke gedruckt, zu Bauen im Wasser eine noch dichtere Mauer geben sollten als Sandsteinquader, wie diefs der ehemalige Maschinendirector Mende aus eigner Erfahrung gefunden zu haben glaubte , düifte noch einigem Zweifel unterworfen seyn, da man Beyspiele gehabt hat, dafs selbst die weit dichteren Eisenschlacken, anf dieselbe Weise zur Aufführung von Mauern gewöhnlicher Wohngebäude angewendet, welche der Witterung sehr ausgesetzt waren, selbst den atmosphärischen Niederschlägen einen Durchgang verstatteten

f. 5.

Im Allgemeinen ist in Bezug auf die Gewinnung der erforderlichen Steine noch zu sagen, AsSh das in der Grube gewonnene Gestein selten zu Mauersteinen taugt, weil bey diesem die regelmäfsigen Schichtungsklüfte selten so deutlich hervortreten, sondern dasselbe mehr eine Masse im Ganzen bildet; noch weniger das, welches zunächst den Gängen bricht; es ist meist ziemlich aufgelöst, in seiner Structur zestört, auch noch mit der Masse des Ganges vermengt, welche nicht selten mit Kiestheilchen verbunden ist, die sich in der Folge, unter dem Zutritte der Luft, auflösen

Um die Wohlfeilheit der Steine zu befördern, hat man

1) wegen Ersparnifs an Fuhrlohn die Brüche so nahe als möglich bey dem Gebrauchs'- orte, daher in der Nähe der Gruben, über Tage anzulegen;

2) darauf Rücksicht zu nehmen, dafs sie entweder auf dem Rücken oder auf dem Gehänffe des Gebirges , nicht aber in einem Thale angelegt werden , weil im letzteren Falle die Arbeiter durch zusinkende Wasser gehindert werden; dafs auch die Gesteinlagen dem Bruche zufallen , wodurch bewirkt wird , dais die angelegten Bohr- löcher besser wirken und mehr Masse losheben.

S. 7.

Die rückwirkende Festigkeit der verschiednen Steinarten , d. h. die Stärke des Widerstandes, welchen sie dem Zerdrücken entgegensetzen, und welches derjenige ist, der eigentlich bey jeder Art von Mauerung vorzugsweise in Anspruch genommen wird , kann nur durch Erfahrung bestimmt werden.

Bis jetzt sind indefs , so viel mir bekannt geworden , hierüber nur sehr wenig Versuche angestellt worden, von denen ich die hieher gehörigen anführen wilL

Der Geh. Ob. Baurath Eytelwein giebt in seiner Statik die rückwirkende Festigkeit des Rothenburger Sandsteines zu 2631 Pfd. Preufs. anf 1 Quadrat -Zoll Rhein, an, welches auf 1 Quadrat -Zoll Dresd. 2144,26 Pfd. Leipz. beträgt.

Spätere Versuche haben gezeigt, dafs der, vorzüglich in dem Steinkohlengebirge bei Dresden vorkommende, sogenannte Pläner, eine Art sehr kalkhaltiger Sandstein, mit dem Rothcnbnrger Sandsteine gleiche Festigkeit besitzt, daher auf 1 Quadrat -Zoll Dresd. 2144,26 Pfd. Leipz.

Häufiger findet ihre Anwendung in Johanugeorgenitadler Retner auf dem Trau und bau anf Gott Stolln statt, wo der Druck nicht zu groXf ist, der dortige GUmmerscbiefer aber keinen. gut geeigneten. Wdlbstein abgiefot.

— 16 —

Die absolute Festigkeit, d. h. den Widerstand geen dais Zerreifsen , eines gebrannten Mauerziegels giebt der Geh. Ob. Baurath Ejtelwein im Allgemeinen zu 290 Pfd. Prenfs. auf 1 Quadrat -Zoll Rheiii. an, welches 236,35 Pfd. Leipz. auf 1 Quadrat -Zoll üresd. beträgt; die riiclnvirkende Festigkeit aber, nach Qaentin, zu 1124 Pfd. Preufs. auf 1 Quadrat- Zoll Rhein, oder 916,0S Pfd. Leipz. auf 1 Quadrat -Zoll Dresd.

Bey in den Jahren 1820 und 1821 zu Coblenz angestellten Versuchen ergab sich, dafs gutgebrannte rothbraune Ziegel sich hinsichtlich ihrer Festigkeit zu gewöhnlich gebrannten verhielten 4:1.

Es wurden nehmlich mittelmäfsig gebrannte Ziegel Ton 1 Quadrat -Zoll Rhein, bey 1 Zoll Hebels -Armlänge durch eine Kraft von 12 bis 50 Pfd. Preufs. gebrochen.

Sehr feste, einmal gebrannte rothbraune Ziegel, von demselben Queerschnitte und gleicher Hebelsl&nge, durch eine Kraft von 96 Pfd.

Nimmt man nun allgemein an , dafs der Widerstand, welchen ein Körper bey einer und derselben Queerschnittsfiäche dem Zerreifsen entgegensetzt , der doppelte dessen ist, welchen er dem Zerbrechen bietet,*) die Länge des Hebels 1 gesetzt; dafs femer die zum Zerdrücken desselben Körpers nöthine Kraft das Sechsfache der zum Zerreifsen angewendeten ist , so erhält man , im ersteren der angeführten Fälle :

für die gewöhnlich gebrannten Ziegel der schlechtesten Art, die zum Zerdrücken erforderliche Kraft

bey 1 Qnadrut-ZoU Rhein. Queerschnittsfiäche: 20. 2. 6 240 Pfd. Rhein, im zweiten Falle, für gut gebrannte rothbraune Ziegel:

96. 2. 6 1152 Pfd. Preufe. oder auf 1 Quadrat -Zoll Dresd Queerschnitt , im ersten Falle:

195,6 Pfd. Leipz im zweiten Falle:

938,87 Pfd. Leipz. Im März des Jahres 1827 stellte der Hr. Maschinendirector Brendel zu Freiberg Versuche über die zum Zerdrücken verschiedner Sorten des Gneuses nöthine Kraft an, welche folgende Resultate gaben:

1) E*n fester Gneus, von äufserst feinblättrigem Gefiige, specifischem Gewichte 2,6913, iichtgrau und an dem geschliffenen Queerbmche fast wie Thonschiefer aussehend, wenig Quarz in dünnen Lamellen enthaltend, Glimmer und Feldspath sehr gleichformig vertheilt , beym Schneiden und Schleifen sich mild erweisend, zeigte eine rückwirkende Festigkeit:

auf 1 Quadrat millimetre von 3,549541929973 Kilogrammes oder: auf 1 Quadrat -Zoll Dresd. 4232,74024332156775 Pfd. Leipz.

2) Gneus, von derselben Beschaffenheit, mit dem vorigen ans einem und demselben Stücke geschnitten , gab :

auf 1 Qnadr. millim. 3,136650885041 Kilogr. oder auf 1 Quadrat -%oll Dresd. 3738,873616997549 Pfd, Leipz.

3) Gneus von voriger Beschaffenheit, 2,7024 specifischem Gewichte, etwas gröberem Ge- füge und mehr Quarz und scheinbar aufgelösteren schmutzig fleischrothen Feldspath enthaltend, beym Schneiden und Schleifen sich härter als No. 1 und 2 erweisend, gab

auf 1 Quadr. millim. 3,063117044498 Kilogr. auf 1 Quadrat -Zoll Dresd. 3651,22231068113025 Pfd. Leipz.

4) Gneus mit dem vorigen aus einem Stücke 2,7084 spec. Gewichte, gab

auf 1 Quadr. millim. 3,154549776788 Kilogr. auf 1 Quadrat -Zoll Dresd. 3760,04606708935725 Pfd. Leipz.

Raacoart de CBsrlcTiUe nimmt den Wideritand beym Zerreifien dem beym Zerbrechen gleicli *n.

5) Gneus von noch ffrSberem Gefuge als No. 3, von 2,6359 spec Gewichte, mit schmntziggelbein sichtlich verwitterten Feldspathe in Blättern yon bis 1( millim. Stärke, ins ßaachgraue spielendem Quarze von bis I j: millim. Stärke, und schwarsem Glimmer. Die Yersuchsstüdke schnitten und schliffen sich schwerer als alle vorhergehende und waren durchaus nicht vollkommen scharfkantig zu erhalten.

Sie gaben

auf 1 Quadr. millim. 2,332543701072 Kilogr. auf 1 Quadrat -Zoll Dresd. 2780,38253176123225 Pfd. Leips.

6) Ein fester , kaum eine Spur von Verwitterung zeigender , sehr grobblättriger Gneus mit rauchgrauem und weiisem Quarze, fleischrothem Feldspathe und schwarzem Glimmer , 2,6529 specifischem Gewichte Die Quarzknoten wechselten von 1 bis 9f millim. Stärke und alles war innigst verbunden. Die geschliffenen Seiten des Queer* brushes an dem vollkantigen Prisma, das sich übrigens sehr schwer geschnitten und

(geschliffen hatte, sahen fast wie finköringer, geschliflher Granit Die Lamellen agen nicht wie bei allen vorhergehenden Stucken den Grundflächen parallel, sondern stiegen von der einen Seite nach der anderen hin auf und machten mit ihnen, an der breiten Seite gemessen, einen Winkel von 9 Grad.

Dieses Stück trug

auf 1 Quadr. millim. 3,338495705907 Kilogr. oder auf 1 Quadrat -Zoll Dresd. 3979,472188770034 Pfd. Leipz.

7) Gneus von derselben Beschaffenheit und mit dem vorigen aus einem und demselben Stücke geschnitten , hatte an einer Stelle eine im Feldspathe etwas ausgebrochne Kante, jedoch kein millimitre tief.

Es trug

auf 1 Quadr. millim.

4,566420866755 Kilogr.

auf 1 Quadrat- Zoll Dresd.

5442,97193220130825 Pfd. Leipz. Die mittlere rückwirkende Festigkeit von No. 1. und 2. war demnach

auf 1 Quadr. millim. Queerschnitt :

3,343096407507 Kiloffr.

auf 1 Quadrat -Zoll Dresd.

3985,806930159558375 Pfd. Leipz. von No. 3. und 4.

auf 1 Quadr. millim. Queerschnitt:

3,108833410643 Kilogr.

auf 1 Quadrat -Zoll Dresd

3705,63418888524375 Pfd. Leipz.

von No. 6. und 7.

auf 1 Quadr. millim. Queerschnitt:

3,952458286331 Kilo.

auf 1 Quadrat -Zoll Dresd.

4711,222060485671125 Pfd. Leipz. Uebergeht man das Resultat des füoften, nicht ganz gesunden Gneassluckes so erhält man eine mittlere rückwirkeiide Festigkeit für den Gneus, von

3,468129368160 Kilogr.

auf 1 Quadr. millim.

oder

4134,22107651015775 Pfd. Leipz.

oder in under Zahl 4150 Pfd. Leipz. auf 1 Quadrat -Zoll Dresd. Das mitdere specifische Gewicht zu 2,67818 genommen*

Schliifslich muls ich noch eines Gegenstandes Erwähung tfann , welcher aewar mehr JFQr die übrigen Zweige der Baukunst von Wichtigkeit ist, der jedoch in einzelnen Fäl- len sCUch bey Ausführungen der Grubenmauerung z. B. bey Tageröschen, StoUnmundlochern dergL zu berücksichtigen seyn dürfte. Es ist diefs die sogenannte Eisklüftigkeit der Steine , d. h. deren mehrere oder mindere Geneigtheit sich , der Witterung und dem Wechsel der Temperatur freygestellt, nach und nach, zu zerbröckeln und in kleinere und gröfsere Stücke zu zersetzen, was Torzüglich während und nach Verlauf des Winters zu geschehen pflegt.

Nach vielfachen Untersuchungen ist man endlich in der neuesten Zeit in Frankreich dahin gelangt, diese Eigenschaft, welche manche Steine zu Ausführungen ganz untauglich macht, und welche man früher erst aus dem Verhalten des hergestellten Mauerwerkes selbst zu erkennen vermochte, durch vorhergehende Versuche zu finden

Ich werde daher die Instruction , welche in Frankreich für die Anstellung von Versuchen dieser Art gegeben und in den Annaleg de Chimie et de Phystque Juin 1828 p. 189 enthalten ist, hier beyfügen.

Practische Instruction, um die Bausteine nach dem Verfahren des Hrn. Brard zu probiren, verfafst von Hericart de Thury.

1) Man wählt die Probestücke von den zweifelhaften Punkten der Steinbank welche man versuchen will, z. B. von denjenigen Stellen, welche Verschiedenheiten in Farbe, Korn oder Ansehn bitten.

2) Man läfst diese Proben in scharfkantige Würfel von 2 Zoll Seitenlänge schneiden oder sägen; wenn die Stücke nur geschlagen werden, so können sie durch das Schlagen Risse oder Erschütterungen bekommen und so fälschlich schlechte Stellen zeigen, welche gar nicht von der Beschaffenheit des Steines, sondern nur von der Kraft, welche ihn zerbrochen hat, herkämen.

3) Man numerirt oder bezeichnet jedes Probestück mit Chinesischer Dinte oder mit einer Stahlspitze, und bemerkt genau den Ort und die Stelle, von welcher der Würfel weggenommen ist.

4) Man läfst in einer der Zahl der Probestücke , welche man untersuchen wül, angemessenen Menge Wassers, so viel Glaubersalz (schwefelsaure Soda) zergehen, als

. es kalt auflösen kann, und um gewifs zu seyn, dafs dieses Wasser nicht mehr aufzunehmen vermag, mufs etwas Salz auf dem Boden des Gefafses, eine oder zwefr Stunden, nachdem man es hineingeworfen hat, liegen bleiben. So ist z. B. ein Pfund Salz hinreichend, um eine gewöhnliche Flasche Wasser, von der Temperatur der Brunnen, ohnffefähr 12 Grad Raumur, (15 Centigrad) zu sättigen.

5) Man erhitzt dieses sidzhaltige Wasser in irgend einem Gefäfse, bis es stark aufwallt, und taught dann alle Probestücke hinein, ohne es vom Feuer wegzubringen, und indem man die Würfel so hineinlegt, dafs sie ganz mit Wasser bedeckt sind.

6) Man läfst die Steine eine hale Stunde lang sweden. Die von Herrn Vicat angestellten Versuche beweisen, dafs man sie nicht länger sweden lassen darf ohne in Gefahr zu kommen, die Wirkung des Gefrierens zu übersteigen; daher ist dieses Aufwallen von 30 Minuten das Aeufserste.

7) Man zieht ein Probestück nach dem andern heraus, und hängt sie an Fäden auf, so , dafs sie an nichts anstolsen. Unter jedes derselben stellt man ein mit der Auf- lösung, in welcher sie gesotten wurden, gefülltes Gefbfs, wobey man aber Sorge trägt sie ruhig zu lassen und den Bodensatz, welcher immer Staub oder von den Probestücken abgefallne Körner enthält, wegzuwerfen.

8) Wenn das Wetter nicht zu feucht oder zu kalt ist, so wird man, 24 Stunden nachdem diese Steine so aufgehängt worden sind, ihre Oberflächen mit kleinen, wcifsen, salzigen Nadeln bedeckt finden, welche in der Art wie sie erscheinen, dem Salpeter der Koller ganz gleich sind. Man taught diese Steine in das Gefäfs, welches unter jedem derselben steht, um die ersten salzigen Beschläge abfallen zu lassen. Man wiederholt diefs so oft als die Nadeln sich wieder hergestellt haben ; vorzüglich findet man sie nach der Nacht häufiger und länger als den Tag über, was es rathsam macht, den Versuch in einem verschlossenen Zimmer, in einem Keller oder dergl. anzustellen.

0) Wenn der Stein, welchen man versucht hat, nicht eisklüftig ist, so wird das Salz nichts mit hinwegnehmen, und man findet auf dem Boden des 6IJG9es weder

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BIftttchen, noch Körner, noch Brachstucke des probirten Steines, welchen man Sorge tragen mufs , während des Ganges des Yersaches eben so wenig seinen Plats ändern zu lassen, als das Gefäfs, welches darunter steht.

Wenn dagegen der Stein eisklüftig ist, so wird man von dem ersten Tage an, wo das Salz erscheint, bemerken, dafs es Steinbruchstücke mit hinwegnimmt und dafs der Würfel seine Ecken und scharfen Kanten verliert, und endlich wird man auf dem Boden des Gefafses selbst das finden, was sich während des Ganges des Versuches davon losgemacht hat, welcher nach Verlauf des füoften Tages, von dem Augenblicke an gerechnet, wo das Salz zum ersten Male anstritt beendigt seyn mufs, denn diese Wirkung verzögert oder beschleunigt sich nach dem Zustande der Luft.

Man kann das Ausschlagen des Salzes befördern, indem man den Stein alsobald mit Wasser befeuchtet, all) es an einigen Punkten zu erscheinen beginnt, und indem man dieses Verfahren fiinf bis sechs Male wiederholt.

Wir rather, in Bezug auf die oben gemachte Beobachtung, dafs man sich sehr hüten mufs, das Wasser warm zu sättigen; diese Sättigung darf nur kalt statt finden; denn, so wie wir schon gesagt haben, und wie man es bei der Generalinspection der Steinbrüche erkannt hat, spaltet sich mancher Stein, der Wirkung der warm gesättigten Lauge ausgesetzt, völlig, welcher der Wirkung des Frostes und der kalt gesättigten Lauge widersteht, und oft würde dasselbe statt finden, wenn man die Abwaschungen über den vierten Tag hindus fortsetzte, wie wir dieüs oben vorgeschrieben haben.

10) Will man vergleichungsweise den Grad der Eisklüftigkeit zweyer Steine beurtheilen, welche als solche bezeichnet sind, so wiegt man, nachdem man sie gc-

.trocknet hat, alle Theile, welche sich von den sechs Ecken des Würfels abgelöst haben, und man wird sogleich denjenigen erkennen, welcher von beyden der eisklüftigste ist.

11) Wenn endlich ein Würfel von 24 Quadratzoll Oberfläche , 180 Gran verloren hat, so wird eine Quadrat- Toise von demselben Steine, in derselben Zeit 3 Pfd. und 12 Loth . verloren haben.

Nach Gauthey'9 Tratte de la caustruch'on des PonU , veriiält sich und ist , angestellten Versuchen mfolge:

1) bey Steinen von einer und derselben Art , die Festigkeit derselben wie der Cubus des specifischen Gewichtes;

2) bei Steinen von einer Art und gleich grofsen Grund- oder Lagerungs -Flächen ist die Festigkeit ein Grölstes , wenn der Umfang der Grundfläche ein Kleinstes ist. Es

. fand sich bey durdiaus gleichen Grundflächen von 15 Quadrat -Centimetem, das Tragevermögen :

wenn die Grundfläche ein Kreis war 917 Kilogr.

wenn die Grundfläche ein Quadrat war 866

wenn die Grundfläche ein gleichseitiges Dreyeck vrar 789

Dennoch ist bey Steinen einer Art und bey gleichgestalteten Grundflächen die absolute Festigkeit dem Quotienten der Grundfläche dividirt durch den Umfang, proportional.

3) Bey Steinen einer Art, von Würfelform, verhält sich das Tragevermögen wie der Inhalt dieser Würfel.

Denn Würfel von 9; 16; 25; 36 Quadrat -Centiineter

Grundfläche trugen:

2423; 4263; 6650; 9775 Kilogr.

bey der einen Art von Steinen, und*

49&; 874; 1387; 2023 Kilogr.

bey einer anderen.

4) Steine einer Art und von einer Gröfse tragen desto weniger, je mehr deren übereinander stehen.

Würfel, deren Seite 5 Centimeter hielt, trugen:

1 Würfel allein 8851 Kilogrammes

2 - übereinander 5411

3 - übereinander 4780 - -

5) Steine verschiedner Art liaben nnter fibrigens gleichen Umständen venchiedne Festigkeiten.

Würfel , 5 Centimeter in Jeder Seite , grows

aus: Basalt aus der Auvergne tragen 51945 Kilogr,

schwächstem Granit 10581

stärkstem . . . 22004

Schwarzem Marmor aus Flandern 19719 weifsgeadertem . 6493

Gauthetf fand femer, dafs der aus 2 Theilen gesiebtem Sande und 1 Theile ge- löschtem Kalke bestehende Mörtel eine Reibung, (nicht Adhäsion,?) von i bis f des Druckes gäbe.

lieber Kalk und Mörtel.

S- 10.

Ich gehe jetzt zu dem zweiten Hauptmaterial bey der nassen Grubenmaueranff: dem Mörtel , über. Der gewöhnliche Mörtel wird aus gebranntem Kalke , Sand and Wasser bereitet.

f. 11.

Ueber den Kalk dürfte hier im Allgemeinen folgendes zu bemerken seyn. Der Kalk wird entweder

1) aus Steinen gebrannt, welche aus grofsen, ganze Gebirgsglieder bildenden Massen gewonnen, oder auch auf und nahe unter der Oberfläche der Erde, in Flüssen, Bächen, am Seestrande und anderen Orten gesammelt werden, welche letztere man Lesesteine nennt.

2) aus einer grauen oder weifslichen ELrde, Mergel -Erde genannt, welche, in verschiednen Verhältnissen, aus Thon- und Kalk- Erde zusammengesetzt ist. Man findet sie in bergigen Gegenden, niedrigen Brüchen und Wiesen; endlich

3) aus Schalen von Flu&- und See - Muscheln , von denen freilich nur letztere in hinreichender Menge vorkommen.

Der aus Steinen gebrannte Kalk ist in der Regel der beste und auch zu diesem werden sowohl in Freyberger als in den übrigen Sächsischen Revieren, des örtliche Vorkommens halber, nur die von Gebirgslagerstätten gewonnenen Steine verwendet.

S. 12.

Nach den neueren Erfahrungen lassen weder Art des Vorkommens, noch Härte, noch Farbe oder specifisches Gewicht mit Sicherheit auf die Güte des Kalksteines schliefsen.

Den reinsten, d. h. den an Kalkerde reichsten Kalk geben einige Marmorarten und die Muschelschalen; alle übrige, in Gebirgslagerstätten so wie sonst gewonnenen Kalksteine, noch mehr aber die erwähnte Mergelerde, sind innige Gemenge von Kalkerde mit anderen Erden und Metalloxyden , welche unter den verschiedensten Verhältilissen bis zur völligen Unbrauchbarkeit für die Mörtelbereitung zusammengesetzt sind.**)

§. 13.

Reiner Kalkstein besteht aus Kalkerde, Kohlensäure und Wasser; höchst sehen nur kommt er jedoch von dieser Reinheit vor; nur etwa in einigen Marmorarten, welche zu kostbar sind, um daraus Kalk zu brennen.

Meist sind dem Kalksteine in grö&erem oder geringerem Verhältnisse Thönerve, Kieselerde, Talkerde, Metalloxyde und andere Stoffe beygemengt.

f. 14.

Wenn man, nach der früher lange bestandnen Theorie, annahm: dafs diese genannten Stoffe, wenn sie nur nicht in zu grofser Menge vorhanden seyn, nicht schadedeten und nur von der Thönerve möglichst wenig beygemengt seyn dürfe, indem dieselbe

In der Frejberger Revier wird vonaglieh der auf Lagern breehende Kalk von Laagefeld, Brinnidorf und Kaltofen in Gebraoch genommen, von wcldien die lotsteren beyden Arien die mciitcii flremdenBeymengnngea m liabcn Kheineo.

— 21 —

die bmdenrde Kraft des Mörtels, vornehmlich bey allen aufserhalb des Wassers stehenden Bauen , sehr schwäche , so haben hingegen neuere Untersuchungen und sehr genaue Forschungen, welche, in Deutschland vorztiglich Doct* Jobn, in Frankreich Vicai, Berthiery Treufiart in Rufsland Baucaurt de Charleville über diesen Gegenstand an* stellten, die Ansichten völlig geändert, und ich werde daher weiter unten, bey der Mörtelbereitung, die hauntsächlichsten der bisher erlangten Resultate zusammenstellen.

f. 15.

Um den Kalk zur Mörtelbereitung geeignet zu machen, wird er gebrannt Durch das Brennen wird die darin enthaltne Kalkerde von dem Wasser und dem gröfsten Theile der Kohlensäure befreyt, indem der Wärmestoff mit ersterem in Dämpfen, mit letzterer, als kohlensaures Gas entweicht. Etwas Kohlensäure bleibt jedoch bey dem gewöhnlichen Brennen im Grofsen bey dem, nunmehr kaustischen, Kalke zurück.

Von einer durch das Brennen eingeleiteten chemischen Verbindung der Kalkerde mit den aufser ihr im Kalksteine enthaltnen übrigen Erden und Metalloxyden, werde ich weiter unten mehr erwähnen.

f. 16.

Das Brennen des Kalkes geschieht in Oefen von verschiedenartiger Einrichtung, mit Holz, Torf, Steinkohlen, so wie unter verschiedner Behandlung. In einigen Gegenden Englands hat man jedoch auch eine Weise, den Kalk in gröfseren Stücken, in nach Art der Kohlenmeiler zusammengesetzten Haufen , mit Holz zubrennen, welche zum Zusammenhalten der Hitze , von aufsen mit Rasen bedeckt werden. Man soll durch dieses Verfahren einen besseren Kalk erhalten, als durch die früher daselbst gebrauchliehen grofsen, nicht tiefen Oefen.

Die zu einem Brande in den gewöhnliehen grofsen Oefen nöthine Zeit betragt, das Anfeuern zum Abtreiben der Feuchtigkeit und das Auskühlen des Ofens mitgerechnet, im Durchschnitt, nach Art der Behandlung, 5 bis 8 Tage.

Bey den kleineren Oefen mit Steinkohlenfeuerung hingegen, kann die Arbeit ununterbrochen fortgesetzt werden.

Es besteht hierbey die Meinung, dais der Kalk durch zu lange Einwirkung des Feuers todtgebrannt, d. b. dafs ihm die Eigenschaft benommen werde, sich nach dem Brennen im Wasser zu löschen. Diese Meinung ist nur in so fern gegründet, dafs durch zu grofse Hitze die in dem Kalksteine enthaltenen fremden Erden mit der Kalkerde in einen Zustand der Verglasnng übergehen, welcher alsdann im Wassw kein Ansaugen und Zerfallen mehr gestattet.

Diefs sogenannte Todtbrennen wird daher um so eher eintreten, je gröfisef das Verhältnifs der beygemengten Erden ist, und oft mag diefs gegen die Menge der vorhandnen Kalkerde selbst so bedeutend seyn, da& der Kalkstein unter allen Umständen schon an sich zur Mörtelbereitung untauglich seyn würd. Völlig reiner Kalkstein hingegen, wird in gewöhnlichem, aneh noch so lange fortgesetztem Ofenfener nie todtgebrannt werden.

§. 18.

Die VolTkonunenheit und der Grad des Brennens läfst sich vorzüglich auf zweyerley Art untersuchen, welche bcyde eigentlich auf einem und demselben Grundsatze beruhen.

Die erste besteht darin, dafs man ein Stück gebrannten Kalkstein, so wie er aus dem Ofen kommt, folglich ehe er noch durch längeres Liegen wieder Kohlensäure aus der Luft an sich gezogen hat> in Wasser wirft, zerfallt derselbe mit Erhitzung und Aufbrausen zu Pulver, ohne feste, unauflösliche Theile zurüctomlassen , so ist er gut gebrannt; aufserdem ist er nicht gut durchgebrannt, oder es sind auch die zurückbleibenden Theile ganz fremdartige GemengtheÜe.

Wenn diefs letztere die Ursache des langsamen ZerfallenB ist, so kann der Kalk, gemachten Erfahrungen zufolge, immer noch zu Wasserbauen, und gerade zu diesen sehr vorzüglich anwendbar seyn.

Als eine zweyte Probe gilt gewÖhnlicl¥4die , dafs man, wenn der Kalk nach dem Loschen abgekühlt ist, eine Handvoll aus dem Wasser nimmt, und nach und nach durch die Finger drückt. Knetet er sich glatt und ohne einen Ruckstand in der Hand

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snruckziilagsen , durch, so ist der Kalk gnt gebrannt, und ohne grSbere fremdartige Bestandtheile.

Es dürfte hier vielleicht an seinem Platze seyn, eine bey den Kalkbrennem dorch Erfahrung begründete Meinung anzufahren: dafs nehmlich Kalkstein, welcher halbgebrannt erkaltet, und nochmals in den Ofen kommt, nie TÖllig gut gebrannt werden kann, wenn man auch noch so lange feuert.

Einige nehmen an, dafs das Erkalten selbst diese zestörende Wirkung auf den Kalkstein hervorbringe; sollte es indefs nicht glaublich seyn, dafs durch das zweyte Brennen der erforderliche Hitzegrad überschritten und die Erdengemenge in den Zustand der Yerglasung versetzt werden, demnach das obenangefahrte Todtbrennen erfolge?

f. 19.

Endlich giebt es noch eine Probe des gebrannten Kalkes, welche sich auf dessen Eigenschaft, durch das Brennen an Gewicht zu verlieren, begründet, und welche in der, noch jetzt sehr brauchbaren Abhandlung Forsters*) angegeben ist.

Hat man nehmlich das Gewicht des Kalkes vor dem Brennen untersucht, und nimmt es gleich nach demselben von Neuem ab , so giebt die zwischen beyden Gewichten stattfindende Differenz, verglichen mit dem bey gutgebranntem Kalke, von nicht zu bedeutendem Gehalte an fremden Erden, stattfindenden Verhältnisse des durch das Brennen erikeugten Gewichts - Verlustes von 0,45 ebenfalls ein Anhalten zur Beurtheilung des Brennungsgrades und der Beinheit des Kalkes

Da jedoch bey dieser Vergleichung unbekannte GrSfsen vorhanden sind 9 welche in sehr verschiednen Verhältnissen zu einander stehen können, nehmlich: die Vollkommenheit des Brennens, und die Beinheit des Kalkes von fremden Gemengtheilen, so bleibt diese Probe immer selir unsicher und nicht zu empfehlen

In dieser Hinsicht wird der mit Steinkohlen gebrannte Kalk, dem mit Holz oder Torf gebrannten, wenigstens in der Freyberger Gegend, rücksichtlich seiner Güte sehr nachgesetzt, da durch die Berührung mit den Steinkohlen zum Theil viel todtgebrannte und verschlackte Stücke erzeugt werden, zum Theil schwefelsaurer Kalk gebildet, und dieser nach dem Gebrauche sehr bald ausgewaschen wird.

Will man aber das Todtbrennen durch geringeres Feuern zu vermeiden suchen, so kommen meist eben so viele nur halbgebrannte Steine heraus.

f. 20.

In der genannten Forster'schen Abhandlung sind noch drey Versuche angeführt, um durch dieselben zu zeigen, wie der gebrannte Kalk durch Liegen an der Luft nach und nach Wasser und Kohlensäure an sich zieht und dadurch an Gewicht zunimmt.

1) Forster nahm 2 Pfund guten frischgebrannten Kalk, der beym Brennen 0,55 an Gewicht verloren hatte, und legte ihn an einen bedeckten Ort, welchen jedoch die Luft durchstreichen konnte, offen hin.

Nach Verlauf von 21 Tagen hatte der Kalk an Gewicht 1 Pfund Quentchen zugenommen.

2) Er nahm andere 2 Pfund Kalk, legte ihn ebenfalls offen in ein trocknes Zimmer, und nach Verlauf von 21 Tagen war die Zunahme des Gewichts 1 Pfund 1 Quentchen.

3) Endlich setzte er noch 2 Pfund in einem mit einem Deckel verwahrten Kasten in ein trocknes Zimmer, und fand nach 21 Tagen das Gewicht unt 14 Loth vermehrt.

§. 21.

Der gebrannte Kalk wird mm gelöscht.

Das gebräuchlichste Verfahren dabey ist, ihn mit Wasser zu begiefsen und zu einem nicht zu dünnen Breye umzurühren, worauf er in eine Grube gelassen und in dieser zum Gebrauche aufbewahrt wird.

Wird der Kalk *nach dem Brennen nicht gleich gelöscht und verarbeitet, so mnfs er möglichst sorgsam, vor feuchter Luft und Nässe verwalurt werden, welche ihn nach und nach löschen, oder wenigstens seiner bindenden Kraft berauben würden, indem er in Klumpen zerfällt. Da- diefs jedoch Aufbewahrung nie ganz verhindert

J. R. Fönten Anleitung den KaUc nnd Mörtel an bereiten. 8. Beilin 1792. p. SS n. f.

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werden kann, so ist es am rathsamsten , den Kalk sobald als möglich zu rerwenden, wenigstens zu löschen.

Kalk welcher lange ffelegen hat, oder auch weit transportirt worden, ist daher nie mehr so gut als frisch gelöschter*

Entgegengesetzte Erfahrungen, welche man neuerlich in Frankreich hierüber gemacht haben will, werde ich weiter unten näher behandeln.

f. 22.

Das Löschen ist ein Geschäft, zu dessen Verrichtung Geschicklichkeit und Erfahrung gehört, da es auf die Güte des Kalkes, durch diese auf die des Mörtels und folglich auf die Haltbarkeit der ganzen Mauerung bedeutenden Einflufs hat

Man bedarf zu dieser Arbeit zuförderst einer Kalklösche, Löschbank, eines aus Brettern zusammengeschlagnen, flachen, viereckigen, oben offnen Kastens von etwa 6 Fufs Länge und Breite und 1 bis Fufs Tiefe. In der einen Seitenwand ist eine Schütze angebracht, nach welcher hin der ganze Boden des Kastens abfallt, um den

Gelöschten Kalk ab und in die dicht daneben in die Erde eingegrabne, ebenfalls mit trettern oder Pfosten ausgeschlagene Kalkgrube lassen zu können, welche von beliebiger Länge, Weite und Tiefe ist, je nachdem man, nach Verhältnifs der Arbeit, viel oder wenig Kalk darin aufbewahren will. Meist ist sie jedoch 6 Fufs lang und weit, 4 Fufs tief.

Des becjuemeren Arbeitens wegen steht der Löschkasten gleich auf der Erde.

Die Kalkgrube ist mit einem gutanschliefsenden Deckel , am besten einer Fallthüre, zu versehen, um den aufzubewahrenden Kalk vor dem Zutritte der Luft und dem Anziehen der Kohlensäure aus derselben möglichst zu sichern, welche ihn wieder in Kalkstein verwandeln, und im Wasser unauflöslich machen würde.

Wenn für die Grubenmauenmg der Kalk in der Grube selbst gelöscht wird, so bedient man sich zu dessen nachheriger Aufbewahrung oft ungangbarer Seitenstrecken, in welchen man durch Einsetzen zweyer 3 — 4 Fufs hoher Spundwände einen Sumpf bildet, in welchen man den Kalk eingiefst.

f. 23.

Um den Kalk zu löschen, schüttet man einige Mulden voll, bis zu 4 Cub. Fuls, in den Kasten, zieht ihn gleichförmig und flash aus und besprengt ihn nach und nach mit kaltem Wasser. Der Kalk fangs bald an sich zu erhitzen, zu rauchen und in ein gröbliches Pulver zu zerfallen. Ist dieses erfolgt, so giefst man mehr Wasser hindu, so lange, bis der Kalk fast darin schwimmt, und rührt denselben während des Zujiefsens mit der Schaufel oder der Kalkkrücke, einem breiten Holze oder Eisen, welches rechtwinklich auf einen langen Stiel gesteckt ist, gut durcheinander, bisher sich in einen dünnen Brev verwandelt hat.

Auf eine Tonne Kalk von 4 bis 5 Cub. Fufs 15| Dresdn. Scheifel, rechnet man zum Besprengen 30 — 40 Dresdn. Kannen, oder bis 1|- Cub. Fufs Dresdn., zum Zugiefsen 120 — 130 Dresdn. Kannen, oder 5 bis Cub. Fufs Dresdn. Wasser.

Der Kalk braust hierbey, kocht und quillt desto mehr auf, je mehr reine Kalkerde er enthält. Wird er, (bey der angegebnen Menge) nach Verlauf von 20 bis 30 Minuten ruhig, so ist diefs ein Zeichen, dafs er hinlänglich gelöscht ist.

Nach den von Andern gegebnen Vorschriften, würden die Kalksteine anfangs in der Kalklösche nur flash neben einander ausgezogen, jedoch gleich so viel Wasser darüber gegossen, dafs sie nur eben noch aus demselben henorständen; das übrige Verfahren bleibt dasselbe.

Wird bey dieser Arbeit zu wenig Wasser zugegossen, so löscht sich der Kalk nicht völlig, zu viel Wasser hingegen verdünnt ihn zu sehr , was man Ersäufung nennt.*)

Diefs letztere nehmen jedoch Viele als nicht sehr nachtheilig an, da sich das überflüssige Wasser beym Stehenlassen oben aufsetzt und abgelassen werden kann.

Mmn will 4i Erfabmng gremaelii kftbeo, dftft, wDn dl ftiifSiigUeli ivgeiettte Wuier- Menge nicbtUiu reichend geweien iat, am den Kalk Totlig la Ididien, und man ipäler noch kaltei Wofier binzogiefsf, der Kallc licb nicht gehörig IdHcht, londern körnig und bröcklig wird. Gieüit man aber gleich anfangt m viel Waaaer naf, lo wird dem Kalke die lieh eatbindende Wirme entlegen, er loicht eich aieht ge- hörig, crk&ltet aad wird griesig.

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f. 24.

Wie schon bemerkt, sind zum Loschen geschickte und erfahrne Arbeiter nothing, da sich über das passendste Verfahren dabey, so wie über die Menge des zuzagiefsenden Wassers keine genauen Regeln geben lassen, indem sich beydes ganz nach der Beschaffenheit der Kalksteine richter.

Beym Löschen kann der Arbeiter die Gute des Kalkes am besten benrtheilen; erhitzt sich derselbe schnell, braust sehr auf, zerfallt bald und völlig, so ist er gut, im andern Falle, schlecht gebrannt oder sehr unrein.

Finden sich, wie dief? wohl auch bey übrigens gut gebranntem Kalksteine der Fall seyn kann, einzelne Stücke in der Kalklösche, weiche sich nicht aufgelöst haben, so müssen diese, vor dem Ablassen in die Grube, mit der Krücke auf die Seite gezogen werden.

f. 25.

Zum Kalklöschen ist das reinste Wasser nöthig, daher das Regenwasser am besten, nächst diesem, reines, geschmackloses Flufswasser; am wenigsten empfehlnngswerth, sowohl wegen seiner mineralischen Bestandtheile , als auch wegen seines gröfseren Gehaltes an Kohlensäure, ist das Brunnenwasser, manches davon gar nicht anwendbar.

Forster empfiehlt zum Löschen, Wasser, in welchem so viel Kalk aufgelöst ist, als nöthig, um alle darin enthaltne Kohlensäure zubinden, welcher Kalkgehalt alsdann eine dünne Haut auf der Oberfläche bildend, den Zutritt neuer Kohlensäure abhält.

f. 26.

Die Consistenz des durchgearbeiteten Kalkbreyes soll so seyn, dafs, wenn man eine Maurerkelle in denselben steckt und wieder herauszieht, der Kalk nicht abtröfelt, sondern die Kelle in einer dünnen Schicht bedeckend, hängen bleibt.

f. 27.

Durch das Löschen wird das Volumen des Kalkes vermehrt, so dals eine Tonne 44 Cub. Fufs angelöschter Kalk, bis Cub. Fufs gelöschten geben. Nach anderen Angaben giebt 1 Cub. Fufs angelöschter 3 Cub. Fu& gelöschten, welches Yer- hältnifs sich freilich stets nach den demengtfaeilen richter.

Dieses Aufquellen nennt man das Gedeihen und beurtheilt wohl auch danach die Vollkommenheit des Brennens. Gleich nach dem Brennen gedeiht der Kalk besser als nach längerem Liegen ; wahrscheinlich weil sich alsdann schon ein gröfserer Theil wieder mit Kohlensäure gesättigt hat, und in diesem Zustande keynes Aufquellens mehr fähig ist.

f. 28.

Ist der sämmtliche Kalk gelöscht und in die Kalkgrube gebracht, so giefst man, um dessen Oberfläche vor der Einwirkung der Luft zu schützen, 1 bis 2 Fufs hoch Wasser darauf; oder, vorzüglich wenn man ihn längere Zeit aufbewahren will, man bedeckt ihn mit einer starken Lage frischem Sande, welche denselben Erfolg hervorbringt. Ist hingegen die Oberfläche des Kalkes der Berührung der Luft ausgesetzt, so bildet sich eine steinige, unbrauchbare Rinde auf demselben und auch der übrige Kalk rerliert leicht an bindender Kraft. Die von Manchen gehegte Meinung, dafs länger eingesümpfter Kalk besser seyn soll als eben gelöschter, kann daher nur auf dem Umstände beruhen, dafs im ersteren, Stücke welche beym Löschen noch nicht ganz zersetzt worden sind, bey längerer Aufbewahrung sich noch auflösen können. Diefs scheint sich dadurch zu bestätigen, dafe länger aufbewahrter Kalk vornehmlich zum Weifsen besser seyn soll , einer Art der Anwendung , bey welcher Feinheit und Gleichförmigkeit des Breyes das Haupterfordernifs ist. Für die Mauerung wird es daher stets vorzuziehen seyn, frisch gelöschten Kalk anzuwenden, dafem derselbe nur gut gebrannt und durchgearbeitet worden ist.

Der ehemalige Oberkunstmeister JBa/£iat(/' zu Freyberg, hat auch noch den, aus eigner Erfahrung gefundenen Grund für den baldigen Verbrauch gelöschten Kalkes gegeben: dafs, da der Kalk nach dem Löschen noch aufquelle, es besser sey, es geschehe diefs in der Meiner, wo er dadurch alle Zwischenräume ausfülle, als vorher. Ein Grund, welcher weit triftiger erscheint, als der von Anderen für die längere Auf-

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bewahnuig in Graben gegebne: dafs er dadurch das überflüssige Wasser verliere nnd in der Mauer weniger schwinde.

Indefs hat der Oberkunstmeister Baldat{f selbst zugegeben , dafs es Kalkarten gäbe, welche, einige Zeit in der Grube aufbewahrt, an bindender Kraft zu gewinnen schienen; wie denn überhaupt aller so behandelter Kalk zum Weiisen und Verputzen besser sey.

f. 29.

Eine zweyte Art den Kalk zu loschen, wird von den Grubenmaurem höchst selten oder niemals, von den Tagemaurem vielleicht öfter angewendet

Man türzt dazu etwa 2 Cub. Fufs angefeuchteten Sand, wie derselbe zur Mörtelbereitung anwendbar, und von dessen erforderlichen Eigenschaften ich weiter unten sprechen werde, auf einen gedielten Boden, zieht ihn eben und rund, so, dafs der Durchmesser dieser Sandschicht Ee beträgt. Darauf stürzt man eine Tonne unge- löschten Kalk, in Form eines Meilers oder Kegels, welchen man mit einer einige Zoll starken Decke von angefeuchtetem Sande bedeckt. Die Menge des angefeuchteten Sandes dürfte etwa 12 Cud. Fufs betragen.

Nun bohrt' man von oben nieder mit einem kleinen Pfahle Löcher in diese Decke, in welche man Wasser hineingiefst. Nach etwa 20 Minuten bekommt die Sanddecke kleine Risse, Welche man stets auszugleichen bemüht seyn mufs. Nach 2 bis 3 Stunden hat sicii der Kalk gelöscht, nnd in ein feines Pulver verwandelt. Er wird nebst dem Sande gesiebt, in die Kekgrube gestürzt und mit Wasser übergössen, bis dasselbe darüber zusammengeht.

f. 30.

Dieselbe Art zu löschen wird auch noch auf eine etwas andere Weise ausgeführt.

Der zu löschende Kalk wird nehmlich in geflochtenen, nicht zu grofsen Körben in das Wasser getaucht und nach einigen Secunden herausgezogen. Er zieht hierbey so viel Wasser an, dafs er an der Luft mit Geräusch auseinander spring, heifse Dämpfe ausströmt und zu Pulver zerfällt.

Da der Kalk bey dieser Art zu löschen weniger Wasser aufnimmt, so ist sein Aufquellen auch geringer als bey der ersteren; 1 Cud. Fuis giebt 1,5 bis 2,18 Cub.Fufii.

Um ihn möglichst vollkommen zu löschen, mufs er vor dem Eintauchen in Stücke von der Gröfse einer welschen Nufs zerschlagen, nach demselben aber in Fässer oder Kästen ffepackt werden, um so die entwickelte Wanne zu concentriren,' indem aufserdem viele Theile nnaufgelöst bleiben würden.

f. 31.

Eine dritte Art zu löschen ist in neuerer Zeit durch Vicat sehr empfohlen, aber, aufser in Frankreich, bey den von ihm und einigen Anderen geleiteten Bauen, wahrscheinlich noch wenig angewendet worden.

Er will, dafs man den gebrannten Kalk in offenen Haufen, doch unter einem Dache und vor Feuchtigkeit geschützt, der Luft aussetzen soll, wodurch er nach und nach zu Staub zerfällt und dem Volumen nach bis zu 2,55 zunimmt.

Dieses Verfahren, welches er nebst der zuletzt angeführten zweyten Art, als zur Bereitung eines guten Mörtels vorzüglich geeignet empfiehlt, steht mit allen früher gemachten Erfahrungen, so wie mit der auf dieselben begründeten Theorie im völligen Widerspruche. Da der gebrannte Kalk nur durch die angezogne Feuchtigkeit gelöscht wird, diese aber der Leiter ist, welcher ihm die Kohlensäure aus der Luft zufuhrt, so wird er um so mehr Kohlensäure aufnehmen, je länger er an der Luft liegen mufs, nm die zum Löschen erforderliche Feuchtigkeit an sich zu ziehen. Dafs aber die Kohlensäure gebrannten und gelöschten Kalk zum Bauen gerade untauglicher macht, ist wohl hinlänglich erwiesen. Es dürfte daher diese Art zu löschen nicht eher zur Nachahmung zu empfehlen seyn, bevor nicht entschieden ist, ob. die scheinbar darin gefundenen V ortheile, nicht anderen, vielleicht zufälligen, Ursachen, vielleicht sogar nur der vorherigen unvollkommneren nnd schlechteren Ausübung des ersteren gewöhnlichen Verfahrens zuzuschreiben seyen, worauf man um so eher zu schliefsen geneigt seyn möchte, da Vicat in seinen Abhandlungen über diesen Gegenstand die, keinesweges für alle Fälle und durchgängig erwiesne Behauptung aufstellt: dafs ein, von gemeinem, nicht hydraulischen, Kalke nnd Quirzsande allein bereiteter Mörtel, vom Wasser stets aufgelöst würde.

— 26 —

Ueberdem mnfs es auffallen, däfs Vicat gerade in dem Anziehen eider gewissen' Menge von Kohlensäure aus der Luft, für den Kalk einen gewissen Vordieu zu er* blicken glaubt.

f. 32.

Eine vierte, nur der Vollständigkeit halber anzuführende Art, den Kalk zu löschen, welche vielleicht niemals sehr in Ausübung gekommen, ist folgende:*)

Man soll den frischgebrannten Kalk in den Löschkasten legen, und zwar so, dafs kein Steiii über dem anderen liege, sondern nur der Boden bedeckt werde. Hierauf soll man den Löschkasten mit einer passenden Decke , in welcher ein Loch zum Hin* eihgiefsen des Wassers befindlich sey, verschliefsen. Nachdem man nun so viel Wasser in den Löschkasten gegossen habe, dafs der gebrannte Kalk damit ganz bedeckt sey, soll man das Loch verstopfen, damit kein Dampf entweiche, und soll alles stehen lassen bis es erkaltet ist. Hierauf soll man den Kasten öffnen , mit einer Kalkkrücke über den ganzen Boden des Löschkastens fahren und alle Steine , die unter dem Kalke befindlich gewesen, zurückziehen, damit sie beym Ablassen des Kalkes nicht mit in die Grube fallen können.

Angermann zieht diese Art des Löschens der gewöhnlichen vor und nennt sie die recite Löschung um einen festen und dauerhaften Kalk zu bekommen. Worüber freihxh. a priori und ohne vielfache Versuche nicht fuglich zu entscheiden ist.

f. 33.

Bey der Grubenmauerung bedient man sich, wenige und seltnere Fälle ausgenom* men, des Sandmörtels, (im Gegensatze des Wassermörtels genommen); daher werde ich zuerst dessen Bereitung und erforderliche Beschaffenheit auseinandersetzen, später

1*edoch um so mehr von den übrigen Arten der Mörtel und Cämente eines weiteren landein , da deren mehrere Anwendung bey der Grubenmauerung, als bisher geschehen, sehr zu wünschen stände.

f. 34.

Der Zusatz zu dem Kalke für die Bereitung des Sandmörtels ist, wie schon der Name giebt, Sand.

Der Fundort des Sandes hat im Allgemeinen eben so wenig Einflufs auf dessen Brauchbarkeit als seine Farbe, Sondern nur seine Bestandtheile ; obgleich aus Farbe und Fundort auch in sofern auf die Güte des Sandes zu schliefeen ist, da dessen Be standtheile zu ersteren Umständen in einer gewissen Beziehung stehen.

Zur Bereitung des Mörtels ist der aus Gruben erhaltne Sand am besten, welcher knirscht, wenn man ihn in der Hand reibt, auch weder. Schmutz noch Erde zurück- läfst, wenn man ihn an ein weifses Zeug wirft. Er besitzt noch die am wenigsten ab gerundeten Kanten und Flächen.

Weniger gut ist der meist sehr abgerundete, angeschwemmte Flufssand, der ge- wöhnlich auch schon mehr erdige Theile anhängen hat.

Am unbrauchbarsten ist aber der, bey der Grubenmauerung freilich wohl nicht leicht angewendete, Meersand, welcher, wegen der beygemengten Salztheile die Mauern stets feucht erhält.

Bey der Grubenmauerung hat man es nur mit den beyden ersteren der angeführten Arten zu thun, in Freyberger Revier vornehmlich limit der zweyten, aufserdem aber auch noch mit einer written besonderen, nur durch die örtlichen Verhältnisse erzeugten: dem Wäschsande. Halten die verwaschenen Gänge Quarz und weniff oder gar keine Kiese, F/) kann man sich der aus den Schlämmen der Rösch- und Zäh -Häuptel gewonnenen Sandarten mit Nutzen bedienen, da die AbfäUe der übrigen Schlämme zu fein seyn, bey allen aber eingemengte Kiestheile sich zersetzen und die Zerstörung des Mauerwerks einleiten würden.

Ebenfalls nachtheilig ist der dem Wäschsande schon seltner beygemengte Thon, wie denn überhaupt dem Mörtel beygemengter Thon und Lehm, durch ihr Anziehen der Feuchtigkeit aus der Luft, stets nachtheilig auf das Mauerwerk wirken, dasselbe wenigstens nie sehr fest Vs'erden lassen.

Dafs jedoch reiner Wäschsand bey Ausführungen über und unter Tage mit Vortheil benutzt werJen kann, haben vielfach darüber gemachte Erfahrungen bewiesen.

AUgemcine prsctiadie Givilbsakuiit von J. 6. Angtramui. 8. Halle 1700. p. 17S.

— 27 —

Der Flufesand ans der Freyberger Gegend mufs stets vor dem Gebrauche geschlämmt werden , da er sowohl an sich yield erdige Theile besitzt , als auch durch die in Flüsse und Bäche fallenden Wäschwasser ihm dergleichen noch häufig zugeführt werden.

Wenn, wie z, B. in Schneeberger Revier, Sand angewendet wird, welcher aus auf-

felöstem Granite besteht, so ist sehr darai zu achten, dafs derselbe nicht zu viel eldspath in seinem Gemenge enthält , welcher in aufgelöstem Zustande die Eigenschaften thoniger Erden hat, und daher nicht günstig ai die Festigkeit des Mauerwerkes wirken kann*

f. 35.

Damit alle Zwischenräume des Kalkes mit Sandkörnern ausgefüllt werden können müssen dieselben eine angemessene, weder zu geringe noch, für gewöhnliche Mauenmg, zu bedeutende Gröfse haben, am besten ist es, allen Erfahrungen zufolge, groben und feinen Sand unter einander zu mengen.

Für den, freilich nur bei Tagebauen vorkommenden, Abputz wird gern feinerer Sand genommen als für die Mauerung.

f. 36.

In Bezug auf die Gröfse der Kömer, die der Sand haben mufs, welcher beym Mörtel am besten anzuwenden ist, hat Forster die vom Doct. Higgint in England angestellten Versuche beschrieben. So alt dieselben auch sind , so wird es dennoch nicht ohne Nutzen seyn, dieselben hier im Auszage wiederzugeben.

Es wurden drey Sorten von Sand angewendet. Die erste, welche durch ein Sieb mit Zoll weiten Löchern gefallen war , nennt Doct. Higgins Grand ; die zweyte, welche durch ein Sieb mit Zoll weiten Löchern gefallen war, nennt er groben Sand, und endlich die dritte Sorte, welche durch ein Sieb mit Zoll weiten Löchern gefallen war, nennt er feinen Sand.

Wenn er vom Grande zwölf Maals, von willührlicher Gröfse, nahm und damit gerade ein Glas anfüllte, so konnte er durch Aufstofsen und Rütteln des so gefüllten Glases den Sand so zusammensetzen, dafs er noch ein dreyzehntes Maafs dazu fallen konnte.

Nahm er groben Sand , so konnte er nur zwey Drittheil des dreyzehnten Mäfschens durch eben diese Behandlung hinzubringen.

Wenn er dagegen feinen Sand in dasselbe Glas füllte und einrüttelte, so brachte er in allem dreyzehn und ein Viertel Mäfschen hinein.

Es blieben jedoch zwischen den Sandkörnern stets noch Zwischenräume. Füllte er diese mit Wasser aus, so fand er, dafs er

1) zu den eingerüttelten 13 Mäfschen Grand noch 5 Mäfischer Wasser,

2) zu den 12f Mä&chen ffroben Sand noch Mäfschen Wasser,

3) zu den 13 J Mäfschen feinen Sand noch 4 Mäfschen Wasser einfüllen konnte.

Der grobe Sand setzte sich dabey sehr merklich zusammen; der feine Sand aber bis um ein Siebenzehntel des Ganzen.

Nun unternahm Doct. Higgins noch eine nähere Bestimmung seiner Sandarten durch das Gewicht, und fand: dafs ein gerütteltes Maafs Grand 20 Unz. 3 Pfenn. ein gerütteltes Maafs grocer Sand 21 - 18 ein dergl. feiner Sand 23 2f -

wog.

Aus Allem erhellt, dafs die Zwischenräume im Grande grofser sind als im groben, in diesem aber noch gröfser als in dem feinen Sande.

Femer mengte Doct. Higgim die verschiednen Sandarten nach verschiednen Ver* ftltnissen und diese Versuche zeigten:

1) dafs 9 Mäfschen Grand und 9 Mäfschen feiner Sand zusammengemengt und ge* rüttelt 16i Mäfschen ausmachten;

2) dafs 18 Mäfschen Grand und 9 Maischen feiner Sand 24 Maischen gaben. Endlich fielen die übrigen Gemenge von Grand und feinem Sande, in verschiednen Verhältnissen , dahin aus , dafs 9 Mäfschen Grand gerade ein und ein halbes Mäfsehen feinen Sand anbehmen konnten, ohne ihr Volumen zu vermehren.

Auf eben diese Weise wurden

— 28 —

1) aas 9 Mäfschen grobem Sande und 9 Maischen feinem , znsammengeruttelt and gemengt, nur 17f Mäfschen;

2) aus 18 Mäfschen grobem Sande und 9 Mä&chen feinem, 26 Mäfschen. Gemenge aus groben und feinem Sande nach verschiednen Verhältnissen zeigten

dafs 18 Mäfschen grocer Sand nur 1 Mäfschen feinen yi ihre Zwischenräume aufiieh men konnten, ohne ihre Masse zu yermehren

Es folgt aus diesen Versuchen, dals der Grand nur selten zu einem guten Mörtel gebraucht werden könne und müsse; und dafs, wenn es ja geschehen muis, stets eine beträchtliche Menge feinen Sandes dazu zu mengen ist, um die Zwischenräume TöUig auszufüllen Das beste Gemenge zu Mörtel scheint das aus groben und feinem Sande zu seyn.

Die Bestimmungen der Grobe des Sandes sind übrigens sehr yerschieden. So nennt B. Ejtelwein, in seiner Wasserbaukunst, groben Sand denjenigen, welcher durch ein Drahtsieb mit Zoll weiten Löchern föllt, vor einem mit Zoll weiten aber liegen bleibt; gemeinen, welcher durch Zoll weite Maschen fällt, vor -f Zoll weiten aber liegen bleibt; feinen, welcher durch letztere fällt

f. 37.

Da bey den angeführten Versuchen des Doct. Higgim mehrere Umstände uneror* tert bleiben, welche doch auf das Endresultat einen mehr oder minder bedeutenden Einflufs haben dürften , als vorzüglich : die Bestandtheile des Sandes , die davon so wie von anderen Umständen abhängige Form der einzelnen Theile, von denen doch wohl die Gröfse der bleibenden Zwischenräume, so wie die Menge des darin aufzunehmenden Wassers und Sandes sehr bedingt werden möchte, so dürfte sich freilich aus den* selben nur wenig folgern lassen.

In neuerer Zeit hat in Frankreich Raucourt de CharleviHe ähnliche Untersuchungen angestellt, welche er in seiner Abhandlung: über die Kunst gute Mörtel zu bereiten, anführt.

Indem er durch Zugiefsen von Wasser die Zwischenräume verschieden feiner Kiesund Sand -Arten mafs, fand er, dafs:

1) Geschiebe und Kieselsteine von der Grö&e eines Eyes, dem Volumen nach f Wasser, und mehr aufnahmen,

2) Grand oder Kies von 5 — 6 Lin. Durchmesser, -1 Wasser,

3) Grober Sand von 1 — 2 Lin. Durchmesser, Wasser,

4) Mittlerer Sand von i Lin. f Wasser,

5) Feiner Sand von f Lin. Durchmesser, -f- Wasser,

6) Sandstaub und Erde f Wasser.

In der Freyberger Revier wendet man bey der Grubenmauemng meist Sand an, dessen Körner Lin. Durchmesser haben.

§. 38.

Wie schon oben gesagt, mufs der schlechtere, und in Freyberger Revier der Flufs- Sand, stets geschlämmt werden, bevor er angewendet werden kann.

Das Verfahren dabey ist gewöhnlich folgendes:

Man schüttet von dem zu schlämmenden Sande eine gewisse Menge in einen etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllten Kasten, oder ein anderes Gefals, so dafs das Wasser wenigstens noch einige Zoll hoch über dem Sande steht und arbeitet sodann den letzteren mit einer Schaufel oder Krücke stark um ; hierauf läfst man das getrübte Wasser ab , giefst neues hindu und arbeitet von neuem durch ; welches Verfahren man so lange wiederholt, bis sich dos Wasser nicht mehr trübt.

Besser noch geht diefs in einem Gefälle von statten , wie dergleichen in den Pochund Setz -Wäschen vorgei;ichtet sind.

In die Gefälle, viereckige Kästen von 1 bis If Elle Weite, 1 bis 2 Ellen Länge, an der Hinterwand 16 bis 24 Zoll Tiefe, von welcher die Sohle nach der vorderen Seite bis zum oberen Rande aufsteigt, fallt fortwährend frisches Wasser ein und fliefst auf der vorderen Seite wieder ab, wobey es von dem in das Gefälle gestürzten und mit der Schaufel gehörig in demselben umgearbeiteten Sande die anhängenden Schlanunr theilchen mit hinwegfültft

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In Betreff des Siebens des Sandes ist zu bemerken , dafs , wenn derselbe hinsichtlich seines Kornes nicht zu verschieden ist, es vortheilbafter ist, ihn uneesiebt anzuwenden, da, wie schon aus dem Obiffen hervorging, jene verschiedne Gröue einen Tortheilhaften Einflufs auf die Güte des Mörtels hat.

Das Schlämmen hingegen ist stets von Nutzen und auf die Güte und Dauerhaftigkeit der Mauerung von bedeutendem Einflüsse. Die durch Unterlassung desselben beabsichtigte *Ersparnifs ist mit dem Nachtheile, welchen die bey dem Sande bleibenden, Thon- und anderen Erde-Theilchen der Haltbarkeit des Mauerwerkes zufügen, in keinen Vergleich zu bringen.

§. 40.

Hinsichtlich des Wassers* dessen man sich zur Fertigung des gewohnlichen Mörtels bedient, gilt dasselbe, was fiber das zum Kalklöschen erforderliche gesagt worden ist.

Am besten ist Regen- oder reines Flufs - Wasser ; schlechter, Brunnenwasser.

lieber andere Flüssigkeiten, welche man zuweilen statt des Wassers vorgeschlagen und angewendet hat, oder ehemals angewendet haben soll, haben neuere genaue Untersuchungen, auf welche ich später näher eingehen werde, dargcthan, da£s dieselben zum Theil unnütz, zum Theil sogar dem beabsichtigten Zwede, vergeöfseier Festige keit, nachtheilig sind.

f. 4U

Ueber die erforderliche Menge des Sandes, um einen guten Mörtel herzustellen lälst sich im Allgemeinen nicht genau bestimmen, da sehr viel von der Art und Gute des Kalksteines abhängt. Eytelwein, in seiner Wasserbaukunst, Heft. 3. p. 44, giebt für guten Rüdersdorfer Kalkstein auf 1 Cub. Fufs gelöschten Kalk, 3 Cub. Fufs Sand an , wo beym Brennen und Löschen möglichste Vorsicht und Genauigkeit beobachtet worden seyn mufs.

Es dürfte hierbey auf einen, früher so gut als nicht beachteten Umstand sehr viel ankommen, nehmlich auf die dem Kalksteine schon natürlich beygemengten Ejrdenbestandtheile und deren Yerhältnifs zu der Menge der wirklich vorhandnen reinen Kalk-

Daher mögen denn auch die sehr verschiednen Angaben über die zu einem gewissen Quantum Kalk erforderliche Sandmenge ihren Ursprung genommen haben.

Hat der gebrannte Kalk vor dem Einlöschen eine Zeitlang gestanden , so' kann man auf 1 Cub. Fufs gelöschten Kalk nur oder wohl auch nur 2 Cub. Fufs Sand rechnen.

Nimmt man, ebenfalls nach Eytelwein, als Mittelzahl Cub. Fufs an, so kommen auf 2 Cub* Fnb gebrannten oder ungebrannten Kalk, 12 — 15 Cub Fnis Sand oder auf 1 Tonne Kalk von Cub. Fufs Inhalt, 4 Fuhren Sand von 10 Cub. Fufs. Ist der Kalk aber nicht frisch gebrannt, so können nur auf 8 Cub. Fuls 4 Fuhren Sand gerechnet werden.

Die Bestandtheile des Rüdersdorfer Kalksteines werde ich weiter unten angeben.

Gilly in seiner Landbaukunst, Th. I. p. 196, giebt an, dafs man, vorzüglich in Anschlägen, nur doppelt so viel Sand als gelöschten Kalk rechnen könne, fiir Erdoder Mergel -Kalk aoer nur kaum eben so viel.

Lucat Voch in seiner Untersuchung der wahren und falschen Bauanschläge, 8. Augsb. 1778, sagt: dafs zu 350 Cub. Schuh (wahrscheinlich Bayerisch) Mauer, 4f Malter Kalk zu 7i Cub. Schuh gerechnet, und 3 Fuder Sand zu 24 Cub. Schuh, gerechnet würden. Es verkielt sich demnach hierbey die Menge des Kalkes zu der des Sandes 31 : 72.

Fonter in seiner mehrerwähnten Abhandlung giebt an, dafs dem Gewichte nach:

1) 1 Theil Kalk und 5 Theile Grands

2) 1 Theil Kalk und 5 Theile grocer Sand,

3J 1 Theil Kalk und 6 bis 6i Theile feiner Sand, das beste Yerhältnifs gegeben haben sollen. RaucQurt de Charleville sagt in seiner mehrerwähnten Abhandlung , dafs man bey der Bereitung des Mörtels, nach Maalsgabe der von ihm gegebnen Gröfsenbestimmung des Sandes y dem Volumen nach;

— 30 —

auf 2 Theile Kalk 7 Theile Sandstaub,

feinen Sand,

mitderen Sand,

groben Sand, Kies,

Kieselstücke,

nehmen sollte

Ausnahmen von dieser Regel fanden nur bey dem Zusammenziehen des Kalkes, wenn es gemeiner, nicht hydraiuischer, sey, statt (über welche Unterscheidung weiter unten mehr gesagt werden wird), oder durch die Volumenvermehrung gewisser Sande, in Folge ihrer Mengung mit Kalk. Im ersten Falle müsse man 1 — 2 Zehntheile Kalk, im zweyten eine solche Art Kalk zusetzen, deren Volumen der Vermehrung des Sandes gleich sey.

Ans Allem geht hervor, wie höchst verschieden die Bestimmungen sind, daher man sich am besten der in jeder Gegend , für die daselbst angewendete Kalkart , durch Erfahrung gefundnen Sätze bedient.

Bey den Ausführungen beym Sächsischen Bergbaue und vorzüglich in der Freyberger Bergamtsrevier, nimmt man, einem Erfahrungssatze zufolge, auf 1 Tonne unge- löschten, oder die daraus zu erhaltenden 7i Cub. Fufs gelöschten Kalk 3 Fuhren Sand zu 18 Kübel, jeden zu 2500 Cub. Zoll Dresd. 78 Cub. Fufs Dresd. , folglich das Verhältnifs des gelöschten Kalkes zum Sande 108:1125 oder 1:10. Dem Gewichte nach, 1 Cub. Fufs gelöschten Kalk zu 70 Pfd., 1 Cub. Fufs Sand zu 50 Pfd. gerechnet , 1 : 7,44.

Bey der Bestimmung der zuzusetzender. Sand -Menge nimmt man einiger Maafsen darauf Rücksicht, was mit dergleichen Mörtel gebaut werden soll. So wird man für Widerlager, Gewölb n. dergl. den Mörtel gewöhnlich etwas fetter machen, als für Scheibenmauer und überhaupt solche, welche weniger durch die Festigkeit hires Steinverbandes nützen soll, doch darf dieser Unterschied nicht zu bedeutend ausfallen da zu magrer, d. zu viel Sand haltender Mörtel schlechter als gar keiner ist.

§. 42.

Wie ich schon oben erwähnt habe, ist durch angestellte Versuche gefunden und durch die Erfahrung bestätigt worden, dafs es am vortheilhaftesten sey, groben Sand mit feinem zusammengemengt , zur Mörtelbereitung anzuwenden, um die Zwischenräume des Kalkes gehörig auszufüllen, ohne doch dessen Zusammenhang zu Unterbrechen.

Giffy führt hierüber an, dafs ein angestellter Versuch gezeigt habe: dafs 1 Cub. Fufs Kalk mit 3 Cub. Fufs Sand gut vermengt werden könnte, ohne dem Volumen nach mehr zu werden ; ein Beweis für das Vorhandenseyn von Zwischenräumen im Kalke.

§. 43.

Die Menge des bey der Mörtelbereitung zuzusetzenden Wassers läfst sich ebenfalls nicht allgemein genau bestimmen , sondern mufs mehr der Erfahrung des Arbeiters überlassen bleiben.

Der Mörtel darf nicht zu stein, noch weniger zu fliefsend seyn , sondern mufs eine solche Consistenz besitzen, dafs er von der schiefgehaltnen Maurerkelle oder Schaufel langsam, aber im Ganzen, nicht in Stücken, herabgleitet. Bey der Mörtelbereitung schadet ein zu grofser Wasserznsatz weit mehr als bey dem Kalklöschen, da dasselbe sich nicht mehr, wie dort, absondern kann.

Dergleichen zu dünner Mörtel wird durch die Last der Steine aus der Mauer herausgeprefst, beym Trocknen aber reifst er auf und bleibt stets leicht zerreiblich.

Vor Allem ist ein schnelles und sehr gutes Durcharbeiten des Mörtels nöthig, um den Sand mit dem Kalke innig zu vermengen und in demselben zu vertheilen, so dafs jedes Sandkorn durch einen dünnen Kalküberzug von dem andern getrennt wird.

§. 44.

Um den Mörtel zu bereiten, wird eine kleine Quantität gelöschter Kalk, B. einige Schaufeln voll, aus der Kalkgrube auf einen gedielten Platz, oder besser, in einen flachen Kalkkasten . gestürzt , allmählig die erforderliche Quantität Sand hinzugesetzt,

— u —

bey Jeder fichaufel' Sand* aber hinlSngliches Wasser hinzugegossen and das Ganze mit einer eisernen Kratze gut durch einander gearbeitet.

Da der Sand , wenn er ganz trocken zugesetzt wird , zu Tiel Wasser aus dem Kalke an sich zieht, und dadurch die bindende Kraft des Mörtels schwächt, so ist es gut, wenn man den ersteren vorher so stark anfeuchtet, als immer (hunlich. Ein Cub. Fuis Quarzsand von 50 Pfd. Gewicht nimmt 8 — 10 Pfd. AVasser in seine Zwischenräume auf. So Tiel man aber dem Sande vorher Wasser zugegossen hat, um so viel weniger braucht man bey der Bereitung des Mörtels zuzngiefsen.

f. 45.

Anfser der §. 43 angeführten, ist noch eine andere Probe der Giite des Mörtels folgende, welche indefs nur bey hinlänglicher empirischer Erfahrung angestellt werden kann. Wenn nehmlich der Mörtel im Kalkkasten eingemacht ist, und man fährt mit dem Finger in demselben hin und her, so mufs sich, wenn er die erforderliche Stärke hat, eine Art lenses Rauschen hören lassen, während der Finger ohne grofsen Wider* stand, jedoch auch nicht wie durch reines Wasser, hindurch geht.

§. 46.

Ist die beabsichtigte Menge Mörtel gehörig durchgearbeitet, so wird er sogleich den Maiurern zum Verbrauch gegeben und nöthigen Falles ein neues Gemenge anffefan-

$en, da eine Hanptregel die ist, nicht mehr Mörtel auf ein Mal zu bereiten, als die laurel sogleich verarbeiten können, da er, wenn er stehen bleibt, KoUensäure an sich zieht, schlechter, oder gar hart und vomit ganz untauglich wird.

§. 47.

Eine zweyte Art von Mörtel ist diejenige, zu welcher statt des Sandes andere Zuschläge , vorzüglich Puzzolane, Trafs, Ziegelmehl u. dergl. angewendet werden , welche hauntsächlich dazu dienen sollen, dem Mörtel die Eigenschaft zu geben, unter dem Wasser schneller zu erhärten und durch dasselbe nicht zersetzt zu werden.

Man bezeichnet daher dergleichen Mörtel gewöhnlich mit dem Namen WassermörteL

Noch ist von allen diesen Zuschlägen bey dem Sächsischen Bergbaue bisher nuv das Ziegelmehl, und zwar erst seit einigen Jahren, angewendet worden; jedoch auch dieses nur bey Ausfiihrungen über Tage und bey keiner wirklichen Grubenmauerung; doch würde es jedenfalles von vielem Nutzen seyn, die Anwendung dieses und andrer Wassermörtel auch auf die eigentliche Grnbennianerung zu verbreiten, fiir welche dieselben, bey dem fast in allen Fällen stattfindenden Wasserzudrange und den feuchten Wettern , welche nur ein langsames , meist sogar nur ein theilweises Erhärten des Mör- tels erlauben, die am meisten geeigneten sind.

Ich werde demnach hier das Hauptsächlichste über diese Art Mörtel anführen.

§. 48.

Das Haupterfordernifs eines jeden Wassermörtels ist: dafs er schnell genug erhärte, und selbst noch feucht unter Wasser gebracht, die nöthine Festigkeit erlange.

Für ihn soll es sich vorzüglich vortheilhaft erwiesen haben, den Kalk gleich nach dem Brennen zu löschen und zu verarbeiten , nachdem man ihm, für den Gebrauch beym Bergbaue, zur einen Hälfte Sand und zur anderen klar gestofsne Ziegelsteine, zugesetzt hat, etwa auf 1 Cub. Fufs Kalk Cub. Fufs Sand und Cub. Fufs Ziegelmehl.

Mörtel dieser Art mufs jedoch zuvor völh'g erhärten, ehe er mit dem Wasser in Berührung kommt.

§. 49.

Ein andrer Zuschlag, welcher den Mörtel auch unter Wasser erhärten läfst, ist der Trafs, eine vulkanische Gebirgsart von grauer, rothgelber Farbe, welche in den Rheingegenden unter dem Namen Tnflfstein gegraben und zu Pulver gemahlen wird.

Seine Gemengtheile sind der Hauptsache nach, viel Kiesel-, Thon- und Kalk- Erde mit etwas Eisen.

Seine Eigenschaft, dem Mörtel bindende Kraft zu geben und dessen baldiges Er- härten unter Wasser zu veranlassen , wird von den Meisten als die Wirkung seines bedeutenden Kieselgehaltes y verbunden mit seiner Fähigkeit viel Wasser einzusaugen, angesehen

— 32 —

Er darf jedoch nicht lange in der freyen Luft liegen , da er dadurch diege Kraft Terliert

der Mortelbereitnng nimmt man anf 1 Cub, Fafis Kalk, 1 Cub. Fnfii pnlrerisirten Trafs.

Der Kalk mnfs gleich nach. dem Loschen, ohne Zosatz von mehr Wasser mittelst einer Kalkschanfel mit dem Trasse zasammengearbeitet, nnd diese Masse sodann mit Schlageisen, eisernen Schaufeln oder Stitmpfem, so lange geschlagen werden, bis sie ganz weich ist, und sich kein Körnchen mehr darin findet. Der so bereitete Mörtel mufs jedoch noch an demselben Tage verarbeitet werden, da er sonst erhärtet.

Zu weniger starkem Trafsmortel kann auch auf 1 Cub. Fnfs Kalk, 1 Cub. Fufs Trafs und 1 Cub. Fufs Ziegelmehl genommen werden, oder auch auf 3 Theile Kalk, 2 Theile Trafs und 2 Theile Ziegelmehl.

Soll sowohl der mit Ziegelmehl als der mit Trafs bereitete Mörtel zum Vergiefsen der Werkstücke und Ausstreichen der Fugen angewendet werden, so mufs man beyde Substanzen vorher sieben und auf diese Art alle groben Kömer absondern.

§.50.

Die, Anwendung der in der Nähe des Vesuvs gefundenen Puzzolane oder vulkanischen Asche, ist bey uns, wegen der Kostbarkeit derselben, nicht ins Werk zu setzen. Ihre Bestandtheile sind denen des Trasses sehr ähnlich.

Die wesentlichen Bestandtheile beyder sind im Durchschnitte 38 Kieselerde, 41 Thonerde, 6 Kalkerde und 15 Eisenoxyd, zuweilen herrscht die Kieselerde mehr vor, zuweilen ist auch Talkerde und Braunstein vorhanden, nach welchen Verhältnissen sich 4iatiirlich die Wirksamkeit ändern mufs.

Vier Theile Puzzolane, drey Theile Kalk, zwey Theile Sand und zwey Theile kleine Gesteinstucke, sollen einen sehr guten Mörtel geben.

§. 51.

Als ein ähnlicher, für denselben Zweck angewendeter Zuschlag, von übrigens fast denselben Bestandtheilen, ist die (vulkanische) Asche von Taumay in Frankreich, an* zufuhren.

§. 52.

Als ein schnell bindender und im Wasser sehr fest werdender Mörtel ist von Manchen der sogenannte Loriotsche Mörtel empfohlen worden, welcher aus 1 Theile gesiebten Zieffelmehl, 2 Theilen feinem gesiebten Sande und einer hinreichenden Menge gelöschtem Kalke zusammengesetzt wird; diesem wird vor dem Gebrauche noch so viel frischgebrannter und gepulverter Kalk zugesetzt, als durch das in dem übrigen vorhandne überflüssige Wasser gesättigt werden kann.

Aufserdem kann man auch eine durch Versuche zu findende Menge Kohlenstaub hinzusetzen.

Der angelöschte Kalk kann den übrigen Ingredienzen, dem Ziegelmehle und Kohlenstaube, auch trocken beygemengt und sammy diesen erst kurz vor dem Gebrauche mit dem gelöschten Kalke zusammengearbeitet werden.

Das schnelle Erhärten dieses Aförtels wird hier wahrscheinlich dadurch bewirkt, dafs der zugesetzte angelöschte Kalk das freye Wasser des gelöschten aufnimmt, welches bey gewöhnlichem Mörtel nur nach und nach verdunsten kann. Die bey dem auf diese Art erfolgten Löschen des gebrannten Kalkes sich entwickelnde Wärme mag die innigere Verbindung der Bestandtheile vielleicht beschleunigen.

§. 53.

Die Anwendung von Wein, Buttermilch, Rindsblut, Oel u. dergl. statt des Wassers zur Mörtelbereitung, bieruht theils, wo sie bey den Alten statt gefunden haben soU, auf unverbürgten Sagen, theils, wo wirklich auch später Versuche damit angestellt worden sind, auf Unbekanntschaft mit den erforderlichen Eigenschaften eines guten Mör- tels, da viele jener Stoffe die bindende Kraft desselben sogar mindern.

f. 54.

Ich will nun zu einer näheren Betrachtung der firuher und der neuerlich aufgestellten Theorie des Mörtels übergehen, und, da die letztere in neuerer Zeit vielseitig und

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genau behandelt und so der Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit geworden ist, so sey es mir erlaubt, dieselben etwas weitläuftiger zu behandeln, als ich diefii aufserdem dem Zwecke einer Abhandlung, wie der gegenwärtigen, angemessen erachtet haben wSr* de; ich halte diefs uberdem für so nothiger, da sehr zu wünschen steht, dafs diese neue Theorie, wie dieselbe zur Zeit noch in ihrer Ausbildung begriffen ist, später auch bey der Grubenmanerung, und wahrscheinlich bey dieser mit dem grdfsten Vortheüe, zu Grunde gelegt werden möchte.

Die frühere Theorie des Mörtels und die fast aUgemein angenommenen Grundsätze für dessen Bereitung, waren folgende:

Der gelöschte oder weifse Kalk, (kaustische -ätzende) besitzt, so lange er noch nafs und nicht wieder mit Kohlensäure verbunden ist, die Eigenschaft, sich, vermöge der Adhäsion und Cohäsion , an Steine , vorzüglich an Kiesel , und solche mit möglichst vielen und glatten Flächen , nach Entweichung des Wassers und hinlänglicher Sättigung mit Kohlensäure, fest anzuhängen, so dafs dadurch bey sorgfältigem Verfahren oft eine so feste Verbindung herffestellt werden kann, dafs es leichter ist, den Kalk, ja sogar den Stein zu trennen, ds seine Verbindung mit dem Steine aufzuheben

Da jedoch der Kalk, wenn er, bey der auf diese Eigenschaft begründeten Anwendung zur Auffuhrung von Mauerwerk, im flüssigen Zustande, rein und ohne Znsatz von Sand oder anderen geeigneten Massen , alle, durch die gröfseren und kleineren Unebenheiten der Flächen der Mauersteine, welche er verbinden soll, entstehenden Zwischen- räume ansfiillen soll, sich bey dem nach und nach erfolgenden Austrocknen zusammenziehen. Risse bekommen, und die Zerstörung des Mauerwerks durch die Witterung einleiten und befördern würde, so mufs man die gröfseren auszufüllenden Zwischenräume zwischen den Steinen, durch die Anwendung eines passenden Zuschlages zu dem Kalke, zu verkleinem, die in dem flüssigen Kalke stets vorhandnen Blasenräume auszufüllen suchen, und zugleich dem Kalke Gelegenheit geben, sich an möglichst viele Flächen harter und schankantiger Körper anzulegen, und so seine bindende Kraft so viel thunlich auszuüben.

Diese Zuschläge bestehen für gewöhnliche und stets in Berührung mit der freyen Luft stehende Gebäude hauntsächlich in Sand, für Mauerwerk, welches immer oder meist in Berührung mit dem Wasser steht, aus Puzzolane, Trafs, Ziegelmehl, Schlakken, gestofsenem Glase, Hammerschlag und dergleichen Stoffen.

Ersteres Gemenge bezeichnet man mit dem Namen gewöhnlicher Mörtel, Luftmör- tel, Sandmörtel; letzteres, bey welchem die Stelle des Sandes ganz oder zum Theil durch andere Zuschläge vertreten wird, nennt man Wassermörtel, Cäment

f. 56.

Wie ich jedoch schon erwähnte, ist man neuerlich durch vielfache Untersuchungen darauf geleitet worden, diese Eigenschaft des Kalkes, die einzelnen Steine zu einem festzusammenhängenden Ganzen zu verbinden, als etwas anderes als die blofse Sättigung mit Kohlensäure und einer Wiedererzeugung von Kalkstein zu betrachten, und so die ganze Theorie des Mörtels umzugestalten.

Es fand nehmlich Doct. John bey Gelegenheit einer, durch eine von der holländischen Gesellschaft der Wissenschaften gestellte Preisfrage, veranlafsten genaueren tersuchunff des aus Muschelschalen gebrannten Kalkes, durch eine Reihe von Analysen mehrerer Mörtel von sehr verschiednem Alter und Fundorte, so wie durch darauf begründete Versuche, (deren gesammte Resultate er in einer gekrönten Preisschrift: über Kalk und Mörtel, Berlin 1819 zusammenstellte) dafs die in dergleichen völlig erhärteten Mörteln enthaltene Kohlensäure nur einen sehr geringen Theil derjenigen ausmache, welche erforderlich gewesen seyn würde, um die vorhandne Mcnffe des gebrannten und gelöschten Kalkes wieder in regenerirten Kalkstein umzuwandeln, dals jedoch selbst der auf diese Weise wiedererzeugte Kalkstein, dennoch keine gröisere Härte erlangen könne, als der natürliche gehabt habe, aus welchem dieser Kalk gebrannt worden sey, während doch erhärteter ffoter Mörtel einen bedeutend höheren Grad von Festigkeit besitze; dafs hingegen durch das Brennen des Kalksteines eine innige chemische Verbindung von vielem Kalke mit einem Theile des fast in jedem Kalksteine enthaltenen Gemenges von Kiesel-, Thon-Erde und Eisenoxyd, einzeln oder mit aUen zusammen , eingeleitet werde.

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Diese Yerbindmig, in welcher 2 Theile Kalk mit einem Theile Cristallisktions Wasser zusammenträten, stelle in dem Mörtel das ware Cäment, das innigste Befesligungs- Mittel her, von welchem allein die gröfsere oder geringere Festigkeit und vomit die gute Bcschaftenheit des Mörtels abhänge, und welche sich nach den Gesetzen der Cobäsion an die Sandkörner anlege 'und nach Verhältnifs der Aastrocknung und des innigen Ineinanderdcingens der Theilchen mehr und mehr erhärte.

Eine andere in diesem Mörtel bestehende Verbindung werde durch den übrigen Kalk mit der nach und nach aus der Luft absorbirten Kohlensäure eingegangen und bilde j indem sie sich ebenfalls um die eingemengten Sandkörner lege, auch eine feste Masse, die jedoch jenem Cämente nie an Härte gleichkommen könne.

Dem zufolge vermöchte ein Ueberschufs von kaustischem Kalke gegen ein gewis* ses Verhältnifs von Sand im Mörtel nichts zu nützen.

Ein Kalkstein besitze daher um so weniger von diesem Cämente je reiner er sey, und dem reinsten Muschelschalenkalke fehle dasselbe ganz.

Der durch die Analyse im Mörtel gefundne Kieselgehalt sey daher nur jener, durch das Brennen hergestellten innigen Verbindung der im Kalksteine vorhandnen Kiesel-, Thön-Erde und der Metalloxyde zuzuschreiben.

Der beste Wassermörtel verdanke seine vorzügliche Härte nur dieser Verbindung. X)as Wasser löse den gröfsten Theil des überflüssigen ätzenden Kalkes auf, und lasse nur die Kieselkalkverbindung mit der mit Kohlensäure gesättigten Kalkmenge im kleinsten Verhältnisse zurück, in welchem dieselbe zur Glutination der Sandkörner zujträg- lieh sey. In jedem Falle müsse dergleichen Mörtel vor dem Zutritte des Wassers erst etwas erhärten, da letzteres sonst denselben mechanisch hin wegführen könne. Wo daher gar kein Cäroent vorhanden sey, könne der Mörtel nur durch Regeneration des gebrannten Kalkes , durch die hinzutretende Kohlensäure und nach den Gesetzen der Adhäsion und Cobäsion mit dem Sande und den Mauersteinen wirken und alsdann, wie bereits gesagt, den cohen Kalkstein an Härte nie übertreffen.

Für beyderley Bildung, vorzüglich aber für die letztere, sey die höchute Causticitat (möglichst Entfernung der Kohlensäure) des gebrannten Kalkes, so wie die gleich- mäfsige Vertheilung desselben im Mörtel zur vollkommnen Bindung und Erhästung nöthig.

Kohlensaurer Kalk oder Kalkstein könne übrigens nur durch zwölfstündiges, sehr starkes Brennen vo jeder Spur von Kohlensäure befreit werden.

Mit der geringeren Causticität, (indem die im Kalksteine enthaltne Kohlensäure nicht ganz entfernt, oder zu dem gebrannten Kalke dergleichen neu hinzugetreten sey,) mindere sich auch die bindende Kraft des Kalkes.

V Die letztere Bildung beige der Muschelschalenkalk allein, welcher daher wohl zu Lnftmörtel tauge, keinesweges aber für Wassermörtel, für welchen hingegen das Vorhandenseyn der gröfstmöglichen Menge von jener Erdenverbindung erfordert werde*

Durch Zusetzen von Kiesel, Thon-Erde und Eisenoxyd vor dem Brennen des Kalkes, könne man reinem z. B. Muschelschalenkalke, Cäment zutheilen oder das vorhandne vermehren, wie diefg angestellte Versuche bewiesen haben. Sehr wirksam sey in dieser Hinsicht Schutt von alten Gebäuden, dem Kalke als Pulver vor dem Brennen zugesetzt.

Auf alle fremde Zuschläge wirke der Kalk im Mörtel nur durch mechanische Ad- härenz, nicht chemisch, und erstere verhielten sich daher ganz passive. Diefs habe sich daraus ergeben, dafs Bergcristall, Quarz, Granaten, welche längere Zeit in kaustischem Kalkbreye erhalten worden wären, nicht einmal hires natürlichen Oberflächenglanzes beraubt worden seyen. Daher könne der Zusatz von Kalkstein , von gebranntem Kalke (wie bey dem Loriot'schen Mörtel,) gar nichts, der von Ziegelmehl, Ziegektücken, Puzzolane, Trafs, nicht mehr nützen sds Sand und könne die bindende Kraft des Mör- tels nicht vermehren

Bey der Wahl dieser Zusätze müsse man demnach vorzüglich kleine, möglichst eckige Körper mit scharfen Kanten und glatten spiegelnden Flächen berücksichtigen, welche das Anhängen des Kalkes durch viel Oberfläche begünstigen.

Die zu gebende gröiiste Menge der Zuschläge hänge von deren Grofse und Oberfläche ab, so lange der Zusammenhang des Kalkbreyes durch sie nicht gestört werde, daher der Kalk eine kleinere Menge staubiger Zuschläge als köringer vertrage

— as —

Dag yortheilhaftegte Yerhältnifg gey: 1 Volumen dieker Kalkbrey mit 3 Vol. kSr, aigen oder 2 VoK staubigen Zuschlägen

Dem Mörtel dürfe man nicht 2U Tiel Wasser zuschlagen, da er sonst leicht zerreiblicb werde, und es sey besser, die Mauersteine zu befeuchten, um so mehr, je stär- ker sie selbst das Wasser absorbirten.

In letzterer Hinsicht sey jede Steinart zum Bauen brauchbar, welche mit Mauerspeise gut adhärire, sobald sie nur nicht der Verwitterung zu sehr ausgesetzt sey.

Während Doct. John in Deutschland auf diese Resultate kam, untersuchte Vicat in Frankreich, Ingenieur der Brücken und Chansseen, denselben Gegenstand, indem er dabei einen ganz anderen Weg verfolgte.

Aeufserst zahlreiche, während einer Reihe von Jahren bis jetzt noch fortgesetzte

Senaue Versuche im Kleinen, mit häufiger Anwendung des Verfahrens im Grofsen, rächten ihn auf dieselbe Theorie des im Mörtel wirksamen Cämentes, welche Doot. Join aufstellte* Während letzterer jedoch jede Wirkung dieses Kalkcämentes auf alle dem Mörtel beygemengte Zuschläge auf eine rein mechanische Adhärenz beschränken zu müssen glaubte, nahm Vicat noch eine fortwährende chemische Wirkung des Kalkes mit den ihm durch das Brennen verbundenen Erden und Oxyden auf die nachmals beygemengten, in natürlichen oder künstlichen Puzzolanen bestehenden Zuschläge, und eine dadurch hergestellte fernere dergleichen Verbindung mit denselben an.

Er scUofs, dafs es für alle Ausfiihrungen über und unter Wasser zweckmäfsig sey,' mehr oder minder hydraulischen, h. solchen Kalk anzuwenden, welcher sowohl genes Cäment, als auch die Eigenschaft besitze, die genannten beyden Verbindungen mit den Zuschlägen einzugehen, da dergleichen Mörtel überall schnell erhärte und fester werde als gewöhnlicher Sandmörtel.

Die Theorie von Vicaf welche ich , ohne auf die Einzelnheiten seiner an sich mehr Vergleichungsweise zu benutzenden Versuche einzugehen, hier zusammenstellen will beruht im Allgemeinen auf folgenden Hauptsätzen.

Die Kaikarten lassen sich sämmtlich: in hydraulische, welche gebrannt, ohne Zusatz eines fremden Bestandtheiles in kurzer Zeit unter Wasser erhärten, und in gemeine Kalke, theilen, welche diese Eigenschaft nicht besitzen

Femer: in fette Kalke, welche gebrannt in Wasser gelegt 2,6 — 3,6 Mal,

in mittlere, welche 2,3 — 2,6 Mal,

und in magre, welche 1,0 2,3 Mal ihr eignes Gewicht an Wasser aufnehmen, bevor sie sich auflösen.

Hydraulische Kalke als Brey unter Wasser gebracht, lassen beym Erhärten einen Theil des Wassers frey, welches sie enthalten, suis fester Teig hingegen saugen sie noch eine gewisse Menge Wasser an, woraus hervorgeht, dafs sie einer gewissen Menge Wasser zum Festwerden bedürfen, welches mit in den festen Zustand übergeht, zu ihrer Erhästung aber weder der Berührung mit der äufseren Luft, noch einer Austrocknung durch dieselbe nöthig haben.

Mittlere Kalke, zwischen hydraulischen und gemeinen inne stehend, erlangen, von der Luft abgeschlossen, einige aber nie völlige Festigkeit, da sie nicht alles Wasser, welches sie enthalten, binden können.

Gemeine Kalke aber erhalten nur in Berührung mit der Luft eine, jedoch nie sehr bedeutende, Festigkeit.

Hydraulischer Kalk giebt auch bey Bauen aufser dem Wasser stets den besten Mörtel.

Durch Znsatz von Thon und Brennen des Kalkes mit demselben, kann künstlicher hydraulischer Kalk hergestellt werden. Gemeine fette Kalke vertragen einen Zusatz voii 0)2 Thon; mittlere nur 0,15; schon einiger Mafsen hydraulische aber 0,1 bis 0,06.

Da das Feuer diese Stoffe ehenüsch vbindet, so kann nicht dieselbe Wirkung erfolgen, wenn man dem Kalke gebrannten, pulverisirten Thon zusetzt

Weder Farbe, noch Kprn, noch Härte oder specifisches Gewicht geben hinreichende und sichere Kennzeichen für die Gnte und Beschaffenheit des Kalksteines,

Gemeine, sehr fette Kalke nehmen als dicker Brey das 3,10faclie hires vorigen Ramnes ein, manche bydraulisfehe' hingegen nur das l,2face, wobey dieselben zugleich die Fähigkeit zeigen, einige Zeit unter dem Wasser bleiben zu können ohne aufzugehen

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Die erste, der drey in diesem Abschnitte angegebnen, LSschnngsarten löst den Kalk, Torzüglich den gemeinen, am meisten auf, die beyden anderen nur unvollkommen

Bey der zweyten nimmt der fette Kalk das 1,5 bis l,7face, der hydraulische, sich dabey besser auflösend, das 1,8 — 2,18face seines Raumes ein.

Bey dem written gewinnt der fette Kalk 1,75 bis 1,55 an Volumen.

Bey derjenigen Löschungsart, welche den Kalk am meisten auflöst, erhält derselbe auch eüb Hydrat die meiste Festigkeit und Härte.

Aus den angestellten Versuchen hat sich ergeben, dafs manche fette und weilse Kalke, nur mit Wasser behandelt, eben so fest werden können als viewer natürlicher Kalkstein.

Dafs die Luft mit der Zeit die Härte derjenigen Theile vermehrt, zu denen sie gelangen kann.

Dafs hydraulische Kalke, blofs mit Wasser verbunden, eine leicht zerreibliche Masse geben , deren Härte durch die Berührung der Luft bey weitem nicht so erhöht wird als die der fetten.

Dafs die Festigkeiten der verschiednen Gemenge ihrer Härte nicht proportional sind, dafs aber die Kalke auch ohne Zusatz von Sand erhärten.

Hydraulische Mörtel werden aus Kalk mit Sand, mit Sand und Cäment, oder mit Cäment allein, bereitet.

Man hat natürliche und künstliche Cämente, schwächere und stärkere.

Zu Landbauen wendet man am vortheilhaftesten hydraulischen Kalk mit Sand oder fetten Kalk mit künstlichen Cämenten oder Puzzolanen an; zu Wasserbauen hydrauli* sehen Kalk und künstliche Puzzolanen oder fetten Kalk mit künstlichen aber stärkeren Puzzolanen

Hydraulische Kalke mit Sand oder künstlichen Puzzolanen sind jedoch besser, als fette mit Puzzolanen.

Am zweckmäßigsten für Land- und Wasser -Baue sind hydraulische Kalke, welche 1,1 bis 1,3 an Volumen gewinnen und auf 100 Theile Teig 160 bis 180 Theile Sand vertragen.

Die Kohlensäure dringt in den Mörtel in 10 Jahren nur 0,06 m6tre tief ein.

Das Wasser greift die Hydrate der hydraulischen Kalke und die mit Kohlensäure gesättigten Theile nicht an.

Wirklicher Wassermörtel wird an der freyen Luft nicht fest; eben so löfst er sich wieder auf und wird zerreiblich, wenn er erst eine Zeitlang im Wasiser gelegen hat und sodann an die Luft gebracht wird.; Er mufs daher sogleich nach seiner Bereitung unter Wasser gebracht und darin erhalten werden, wenn er die gröfste Härte erreichen soll.

Die Bestandtheile der natürlichen Cämente und Puzzolanen sind im Durchschnitte: 38 Kieselerde, 41 Thonerde, 6 Kalkerde, 15 Eisenoxyd; je nachdem der eine oder der andere Gemengtheil vorherrschend ist, ändert sich ihre Wirkung.

Eisenhaltige Thonerde, Okerarten, bläulicher Schiefer, Steinkohle, Basalt, Laven, eisenhaltiger Sandstein u. dergl. können durch die Wirkung des Feuers in künstliche Cämente für hydraulische Mörtel umgewandelt werden. Da sie jedoch meist Verbindungen von 4 bis 5 Oxyden sind, so ist es schwer die den festesten Mörtel gebende Zusammensetzung für jeden Fall der Anwendung a priori zu bestimmen. Ueberdem hat der Grad des Brennens einen bedeutenden Einilufs auf die Wirksamkeit dieser Cämente. Eisenhaltiger Thon zeigte sich einmal gebrannt am wirksamsten, eben so eisenhaltiger Sandstein, ihnen gleich war Steinkohlenasche. Basalt und Schiefer hingegen waren in Weifsglühhitze gebrannt am besten.

Den stärksten Zusammenhang zeigt ein Gemenge von gemeinem, fetten Kalke, mit Sand und Ziegelmehl oder mit Ziegelmehl allein, in welchem das Verhältnijfo von 1,0 Kalk, auf 1,0 Sand und 1,0 Ziegelmehl oder blofs 2,0 Ziegelmehl, statt findet; von mittleren hydraulischen Kalken hat man hierzu nicht ganz 1,00 zu nehmen

Ueberhaupt ist zu allen Wassermörteln von gemeinen, fetten oder von mittleren hydraulischen Kalken lieber zu wenig als zu viel Kalk zu nehmen.

Für gemeine fette, mittlere und magre so wie wenig hydraulische Kalke ist, für deren Benutzung zu hydraulischen Mörteln, die dritte Löschungsart die beste, ihr folgt die zweyte und endlich die erste, während für hydraulische Kalke, für denselben Zweck, die erste die beste ist.

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Je kräftiger aber die zugesetzten Cftmente sind , desto geringer ist der Unterschied der Löschungsart Die Wahl der letzteren ist daher von der Beschaffenheit des Kalkes und der Stärke des Cämentes abhängig.

Die Ursachen der verschiednen \>irknng der drey Loschungsarten sind in der Terschiednen Wassermenge zu suchen, welche der Kalk aufnimmt und in den dadurch erzeugten verschiednen Graden seiner Auflösung. Verbindet man fetten gemeinen Kalk und mittleren hydraulischen in den Grenzen der gewöhnlichen Gemengverhältnisse allein mit Ziegelmehl, so ist der erstere besser, nimmt man jedoch zur Hälfte Sand, so ist der letztere wirksamer. Im Allgemeinen ist daher auch für sehr kräftige Cämente ein gemeiner Kalk besser als ein hydraulischer.

Eisen hat nur dann einen merklichen Einflufs auf die Wirksamkeit der Cämente, wenn es als Oxyd mit der Kiesel- und Thon-Erde verbunden ist. Die ZuscUäge betreffend scheint aber die Kieselerde im Quarze ganz andere Eigenschaften zu besitzen als durch Feuer mit Thonerde und Eisenoxyd verbunden.

Gemeine Kalke, nur mit Sand gemengt, werden im Wasser kaum dann fest, wenn sie an der Luft gelöscht sind (nach der written Art,) natürliche oder künstliche hydraulische hingegen geben auf diese Weise guten Wassermörtel, während erstere später stets vom Wasser aufgelöst werden, in welchem Verhältnisse sie audb mit dem Quarze gemengt sind.

Soll ein Wassermörtel im Wasser schnell erstarren, so mufs er bey der Bearbeitung das recite Verhältnifs der Derbheit bekommen , denn wenn er zu weich ist so erstarrt er nur langsam und wird nie recht fest; zu derber Teig saugt hingegen noch Wasser ein und fällt aus einander.

Eben so verzögert ein Uebermaafs von Kalk im Wassermörtel das Erstarren. Ueber haupt hängt dieses ebenfalls von der Art der Kalke und der Cämente ab. So erstarren gemeine Kalke mit starken Cämenten schneller als hydraulische; letztere mit mittelmä- isigen Cämenten schneller als erstere mit denselben. Bey de aber, nach der zweyten und written Art gelöscht, besser als nach der ersten.

Wassermörtel von gemeinem Kalke nimmt im written Jahre mehr an Festigkeit zu als im zweyten; bey mittlerem hydraulischen Kalke aber findet diese Zunahme in geringerem Grade statt. Erstere bedürfen längerer Zeit, um den höchsten Grad von Er- hästung zu erlangen als letztere, doch dürften 10 Jahre in jedem Falle hinreichend seyn.

Mörtel von gemeinem Kalke und Sande hingef en wurden mit 25 bis 30 Jahren noch frisch gefunden.

Nach der schon angeführten Beobachtung, dafs die Kohlensäure in 10 Jahren nur 0,06 mtres tief in den Mörtel eingedrungen war, ist die Erhästung des letzteren um so weniger durch die Sättigung mit Kohlensäure zu erklären, da die dadurch an der Oberfläche gebildete Rinde ein tieferes Eindringen derselben verhindert.

Da hydraulische Kalke mit Quarzsand geroengt unter Wasser härtere Körper bilden als ohne denselben, so müssen sie eine chemische Wirkung auf die Sandkörner äulsem. Dafs gemeine fette Kalke mit Quarzsand unter Wasser nicht und selbst in feuchtem Boden nur langsam erhärten, ist schon erwähnt; mittlere Kalke hingegen hän- gen eben so fest unter sich als mit dem Sande zusammen.

Grundmörtel ( biton ) von fettem Kalke und guten Puzzolanen nehmen beym Erhär- ten an Volumen zu.

Den hydraulischen Kalken giebt das Feuer, durch die Veränderung, welche es in deren Gemengtheilen von Kiesel-, Thon-Erde und Eisenoxyd hervorbringt, die Fähig-" keit, durch Hülfe des Wassers chemisch auf den später beygemengten kieselhaltigen Sand zu wirken, und ihre Erhästung wird daher, wie schon gesagt, durch diesen Zusatz von Sand, bedeutend gröfser als ohne denselben.

Für ganz hydraulische Kalke ist daher am geeignetsten: a) feiner Sand, b) Sand von ungleicher Gröfse, c) grocer Sand; für mittiere hydraulische Kalke: a) gemischter Sand,, b) feiner, c) grocer; für fette Kalke endlich: a) grocer, b) gemischter, c) feiner Sand.

Der aus der Gröfse der Kömer entspringende Unterschied beträgt für hydraulische Kalke am meisten, da bey diesen die chemische Wirkung am thätigsten ist.

Künstliche Puzzolanen , gemeinen Kalken nach dem Brennen und Löschen zugesetzt, geben indels nie ein so gutes Resultat als wenn künstlicher hydraulischer Kalk gleich durch das Brennen hergestellt und diesem sodann ein solcher Zusatz gegeben worden ist.

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Hydraulische Mörtel massen langsam austrocknen, da sie durch eine sc&nelle Ausr trocknung bis f ihrer eigentlich zu erreichenden Festigkeit verlieren können. Bey gemeinen Mörteln hat diefs ebenfalls, jedoch weniger Einflufs*

Gemeine Kalke erhalten durch langes Liegen an der Luft einigte hydraulische Ei* genschaften. Wo in dem Mörtel, wie z. B. in dem gemeinen, keine chemische Wechgel Wirkung statt findet, ist die Erhästung desselben desto gröfser, je weniger fremde Gemengtheile vorhanden sind.

Fortgesetztes Durcharbeiten ist fiir Mörtel, welche der Luft ausgesetzt werden, ohne Ibesonderen Nutzen; von bedeutendem hingegen für WassermörteK

Die Mörtel sind demnach , wie bereits angedeutet worden , in drey Classen zu theilen. Die erste derselben begreift alle Mörtel aus natürlichem oder kunstlichem, sehr hydraulischem Kalke, mit Quarzsand zweckmäfsig bereitet

Die zweyte alle gutbereiteten Mörtel von naturlichem und künstlichem, gewöhnlichem hydraulischen Kalke und Quarzsande.

Die dritte alle gut bereiteten Mörtel von gemeinem, mittlerem und fettem Kalke mit Quarzsande. Der mittlere Widerstand, welchen sie gegen das Zerreilsen bitten, ver- hält sich 9,6 : 6 : 3,6. d. i. 8 : 5 :

Von idelen andern Versuchen, welche in dieser Hinsicht, nach dem Beysplle der von Vicat angestellten , von Anderen unternommen wurden , und welche der Hauptsache nach die obigen Besoltate bestätighten, will ich nun nur noch das Vorzüglichste herausheben.

Zu Coblenz in den Jahren 182Q und 1821 vorzüglich mit Trierschem und Mainzer Kalke angestellte Versuche gaben im Ganzen dieselben Resultate; wenn jedoch Vicat das Verhältnifs des Widerstandes gegen das Zerreifsen für gut bereiteten Mörtel zwischen 12 und 2,4, fiir Mauersteine zwischen 77,06 und 20,4 setzte, so gaben jene Versuche, mit früheren Erfahrungen allerdings übereinstimmender, die Grenzen derselben Verhältnifszafalen , für den ersteren Fall 13 bis 85, für den zweyten 20 bis 99.

Für den Trier'schen, einen etwas hydraulischen Kalk, fand sich das beste Ver- hältnifs des Mörtels: 100 Kalk, 150 Sand, 50 Trals; selbst 100 Kalk, 75 Sand und 25 Trafs gaben schon einen sehr guten Mörtel.

Da Gemenge von frischem un4 alter Kalk -Pulver sich ziemlich unvortfaeilhaft zeigten, so dürfte der Loriot*sche Mörtel mir etwa bey fetten Kalken von Nutzen seyn.

Jene Versuche zeigten ferner, dais fetter Kalk mit Trafs einen festen Wassermör- tel bildete , welcher erhärtete , obgleich im Innern noch selir viel Feuchtigkeit enthalten war. Auch bey ihm machete zu viel Trafs den Mörtel rissig, wie bey dem Trier'schen Kalke, wenn gleich der Mörtel unter Wasser lag, daher diefs eine chemische Wirkung seyn mufs.

Der Mörtel verhielt sich übrigens an allen Orten, wo er der Luft nicht ausgesetzt war, eben so wie unter Wasser.

Alle Mörtelzusammensetzungen von Kalk, Sand, Thon oder Lehm sind unbrauchbar und nachtheilig; eben so zeigte sich Quarz- und jeder Sand, auf welchen der Kalk nicht chemisch wirkte für Wassermörtel unbrauchbar.

Jenen Versuchen zufolge , ist bey aller Mörtelbereitung der Zuschlag die Hauptsache und vorzüglich bey hydraulischem Kalke die Löschungsart von geringem Einflüsse.

Ziegelmehl, selbst in geringer Menge, trägt sehr zur Verbesserung des Mörtels bey.

Fast unter allen Umständen wird indefs die Erhästung eines Mörtels auf mehreren Wegen zudeich erfolgen; durch den Cäment im Kalke, durch den im Sande, durch Erstarren des noch übrigen Kalkhydrates und durch Anziehung der Kohlensäure.

f. 59.

Von anderen angesteUten Vsuchen sind vorzüglich die von Baucourt de Charte ville in Frankreich und Bujbland unternommenen zu erwähnen welcher dabey ganz denen von Vicat folgte.

Er fand, dafs die Resultat mit Mörtel -Proben in süssem und in Meer -Wasser dieselben waren , dafs hingegen hydraulischer Mörtel fester würde , wenn er zuvor einige Tage an der Luft ausgetrocknet wäre

Er bemerkte femer, dafs bey weniger hydraulischen Kalken die Hinzufugung von Sand das Erstarren befördere, bey mehr hydraulischen es aufhalte; daCi bey reinem

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Kalksteine die Scbnelligkeic deg Erstarrefis za der dadarch erlangten Härte in einem gewissen Verhältnisse stehe, dafs ein höhere Grad des Brennens dieselben Resultate gebe, als die Hinzusetzung yon mehr Thonerde zu dem Kalke vor dem Brennen.

Alle Versuche mit Geraengen von Kreide und Kalk gaben jedoch sehr ungunstige Resultate, indem auch schon die von Vicat mit in verschiednen Hitzegraden gebrann* ter Kreide angestellten, gezeigt hatten, dafs diese unter Wasser nur einen Anfang des Erhärtens mache und behalte, daher man sich bey Untersuchungen dieser Art sehr hü- ten müsse zu schnell zu schlieüsen.

§; 60.

Ohe auf alle Einzelnheiten obiger und ähnlicher Versuche einzugehen, welches mich über die Grenzen dieser Abhandlung hinausfuhren würde, glaube ich doch noch folgendes bemerken zu müssen.

Wenn auch nach den meist sehr im Kleinen angestellten Versuchen von Vicatj sich nicht stets mit Sicherheit dasselbe Ergebnifs für die Anwendung im Grofsen folgern lassen möchte, indem zwar Gemenge, welche günstige Resultate im Kleinen geben, diese auch im Grofsen finden lassen würden, hingegen, von ungünstigen Resultaten im Kleinen nicht stets auf dieselben im Grofsen zu schliefsen seyn dürft, wenn es femer zu wünschen seyn möchte , dafs er neben den Versuchen , durch das Eindringen eines Stahlstiftes die Härte und den Zusammenhang seiner bereiteten Mörtel zu erproben, noch andere über den bey der Ausübung im Grofsen fast ganz allein in Anspruch genommenen Widerstand, welchen dieselben dem Zusammendrücken entgegen setzen, angestellt hätte, auf welchen letzteren jene Versuchsart nicht so unbedingt folgern läfst, so scheinen doch die von ihm und Anderen, welche ihm folgten, gemachten Erfahrungen, die Annahme einer chemischen Thätigkeit und Wirkung des hydraulischen Kalkes auf die demselben beygemengten natürlichen oder künstlichen Puzzolanen hinlänglich zu bestätigen; dafs jedoch die, fetten Kalken beygemengten, künstlichen Puzzolanen bey weitem nicht die Wirksamkeit besitzen, welche künstlich bereitete bydrairlische Kalke mit dergleichen Puzzolanen haben, daher durch das Zusammenbrennen jene chemische Thätigkeit eingeleitet zu werden scheint, welche sich dann auch auf spätere Zusätze äufsert.

Diefs steht im Gegensatze mit der von John und Berthier aufgestellten Meinung: dafs sich alle Zuschläge eigentlich passive verhielten und nur mechanisch, die Puzzolanen aber insbesondre nur das Wasser absorbirend , wirkten , indem sie zugleich dadurch dem Mörtel in gröfserer Menge Kohlensäure zuführten, daher sich auch, nach Berthier j nur leicht gebrannte. Thone als passende Zuschläge ergeben hätten, welche, von mehr

toröser Beschaffenheit , geneigter seyen , das Wasser aufzunehmen , während stärker gerannte hingegen schon in einen Zustand der Verglasnng übergegangen seyen,' in welchem sie jene Eigenschaft nicht besäfsen; eine Annahme, welche freilich nicht hinreicht alle stattgiBfundenen Erscheinungen gnügend zu erklären

Da indefs die chemische Einwirkung des kaustischen Kalkes auf gebrannte, kieselhaltige Massen, wie solches die natürlichen und künstliehen Puzzolanen durchgängig sind, eine andere seyn mufs als die auf solche im natürlichen Zustande, als: Bergcristalle, Quarz, Granaten u. dergl., so lassen sich die von John angestellten Versuche nicht wohl mit Vicat's Erfahrungen vergleichen.

Dafs es jedoch auch nicht durchaus nöthig ist , eine chemische Wirkung des Kalkes auf die beygemengten Sandkörner anzunehmen , um dessen festes Anhängen an dieselben zu erklären, dürfte dennoch durch John unA Berthier dargethan worden seyn, und durch den Vorzug bestätigt werden, welchen Vicat in dieser Hinsicht den eckigen Sandkörnern vor den runden giebt und welcher sich nur durch mechanische Adhärenz erklären lassen möchte.

Eigentlich bezeichnet Vieat das Anhängen der durch das Feuer eingeleiteten Verbindung von Kieselkalk tmd Thonerde an den quarzigen Zuschlägen, als zwischen mechanischer Adhärenz und chemischer Verwandtschaft inne stehend, als Wirkung einer Kraft, welche er moleculaire Anziehung nennt; die Verbindung der fetten Kalke mit Puzzolanen aber , hält er für eine rein chemische.

Treufsartj General im Genie -Corps, welcher ebenfalls dergleichen Untersuchungen angestellt hat, glaiüit in Betreff der künstlichen Puzzolanen, dds die Thonerde in er-

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hShter Temperatur Sauerstoff absorbire, wag die daraofl gebildete Paraeolane geeigneter mache, sich auf dem nassen Wege mit gemeinen Kalken zu verbinden.

Demnach bleibt erwiesen, dafs die Kieselerde im Cämente das Hauptagens ist

Eine Reihe durch Berthier angestellter Annalysen scheint darzuthun, dafs sehr gemengte Kalksteine, ohne Thon, keine hydraulischen Kalke geben, dafs hingegen Kieselerde mit Kalkerde allein, eine sehr hydraulische Verbindung eingehen kann; dafs Talkerde allein, nur mit Eisen- und Braunstein -Oxyd, zwar mageren, aber nicht unter Wasser erhärtenden Kalk bilde, die Thonerde jedoch auch nur in Verbindang mit der Kieselerde wirke, während Eisen- und Braunstein -Oxyd für sich, sich ganz passive verhielten.

Qirard glaubt aus angestellten Analysen von Pnzzolan-Thonen schliefsen zu dar* fen, dafs es zur Herstellung einer guten künstlichen Puzzolane nothwendig s, dafs die Kieselerde sich in derselben von anderen Oxyden abgesondert, jedoch in einem zum Eingehen neuer Verbindungen geeigneten Znstande befinde; dafs sich im Mörtel die Kieselerde mit einem Theile des Kalkes, die Thonerde und das Eisenoxyd mit dem anderen verbinde. Die Gegenwart des Eisenoxydes erleichtere übrigens die erforderliche Zersetzung der natürlichen Hydrate durch die Calcination.

Femer nimmt Berthier an, dafs vieles Wasser, den Ueberschufs der Basis des Si* licates zersetzt und dasselbe in einen neutralen Zustand zurückfuhrt, in welchem es aus 0,3582 Kalk und 0,6417 Kieselerde besteht, dafs aber wenig Wasser diese Zersetzung nicht bewirke , sondern eine Verbindung von Kalkhydrat und einem mehr Kalk als das neutral enthaltenden Silicate, herstelle

Er fand ferner, dafs ein 0,06 Thon enthaltender Kalkstein merklich hydraulischen Kalk, 0,15 — 0,20 enthaltend, sehr hydraulischen, und 0,25 — 0,30 enthaltend, fast augenblicklich erstarrenden Kalk giebt.

Erwiesen scheint endlich auch, dafs ungebrannte Thonerde den Mörtel verschlechtert, Potasche und Soda aber gar keine Wirkung auf dessen Güte äufsern

lieber den Vorzug, welchen Vieat dem an der Luft zerfallnen , vorzüglich dem gemeinen, Kalke giebt, wird sich wohl erst dann mit Bestimmtheit entscheiden lasseh, wenn auch in anderen Ländern, unter völlig verschiednen Umständen, ganz unpartheyische Versuche angestellt worden sind, da dlefs gerade ein Gegenstand ist, welcher sich keinesweges nur im Kleinen eröstern läfst.

Dafs es für Kalk, welcher zum zweyten Male gebrannt wird, wie diefs Vieat zur Bereitung künstlicher hydraulischer Mörtel vorschreibt, ohne Nachtheil ist, wenn er vor dem zweyten Brennen durch sein Zerfallen an der Luft wieder KoUensäure an sich gezogen hat, ist wohl >:icht zu verkennen. Uebrigens müfste aber wohl noch ein andrer, noch unbekannter Vorgang statt finden, welcher bey dieser Art zu löschen, den Nachtheil des Anziehens der Kohlensäure im Allgemeinen, verminderte.

Das zweyte Verfahren, den Kalk durch Eintauchung zu löschen, hat, mit Vorsicht geübt, wenigstens nichts, was die Beschaffenheit des Kalkes selir verschlechtem könnte.

VicaVi Annahme, dafs der durch Eintauchnng gelöschte Kalk, indem er erst im Mörtel nach und nach so viel Wasser anzusangen strebe, als er aufserdem durch die erste Löschungsart erlangt haben würde, sich alsdann ausdehne, und die Theile des Mörtels zusammendrucke und so dichter mache, dafs hingegen diese Ausdehnung die Theile des Mörtels auch trennen könne, was bey hydraulischen Kalken der Fall sey, die daher besser nach der er$ten Art gelöscht würden, kann bis jetzt nur als unerwiesne Meinung angesehen werden.

Soute übrigens nur die bey dem ersten Verfahren angenommene UeberfiiUimg des Kalkes mit Wasser die Ursache von dessen geringerer Güte seyn, so würde einer solchen doch wohl noch vorzubeugen seyn. Eben so wenig ist der, von Vielen in der Aufbewahrung des Kalkes in Gruben gesuchte Vortheil abzusehen, während die Meinung, dafs die bey dem written Lösch - Verfahren aus der Luft angezogne Kohlensäure den Kalk sogar verbessern soll, als eine sehr zweifelhafte Hypothese erscheint.

Jeden Falles dürfte die beym Löschen angewendete gröfsere oder geringere Was-

Anni. Da man bey einigen, in Frankreich, nnter andern bey Erbannng der Brficke Carl det Zehnten 2Q Lyon, im Jahre 1820, lehr im Grofien angeiteUten Verinehen, doeh sehr leicht xn lehr fon vorgefalten Meinungen anigegangen leyn kann.

termenge tob dem geringsten Einflasse auf M5rtel seyn, welehe Gelegenheit haben langsam nnd TöUig aassutrocknen*

§. 62.

Ob Eisen, in Gestalt von Feilsp&nen oder HammerscUa dem Mörtel zugesetzt, nicht durch eine Art von Zusammensintern eine Tortheilhafte Wirkung äufsem könnte, scheint, manchen Beobachtungen zufolge, doch noch genauer zu eröstern zu seyn.

Dafs Vicat zu weit geht, wenn er dem gewöhnlichen Mörtel aus gemeinem Kalke und Sande alle Fähigkeit zu binden, ja fast zu erhärten, abspricht, bedarf wohl weiter keynes Beweises, selbst wenn man den reinsten, von allen fremden Erdengemengen freyen Kalk annimmt. Eben so wenig ist die tinnmgftngliche Noihwendigkeit.abzuse hen, Wassermörtel, welcher den höchsten Grad von Bindung erlangen soll, gleich nach seiner Bereitung unter Wasser zu bringen. Ohne Schaden wird diefs in ganz rti* higem, stillstehenden Wasser geschehen können; fliefsendes Wasser hingegen wird auch den besten frisch bereiteten und sogleich mit ihm in Berühnmg gebrachten Mörtel zum Theil mechanisch auflösen und hinwegspühlen. Das durch örtliche Verhältnisse schneller oder langsamer herbeygefiihrte Austrocknen des gewöhnlichen Mörtels scheint bey Bestimmung der zuzusetzenden Sandmenge allerdings zu berücksichtigen, dieses Ver* bältnilis jedoch ebensowohl noch näher zu eröstern zu seyn, als diejenige Sandmenge, welche den Mörtel den Wirkungen des Frostes am besten widerstehen lälst.

§. 63.

Vicat und seine Nachfolger haben auch einige vorzüglich hydraulische Kalke gefunden, welche die Eigenschaft besitzen, gebrannt und gelöscht sich nicht ganz im Wasser aufzulösen, wohl aber zu Pulver gestoisen, mit Wasser einen erhärtenden Teig zu bilden.

Dasselbe Resultat glaubt Vtcat durch wiederholtes nnvollkommnes Brennen und Abkühlen, bey reinen Kalksteinen erreicht zu haben.

Eben so behauptet er einige nicht poröse Stoffe gefunden zu haben, welche ungebrannt, mit fettem Kalke hydraulische Mörtel bilden, als: gewisse Feldspathsande, aus zersetzten Graniten, ein Theil der Schalthier- Versteinerungen u. a. m.

Welche Erklärung nun auch für die Haupt -Ergebnisse der von Vicat und Andern angestellten Versuche, wie ich dieselben der Hauptsache nach bis hieher aufgestellt habe, unter den verschiednen gegebenen und bestrittenen die richtige seyn möge, ob das Festwerden der hydraulischen Mörtel von fettem Kalke und gebrannten Thonen wirklich das Resultat einer wahren chemischen Verbindung ist, in welcher der Kalk durch die Kiesel- und Thon-Erde neutralisirt worden, oder ob alles nur die Absorptionsfähigkeit der gebrannten Thone ist, so hat sich sein Verfahren , hydraulischen Kalk und sehr bindende, den jedesmaligen Erfordernissen entsprechende Mörtel herzustellen, welche für Baue in und afserhalb des Wassers von gleichem Nutzen sind, als sehr vortheilhaft bewährt, so dafs es möglichste Beachtung und Nachahmung verdient, wie es auch schon in Frankreich dieselben allgemein gefunden hat.

Aus allen bisherigen Forschungen hat sich indefs noch keine feste Bestimmung der angemessensten Verhältnisse der Gemengtheile ergeben, obgleich aus einigen angestellten Versuchen hervorzugehen scheint, Kiesel- und Thon-Erde zu gleichen Theilen, jede zu 2i proc. dem Kalke zuzusetzen.

Da in den natürlichen Kalksteinen stets 4 — 5 verschiedne Erden und Oxyde vorhanden . sind , so können nur vielfache Versuche das recite VerhältnÜs ausmitteln , in welchem jeder Gemengtheil stehen mufs, um den besten Mörtel zu geben; um so mehr, so lange man nicht die Art der Wirkung jedes einzelnen auf die übrigen kennt. Wenn Vicat sagt, dafs jeder natürliche oder künstliche Zusatz nur relativ mehr oder weniger kräftig genannt werden könne, so hat er zwar allerdings in Bezuff auf die verschiednen natürlichen Kalkarten recht, nicht aber auf die in denselben vorhandne, genau zu bestimmende Menge reiner Kalkerde; und wenn daher das richtige Verhältnifs der Gemengtheile zu der Kalkerde, welches doch gewi& für jede beabsichtigte Art der Anwendung des Mörtels ein beständiges seyn mufs, gefunden ist, so wird man ni|r die Bestandtheile jedes Kalksteines durch Analyse zu untersuchen und zu bestimmen haben, um durch Zi2ctzung der nöthigen Quantitäten der Erden und Oxyde oder nöthigen Falles auch der Kalkerde, das richtige Verhältnifs herzustellen.

Bis dahin wird man mit jeder Kalk- und Mörtel -Art vor deren Anwendung nach

— 4a —

VicaU Weise Vdrsah finstUen müssen, intern bmh Zasanimensetgtmgen imtec ver schiednen Verhältnissen der Gemengtheile herstellt und die Zeit beobachtet, bimrai welcher dieselben im Wasser und an dejr Luft erhärten, mit welcher Zeit die in derselbeq erlangte Festigkeit im Allpemeinen in gleichem Verhältnisse za stehen pflegt. Ueberdem kann man alsdann auch die Härte und Zusammenhang durch die £indvual;f eines Stählstiftes ode dergleichen nach Vicat unterziehen und vergleichen.

Ich' werde daher weiter unten die Znsammensetsungen einiger künstlichen, so wie die Bestan4theile einiger natürlichen BuEilk- Arten angeben

Die Bereitung kunstlicher hydraulischer Kalke und Pansolanen selbst betreffend, so sind die Bestand- und Gemeng -Theile in Pultergestalt darzustellen und vor dem Brennen innig miechanisch zu mengen. Welchen Einflufe diefs auf die Güte des zu fer> tigenden Mörtels haben kann, beweist der Umstand, dafs man in mehreren Zusammen** Setzungen, zu welchen man Kieselerde zu gleichen Theilen, jedoch einmal als Pulver und einmal in Kömern zugesetzt hat, nach dem Brennen und bey de Analyse der erhaltnen Mörtel,- von letzteren mechanisch inneliegende Kömer fandj während sich erstere ganz aufgelöst hatte.

Nach Vicafs Anleitung soH zu künstlichen hydrauKscfaen Kalken, der Kalk, wie ich schon erwähnte, nach der written Art gelöscht, d. an der Luft zerfallen, beygesetzt und mit den Zuschlägen gebrannt werden.

Der Grad des Brennes scheint auf die Güte der natürlichen und künstlichen hydraulischen Kalke sehr viel Einflufia zu haben und zu der Art und Menge der Bescandtheäks in einem bestimmten noch zu ermittelnden Verhältnisse zu stehen.

jBeie/l&fter' ; Ansiebt, affs künstlich zusammengesetzte hydraulische Kalke nie von derselben Dichtigkeit und innigep Mengung seyn können, vomit auch nie dieselbe Wirksamkeit haben ' werden, als natürliche, hat jeden Falles Grund*

Ueber den Untejcsefaied des, Brennens in verschlossenen Gefalsen oder in freyer Luft, sind' die Meiinuqge(| ipid Eiahrungen och zu verschieden, um darüber etwas gewisses aussprechen zu können; einstweilen wird daher das Brennen am einfachsten in freyer Luft geschehen. . , . . .

Die als künstliche Pnzzolanen oder Cämente zuzusetzenden Thone d. h. Gemenge von Thon- und Kiesel -Eirde und Eisenoxyd, dürfen, wie schon erwähnt, nur leicht gebrannt werden.

Alle künstlichen Puzzolanen sind im Allgemeinen am vortheilhaftesten in Pulverge stalt in Reverberiröfen ' zu brennen.

Für die weitere Bereitung der hydraulischen Kalke asbeitet Vicai A\e Zuschläge iii Pulvergestalt unter den gebrannten und zu Staub zerfaünen, oder auch als Brey ge- löschten Kalk, welches Gemenge er, mit Wasser zu Teig geformt, nochmals brennt.

Wahrscheinlich wird bey der Anwendung im Grofsen statt des ersten Brennens ein mechanisches Zerstampfen der Bestandtheile vortheilhafter und wohlfeiler seyn, selbst wenn die Kalksteine etwas fester Art seyn sollten.

Das von Vicat bemerkte Aufschwellen des gebrannten und mit Cäment zu Mörtel verarbeiteten Kalkes, wenn delselbe nicht unter Wasser und in eine solche Lage gebracht worden ist, dafk er sich nicht ausdehnen kann, bezieht sich vielleicht nur auf eine Art des Löschens.

Eine starke Zusammenarbeitung des Mörtelteiges ist vorzüglich für hydraulischen Kalk, welcher zu wirklichen Wasserbäuen dienen soll, sehr zii empfehlen, so wie der nur gerade nöthigste Zusatz von Wasser, Avie man diefs auch von jeher erkcumt hat. Diese Bearbeitung kanji mit eisernen Stempeln und Stampfern geschehen. .'

§. 66. '

Einiges Anhalten für die Erkennung brauchbarer Thone zu künstlichen Pozzolanen und hydraulischen Kalken können folgende Erfahrungen Vicafs geben :

Die Kraft der Pazzolanthone Stent mit 4er Menge des durch sie zersetzten Kalkwassers in genauem Verhältnisse.

Gute Puzzolanthone , gepulvert und auf einer Eisenplatte in Weifsglühhitze gebrannt, zersetzen in wenigei; als einer Stunde, bey 10 ß. 260 proc. Kalkwasser..

Dieselben Thone, als Pulver, aber in verschlossenen Gefafsen 2 Stunden lang ge hrannt, zersetzen, nur lOOprqc.

MättelmIfligePiizzölaiithotte zenetxen unter denselben Umstftildeik 60 — 90 procKalkwasser nnd die schlechten nur 25 — 38 ; die natürlichen Pazzolanen aus Italien 147 proc*

An einem anderen Orte giebt Vicat das Yerhältnifs der besten zu den schlechtelen ffebranaten Pnzzolaiien 700 : 66 an.

Thone , welche im natürlichen Zustande nicht 400 bis. 800 ptoc. Ealkwasser zersetzen, können nicht als Puzzolanen gebraucht werden*

Die durch das Waschen aus dten Sauden von bester Beschaffenheit ausgezognen Thone zersetzten ungebrannt 1100 proc. Kalkwasser.

Da,' wie ich schon erwShnt habe, die vortheilhaftesten Vhältnisse der einzelnen, im Jiydraulischen Kalke wirksamen Gemengtheile noch nicht genau erforscht sind, so dürfte es nicht uninteressant noch unnütz seyn, 'die Analysen einiger natürlicher und künstlicher Kalke dieser Art hier zusammenzustellen.

1) Der bey den Arbeiten des Erie -Kanalei in dem Staate von New- York in Nord ameriKa, angewendete hydraulische Kalk, undorchscheinnd, Ton grauer Farbe, olme Glanz, von unbestimmtem Bruche, leicht zerbrechlich, von feinem Kbme und erdigem Ansehn 2,753 specifischem Gewichte, enthielt nach der Analyse des Hm Seyberti:

Kohlensäure

Kalk

Kiesderde

Thonerde

Wasser

Eisenoxyd

Talkerde

Verlust

39,333

11,766

2,733

1,5

1,5

0,335

2) Unter dem Namen hydraulic lime keiAt man in New- York in Nordamerika einen Kallanergel, welcher, gebrannt und mit der Hälfte Sand gemengt, einen unter Wasser sehr schnell erhärtenden Mörtel giebt :Er besteht nach Dr. Hadleg aas

Kohlensäure 25,05

15,05 16,05

5,03 :

2,02

Schwedischen Königlichen Academie der Wissenschaften hat man bey dem Baue des Croelft-KanaIes, durch Versuche über die Zusammen Setzung guter Mörtel folgende Verhältnisse gefunden: Menge des in friseh-

Kalkerde Kieselerde Thonerde Wasser Eisenoxyd 3) Nach einem Berichte

gebranntem Kalkstei- Gelöschter Kalk ne endmknen Kalkes

proe, Maafii

To

Sand

Maafe

H H

H

it

Thonschiefer

Maafs

t

4) Ein in Rufsland vm Hm. Gapeifro ab aa WaMerbwMn gut erpn>btr Kalk, tt/tgt das eifliftiche Veriillaüüi in winem Gemenge von

Kalkecda 0,62

Kieselerde 0,19

Thonerde 0,19 6'

— 44 —

5) Die von Raucöurf de Charleville in Ralslaiid za öffeadichen Baaen bemitzten Kalksteine gäben in der Analyse folgendes:

a) Mittler .gemeiner Kalk mit vielen kleinen. Mnscheln, von grobem Korne fast splittrigem Bruche j röthlicher und matt dunkelgelber Farbe, specifischem GeiviehCe 2,62, nahm seines Gewichtes an Wasser auf, er enthielt

Kolilensauren Kalk 84

Kieselerde 10

Thonerde und Eisenoxyd 4 Wasser und Verlust 2

Darin enthaltene reine Kalkerde 48*

b) Magrer Kalk von grobem Korne, schieferigem Bruche , ziegelrother Farbe, 2,69 specifischen Gewichte nahm seines Gewichtes an Wasser auf, er enthielt:

Kohlensauren Kalk" 78

Kieselerde 9

Eisenoxyd und Thonerde 6 . Wasser und Verlust 7

Darin enthaltne reine Kalkerde 44.

c) Sehr, magrer Kalk, von feinem, ziemlich gleichförmigem Korne, dunkelgraner Farbe, mit undeutlichen rothen Adern, splittrichem Bruche, sehr cristallinisch , 2,42 spec* Gewichte, nahm If seines Gewichtes Wasser auf.

Mit Sand gab er einen in 8 — 10 Tagen unter Wasser ToUig erhärtenden guten Wassermörtel. Er enthielt:

Kohlensauren Kalk 37,8

Kalk, (sich nicht im Wasser auflosend,) 26

Talkerde 10

Thonerde und Eisenoxyd 5j6

Wasser und Verlust 4,6

Darin enthaltene reine Kalkerde 47.

6) Fetter Kalk , welchen Raucourt de Charlevilie in den Jahren 1819 und 1820 zu Toulon in Frankreich benutzte bestand aus v

Kohlensaurem Kalke 96 Kieselerde 2

Eisenoxyd 1,5

Gelöscht, mit Thon gemengt und nocbmäls gebrannt ,. gab er einen guten hydraulischeu Kalk.

7) Seit längerer Zeit schon bedient man, sich in England zu Bauen aller Art des sogenannten römischen Mörtels; dieser besitzt- die Eigenschaft, sowohl in Berührung mit der Luft als mit dem Wasser, wie der Gips, fast, augenblicklich zu erhärten , wenn man ihn zu einem etwas consistenteren Teige einrührt, ohne ihn mit einer fremden Masse zu mengen. . '

Er löst sich im Wasser nicht auf, und erlangt eine desto gröfsere. Festigkeit, je mehr er stets von demselben überflössen bleibt. Man bedient sich seiner. nicht ebenso zum Berappen der Häuser wie zum Auffuhren der Grundmauern. '

Beym Einrühren mufs man ihm den gehörigen Grad der Consistenz geben , ihn sodann schnell ausbreiten , die Arbeit nicht unterbrechen j wenn er nicht sogleich erstarren und Risse bekommen soll.

Rein, darf er nur zu Bauen unter Wasser angewendet werden. Für andere Aus- führungen empfehlen die Herren Parker und JVyatt8\ welche ihn bereiten, ihn mit scharfeckigem, gutgewaschenem, feinem Sande zu mengen; und zwar in dem Verhältnisse von 2 zu 3 Cäment, für Grundmauern und der Witterung ausgesetzte Verzierungen ; von 3 bis 5 auf 3 Cäment, für gewöhnlichen Mörtel; . von 3 zu 2 Cäment, zur Bekleidung von dem Froste ausgesetzten Mauern, von 5 zu 2 Cäment zu der von Mauern, welche der Trockenheit und Hitze ausgesetzt sind.

Man ment den Cäment vor dem Einrühren mit dem Sande ; er löscht sich langsam, nimmt wenig Wasser auf und nimmt dem Volumen nach nicht zu.

Er wird aus sehr thonigen Kalksteinen, bey sehr sorgsam geleitetem Feuer, mit Steinkohlen, gebrannt, da er sonst durch einen gewissen Grad von Schmelzung völlig unbrauchbar wird.

— 45 —

Ganz ähnlichen Kalkstein findet man bey Bovlogne in Frankreich.

Die von Hm. Drapier angebellten Analysen gaben:

Englischer Stein. Boulogner Stein.

Kohlensauren Kalk 0,657 0.616

Kohlensauren Talk 0,605 ' "

Kohlensaures Eisen 0,060 0,060

Kohlensauren Braunstein 0,019 " "

( Kieselerde 0,180 0,nO

jThonerde 0,066 0,04S

Thon j Eisenoxyd - - 'Sa

( Wasser 0,013 0.066

Die aus diesen Kalksteinen bereiteten Kalke enthielten:

Kalkerde 0,554

Talkerde - - " "

Thonerde 0,360 0,310

Eisenoxyd 0,086 0,150

8) Analysen einiger Französischen Kalke, von Berthier.

A) Mittlere hydraulische. ,, . i

a) von gelblicher Farbe, etwas splittrig, mit vielen Muscheln.

Kohlensaurer Kalk 0,900

- . Talk 0,050

Thonerde 0,06 Der daraas bereitete Kalk

Kalk 0,870

Talk 0,040

Thon 0,09

b) Fest, dunkelgrün, weiisgeadert, splittrig, mit Muscheln;

Kohlensaurer Kalk 0,858

. Talk 0,004

- Eisen 0,062

( Thonerde 0,054

Tbonj Kohle 0,022

Der daraus bereitete Kalk

Kalk 0,830

Thon 0,070

Eisenoxyd 0,100

c) fest, finkörnig, gelblich weifs, von secondiirer Bildung. Kohlensaurer 0,892

- . Talk 0,030

Thonerde 0,078 Daraus gefertigter Kalk

Kalk 0,840

Talk 0,025

Thon 0,135

B) Sehr hydraulische Kalke.

a) fest, (übrigens unbestimmt.)

Kohlensaurer Kalk 0,792

. - Talk 0,025 ?

. . Eisen 0,060

( Kieselerde 0,065

Thon Thonerd 0,038

( Kohle 0,020

Daraus gefertigter Kalk.

Talk o',020

Thon 0,170

Eisenoxyd 0,070

b) secondber Kalkstdin: fest, von fast erdigem Korne, heller waA Audder Ugnlieh mai.

Kohlensanreir Kalk 0,765

- Talk 0,030

- Eisen 0,030 Brannstein 0,015

Thonerde 0,036 Darans beteitetlBr Kalk

Kalk 0,683

Talk 0,020

Thon. 0,240

Eisenoxyd 0,057

c) Mergel -Kalkstein von Senonches als sehr hydranlisoh berühmt, fest zwischen den Fingern wenig zerreiblich, sehi absorbirend, schnell erhärtend. '

Kohleasrer Kalk 0,S00

- Tajfc 0,015

Tk.. ( Kieselerde 0,170

Thonerde 0,01Q

Wasser 0,010 Daraas gefertigter Kalk;

Kalk 0,700

Talk 0,OtO

Thon 0,290

d) Künstlicher Kalk, welchen Mr. de St. Liger zu Paris ans 4 Theilen Kreide von Meudon und 1 Theile Thon von Fafiy fertigt:

Kohlensaurer Kalk 0,840

! Kieselerde 0,100

Talkerde 0,050

Eisenoxyd 0,010 . . Daraus gefertigter Kalk:

Kalk 0,746

Talk o,t6Q

Thon 0,078

C) Nicht hydraulische Kalke

a) Fetter

Süfswasser-Kalkstein , fest, gelblich, etQi poro, kUoffemT.

Kohlensaurer KäUc 0,970

- - Talk 0,020 Kieselerde, Thonerde, Thonj Eisenoxyd 0,010

Daraus gefertigter Kalk

Kalk 0,964

Talk 0,018

Thon 0,018

b) Sufswasser-Kalfatein, fest, zellig, gelblich weifs, mittelmÄfsig fett. Kohlensaurer Kalk 0,872 '

Talk 0,W0 m I Kieselerde, Thonerde,

inon| Eisenoxyd 0,028 - Daraus gefertigter Kalk:

Kalk 0,860

Talk 0,090

Thon 0,050

c) Magrer Kalk;

Secondärer KaUaitein, splittrig, okerfarben, sehr tiger.

Kohlensaurer Kalk 0,609

- - Talk 0,303

— 4T —

Kohlensaures lagen

- Braunstein 0,060

Daraus gefertigter Kalk

Kalk 0,00

Talk 0,262

Eisenoxyd 0,i3S

9) Rüdersdorfer Kalkstein, (bey Berlin) gelblich grau, sehr dicht, finkörnig, im Brache fast eben, nach Doct. JoJm* Kohlensäure 33,5

Kalk 45,5

! Kieselerde 8

Thonerd 8

Eisenoxyd 0,5

Kalk 1

Wasser 2,5

§. 68.

Ziun Schlüsse mache ish hier nur noch auf die Anwendung de hydrauUsehen Kal> kes zu Grundmortel (beton) anfmerksam, einem Gemenge ymi groben Geschieben imd dergleichen Kalk Mittel, n Cirandbanen in und anfset don Wasser, von welcher Anwendung Vicat ein auffallendes Beyspiel von der Erbauung der feücke bey Souttlmß fiber die Ihtdbgne aniuhrt.

Da es sehr schwierig war, in einem reifsenden, tiefen Flusse, auf einem aus Gra nit- und Basalt- Geschieben ttiki Sande besteheheuden beweglichen Grunde ou bauer, welcher ein 3-4 mres (10,6 14,12 Fufs Dresd.) stärke Lage auf einem 5 — 7 mitres (i77 24,7 Fuls Isd) unter der Oberfläche des Wassers liegenden KdUc* felsen bildet, so reinigte man diesen Felsen yon den Geschieben oder schlug dieselben fest, und senkte in 5,7& mitr. (20,20 Ff.) weiten Kästen ohne Boden, ein aus 0,39 Gffanitsand, 0,66 Kieselsteinen und Kiessand, und aus 0,26 hydraulischem Ka&e stark zusammengearbeitetes Gemenge als Grund für die Pfeiler ein, welcher nach 8 Monaten eine Last von 2500000 Kilogrammes, oder 53481875 Pfd. Leipz. trug.

Nach Vicat verhält sich aber die nach 8 Monaten erlangte Festigkeit eines zuvor an der Luft halberhärteten, zu einem weich eingesenkten Grundmortels 15 : 100.

Endlich will ich auch nicht übergehen, dals man in Piemont aus einem Gemenge von 0,14 sehr gutem hydraulischen Kalke, 0,90 Sand und Kies und 0,20 Kieselsteinen, künsdiche Bausteine von beliebiger Form fertigt, welche, in der Erde 2 — 3 Jahre lang ausgetrocknet, sehr grojGse Lasten tragen sollen*

§. 69.

Ich kann diesen Gegenstand nicht verlassen ohne es za wiederholen , dafs es sehr wfinschenswerth erscheinen dürfte, dafs von den neuerlich so vielfach sich vortheilhaft bewährt habenden künstlichen hydraulischen Kalken auch bey der Grubenmauerung Anwendung gemacht würde, da bey dieser um so mehr ein gfinstiger Erfolg zu erwarten stände, je häufiger die Mauerung an stets feuchten Orten steht, an welchen aus dem gewöhnlichen Mörtel wahrscheinlich mehr als nur der überflüssige Kalk ausgewaschen werden dürfte, (wdiches die bey den Maurern herrschende Meinung ist) wie dlefs schon mancher Boeen und manches Gewölbe bewiesen hat, dessen Zusammenbrechen gröfsten*- theils dem Auswaschen des Kalkes zuzuschreiben gewesen ist*

Nicht weniger Nutzen lie&r sich aus seiner Anwendung zur Herstellung gemauerter Wassersaigen und Gerinne erwarten.

Ob, vornehmlich in Reviereli wo viel unter Wasser gemauert wird, wie s. B. in der Schneeberger unteren Revier des tiefen Mare-' Semmler Stellas, der erwiinte, bey Brückenbajaen mit so günstigem Erfolge angewendete Cnridmortel , aus hydraulischem Kalke mit gröfseren Steinbrocken und Geschieben bestehend, nut Vortheil benutzt wer* den könnte, vaa auf unebner, unregelmäfsiger Sohle nnter dem Wasser eine ebne und haltbare Grundlage hwznatellen , dürfte vielleieht ebenfalls einiger niheren Untersuchung nicht unwerth seyn.

Anhangsweise kann ich nicht umhin die Bemerkong hinzuzufügen, dafs die Ansichten über den Vortheil oder Nachtheil, welchen vornehmlich das lange Aufbewahren des gelöschten und auch des angelöschten Kalkes für dessen BeschalSenheit hat, schon längst vor dem Erstehen der neuen Theorie getheilt waren , wie sich diefs aus der Yergleichung der älteren Lehrbücher über diesen Gegenstand ergiebt.

Kitt.

f. 71.

In einigen Fällen, wo noch ein besonders fester und möglichst wasserdichter Verflchlufs an einzelnen Punkten bezweckt wird, bedient man sich verschiedner KUte , deren Anwendung bey weitläuftigen Ausführungen zu kostbar seyn würde. Ich werde einige der vorzüglichsten anführen.

1) Ein Gemenge von 8 Theilen Käsemasse, 4 Theilen Mehlkalk, 6 Theilen feinem durchgesiebten Sande, wird gut durchgearbeitet und auf die etwas angefeuchteten zu verbindenden Flächen aufgetragen. Hat dieser Kitt Zeit und Gelegenheit vollkommen %a erhärten , so ist er für Hitze , Kälte und Feuchtigkeit unauflöslich , da sich der Eyweisstoff der Käsemasse mit dem Kalke vöcliff chemisch zu verbinden scheint.

2) Ein fester Kalkkitt fiir Mauerung, welche abwechselnd in Nässe und Trockenheit stöht, soll folgender seyn:

54 Pfd. Mehlkalk, 2 Pfd. feingestofsnes Zieffelmehl, f Pfd. pulverisirtes Glas, 2 Pfd. Leinöl. Die Massen werden trocken gesiebt und mit l- Pfd. Leinöl in einem Mörser zusammen ffestoisen, das übrige Oel. alsdann zugesetzt. Die Masse mufs in feuchtes Papier geschlagen und an frischen Orten aufbewahrt, darf jedoch nicht über 2 bis 3 Tage alt werden. Die zu verkittenden Fugen müssen ganz trocken seyn und werden zuvor mit Oel ausgestrichen.

3) Ist die Mauerung stets im Wasser, so nimmt map 5 Pfd. Kalk, 2i Pfd. Ziegelmehl, i Hammerschlag, i Pfd. gut pulverisirtes Qlas, 2 Pfd. Leinöl, weldbez Gemenge eben so behandelt wird.

4) Ein Kitt, welcher zum Verstreichen der Fugen in den Granit -Fluthersäulen dea unteren Grofshartmannsdorfer Teiches in der Freyberger Bergamtsrevier angewendet wurde, welche, zuerst mit Bley vergossen, das Wasser durchliefsen, wurde auf folgende Weise bereitet: 1 Ctr. Theer, Ctr. Wachs, wurden in einem Kessel geschmolzen und ihnen ii Motze angelöschter Kalk zugesetzt, das Ganze sodann gut zusammenaerührt.

5) Ein andrer Kitt wird bereitet, indem man zu 10 — 12 Kannen Ochsenbfut sovisl gepulverten und gesiebten Kalk wirft, dafs das Ganze nach dem Umrühren die Consittens eines dicken Mörtels hat. Das Ochsenblut wirkt vermöge seines Eyweisstoffes vanz wie der Käse, vielleicht tritt auch das darin noch entfaaltne Eisen in Wirksamkeit.

Einige andere Bindemittel.

Noch will ich zum Beschlüsse dieses Abschnittes einiger Bindemittel erwähnen, welche man in einzelnen Fällen bey der Grubenmauerung statt des Kalkmörtels angewendet hat oder noch anwendet.

1) Gips. Der eigentliche reine, weifse Gips ist ein sehr schlechtes Bindemittel. Dafs man ihn zuweilen , sowohl bey bürgerlichen Gebäuden als auch bey Werken der Wasserbaukunst, mit Nutzen anwenden zu können geglaubt hat, dürfte seine Ursache wahrscheinlich darin finden , dafs man ein Gemenge von Gipse und Kalk für reinen Gips hielt, wie diefs noch sehr häufig der Fall ist.

In mehreren Fällen hat jedoch die Erfahrung gezeigt, dafs selbst dieses Gemenge von Gips und Kalk für Mauerung in und unter Wasser, für welche es anfangs bedeutenden Vortheil gewährt zu haben schien, völlig untauglich ist, auf welchen Umstand ich nochmals zurückkommen werde.

Jenes natürliche Gemenge von Gips und Kalk, Gips- Spar- oder Binde -Kalk genannt, ist daher keinesweges mit dem eigentlichen Gipse zu verwechseln.

Dieser, der eigentliche Gips, besteht aus schwefelsaurer Kalkerde. Mit Säuren

— 49 —

braust er an sich nicht) sondern nur alsdann auf, wenn er nicht rein, sondern mit kohlensaurer Kalkerde verbunden ist. Wird er wie Kalk gebrannt , wie diels für den gewöhnlichen Gebrauch geschieht, so entweicht die Schwefelsäure nicht.

Der gehrannte und pulverisirte Gips wird für gut gehalten, wenn er, in der Hand

fBdrückt und gerieben, eine Art Fettigkeit zeigt, nicht aber rauh und trocken an den ingem hängen bleibt.

Er mufs fast noch sorgfätiger vor der Luft verwahrt werden als der Kalk. Wird der gebrannte Gips mit Wasser zu einem starken Breye zusammehgeruhrt, so zeigt er keine Erhitzung, verliert an Volumen und erhärtet an der Luft sehr schnell. Man bedient sich desselben rein oder mit Steinkalk und Sand gemengt; letzteres geschieht für die Mauerung gewöhnlich.

Wegen seines schnellen Erhärtens mufs er ohne Zogerung verarbeitet werden, ist jedoch defshalb auch zu Mauerwerk, welches stets im Trocknen steht, ziemlich gut zu

Sebrauchen. Der Feuchtigkeit ausgesetzt, hat er aber keine bindende Kraft, da er we* er starken Zusammenhang noch bedeutende Härte besitzt.

Der ehemaliffe Baumeister Seifert in Mansfeld hat als den bindendsten Mörtel ein Gemenge von 3 Theilen Kalk und 1 Theile Gips empfohlen; Andere hingegen schlagen vor, von Gips, Kalk und Sand gleiche Theile zu mengen.

Bey der Anwendung zum Mauern wird ein Theil des Mauerwerks zuerst trocken aufgeführt, und dann der Gips eingegossen

f. 73.

Ueber die Anwendung des Gipses und Gipskalkes, vornehmlich über die froher in einigen Revieren angestellten Versuche, ihn sus Wassermörtel zu benutzen, sey es mir erlaubt noch folgendes beyzufügen.

In Thüringen kommt der Gips sehr häufig im Mansfeldischen , so wie in der Gegend von Nebra, Bottendorf, Artern u. a. O. vor, und ist daselbst von erster und zweyter Entstehung vorhanden. Der von erster Entstehung ist von grauer Farbe, fein- kömig mit Stinksteinstreifen durchzogen und giebt dien besten Mörtel. Er bricht bey Frankenhausen, Bottendorf, Wendelstein u. a. O., liegt unmittelbar über dem Kupferschieferflöz und in ihm entspringen die Salzquellen. Diese Sorte wird gewöhnlich aileia als diejenige angenommen, welche als Mörtel keinen Wasserdurehgang gestattet und daher vorzüglich zu Wasserbauen zu gebrauchen ist.

Er darf nicht erst mit gemeinem oder Lederkalke versetzt werden , indem er schon von Natur den nöthigen Antheil davon enthält. Er wird gebrannt und gemahlen.

Hinsichtlich der Güte desjenigen Gipses, welchen man zu Wasserbauen anwenden will, werden zwey Vorsichtsmaafisregeln empfohlen; die erste ist: dafs man sich überzeugt, auch wirklich Gips von erster Entstehung zu erhalten. Dieses zeigt sich alsbald, wenn man eine Quantität gemahlnen Gipses mit Säuren benetzt, so wird er, wenn er mit der erforderliehen Menge Stinkstein, d. h. kohlensaurem Kalke, verbunden ist, ziemlich lebhaft aufbrausen, welches der weifse, reine Gips aus dortiger Gegend, von zweyter Entstehung, nicht thüt. .

Eine zwey te Vorsichtsmaafsregel ist die , zu untersuchen, ob der Gips gut gebrannt ist. Diefs geschieht , indem man ebenfalls eine gewisse Menge in ein Gefäfs mit Wasser wirft. Fällt der Gips, ohne das Wasser zu trüben, nieder, stöfst er dasselbe von sich und schickt sich zum Erstarren an, so ist er gut gebrannt; bildet er hingegen Molken, so ist diefs ein sicheres Kennzeichen, dals er nicht hinlänglich gebrannt und daher zu Wasserbauen ganz untauglich ist.

Die. zwey te Art des Thüringischen Gipses oder der von neuerer Entstehung, ist der sogenannte Alabaster, (meist fast ganz reine schwefelsaure Kalkerde). Er bricht ebenfalls in der Gegend von Wendelstein , Bottendorf , Schönwerda u. a. O. , wird aber zu wasserdichter Mauerung defshalb für ganz untauglich gehalten, weil ihm die nöthine Beymengung von Stinkstein (kohlensaurem Kalke) felt, und wenn auch gemeiner Kalk zugesetzt wird, so soll das. damit aufgeführte Mauerwerk dennoch nicht die Wasserdichtheit des mit Gips von erster Entstehung aufgeführten erhalten. Den Erfahrungen zufolge binder der weifse Gips schneller als er vermauert werden kann, spring auf und läfst Oefihungen, welche dem Wasser den Durchgang verstatten. Er schiebt sogar, vermöffe seiner zu schnellen Bindung, die Mauer aus ibrer Form, oder löst sich, wenn er zu hart gebrannt ist, (auch sonst stets) ob er gleich schon völlig erhärtet, später

— 30 —

wieder Auf; Hingegen ist er sa allen Arten von Stuccatnr- und Putz -Arbeiten in mem geeignet.

Ein Beyspiel hiervon gab die Radstnbe und Rösche im Wimmelbnrger Kunstschachte im Mansfeldischen. Der mit Sand und Lederkalk gemengte weifse Gips, welchen man üur Mauerung angewendet hatte, löste sich bald auf, und die Mauer wurde verdruckt Man schrieb; diesen Umstand der Ursache zu, dafs der Gips zu schnell gebunden und so die Mauer zertrieben habe

Soll der graue Gips erster Entstehung zum Ausgiefsen von Mauern gebraucht werden, so wird er mit \Vasser bis zur Consistenz eines dicken Oeles eingerührt, welchem man gewöhnlich zu 2 Theilen Gips 1 Theil Sand zusetzt, der zwar, um alle Zwischenräume auszufüllen, fein aber keinsweges schlammig seyn, sondern aus reinem Quarze bestehen mufs.

Bey der gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts erfolgten theilweisen Schiffbar machung der Unstrut in Thüringen, und der Erbauung der dazu erforderlichen Schleusen, bediente sich der damalige Maschinendirector Mende ausschliefislich des Gipskalkes, welchen er zum vierten Theile oder zur Hälfte mit Sande versetzte, je nachdem die Mauerung mehr oder weniger wasserhaltend werden sollte Das aus Quaderstücken aufgeführte Mauerwerk wurde damit ausgegossen , und schien auf diese Art eine höchst feste und dauerhafte Verbindung erlangt zu haben.

In nicht zu langer Zeit löste sich jedoch dieser abwechselnd mit Luft und Wasser in Berührang stehende Mörtel auf und wurde ausgewaschen, so dafs diese Ausfuhrungen sich jetzt in sehr baufälligem Zustande befinden.

Jener erste, anscheinend glückliche Erfolg gab damals, im October 1794, die Veranlassung zu folgendem , in Bottendorf angestellten Versuche, den grauen Gips zur Her Stellung gemauerter Wassersaigen zu benutzen

Zwischen den noch vorhandnen Mauern der Röststätten der ehemals an diesem Orte betriebnen Kupferhütte, wurde ein Gewölbe mit Seiten- und Eck -Mauern eingespannt Die Seitenmauern waren 4 Ellen lang, 8 Zoll stark und 10 Zoll hoch. Der Bogen selbst war Elle im Lichten weit, 4 EUen lang, 8 Zoll stark und hatte 12 Zoll im Zirkel. Die Seitenmauem bis zum Bogen -Widerlager wurden eben wie die Aufsatz* mauern von gewöhnlicher Kalkmauer aufgeführt und dazu der Kalk mit gleich viel Sand versetzt Der Bogen aber wurde von unregelmäfsigen Bruchsteinen blofs trocken auf und ausgemauert und nur den ersten Zollen von den Schalbrettern herauf ein wenig dick eingemachter Kalk gegeben, um das Durchlaufen beym Ausgiefsen zu verhin> dem. Hierauf erfolgte auf diesen Bogen und seine Widerlager -Mauern das Ausgiefsen sehr schnell und bequem

In allen wurden 22 Cub. Fufs 10 Cent. 22 Pfd. grauer Gips und 12 Cub. Fnfs Sand verbraucht.

Das Ausgiefeen des Bogens nahm hiervon 16 Cub. Fufs oder 7 Cent. 46 Pfd. Gips und 8 Cub. FuCs Sand, die Seitenmauern aber das Uebrige weg. Der Gips wurde nebst dem Sande muldenweis in einen gewöhnlichen Kalkkasten geschüttet und mit Wasser zu einem äufserst dünnen Breye gerührt, dergestalt, dafs in einem Kasten 1 Cub. Fnfs Gips und Cub. Fufs Sand gethan und ohngeföhr 2 Cub. Fufs Wasser zugegossen wurden; zur ganzeli Ausgiefsung wurden 14 dergl. Kästen bereitet und ver* arbeitet.

Das Ausgiefsen wurde in 2 Stunden beendigt.

Auf diesen Bogen wurde das eigentliche, aus vier Wänden bestehende Spnndstnck so aufgesetzt, dafs es 1 Elle von der hinteren Seite des Gewölbes hereinwärts zn stehen kam; die beyden langen Stofsmauem erhielten 2 Ellen Höhe, unten 12 Zoll, oben 3 Zoll Stärke 9 daher 9 Zoll Böschung und ihr Abstand von einander betrug eben 1 Elle 6 ZoÜ, unten 12 Zell. Die kurzen Stofsmauern waren unten 15 Zoll, oben 6 Zoll stark, 2 Ellen hoch; oben 2 Ellen, unten 1 Elle. 6 Zoll von einander entfernt.

Alle vier Seitenwände wurden ans geringen Steinen , wie gewöbnliehee Mauerwerk, mit Mörtel von Sand und Gips oder Kolk aufgeführt.

Um die Wasserdichtigkeit dieses als Spundstück gefertigten Mauerwerkes zu bewirken, wurde eine Schablone, nach der Figur des innern Raumes, dergestalt eingesetzt, dafs auf den beyden langen Seiten 2 Zoll, an den Stöfsen unten 4 Zoll, oben 3 Zoll Abstand blieben wel<pher Zwischenraum alsdann mit einer einem dicken Oele gleichen-

— 51 —

den Masse von 2 Tfaeilen graaem Gipse und 1 Theile Sand, in Wasser gemengt, vom Grunde bis zur Oberfläche ausgegossen und zur Bindung stehen gelassen wurde.

Zu dieser Ausgieisung brauchte man 7 Cub. Fufs Gips zu 51 Pfd. 3 Cent 27 Pfd. und 3i Cub. Fufs Sand.

Das ganze Ausgiefsen und die dazu nothigen Vorkehrungen erforderten nur Stunde Zeit.

Nach zwey Tageo wurde die Brettschablone herausgenommen und der Gips völlig erhärtet befunden, so dafs man das Spundstück völlig, Ellen hoch, mit Wasser an- tüllen konnte. Nach dreyzehn Tagen wurde das Wasser wieder ausgeschöpft In dieser Zeit hatten sich aber nur einzelne Tropfen unter dem Bogen, so wie an den vier äufseren Seiten, jedoch bey letzteren noch weniger als bey ersterem, von durchgedrungnem Wasser bemerken lassen, die man theils als von der noch nicht ganz erfolgten Bindung, theils von den zwar nicht sichtbaren, doch aber vorhandnen äufserst feinen Rissen des Gipses, auch vielleicht von daher rührend annahm, dafs man zu diesem Gips - Ueberzuge statt einem Viertel, die Hälfte, folglich zu viel Sand genommen habe. Man hoffte jedoch, dafs sich die feinen Poren und Rifschen bey der mehr erfolgenden Bindung des Gipses, entweder noch ganz verschlieüsen , oder sich mit Schlämmen ver ziehen würden.

Bey einer zweyten Füllung ergab sich , dafs der Wasserstand von 2 Ellen Höhe in 24 Stunden um 5 Zoll gesunken war.

Dieses steinerne Spundstück wurde auch in dem darauf folgenden Winter von 1794 bis 1795 mit Wasser angefüllt gelassen und man beobachtete dabey, AbS& zwar immer noch etwas Wasser durchschwitzte, jedoch dessen immer weniger wurde. Die Kälte hatte hingegen der Mauerung nichts geschadet.

Auf dieses günstige Resultat begründete man damals die Anwendung des grauen Gipses zur Herstellung gemauerter Wassersaigen und Spundstücke , bey wichtigen Stöllo, die, auf abgebauten Gängen getrieben, unterhalten werden müssen, zur Ersparung der kostspieligen hölzernen Spundstücke.

Es wurde daher auf dem Thelersberger StoUn, da wo er in den Gelobtlander Felde auf dem Bartholomäus stehenden Gange getrieben ist, ein Versuch dieser Art gemacht, indem man unter der StoIInsohle ein gewöhnliches voUzirkliches Gewölbe von 1 Elle Stärke und 8 Ellen Länge anlegte, und dasselbe mit einem Gemenge von Gips, Kalk und Sand, fast zu deichen Theilen zusammengesetzt, aufmauerte. An diesem Punkte hatte der Stolln viele Wasser in Spundstücken zu tragen, während unter demselben, wegen des darunter hingetriebnen Alten tiefen Fürstenstollns keine Wasser waren. Beyde Umstände waren nöthig, um ein genaues Resultat des Versuches zu erlangen. Unter dem Gewölbe wurde eine Art Strecke zur Befahrung off'en gelassen

Den Rücken des Gewölbes glich man mit Steinen aus und stellte so zwischen dem Hangenden und Liegenden eine söhlige Ebne her, bedeckte sie mit Pflastersteinen und gofs die Fugen mit dem angegebnen Gemenge aus. Auf dieser so erhaltnen Oberfläche liefen die Stollnwasser hin, während sie vor und hinter derselben in gewöhnlichen Spundstücken fortgeführt wurden.

Nacn der Herstellung erhärtete der Gips sogleich vollkommen und man bemerkte anfangs nur wenige Tropfen unten in der concaven Fläche des Gewölbes, welche man für in der Grubenluft aufgelöste und an der kälteren Fläche wieder niedergeschlagne Wassertheüe hielt; in kurzer Zeit lösten jedoch die Stollnwasser den Gips völlig auf.

Keinen besseren Erfolg hatte ein ebenfalls auf dem Thelersberger Stolln in dem Felde von Sonne und Gottesgabe mit einem 24 Ellen langen Stücke auf dieselbe Weise angestellter Versuch.

Auch in Schneeberg machete man einen Versuch dieser Art, in der oberen Revier des tiefen Marc Semmler Stells, über dem Rappolder Kreuze, durch Aufmauerung von Spundstücken; auch er fiel nicht besser aus als die eben genannten, indem die Spundstücken nicht allein sehr bald das Wasser fallen liefisen, sondern der Gips auch völlig weich und aufgelöst wurde, in welchem Zustande er noch jetzt ist.

f. 74.

2) Moos; wurde früher vorzüglich bey trckner Mauerung, in der Grube und über Tage als Zwischenmittel gebrauch, um die zwischen den Steinen , in Folge der Unebenheiten derselben , bleibenden Bäume anszoiullen.

7

Man hat sieb jedoch bev dessen Anwendung zn hüten, es nicht so nnd in solcher Menge einzulegen, dafs es wirkliche die Steine von einander absondernde Schichten bildet, und so die Haltbarkeit der Mauer ganz aufhebt, indem es, als ein weicher Körper, immer mehr zusammengedrückt, endlich wohl gar durch hinzutretende Fäulnifs ganz zestört wird and ein Verschieben und Zusammensinken der Mauer Teranlafst.

Füllt es hingegen nur die schon an sich stets zwischen den Steinen bleibenden leeVen Räume aus, so kann es wohl dazu dienen, die mineralischen Theile des durchdringenden Wassers aufzunehmen und so durch eine Art von Sinterbildung einen festeren Verband der Mauer einzuleiten.

§. 75.

3) Lehm, welcher bey der Tagemauerung zu Mauern angewendet wird, welche nicht viel zu tragen haben und vor abwechselnder Einwirkung von Nässe und Trockenheit geschützt sind, ist für die Grubenmauerung völlig unbrauchbar, indem er als Bindemittel , selbst auf vollkommen trocknen Punkten , wegen seines geringen Zusammenhanges nur als sehr mittelmäfsig gelten kann; blofs als Zwischenmittel aber, als welches er sich gut eignet, alle Räume zwischen den Steinen auszufüllen, würde er isich in der feuchten Grubenluft stets weich erhalten.

4) Bley ist, so viel mir bekannt, bey der Grubenmauemng niemals angewendet worden, da auch von einem eben so kostbaren als wenig zweckmäüsigen Zwischenmittel für dieselbe kein Vortheil abzusehen ist

§. 77.

Der Hr. Bergrath Freiesleben erwähnt auch in dem ersten Theile seiner Bemerkungen über den Harz:

5) Den Kupferrauch , welchen man bey der Grubenmauerung im Rammeisberge statt des Mörtels anwendet. Es sey mir erlaubt seine eignen Worte hierüber einzuschalten:

„Die Mauerung im Rammeisberge bey Gofslar ist ungemein merkwürdig und wohl- ,feil. Man bedient sich nehmlich hier statt des Mörtels des sogenannten Kupferrauchs, „der in dem alten Manne selbst gefunden wird. Er ist nichts als ein Gemenge von „Eisen- und Kupfer- Vitriol mit Grubenschmant, Gips und mehreren unreinen Salzen; „oder ein Grubenklein, bestehend aus Erz- und Schiefer -Stückchen, die mit sehr ge-' sättigten vitriolischen Wassern zusammengesintert sind. — Nur mufs er nicht zu fett seyn, (d. h. nicht zu viel natürlichen Vitriol enthalten,) sonst wächst er in der Wär- „me aus. Hieraus folgt jedoch aber auch, dals er nur eine haltbare Mauer giebt, so „lange die Gegenden, wo er steht , warm gehalten werden , denn sobald er in die Kälte „kommt, zerfliefst er wieder, und alle Mauern würden einfallen, wenn man den Ram- „melsberg erkalten liefse.

§. 87. Wenn ich, der Vollständigkeit halber, noch des Harzes gedenke, von welchem in älteren Reisebeschreibungen gesagt wird, dafs man in Persien Trümmer von damit aufgeführten Gebäuden gefunden habe, so mufs ich hierbey erwähnen, daüs diefs wahrscheinlich das in Persien an manchen Orten häufig vorkommende Erdpech seyn dürfte. Dafs jedoch Harz, als eine den Steinen zu fremdartige Masse, welche so geringen eignen .Zusammenhang besitzt , für sich nicht geeignet seyn dürfte ein brauchbares Bindemittel für die Mauerung abzugeben, habe ich schon bey Gelegenheit des Kalkmörtels dargethan.

Hingegen Harz mit Mehlkalk zusammen gerührt giebt einen, unter Wasser stark bindenden Mauerkitt.

?3

r- 53 —

Vierter Abschnitt

Allgemeine Orundiätxe Eintheilung der Oruhenmauerung* Arien ienelben* Regeln für deren Heretellung*

f. 1.

Wie ich schon im ersten Abschnitte gesagt habe, ist der Zweck der Gmbeninaa rung, gleich dem der Zimmerang: die Unterstützung einzelner Punkte oder ganzer Räume und Grubenbaue, und Sicherung derselben gegen einen Druck, welcher von oben oder von den Seiten wirkt, so wie Befestigung einer theiiweis unhaltbaren Sohle.

Zu Erreichung dieses Zweckes ist die Grubenmauerung auf mehrfache Weise wirksam

1) Durch die absolute Festigkeit ihrer Masse und der dieselbe herstellenden Mate* rialien ;

2) Durch das blofse Gewicht ihrer Masse;

3) Durch die Gestalt ihrer einzelnen Theile;

4) Durch den Verband dieser einzelnen Theile.'

Bey den verschiednen Mauerungsarten werde ich darauf aufmerksam machen, welche jener Eigenschaften bey jeder derselben Tomehmlich in Anspruch genommen wird

Die Grubenmauerung ist femer, nach der Zeit ihrer Herstellnng, unter zwey Clas sen zu bringen , in solche :

1) welche in bereits hergestellte freye Räume eingebaut wird, und in solche

2) welche mit der Herstellung der unterirdischen Räume fort, ja derselben sogar theiiweis vorausgeht

Erstere ist die allgemeiner angewendete letztere kommt nur in schwimmendem

Gebirge vor.

S- 3.

Ihrer Construction und äufseren Gestalt nach, läfst sich endlich die Grubenmau rung noch, wie jede andere, ebenfalls unter zwey Hauptabtheilifngen bringen:

1) Scheibenmauer,

2) Gewölbmauer*

Unter Scheibenmauer versteht man im Allgemeinen, zuvorderst eine aus sShli-

Sren, oder überhaupt der Grundfläche, auf welcher sie aufgeführt sind, parallelen Steinagen bestehende Mauer.

Unter Gewolbmauer versteht man eine, aus lauter keilförmig gearbeiteten, und nach einer, aus einem einzigen, oder aus mehreren Bogenstücken bestehenden regel- mäfsigen krummen Linie, aufgeführte Mauer.

Von der Scheibenmauerung.

f. 5.

Die Scheibenmauerung zerfällt, dem äufseren Ansehn nach, in zwey Unterabtheilungen :

1) in geradstimige. Taf. I. Fig. 1. A. B.

2) in krummstirnige. Taf. I. . Fig. 2. A. B.

Fig. 3. A. B. C.

f. 6.

Die geradstirnige ist diejenige, deren vordere Seite, die Stirn, in einer einzigen lothrecht, oder gegen den Horizont geneigt stehenden Ebne liegt.

Die krummstirnige hingegen ist diejenige, auf welche die in 4 gegebne Definition von Schelbenmaner nicht durchaus pafst, nehmlich: deren vordere Seite in einer, gewöhnlich nur nach einzigen krummen Linie gebildeten Fläche liegt.

Diese letztere bildet daher eigentlich den Uebergang aus der Scheibenmauer in die 'Gewolbmauer, da sie, ihrer Construction nach, zu ersferer, dem äufseren Ansehn und zum Theil der Art hires Zweckes zufolge, zu der letzteren gehört.

- u -

S. r.

Die knimmstirnige Scheibenmaner läfst sich ebenfalls noch in zwey Unterabtheilangen bringen:

1 ) in solche , bey welcher die Bogenlinie nach der sie gestaltet ist , in einer sohligen oder gegen den Horizont geneigten Ebne liegt, welcne mit den Lagen der Steine gleiches Streichen hat; Taf. I. Fig. 2. A. B.

2) in solche, bey welcher diese krumme Linie in einer saigem Ebne liegt, deren Streichen mit dem der Steinlagen einen rechten Winkel bildet. Taf. I. Fig. 3. A. B. CL Diese letztere Art der Scheibenmauer ist dem Gewölbe nicht nur durch äufsere Form,

sondern auch durch die Lage der Steine ähnlich und nur durch die unregelmäfsige Gestalt der letzteren von demselben verschieden. Sie findet ihre Anwendung auf Strecken und an solchen Punkten , wo zugleich Seitendruck abzuhalten ist ; über Tage aber als Haldenmauerung, Teich- und Graben -Dammmaner, Grabenfiitter u. dergl.

Die erstere hingegen findet ihre meiste Anwendung in Schächten und Maschinen- räumen.

f. R.

Früher wurde in Freyberger Revier auch geradstirnige Scheibenmauer mit geneigter Stirn und auf dem Riicken liegend, hergestellt; jetzt aber wird jede Scheibenmauer, welche diese Lage mehr oder weniger erhält, kmmmstirnig oder mit Zirkel angelegt.

Wie ich schon in 6 bemerkte, bildet die krummstimige Scheibenmauer in Hinsicht auf Gestalt und Festigkeit, den Uebergang in die Gewölbmauerung.

Die zweyte, eben erwähnte Art derselben, bey welcher das Streichen der Steinlagen auf dem der saigem Ebne des Bogens rechtwinklich steht, ist die eigentliche krummstimige Scheibenmaner und ihrem ursprünglichen Zwecke am angemessensten.

Die Erfahrang hat nehmlich gelehrt,, dafs geradstirnige Scheibenmauer, welche nur mit der vorderen Seite fry-steht, in kurzer Zeit nach vorn ausbaucht. Der Grand hiervon liegt darin , dafs , um unverhältnifsmäfsigen Aufwand zu vermeiden , die Steine nur in der Stirn ganz gut und in dieser daher besser zusammengearbeitet werden als auf dem Rücken, in welchem die Mauer mit kleinen Zwick -Steinen ausgeglichen wird. Taf. I. Fig. 4. A. Diese kleinen Unterstützungspunkte werden aber durch die Schwere der Mauer bald zerdrückt, die gröfseren keilförmigeren Steine setzen sich auch hinted mit ihren Flächen auf einander, was vorn gleich durch die erste Zusammenarbeitung geschah, und daher nun nicht durch die ganze Stärke der Mauer gleichförmig erfolgen kann, und so bildet die Mauer, eben vermöge der Keilform der Steine, bald einen nach vorn gekrümmten Ausschnitt eines Hohlcylinders. Taf. L Fig. 4. B.

Diesem Uebelstande vorzubeugen , ohne doch die Kosten der ersten Anlage zu vermehren, hat man daher der Mauer gleich Anfangs eine nach Innen gekrümmte Form gegeben, welche, vermöge der dabey nöthig werdenden Anwendung gröfserer, auf dem Kücken eingelegter Steine, nicht allein überhaupt das Zusammensetzen auf demselben weniger gestattet, sondern auch, wenn diefs ja etwas erfolgt, es nicht so weit zuläfst, davis eine Ausbauchung nach vorn entstehen kann.

Hierzu kommt auch noch , dafs diese einwärts gewendete Krümmung einem von hinted wirkenden Dracke besser zu widerstehen vermag.

Diese Art krummstirniger Scheibenmauer wird mit lothrechter Sehne, auf dem Rucken liegend oder .auch nach vom überhähgend aufgeführt*

f. 10.

Bey übrigens gleich gutem Material hängt die Festigkeit der Scheibenmauerang ab : l}.yon der Beschaffenheit des Grandes;

2) Von der angemessenen Stellung gegen die Richtung des Druckes;

3) Von der Stärke der Mauer;

4) Von der Art des Verbandes.

f. 11.

Bevor ich welter hierauf eingehe, mufs ich die in der Folge öfter wiederkehrenden Bezeichnungen einzelner Theüe der Mauer anfuhren:

Die vordere freye Fläche der Scheibenmauer heifst die Stirn; eben so die in derselben liegende Seite jedes einzelnen Steines.

— 56 —

Die hintere Fläche der Mauer heifst der Rucken. Der untere Theil der Mauer: der Fufs. Die obere und untere Fläche jedeg Steines: dessen Lager.

Endlich nennt man den ganzen Torderen in die Stirn der Mauer fallenden Theil jedes Steines: dessen Kopf.

§. 12.

Ihrem Zwecke zu entsprechen muls jede Scheibenmauer vor Allem auf einem gu* ten Grunde stehen.

Scheibenmauer kann aufgesetzt werden ;

1) auf festes Gestein;

2) auf Gewölbe;

3) auf breite Grundplatten, oder Grundsteine;

4) auf hölzernen Rost.

Die erste Art ist natürlich die sicherste und gewöhnlichste.

Ist der Grund theil weis unhaltbar, so wird die zweyte angewendet.

Ist der Grund zwar im Ganzen etwas haltbarer, aber nicht so fest, dafs man ihm vollkommne Sicherheit zutraut, so vertheilt man den Druck auf gröfsere Grundplatten.

Das letzte Verfahren, die Anwendung eines Rostes, kommt nur in schwimmendem oder dein ähnlichen Gebirge, daher in Sachsen niemals vor**); man kann alsdann auch nicht leicht Scheibenmauer allein anwenden.

Uebrigens werde ich auf dieses Verfahren am Schlüsse dieser Abhandlung zurück* zukommen Gelegenheit haben.

f. 13.

Geradstirnige Scheibenmauer, mit lothrechter Stirn, leistet fast nur durch die ruck* wirkende Festigkeit ihrer Masse Widerstand gegen einen senkrecht von oben darauf wirkenden Druck, und steht in dieser Hinsicht an der Stelle der Pölzen in der Zimmerung. Die Art des Verbandes ist dabey wenig in Betracht zu nehmen. Unzweckmäisig ist daher stets , durch eine solche Mauer einen nur etwas bedeutenden Seitendruck abhalten zu wollen.

Kennt man die Richtung a& eines Seitendruckes, Taf. I. Fig. 5, welcher auf Scheibenmauer wirkt, oder nimmt man dieselbe in zweifelhaftem Falle zu 45 Grad Neigung gegen den Horizont an, so ist der Keil abc die Gestein- oder Erd- Masse, welche auf die Mauer eindringt und nach ihrem körperlichen Inhalte und Gewichte berechnet, (so weit diefs möglich,) den in der Richtung aS wirkenden Drude angiebt.

Wird dieser Druck nach den Richtungen ac und ad zerlegt, so ist der nach ad cb wirkende Theil desselben derjenige, welcher durch die rückwirkende Festigkeit der Masse der Mauer aufgenommen wird, ac aber giebt denjenigen Druck, weicher die Mauer umzuwerfen, auf ihrer Grundfläche fortzaschieben oder in sich zu zestören street, und welchem dieselbe nur durch ihre eigne Schwere, dnrdi den Verband der Steine und die Adhäsion und Reibung auf der Grundfläche widerstehen kann, wobey sie durch den Druck ci wohl noch etwas unterstützt wird.

Dieser horizontale Seitendruck wird daher um so gröfser, je mehr sich schon die Richtung a b der söhligen nähert und , verglichen m't den eben angeführten Umständen, auf denen der Widerstand der Mauer gegen einen solchen beruht, ist leicht abzunehmen , dab man letzterer in dieser Hinsicht möglichst wenig znzumuthen hat

§. 14,

Kruramstimige Scheibenmauer leistet Widerstand:

1) durch das Gewicht ihrer Masse;

2) durch ihre Spannung im Ganzen; d. h. daa Verhältnifs dar Hohe des Bogens, nach welchem sie gestaltet ist, zu dessen Sehne;

3) durch den Verband ihrer Theile;

4) durch ihre Lage gegen den Horizont*

Auch von ihr darf kein kräftiger Widerstand gegen einen sehr starken Seitendmek erwartet werden, jedoch noch uneich mehr als von der vorigen.

lieber die Anwendung beyder Arten von Scheibenmaurung wird in dem folgenden Abschnitte mehr gesagt werden können*

Ann. Bey 4er igeatlMe GrariniiiMenrBg oclinliclk icM; wobt aber fiber Tige.

— 56 —

§.15.

Ueber die der Scheibenmaver za gebende St&rke, welche vornehmlich bey geradatimiger, lothrecht stehender, in Rücksicht gezogen werden durfte, ist es schwer, genauere Vorschriften zu geben, da man derselben, wegen der nicht wohl zu bestimmenden 6r5fse des Druclces, stets noch einen bedeutenden Ueberschufs geben mufs. Da jedoch nur höchst selten ein sehr starker Druck auf solche Art auf einen einzelnen Punkt concentrirt vorkommen wird, dafs ihm durch blofse Scheiben- oder Pfeiler -Mauer begegnet werden könnte , man aber aufserdem seine Zuflucht zu Bogen und Gewölben nehmen mufs, so wird eigentlich eine genauere theoretische Bestimmung der Stärke lothrecht aufzufiihrender Scheibenmauer selten nöthig seyn.

Im Allgemeinen läfst sich daher etwa, bey guten Materialien und gehöriger Zusammenarbeitung , zunächst für Auffindung der Tragkraft eines viereckigen rfeilers hiemach aber auch für die einer Mauer, nach der bekannten statischen Formel

Bd'

" x£ Cwo B die Breite, D die Stärke, L die Länge oder Höhe, i*. den Zerdrücknngs-

CoSfficienten bedeutet) voUkommne Sicherheit erwarten, wenn man für nur einen,

etwa den zwey und dreyfsigsten Theil, der eigentlichen rückwirkenden Festigkeit der angewendeten Materialien annimmt.

Wenn daher die zu tragende Last A ohngefähr bekannt, Höhe und Breite angenommen ist, so wird man die Stärke finden

D ir A.L*

So wird, nach Abschnitt L f. 8. bey Gneus 4150 129,69 Pfd.

bey gnt gebrannten Ziegeln

H 1152 36 Pfd.

bey Rothenburger Sandstein and bey Pläner!

geben sind.

Krummstirnige Scheibenmauer der ersten Art wird selten bis 2 Ellen Stärke nö- thig haben; die der zweiten Art, welche meist auf den Rücken liegt, wird bey wirklicher Gnibenmauerung nicht leicht über Elle Stärke erhalten; bey deren Anwendung über Tage aber, ist der auf dieselbe wirkende Dnick stets mit ziemlicher Sicherheit zu bestimmen.

f. 16.

Ueber die Spannung, welche man krummstimiger Scheibenmauer zu geben hat, werde ich das Nöthine bey der Cojistruction der Gewölbe hinzufügen.

§. 17.

Die Art des Verbandes und die damit zusammenhängende Aufführung von Scheibenmauer betreffend, dürften folgende allgemeine Grundsätze und Regeln hier an ihrem Platze seyn.

1) Ist die Sohle, auf welcher Scheibenmauer aufgeführt werden soll, zu ungleich, um in derselben ohne grofse Schwierigkeit eine einzige fortlaufende Grundfläche snir Aufstellung der Mauer zu haven, so mufs diese Sohle stufenweis, in mehreren unter einander parallelen Ebnen angelegt werden. Taf. L Fig. 6.

2) Geradstirnige Scheibenmauer wird nach Schnur und Loth oder nach einer, in der Neigung der Stirn aufgestellten Lehre oder Schablone, oder endlich nur mit Hülfe eines angehaltnen Böschungs - Winkel -Maafses aufgeführt, welches auf der hinteren, geraden Seite ein herabhängendes Loth hat, nach welchem es gerichtet wird.

Zwischen und über die Leliren hinweg werden söhlige Schnuren gespannt. Ueber 4ie Fertigung der Leliren und Schablonen werde ich bey der Construction der Gewölbe das Nöthine angeben.

Krummstimige Seheibenmauer wird stets nach aufgestellsten Schablonen aufgeführt. Die Lehren und Schablonen werden gewöhnlich in 3 Ellen Entferniug von ein-

— 67 —

ander aufgestellt, so dafs sie bey der Streckenmaaeämhg auf den Stegen des Tragewerkes stehen; zwischen zwey Schablonen arbeitet meist ein Maurer.

3) Zur Herstellung gewöhnlicher Scheibenmauer werden die Steine wenig, oder oft auch gar nicht bearbeitet; am meisten nur am Kopfe; in einzelnen Fällen, bey Ausführungen von besonderer Wichtigkeit, wendet man mehr Sorgfalt auf ihre Bear beitung.

4) Die an den Steinen besonders zu bemerkenden Flächen und Theile habe ich schon in §. 11 dieses Abschnittes bezeichnet

5 ) Jeder Stein mufs bey geradstimiffer und bey der ersten Art der krummstirnigen Scheibenmauer, dem anderen parallel, übrigens bey aller Mauerung fest auf demselben liegen, in welcher Absicht man, wenn keine weitere Bearbeitung statt finden soll, vor- züglich bey gewöhnlicher trockner Mauerung , die Steine . so aussucht , dafs die Unebenheiten der einzelnen auf einander liegenden Flächen in einander fallen, auiserdem aber auch mit kleinen Steinen, Zwicksteinen, ausgeglichen werden.

6) Bey der nassen Mauerung ist sehr darauf zu achten, dals dieses Ausfüttern mit kleinen Steinen und Kalk nicht zu weit getrieben, und dadurch die Hsdtbarkeit der Mauer vermindert wird.

7) Die Mauersteine müssen so gelegt werden, dals die Richtung des Druckes mög- lichst rechtwinklich auf die natürliche Schichtungs-Ebne derselben trifft, indem sonst die Steine schon unter geringem Drucke bersten.

8) Die Bearbeitung der Stirn, wenn dieselbe durch die Beschaffenheit der Steine und die Art der Ausfuhrung nöthig gemacht wird, darf weder zu weit getrieben, noch SU sehr vernachlässigt werden, da ersteres unnöthigen Aufwand, letzteres wenigstens das Ansehn übrigens gut gearbeiteter Mauer zu unvortheilhaft macht.

9). Eben so wenig dürfen auf der Rückseite der Mauer einzelne Steine zu sehr hervorstehen, sondern sie müssen wenigstens einiger Maafsßn gleichgehalten werden, da aufserdem auch geringer Seitendruck, . welchem die Mauer übrigens zu widerstehen vermöchte, dieselbe durch ungleiches Aufsetzen auf jene hervorstehenden Steine zestört

10) Jeder Stein mufs wo möglich die Fuge zweyer darunterliegenden decken, damit nicht durch das Aufeinandertreffen zweyer Fugen der Zusammenhang der Mauer gestört wird*

11). Wo viele mittlere und kleine Steine zu verarbeiten sind, müssen wenigstens die unteren Schichten der Mauer aus gröfseren bestehen, die kleinen aber in der übri-

Sen Mauer vertheilt und zwischen ihnen einzelne, durch die ganze Mauerstärke hinurchgehende grofse Steine, Binder, angebracht werden, welche die Haltbarkeit des Ganzen sehr vermehren.

12) Die Steine sind wo möglich gleich mit dem ersten Male richtig zu legen, damit nicht durch wiederholte Schläge mit dem Hammer auf dieselben, die übrigen schon festgelegten Steine wieder aus ihrer Lage gebracht werden. Man palst daher ieden größeren Stein zuerst auf die nächst unteren auf, gleicht nöthigen Falles die vorhandnen Zwischenräume mit Zwicksteinen aus, nimmt den Stein wieder weg und legt iha nun erst fest, nachdem man, bey der nassen Mauerung, Kalk gegeben hat.

GroCse Steine können jedoch , wenn sie auch schon richtig gelegt sind , noch etwas mit Schlägel und Eisen bearbeitet werden , indem ihre bedeutendere Masse und Schwere verhindert, dafs die darunter liegenden durch die Erschütterung aus ihrer richtigen Lage gebracht werden.

13) Mufs die Ausführung eines Stuckes Scheibenmaner unterbrochen werden, so ist dasselbe, was in der bürgerlichen Baukunst, zu beachten, dals man nehmlich die Mauer am Ende nicht verzahnt, wie Taf. L Fig. 1. sondern stufenweis abbricht, wie Taf. L Fig. 3. Die bey dem stets erfolgenden Zusammensetzen des später angesetzten Stückes neuer Mauer aus dem ersteren Verfahren entspringenden Nachtheile, machen die Beobachtung dieser Regel sehr nöthig.

Von der Gewolbmauerung.

f. 18.

Die Erklärung von Gewölbe ist schon in §. 4 enthalten. Ohne tiefer in die Theorie der Gewölbe eingehen zu wollen, als hier am rechten Orte seyn dürfte, indem ich in dieser Hinsicht ohne Bedenken auf die mathematischen Lehrbücher ver-

— 68 —

weisen waL dürfen glaube seheint mir ans deraelben nur folgendes herauf in helen

erforderlich,

Gewölbe, in Besnig hires Zweckes bey der Gmbenmaaening betrachtet, dienen

entweder :

1) einen, auf einen einzigen Punkt, in einer einzigen Richtung, und zwar meist von oben nach unten, wirkenden Druck abzuhalten, welchem man, aus Mangel an einer festen Sohle, oder noch häufiger, wegen aufserdem dadurch verursachter Beschränlning des Raumes, nicht dura eine in derselben Richtung angebrachten Unterstützung begegnen kann; und diefs ist der seltnere Fall; oder

2) um der Gesammtheit eines auf verschiednen Punkten und in verschiednen Rieh* tungen wirkenden Druckes zu widerstehen; und dieses ist der allgemeinste Fall. In jedem dieser beyden Fälle wird der Druck durch das Gewölbe auf zwey feste

Punkte: die Widerlager desselben, abgeleitet,

§. 20.

In ersterem Bezüge wurde es allerdings richtiger seyn, ein Gewölbe, wie diela auch zuweilen geschieht, als eine gekrümmte Unterstützung zu betrachten und zu behandeln, welche an der Stelle von zwey geraden, ab und ac, Taf. L. Fig. 7. steht, und welches alsdann nur defshalb die Krümmung haben würde, weil es unmöglich ey, es auf eine andere Weise haltbar herzustellen; daher ein solches Gewölbe nur in sofern wirke, als die Masse der beyden geraden Stützen (n ihr enthalten sey.

So betrachtet, würde man sich daher auch einer voUkommnen Unterstützung desto mehr nähern, je näher die Richtung dieser beyden Stützen ab und ac, der eigenuichen, ad, des Druckes käme, und ein, nach den örtlichen Verhältnissen möglichst spitz angelegtes Gewölbe, Taf. I. Fig. 8. würde endlich am zweckmäfsigsten seyn.

§. 21.

Dieser Fall der Anwendung tritt jedoch höchst selten ein , denn fast durchgängig ist der weit umfassendere zweyte angegebne Zweck vorhanden, oder, wenn er es nicht durchaus ist, so wird die erstere Art des Druckes wo möglich auf die zweyte zurückgeführt.

Hier wird das Gewölbe als ein Keil, oder vielmehr als ein aus einer Menge von Keilen zusammengesetzter Körper betrachtet, welcher den auf verschiedne Paukte der Oberfläche wirkenden Druck gleichmäfsig in sich vertheilen und auf die Unterstützung der beyden letzten Seitenflächen ableiten soU.

f. 22.

Eine andere, weniger allgemeine Anwendung der Gewölbe und vorzüglich der Bö- gen, bey welcher man jedoch mit der gröfsten Vorsicht zu Werke gehen mufs, findet in dem Falle statt, dafs das Gewölbe einem Drucke nach der Richtung der Sehne, demnach nach denjenigen beyden Flächen hin , zu widerstehen hat , auf welche es bey der ersteren Anwendung einen von oben wirkenden Druck vertheilen soll. Taf. I. Fig. 9.

Diese Benutzung nähert sich dem ersteren der angegebnen Fälle, und ist diejenige, bey welcher ein Gewölbe nicht eigentlich als solches seinen Zweck erfiillen kann, indem der nach der Richtung der Sehne wirkende Druck dasselbe, seiner Keilfonn zufolge, fortwährend zwischen den beyden Seitenflächen, zwischen denen es eingespannt ist, herauszutreiben sucht.

Ein solches Gewölbe erfüllt daher nur den Zweck einer Spreize in der Zimmerung. Es darf nur gerade so viel Spannung haben , dafs die Steine in demselben erhalten, und nicht durch ihr eignes Gewicht nach unten herausgetrieben werden.

Diese Anwendung der Gewölbe mufs daher, wie schon gesagt, mit Vorsicht und Behutsamkeit geschehen und man darf dabey nicht von dem Gesichtspunkte ausgehen, von welchem die Anlegung eines Gewölbes zu betrachten ist, r welches em auf seine Sehne rechtwinklich wirkenden Drucke widerstehen soll

§. 23.

Im Allgemeinen ist demnach bey Anlegung von Gewölben das erste Erfordernis : für die Zusammenstellung jener Keile diejenige regelmälsiffe krumme Linie , oder die aus mehreren dergleichen zusammengesetzte Kriunmung zu finden , welche jenem Zwek-

— 69 —

ke, der Begegnung eines mSglichst Terdieilten Druckes, nnd Ableitung desselben auf die Widerlager, am Tollkommensten entspricht

Das zweyte Erfordernüs ist; dieser Krümmung dasjenige Verhältniis der Höhe cur Weite XU geben, welches der Gröfse des Druckes und der Weite des su sichernden Raumes angemessen ist.

Ein drittes ist: dals dieser Druck auf feste und hinlänglich sichere Unterstfitaeongs punkte geleitet wird.

Ein viertes: dafs dem Gewölbe. diejenige Stärke gegeben wird, welche dem darauf lastenden Drucke , verbunden mit dem eignen Gewichte , Gnuge leistet.

Ein fünotes endlich: den Verband der einzelnen Theile haltbar und dem Zwecke gemäis, herzustellen.

f. 24.

Ein Gewölbe ist als ein Theil oder ein Ausschnitt eines hohlen Cjlinders oder linderähnlichen Körpers oder auch eines Prisma's ta betrachten, dessen Querschnitt aus einer oder mehreren Zusammengesetzen Ringflächen besteht

An ihm sind folgende Theile besonders su bemerken

Die Weite des Gewölbes , Taf. L Fig. 10, ab, d. i. die Sehne der Krümmung, nach welcher, oder die Weite, auf welche das Gewölbe gespannt ist. Man nennt sie delishalb auch wohl Spannweite, Spannunff; doch versteht man unter Spannung eigentlich mehr das Yerhältnifs der Höhe zur Weite der Krümmung.

Die Höhe des Gewölbes, cd, ist die Höhe des Rogens, nach welcher das Gewöl- be geformt ist, oder überhaupt, die gröfste Höhe, bis zu welcher sich die des Gewölbes vertical über oessen Sehne oder Weite erhebt

Dieser Punkt d selbst, heifst der Scheitel.

Der Zirkel d. G. ist das Yerhältnils der Höhe des Gewölbes zu dessen Weite. Er wird bey der Sächsischen Grubenmauerung gewöhnlich in Theilen der fUle angegeben

Die Stärke d. G. de, ist die Höhe der Steine, aus denen das Gewölbe hergestellt ist, nach der Richtung des Krümmungshalbmessers gemessen.

Die innere Wölung, der Rusen, die Innenfläche, der Bauch G. adi ist die innere Krümmung.

Die äufsere Wölung, Aufsen- Ober -Fläche auch der Rücken d. G. hem ist die äufsere Krümmung, oder die Aufsenfläche, des Hohlcylinderstückes oder Hohlprisma's.

Die mittlere Wölung, /gt ist die zwischen beyden genannten, durch die Mitte der Gewölbstärke gelegte Krümmung, nach deren Länge häufig der cubische Inhalt des Gewölbes berechnet wird

Die Axe d. G. e, ist der Mittelpunkt der Krümmung des Gewölbes, oder auch die Mitte der ffröfsten Weite, oder endlich auch zuweilen der Höhe, je nachdem nehmlich das Gewölbe gestellt ist.

Die Axenlinie c kj ist die durch diesen Punct gelegte, auf der Ebne, in welcher die Krümmung des Gewölbes liegt, vertical stehende Linie.

Die Stirn a hd e bm, die Regränzungsfläche des Gewölbes, vom oder hinted, rechtwinklich auf dessen Axenlinie.

Die Länge cA, d. G. ist die der Axenlinie, oder die Entfernung der vorderen von der hinteren Regränzungsfläche nach der Richtung der Axenlinie.

Das Streichen des Gewölbes ist das der Axeminie oder der Länge.

Die Widerlager, sind diejenigen Gesteins- oder Mauer -Flächen, auf welchen das Gewölbe ruht.

Der Fufs d. G. ha oder bm ist der zunächst auf den Widerlagern stehende Theil des Gewölbes.

25.

Ein Gewölbe, dessen Weite ffröfser ist als seine Länge, heilSst ein Rogen, und die Länge heilst in diesem Falle die Rreite , Taf. L Fiff. 10. C. e A des Rogens.

Ein stehendes Gewölbe ist dasjenige, dessen Axe horizontal liegt; ein lieendes Gewölbe, dessen Axe vertical steht oder wenigstens einen bedeutenden Winel mit dem Horizonte macht.

In letzterem Falle nennt man es wohl auch ein halbliegendes Gewölbe

8

— 60 —

Die bey der Grabenmaaerang angewendeten GewSlbe sind:

1) Tonnengewölbe, Tä L Fig. 10., aus der Hälfte eines nach irgend einer regelmäfsigen Krümmung, meist aber nach einer Kreislinie geformten hohlen Cylinders bestehend, welcher nach seiner Axe geschnitten ist

2) Kuppelgewölbe, Taf. II. Fig.' 11. , aus zwey oder mehreren sich schneidenden Tonnengewölben, über einer vier- oder vielseitigen regelmäfsigen Grundfläche aufgestellt; oder auch aus einer einzigen hohlen Halbkugel bestehend.

Sie kommen schon an und für sich sehr selten in Anwendung, nur etwa in Maschinenräumen; rude Kuppelgewölbe aber gar nicht.

3) Kellerhals-Gewölbe, sind Tonnengewölbe oder Stücke derselben, mit gegen den Horizont geneigter Axe. Taf. U. Fig. 13.

4) Kreuzgewölbe, sind zwey einander im rechten oder schiefen Winkel schneidende Tonnengewölbe. Taf. II. Fig. 12.

Noch bedient man sich auch der Bezeichnung: ganzer Gewölbe, welche nach einer ganzen, umlaufenden - krummen Linie, und halber oder Stück-Gewölbe, welche nur nach einem Theile, meist weniger als der Hälfte einer solchen Krümmung, hergestellt sind.

S. 27.

Femer werden die Bogen und Gewölbe auch noch hinsichtlich der Lage ihrer Sehne unterschieden:

1) In Spannbögen,* Spann-Gewölbe, welche mit ganz oder ziemlich ganz horizontaler Sehne zwischen zwey saigeren oder sich diesen nähernden Flächen einge-

Bannt sind und dabey meist zugleich einem nach der Richtung der Sehne wirkenden rucke zu begegnen bestimmt sind.

2) In Stutzgewölbe, Stutzbögen, deren Sehne unter einem sehr starken Winkel gegen den Horizont geneigt ist, oder ganz vertical zwischen den beyden Flä- chen liegt, zwischen denen das Gewölbe eingespannt ist.

Die Benennungen : Erd,- Trage, -Bögen u. a. werden sich aus der späteren Angabe des Gebrauches derselben erklären.

Endlich sind auch noch an jedem Wölbsteine folgende sechs Flächen zu unterscheiden; Taf. n. Fig. 15 B CD der Nacken, Q EFH die Bahn, oder der Aufstand, AB EFMe Stirn, CDGHder Rücken, A C E G vaid B DF H die Lager.

f. 29.

Das erste Erfordemifs bey der Construction eines Gewölbes war nun: die Auffindung derjenigen krummen Linie, in welcher das Gewölbe dem darauf ausgeübten Drukke am besten widerstehen kann.

In der bürgerlichen Baukunst wird im Allgemeinen die Kettenlinie als diejenige angenommen, welche diesem Zwecke am meisten entspricht, da ein nach dersell>en construirtes Gewölbe nicht allein die Eigenschaft besitzt, bey gleichmäfisiger Stärke in allen einzelnen Theilen, ohne Rücksicht auf Cohäsion und Reibung, auf welche über-

Amn. Eine beiondere Abtkeilang mochten iwtr nocb die gotbliclien oder Spits - Gewölbe and Bogen bilden; Taf. II. Fig. 14 ans zwey Kreiibogen beliebend, welche bey de mit gleichem Halbmesier, der grofiten Weite swiiehen ihren Fliften, Jeder von dem Fofiie des anderen ans, beschrieben aind, and welche tlch daher fiber der Mitte der Grandlinie achneiden.

Da aber tchon dem im fi. 21 angeführten zufolge, dieie Gewdlb - Conitmction weder den in der Grnbenmanerang am hanftgtten vorkommenden Arten de Drarke den zweckm&fiigiten Wideratand sn leiten vermag, noch einen vortheilhaft so benatzenden freyen Raum giebt , während ei zugleich eine nicht gewohnliche Form dei auigehaaenen and zu tichemden Raames ffir teine Hentellnng voranatetst, io iit daaaelbe weder alt nachahmangawerth in empfehlen, noch gehört ea aach after die wirklich angewende* ten Arten der Grabenmanemng.

Die einzelnen Eochat aeltnen FaUe, wo man daiaelbe, ohne irgend einen beionderen and triftigen Grand fdr deaien Wahl, aaageffihrt findet, find daher mit Recht nnr unter die Merkw0rdlgkeiten and oagewöhniichen Conatructiona- Arten za rechnen, wie man deren noch einige andere findet.

Ich halte et daher fiir fiberfluitig im Folgenden auf daitelbe noch weiter einzugehen.

In Freyberger Revier finden zieh Fälle ihrer Anwendang in den Korbttangenortern des Kunttgeseugea auf dem David -Schachte, auf Neuem Morgensterne Erbst., auch auf den StÖliji| wo man dieselben mehr nur Theilweis durch Weglaistuig des untersten Foftes, angebracht hat

— 61 —

haapt bey Veranschlagung der Haltbarkeit der Gewölbe möglichst wenig zn rechnen ist, im völligen Gleichgewichte am stehen, daher anch gegen anders constniirte Gewöl- be, der yerhältnifsmäfsig kleinsten Widerlager zn bedürfen; sondern auch einem auf allen Punkten gleichmäfsig darauf wirkenden , als auch , bey vermehrter Verstärung nach den Widerlagern hin , einen solchen Drucke den gleichmäfsigsten Widerstand ent-

(egen setzt, dessen Gesammtmasse sich oben durch eine Horizontallinie begränzen äfiit. Taf. n. Fig. 16. ab ed.

Wenn diefs jedoch auch eine Eigenschaft ist, welche bey Werken der Baukunst fiber Tage, in den meisten Fällen den gethanen Forderungen am vollkommensten entspricht, und die Annahme dieser krummen Linie empfiehlt, so ist dieCs ein ganz andrer Fall bey der Grubenmauerung.

Die Widerlager sind hier fast stets von mödichster Festigkeit und von beliebigem Flächenraume vorhanden oder herzustellen, der Druck hingegen, wird in äufserst seltnen Fällen von der Art seyn , dafs sich seine Masse durch jene horizontale Regrenzungs- Linie bestimmen liefse; im Gegentheil wird derselbe fast stets in allen Richtungen auf das gespannte Gewölbe wirken, und indem man dasselbe nach Maafsgabe des Hauptdruckes construirt, sucht man diesen sammy dem übrigen möglichst gleichförmig auf das ganze zu vertheilen.

Für diesen Zweck ist die Kreislinie vollkommen entsprechend, und man wählt dieselbe um so lieber, da die richtige Construction der Gewölbe und ihrer einzelnen Theile nach ihr weit weniger schwierig ist als nach der Kettenlinie.

Zwar wird sich nehmlich ein auf einen einzelnen Punct des Gewölbes wirkender Druck nicht mit gleicher Stärke, jedoch nach dem Verhältnisse der Zerlegung der Kräf- te, immer auf die übrigen Steine fortpflanzen und diese, ihrer Keilform halber, nach oben aus dem Gewölbe herauszutreiben streben, wenn sie nicht durch eine andere, von oben auf sie drückende Last darin erhalten werden; obgleich nun diese verschiednen Drückungen in der Ausübung nicht in ein genaues gegenseitiges Verhältnifs gesetzt werden können , so wird diefs doch durch die gegebne überflüssige Gewölbstärke , auch etwas durch Cohäsion und Reibung ausgeglichen.

Hierzu kommt noch, dafs man selbst in den Fällen, in welchen das Kettengewöl- be anwendbar wäre, dasselbe mit vollkommner Sicherheit gegen das Kreisgewölbe vertauschen kann, wenn man, was ohne Schwierigkeit thunlich ist, dem letzteren eine überflüssige, und solche Stärke giebt, dafist das Kettengewölbe mit der ihm eigentlich zu gebenden, in das erstere ganz hineinfällt. Taf. Fig. 17.

Mit Nutzen wird dagegen die Kettenlinie bey Mauerung von Brücken, Canälen, Röschen und Wasserleitungen, über und nahe unter Tage, so wie für diejenige Krüm- mung angewendet, welche man den Tarrasmauem an Teich- und Graben -Dämmen giebt; schon seltner bey Herstellung krummstirniger Scheibenmauer der zweyten Art in der Grube.

In Bezug auf die Kreislinie ist dagegen zu bemerken, dafs, wenn man dieselbe ohne die angemessene Verstärung des Gewölbes bey einem Drucke anwenden wollte, für welchen die Kettenlinie ihrer Natur nach völlig geeignet ist, (nehmlich einen solchen, der sich oben durch eine Horizontale begrenzen lälst, daher im Scheitel am schwächsten ist;) man ein solches Kreisgewölbe im Scheitel sehr beschweren mü&te, indem es sonst in diesem, durch den fortgepflanzten bedeutend höheren Druck auf die übrigen Puncto, leicht gehoben und gesprengt werden dürfte

§.30.

Eine dritte Linie ist die Ellipse. Diese kommt bey der eigentlichen Grubenmauerung selteu anders, als aus verschiednen Kreisbogen zusammengesetzt vor, da man den Zweck : den von mehreren Seiten und in verschiednen Richtungen wirkenden Druck abzuhalten, auf diesem Wege am vollkommensten erreichen kann, indem man eigentlich jeden Kreisbogen der bekannten Hauptrichtung eines Theiles des Druckes angemessen bestimmt, während dagegen die wirkliche Ellipse keinesweges diejenige krumme Linie ist, welche diesem Zwecke entspricht. Nur durch ein Verkennen dieses eigentlicheu Grundes der Anwendung der Ellipse, aufserdem aber auch in Fällen, wo man nur die Form berücksichtigt, wie bey Mauerung vpn Teichröschen u. dergl. über Tage, wird zuweilen die eigentliche Ellipse gewählt, jedoch auch bey letzteren nicht häufig, da dieselbe eine genaue Vorrichtung der Steine schwieriger macht.

Ueber diese verschiednen krummen Linien ist noch zu bemerken, dals sehr häufig

— 62 —

Gestalt, rSfse und Besttmmimg de frey am erhaltotiden Raumes fiber die Wahl einer derselben for das anzuwendende Gewölbe, entscheidet.

f. 31.

Das zweyte Erfordernifs ist: dem Gre wölbe die gehörige Spannnng, d. i. das angemessen Yerhältnifs der Höhe zur Weite zu geben.

Dieses bestimmt sich vor Allem nach der Gröfse des Druckes, weit weniger nach der Weite, welche man, dem vorhandnen Räume und. dem besonderen Zwecke desselben angemessen, dem Gewölbe geben mufs.

In dieser Hinsicht leistet ein Gewölbe einen desto gröfseren Widerstand gegen einen auf seinen Rücken wirkenden Druck, je stumpfer der KeU ist, welchen es sowohl im Ganzen, als in jedem seiner einzelnen Theile hildet.

Die gröfste Vollkommenheit in diesem Bezüge wird daher durch ein Gewölbe von 180 Grad, oder nach dem pollen Halbzirkel, erreicht*

Diese Spannung, welche man bey dem Kreisgewölbe auch den Zirkel nennt, wird, wie ich schon in §. 24 bemerkte, bey diesem gemeiniglich in Theilen der Elle ausge drückt.

Gewölben der gewöhnlichen Art giebt man f oder 3 Zoll Zirkel, d. h. auf 1 Elle Sehnenlänge 3 Zoll Bogenhöhe. Dieses VerhälthÜs wird am allgemeinsten, bis zu sehr weiten Gewölben, angewendet.

Wird der Druck stärker, so ffiebt man 4 oder 4 Zoll Zirkel.

Im ersten Falle beträgt der Winkel am Mittelpunkte 56 Grad 46'; im xwejten 73 Grad, 44' 24".

Die höchute Spannung, wenn man nicht gerade voUzirkliche Tonnengewölbe, etwa über Maschinenräume u. dergl. anlegen will, ist 5 Zoll. Sie wird .nur dann angewendet, wenn das Bogenstfick nur kurz, aber der Umstände halber, nach einem sehr gro* fsen Halbmesser, demnach verhältnÜsmäfsig sehr flash, angelegt werden mäfste.

Auf der anderen Seite geht man aber auch bey Gewölben, welche keinem Sehnen* drucke widerstehen sollen, selten bis auf 2i Zoll Zirkel herunter.

Diese Modification hängt mit dem written Erfordernisse, der Haltbarkeit der Wider* lager, zusammen. Kettenlinien werden zu selten angewendet, als dafii über die den* selben zu gebende Spannung allgemeine Regeln festgesetzt women wären. So flash als die Kreisbögen würden sie indeis bey der Grubenmauerung nie angewendet werden sondern es dürfte meist die Höhe der halben Weite gleich zu machen, oder wenigstens ein sich diesem näherndes Yerhältnifs anzunehmen seyn.

Ellipsen werden, wie ich schon erwähnt habe, aus mehreren Kreisbogen snsam* mengestellt, deren jeder nach dem Hauptdrucke, weldiem er widerstehen soll , construirt und sodann in den nächsten gehörig übergenührt wird.

Hierbey geht man von denselben allgemeinen Grundsätzen über die Spannune ans, kann jedoch natürlich seltner den Zirkel nach den angeführten snecielleren Regelu be* stimmen; um so weniger, da man sich auch nach dem frey zu ernaltenden Räume riebten mufs, auch überhaupt in solchen Fällen die Oertlicnkeit sehr zu berücksichtigen hat. Freilich tritt dabey oft der Fall ein, dafs ein Druck dem andern, in abweichender Richtung wirkenden., in dem Gewölbe selbst das Gleichgewicht haben muls.

Dergleichen Ellipsen stellt man als hale , ganze und zwischen beyden inne liegende Stücke dar; die ganzen sind völlig umlaufend oder unten abgeschnitten und so aufgesetzt.

Krummstirnige Scheibenmauer jeder Art, sie mag nach der Kreis- oder der Ketten-Linie hergestellt werden, erhält 1, 1, höchstens 2 Zoll Zirkel.

Gewölbe, welche den Druck nach der Richtung der Sehne aufnehmen sollen, erhalten ebenfalls in keinem Falle über 2 Zoll Zirkel.

Ueber das bey Entwerfung dieser Gewölbe zu beobaibtende Verfahren werde ich weiter unten noch mehr sagen.

Ehemals folgte man in Freyberger Revier der Regel, den Gewöblm:

bey 6 bis 8 Ellen Sehnenlänge 4 Zoll

bey 3 bis 4 Ellen Sehnenlänge Zoll

bey 1 bis 2 Ellen Sehnenlänge 3 Zoll Zirkel zu geben.

Sohlengewölbe, welche auf dem Rucken liegend, die Krümmung nach unten,

innere Hache nach ohen geweidet haben, indem sie die Füsse gegen anfgesetzte Seitenmanem spannen , B. in Wasserleitungen, Gräben, Roschen, gemauerten Wasr sersaigen, erhalten auch nicht über 2 Zoll Zirkel.

§. 32.

Das dritte ErfordemÜs ist, dals der Druck auf feste und sichere Unterstutzungs punkte geleitet wird.

Diefs geschieht: indm man feste Widerlager su gewinnen, sucht; indem man den auf dem Gewölbe lastenden Druck auf beyde Widerlager desselben gleichmäfsig vertheilt; indem man denselben möglichst in das Gestein hindus weist, welches beydes dadurch bewerkstelligt wird, dafs man den Druckwinkel zweckmälsig und nicht zu klein wählt; endlich aucn: indem man die Widerlager selbst dem Drucke rechtwinklich ent* gegenstellt.

Die Gesteinsfestigkeit kann man auf dieselbe Weise wie bey den übrigen Arbeiten des Grubenausbaues untersuchen, indem* man das Gestein mit dem Fäustel beklopft. Ein heUldingendes Gestein kann zwar immer noch in sehr grofsen Massen los seyn, wird aber dann meist noch liinlänglich sichere Widerlager geben.

Die Sorgfalt mit welcher man die Sicherheit der Widerlager zu untersuchen hat, wächst mit dem Zwecke und der Wichtigkeit der ganzen Anlage. Besitzt das Gestein zunächst des zu überwölbenden Raumes nicht hinlängliche Festigkeit, so mufs man er* forderlichen Falles so weit hinein arbeiten, bis man feste Widerlager findet. Ein solcher Fall ist neuerlich z. B. auf der Grube Segen Gottes Erbst, zu Gersdorf, in Freyberger Revier eingetreten, wo man zu dem Haupttragebogen für den Cylinder der da selbst zu erbauenden Wassersäulenmaschine, die Widerlager auf jeder Seite über.l Lachter tief im Grünsteine suchen mufste.

Weniger bedeutende FäUe kommen auf Stölln und Fundgrübner Bauen häufig vor

Ist in der Anfangs angenommenen Richtung durchaus kein sicheres Widerlager zu finden , so legt man wohl gar das Gewölbe , so weit es möglich , anders , zieht es etwas weiter nieder, um dem Fufse einen anderen Unterstützungs- Punkt zu geben.

Hat man das Gewölbe auf der einen Seite bis an oder in die Wassersaige hinab n fuhren, so kann es sogar von Nutzen seyn, zwischen letzterer und dem eigentlichen Widerlager eine Gesteinbrust stehen zu lassen, (s. Abschnitt V. f. 50).

Gemauerte Widerlager sind mit grolser Vorsicht anzubringen , wo sie nicht ganz ▼ermieden werden können; sie kommen seltner vor, und da auch in den Fällen, wo man Gewölbe auf Scheibenmauer aufsetzt, der Raum zwischen letzterer und dem Gestein, wenn ja noch dergleichen bleibt, stets noch gehörig mit Bergen aufgesetzt wird, so dafs das Widerlager als mit dem Gestein zusammenhängend und als ein festes Ganze zu betrachten ist, so bedarf es keiner besonderen Berechnung der dem Widerlager zu gebenden Stärke, welche natürlich nicht geringer als die des Gewölbes selbst seyn

Die Widerlagsflächen eines Gewölbes müssen in dessen Radien liegen, da nur als* dann der von dem Gewölbe aufgefangne Druck, wie es der Zweck ist, tangential von den Füfsen desselben weg , und daher rechtwinklich auf die Widerlager und in das Gestein gewiesen werden kann. Für diese Richtung des vertheilten Druckes läfst sich daher die durch die Mitte der Gewölbstärke gelegte mittlere Krümmung annehmen. Taf. n. Fig. 18.

Die Winkel unter denen das Gewölbe den aufgenommenen Druck auf seine beyden Widerlager vertheilt, beträgt, bey gleicher Yertheilung die Hälfte des Complementes des Winkels am Mittelpunkte zu 180 Grad, z. B. Taf. IL Fig. iS. e b g z=z bcf 180 — C C

Die Sicherheit de Unterstützung wächst daher mit dem Abnehmen des Winkels am Mittelpunkte und dem Zunehmen des Drnckwinkels , d. h. sie wird desto gröfser, je weiter der Druck in die ganze Masse des Gesteines hinausgewiesen wird.

Hieraus ergiebt sich die schon oben beylänfig erwähnte Modification der Gröfse der Spannung ulid die Abgleichung derselben mit der Gröfse des DmckAvinkels. Denn indem die Spannungssicherheit mit der Gröfse des Winkels am Mittelpunkte wächst, nimmt die Sicherheit der Unterstützung in den Widerlagern ab, und so umgekehrt Ein Spannnngswinkel von 180 Grad oder der Halbkreis wird den Dmckwinkel 0,

— 64 —

die Masse aber, auf welche sich der Dnick vertheik, zu einer kleinsten machen, und es bedarf nur einiger Klüftigkeit, des Losziehens einiger Gesteinschalen, um die Zerstörung des Gewölbes zu bewirken.

Die Gröfse der Spannung und die der Druckwinkel sind daher in ein solches gegenseitiges Verhältnifs zu setzen, dals beyde anisammen eine gröfste Leistung ffeben.

Wie diefs zu bewerkstelligen sey, müssen die jedesmaligen örtlichen Umstände geben Gröise und Richtung des Druckes, Gesteinsfestigkeit, Lage der Flächen, zwischen denen das Gewölbe aufgeführt werden soll.

Wirkt der Hauntdruck den bden Flächen, zwischen denen das Gewölbe einznspannen ist, parallel, und beyde Widerlager haben gleiche Haltbarkeit, so ist die Sehne des Bogens auf beyde Flächen vertical zu stellen Taf. Fig. 18. Ist hingegen das eine Widerlager weniger sidier, wie diefs oft in dem Hangenden flash fallender Gänge statt findet, so giebt man der Sehne des Bogens, wie den Stempeln in der Zimmerung etwas Ansteigen gegen dasselbe über seine eigentliche Lage, 1 bis höchstens 2 Zoll auf jede Elle seiner eigentlichen Länge. Taf. UI. Fig. 19 c Bey Streckengewölben auf flash fallenden Gängen vergeölsert man dieses ijisteigen noch mehr, um Raum SU gewinnen.

f. 33.

Das vierte Erfordemifs war: dem Gewölbe eine angemessene Stärke zu geben.

Wollte man hierbey mit möglichster Genauigkeit zu Werke gehen , so wäre es dabey mehr als irgendwo nöthig, für jeden besonderen Fall eine eigne Rechnung anzustellen , bey welcher man dennoch über den wirklich statt findenden Druck immer in Ungewifsheit wäre.

Es hat daher der Hr. Mascliinendireetor Brendel zu Feyberg , schon vor längerer Zeit, mittelst Yergleichung der hauntsächlich und am häufigsten Torkommenden Fälle eine Formel entworfen, welche für jeden gewöhnlichen Fall die Stärke des anzulegenden Gewölbes auf 20 Lr. Druckhöhe mit volULommner Sicherheit giebt.

Zieht man nehmlich ans der in Eilen gegebnen Länge der Sehne oder der Weite des Gewölbes die Quadratwurzel, und mnltijirt dieselbe mit 11 oder bey sehr ffrofsem Drucke mit 12, so erhält man die dem Gewölbe zu gebende Stärke in ZoUen, welche für die, bey der Sächsischen Grubenmanemng gewökilich angewendeten Arten Ton Bruchsteinen, Gneus, Thon- und Glimmer'- Schiefer, gelten.

Auf übrige Güte der Steine kann bey dieser Bestimmung überhaupt um so seltner Rücksicht genommen werden, je weniger dieselbe durchgängig und genau gleich bleibt.

Nach dieser Formel ist zum bequemeren Gebrauche für Werkmeister, Steiger und Arbeiter bey practischen Ausführungen , von dem ehemaligen Oberkunstmeister Baldafif zu Freyberg, schon bey Gelegenheit einer im Jahr 1808 angesteUten Stollnrevision der Schneeberger StöUn, anfänglich und zunächst für Schneeberg, eine Tabelle für die Stärken der Gewölbe bey deren verscfaiedner Weite, bis zu 20 Ellen, berechnet worden, welche ich hier beyfügen wilL

1- oder

Stärke des

1 Stolln- oder

Stärke des

1- oder

Stärke des

Orts-

Weite

anzolegenden

Orts -Weite

anzulegenden

Orts-

Weite

anzulegenden

Gewölbes

Gewölbes

Gewölbes

Ellen

Zoll 1 Ellen 1 Zoll Ellen Zoll EUen ZoU

Ellen

ZoU

Ellen) Zoll

11,

5,44

13,91 1 16,10

11,88

5,78

jm

12,70

7 ,

A

6,12

16,41

13,47

6,45

16,66

14,20

6,78

16,91

14,89

7.1t

17,15

15,55

7,43

17,40

16,19

7,75

17,64

16,80

8,06

17,88

17,39

8,38

18,12 S

StoUn- oder

Stärke des

i- oder

Stärke des

Stolln - oder

Starke des

Orts -Weite

anznlegenden

Orts-

Weite

anznlegenden

Orts -Weite

anzulegenden

Gewölbes

Gewölbes

Gewölbes

Ellen 1 Zoll Ellen Zoll

Ellen

Zoll

Ellen Zoll

Ellen ZoUJ

Ellen] ZoU

17,96

8,64

j

18,46

18,51

9,

18,60

19,05

9,30

18,83

19,57

9,60

19,07

20,08

9,90

19,30

20,57

10,20

19,54

21,06

10,49

19,77

21,53

10,77

20,

22,

11,07

20,22

22,45

11,36

20,45

22,92

11,64

20,68

23,33

11,92

20,90

23,76

12,20

21,13

0,18

12,48

12,35

0,59

12,75

21,57

1,00

13,03

21,79

1,40

13,30

22,01

1,79

13,57

22,23

2,18

13,83

22,45

2,54

— .

14,10

. —

22,67

2,94

14,36

22,88

3,31

14,63

23,09

3,67

14,89

23,31

4,04

15,14

1,6

23,52

4,40

15,40

23,73

4,75

15,66

23,94

5,10

0,15 0,36 0,57 0,78 0,98 1,19

Zur Bestimmung der Stärken der Ellipsengewölbe wendet man dasselbe Verfahren an, wie für die des Kreisgewölbes, indem man den gröfsten Durchmesser der Ellipse als die Sehne eines Kreisbogens annimmt, und für diesen die Stärke bestimmt. Diese Stärke giebt man alsdann der ganzen Ellipse und erhält auf diesem Wege überflussige Sicherheit

Ehemals folgte man bey Bestimmung der Stärke der Gewölbe keinen festen Grund* Sätzen, daher man dieselbe in manchen Fällen eben so zwecklos übertrieb, als in an* deren unverhältnifsmäfsig herabzog, so dafs man aus jensen Zeiten z. B. Gewölbe findet, welche bey 6 Ellen Weite nur 9 Zoll Stärke haben.

§. 34.

Endlich ist hoch zu berücksichtigen: der gehörige Verband der einzelnen Theile.

Wie ich schon gesagt habe, hat jeder Wölbstein die Form eines Keils, dessen beyde Seitenflächen , bey dem gewöhnlichen, nach einem Kreisbogen geschlossenen, Ge- wölbe in den Radien dieses Bogens liegen. '

Die Benennung der sechs Flächen jedes Wölbsteines habe ich schon in 28 gegeben.

Bey einem nach dem Kreisbogen angelegten Gewölbe sollten freilich , der Theorie zufolge, wenn man, wie diefs, der Sicherheit wegen, geschehen soll, auf Reibung keine Rücksicht nimmt, alle Steine eigentlich, vom Scheitel aus, nach beyden Fnfsen hin, an Länge, vomit das Gewölbe an Stärke, zunehmen j wenn es in sich selbst yollkom-

— 66 —

men im Gleichgewichte stehen soll; der letzte Stein, am False, wurde dabey meist eine sehr grofse Länge erhalten; bey durchgängig gleicher StärKe des Gewölbes wür- den abei die Fugen der einzelnen Steine nicht in dien Radien des Kreises liegen dür- fen,' sondern, wenn r den Halbmesser des mittleren Kreisbogens, (J> den halben Winkel des Bogens am Mittelpuncte, V die Länge dieses zu dem Winkel (p gehörigen Bogens, so würde der haloe Mittelpunctswinkei für die Richtung der Widerlager seyn

tg a/ 7, V.

So würde er z. B. in Taf. U. Fig. 18 in C liegen, wenn C der eigentliche Mittelpunct des Kreises ist.

Durch Construction erhält man diesen Mittelpunct, wenn man auf die, an den durch die Mitte des Bogens hie gelegten Radius Ci angetrame Tangente iky der Länge des Bogens ic aufträgt, durch k und den Mittelpunct C die Linie A C, und dieser parallell durch c die Linie c C legt, welche die eigentliche Richtung der Widerlager und den Mittelpunct für die Steinfugen angiebt

Da man nun aber dem Gewölbe stets überflüssige Stärke giebt, so können auch Fugen und Widerlager unbedenklich in die wahren Radien des Kreisbogens gelegt werden.

In Ellipsen, welche aus mehreren Kreisbogen zusammengesetzt sind, liegen die Fugen der Steine in den, den verschiednen Bögen zugehörigen Radien.

Bey der wahren Ellipse und dem Kettengewölbe müssen die Fugen rechtwinklich auf der mittleren Wölung stehen.

Für einen gehörigen Verband müssen die Widerlager ganz eben gearbeitet seyn, entweder in einer in dem Radius des Kreisbogens liegenden , fonlaufenden Ebne , oder wo diefs nicht möglich ist, in mehreren, stufenweis abgesetzten, in verschiednen Radien liegenden Ebnen, welche indefs alle dem Streichen des Gewölbes genau parallel! bleiben. Taf. lU. Fig. 20.

Alle Steine müssen mit ihren Stirnen gut an einander anschliefsen, mit ihren Lagern aber in dem Streichen des Gewölbes liegen.

Sie müssen in ihren Fugen einander gut decken, damit nicht etwa eine, nach der ganzen Krümmung des Gewölbes umlaufende Fuge entsteht, in welcher sich dasselbe trennen kann.

Die Verbindung der nach Maafsgabe der Wichtigkeit der Anlage möglichst eben zu bearbeitenden Steine, darf nicht durch zuviel dazwischen gebrachten Mörtel gestört werden, eben so wenig durch die kleinen Zwicksteine, mit denen zwar die Oberfläche des Gewölbes ausgeglichen werden darf, damit dasselbe nicht zu uneben wird und die darauf ruhende Last gleichmäfsig aufnimmt , die aber in der inneren Wölung gar nicht vorkommen dürfen.

In dieser, der inneren Wölung, darf auch kein Stein mit der Bahn hervorstehen, was schon an sieh, der Art der Aufführung des Gewölbes zufolge, nur etwa durch ein späteres Niedersinken einzelner zu kleiner und nicht gut zusammengearbeiteter Steine möglich seyn würde, welche Anfangs mit zu viel Mörtel umgeben gewesen wären.

Der Schlufsstein , im Scheitel des Gewölbes, mufs am sorgfaltigsten bearbeitet, gut eingepafst und scharf eingetrieben werden.

§. 35.

Die für den Verband der Gewölbe gegebnen Regeln sind auch gröfstentheils für den der knimmstimigen Scheibenmauer der zweyten Art gültig, da derselben nur die genauere Bearbeitung zur Keilform abgeht, um in die Reihe der wirklichen Gewölbe treten zu können.

Bey krummstirniger Scheibenmauer beyder Art mufs die Stirn der Steine ebenfalls genau in der Krümmung liegen, der Rücken der Mauer aber möglichst eben gehalten seyn.

S- 36.

Noch habe ich hierbey der sogenannten Spannschichten Erwähung zu thun, welche, früher noch häufiger als jetzt, zu mehrerer Haltbarkeit der Scheibenmauer in Schächten und Maschinenräumen, in derselben angebracht wurden.

Sie bestehen in Schichten auf dem Kopfe stehender Steine, welche, ohne besonders genauere Bearbeitung, zwischen beyden Stöfsen des saigem oder wenig tonolägi-

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mn Scbachtes scharf eingegpannt, und durch eingetriebne Zwicksteine befestigt sind. Als Wölbsteine betrachtet, fallen ihre Bahnen in die Stirn der übrigen Scheibenmauer und liegen daher, je nach der Art der letzteren, in einer ebnen oder einer ffekriinimten Fläche. Diese Spannschichten sollen als Bogen wirken und das zunäcnst darauf stehende IStück Scheibenmauer weniger abhängig von der unteren machen, indem sie es tragen helfen. Taf. XVL Fig. 120.

f. 37.

Von den eigentlichen Spannbogen wird, wie ich schon erwähnt habe, der Widerstand sowohl durch das eigne Gewicht des Gewölbes als auch durch dessen Reibung zwischen den Widerlagern geleistet, und es wächst derselbe daher mit dem Sinns des Druckwinkes und der eignen Masse des Gewölbes* Beyde Gröfsen übertragen sich daher in gewisser Mafse und es möchte sich hiemach für die Ausübung nichts bestimmtes angeben lassen; nur ist stets zu beachten, dafs die Masse und die damit zusammen- hängende Schwere des Gewölbes nur demjenigen Theile des zerlegten Seitendruckes begegnet, welcher das Gewölbe, vermöge dessen Keilform, nach oben hinauszutreiben sucht; dieser mufs daher verhältnifsmäfsig so klein, daher die Bogenhöhe ab gegen die Sehnenlänge c d des Gewölbes Taf. L Fig. 9 so niedrig gehalten werden, als diefs irgend ohne Gefahrdung der Standfähigkeit des Gewölbes in sich geschehen kann.

Nimmt man daher die Spannung nicht über 1 bis Zoll Zirkel, je nachdem die Weite des Gewölbes gröfser oder kleiner ist, so wird diefs für die meisten Fälle hinreichend seyn, wenn dabey die Stärke wie die einer aufrecht stehenden Säule, mit angenommener zwey und dreifsigfacher Sicherheit, d. i. nur mit Ansefzung des zvyey und dreyfsigsten Theiles des eigentlichen Zerdrückungs-Coäfficienten der angewendeten Materialien, berechnet wird; wenn daher, wie oben in §. 15, B die Breite (hier die Länge) des Gewölbes, D dessen Stärke, L die Länge (hier die Weite) in Dresdner Zollen bedeutet, so wird B 4150 :=i B 130 Pfd. der Widerstand seyn, welchen ein aus

Gneus aufgeführtes Spanngewölbe, auf dem kein weiterer Druck von oben lastet, mit voUkommner Sicherheit zu listen vermag.

Später werde ich noch einige Yerfahrungsarten angeben , durch welche diese allgemeinen Bestimmungen über Spannung und Stärke der Spannbögen und Spanngewölbe in der Anwendung noch modificirt werden können. (S. Abschnitt Y. 20.)

§. 38.

Ueber die wirkliche Anlage und Ausführung von Gewölben ist folgendes zu sagen : Hat man sich entschlossen, Gewölbe irgend einer noch unbestimmten Art zur Verwahrung eines Raumes anzulegen, so sind folgende Bestimmungen zu treffen:

1) Mufs der vorhandene Druck untersucht werden, und zwar:

a) Die Art des Druckes; ob er nur von einer Seite, oder von mehreren zugleich wirkt;

b) die Gröfse des Druckes; jedes einzelnen Theiles desselben und die Summe des ganzen wirksamen;

c) die Richtung des Druckes; jedes einzelnen für sich, und die mittlere Richtung des Gesummt - Druckes.

Bey allen diesen Untersuchungen hat der Bergmann kein völlig sicheres Anhalten. Er mu£s sich dabey an Erscheinungen halten, welche ihm die Art, Stärke und Richtung des Druckes nur muthmafslich kennen lehren; diese sind ohngefahr: flache Gangklüfte, das Fallen des Ganges selbst, übersetzende Gangtrümmer, Gefährten des Gan-

fes im Hangenden oder Liegenden oder in beyden zugleich, festes oder gebräches Neengestein; ob der Gang abgebaut ist oder nicht, ob die abgebauten Räume leer gelassen oder wieder mit Bergen ausgesetzt sind, ob aus der Forste Wasser zudringt und dergL mehr.

Aus diesen ersten Bestimmungen folgt die zweyte:

2) Die Art des anzulegenden Gewölbes.

Diese betrifft sowohl die Gestalt des Gewölbes , die dir zu wählende Krümmung, als auch die Weise , in welcher das Gewölbe Widerstand listen soll ; mit dem Rücken oder mit den Füfsen, (als Spanngewölbe,) oder auf beyde Arten zugleich. Diese Wahl wird bestimmt: a) Durch die Gestalt des zu sichernden und die des nothwendigfirey zu erhaltenden Raumes;

9

— 68 —

b) durch die Beschaffenheit des Nebengesteines; sie richter sich demnach ganz nach

örtlichen Verhältnissen.

Die Bestimmung des Druckes und der Art des anzulegenden Gewölbes, nebst den dabey zu berücksichtigenden Umständen geben denn endlich auch:

3) Die der Druckwinkel, d. i. wie ich schon oben gesagt habe, der Winkel, welche die von den Endpunkten der mittleren Wölung gezognen Tangenten mit den Flächen bilden, zwischen denen das Gewölbe eingespannt ist. Taf. IL Fig. 18 ebg, fch.

Diese Richtungslinien des vertheilten Druckes müssen, wie schon oben bemerkt, in dem Nebengesteine auf eine feste Unterstützung treffen und daher auch verlängert stets in festes Gestein fallen; denn ein Gewölbe dessen Druckwinkel so beschaffen ist, dafs, wie Taf. III. Fig. 21 die verlängerte Drucklinie ah wieder ans dem Gestein heraus in den freyen Raum fallt, wird früher oder später seine Unterstützung verlieren, wenn nicht etwa der Gesteinkeil a & c in einer sehr grofsen und festen Gebirgsmasse besteht.

Der Anfangspunkt des Gewölbes, wo dasselbe an einer oder der anderen Gesteinsfläche anzusetzen ist, ergiebt sich schon ganz allein aus der für dasselbe gewählten Form und dem frey zu erhaltenden Räume.

f. 39.

Ist aus der Art, Gröfse und Richtung des Druckes, so wie nach anderen noch etwa zu berücksichtigenden Verhältnissen, die Gestalt des herzustellenden Gewölbes bestimmt, so ist es vor Allem erforderlich, diese Gestalt zu entwerfen, um Schablonen oder Lehrbögen danach zu fertigen.

Die hierüber zu gebenden Bestimmungen gelten sowohl für die Fertigung von Schablonen für wirkliche Gewölbe , als auch ßir krummstirnige Scheibenmauer.

Nach dem schon im Vorigen gesagten , wird die Krümmung eines Gewölbes entweder nach einer Kettenlinie, einer Ellipse oder einer Kreislinie entworfen.

§. 40.

Die Kettenlinie kann entweder nach einer mathematischen Formel oder durch ein mehr empirisches Veirfahren bestimmt werden.

Da in den meisten Fällen Weite und Höhe des Gewölbes genau gegeben sind, so ist es ziemlich schwierig und zeitraubend , die Gestalt der Kettenlinie jensen Bedingungen entsprechend, auf die erstere Art mit Genauigkeit aufzufinden, obgleich man zu dieser Bestimmung für die gewöhnlichen Fälle einen hinreichend genauen Näherungsausdnick hat.

Da man sich bey wirklichen Bauausführungen fast durchgängig genes zwey ten empirischen Verfahrens bedient, so halte ich es nur der Vollständigkeit wegen für nöthig, genes erstere näher anzugeben.

Wird nehmlich die gröfste Höhe des Bogens der Kettenlinie, Taf III. Fig. 22 ah :=L Xy die hale gröfste Weite derselben ah -=1 a d genannt y aber eine dem Gewichte, welches als die Kette in ihrem Scheitel c anspannend angenommen wird, gleiche, beständige Gröfse, welche mit :r und y xn einem sich gleichbleibenden Verhältnisse steht, so ist, für die bey Gewölb - Anlagen gewöhnlich vorkommenden FäUe, innerhalb der Grenzen von ;ir und x 98..

399397 -f-lOOOOr nach welchem Ausdrucke man sodann fiir die auf c a von c aus für x willührlich angenommenen Abscissen, die zugehörigen Ordinaten y bestimmt.

Es sey z. B. die gröfste Höhe des anzulegenden Gewölbes a c 24, die gröfste Weite i d 32 deren Hälfte a Ä rf 16. so erhält man furj; 24y=:16 nach obiger Formel -

7,6125 und nach und nach, indem man vom Scheitel c-ans 1, 2, 4, 8, 12, 16, 20 24 setzt

p 3,86; 5,4; 7,5; 10,24; 12,18; 13,68; 14,93; 15,99, wonach man mit erforderlicher Abgleichnng, die Kettenlinie construirt.

Das zweyte, gewöhnlichere, einfachere und schnellere Verfahren, welches für alle Fälle anwendbar ist, um die Kettenlinie zu verzeichnen, ist folgendes:

Wenn Taf III. Fig. 23 für das anzulegende Gewölbe die Weite, oder die beyden Punkte a und $ , ingleichen die Höhe oder der Scheitelpnalit c , gegeben ist , die Sohle ab aber horizontal liegen soll, so giebt man diese drev Puncto auf einer senkrecht aufgestellten oder aufgehänfften hölzernen Tafel A BC D an , schlägt in a und b zwey Nägel oder Stifte ein , und hängt an diese eine feine DratUrette mit sehr gelenkigen und kurzen Gliedern oder auch eine nafs gemachte Schnur von Seide, Flachs, Hanf oder Kameelgarn, und läfst dieselbe so weit herunter hängen, bis sie den Punct c trifft. Hierauf zeichnet man diese Curve auf der Tafel mit Bleystift an, oder man drückt die vorher in Rötheiwasser getauchte Schnur gleich auf der Tafel ab , wonach sodann die Schablone geschnitten werden kann.

Um die Tafel in möglichst senkrechter Lage zu erhalten, kann man dieselbe auch an einer beweglichen Axe zwischen zwey Säulen aufhängen.

Soll die Sehne des Gewölbes eine gegen den Horizont geneigte Lage erhalten, so giebt man entweder nur der Linie a b diese Neigung , oder man hängt die ganze Tafel so auf, dafs die obere Seite derselben AB, ab parallell gerichtet wird, wo man dann ebenfalls, von den beyden Punkten a und b aus , die Schnur bis zu dem angezeichneten Scheitelpuncte c herabsinken läist

f. 4L

Um eine wirkliche geometrische Ellipse zu construiren, welche bey der Grubenmauernnff nur selten Anwendung findet, kann man sich versehiedner Verfahren bedienen, welche ich hier in der Kürze auffuhjen werde.

Wie bekannt, ist die EUipse diejenige krumme Linie, in welcher die Summe der Abstände jedes Punktes in derselben, von zwey in einer gegebnen geraden Linie liegenden Punkten, den Brennpunkten, unter sich und der ganzen Länge dieser geraden Linie gleich, aber gröfser als der Abstand der beyden Puncle von einander ist. So z. B. Taf. ffl. Fig. 24. a.fD Df'=AB>ff\

Diese , die Ellipse ihrer Länge nach halbirende Linie A B heifst deren grofse Axe.

Nennt man deren Länge oder die unveränderliche Summe der Abstände D Dfz=z2aj halbirt die Entfernung der beyden Punkte y*'" auf AB in C, und nennt f C '=1 C "r. so erhält man für die auf A B von C aus willührlich angenommenen Abscissen o;, die darauf rechtwinklichen, die krumme Linie bestimmendeii Ordinaten y nach der Formel

in welcher das -f- Zeichen for die Ordinaten über, das — Zeichen für die Ordinaten unter der Linie gilt.

Eine durch diesen Punkt C, den Mittelpunkt der Ellipse, gelegte, die Linie AB rechtwinklich schneidende gerade Linie , weiche , bis an die Peripherie der Ellipse ver- längert, deren gröfste Weite, und die beyden Puncte in derselben giebt, deren jeder von y und y*", den Brennpuncten gleich weit entfernt ist, giebt die kleine Axe der- EUipse DK

Die Hälfte dieser kleinen Axe D E iebt zugleich die mittlere Proportionale zwischen den Entfernungen jedes der beyden Brennpuncte f, von den beyden Scheiteln der Ellipse A und demnach Af\ C C E :fB.

Von E und D ans sind auch die Brennpuncte und jf' zu finden indem man A B von E oder D aus mit A B schneider.

Nennt man die ganze grofse Axe a, die ganze kleine 2, so ist für die Bestimmung der, zu den von dem einen Endpuncte der grofaen Axe A oder B aus, xa nehmenden Abscissen o; gehörigen rechtwinklichen Ordinaten y, die Gleichung vorhanden :

Setzt man z. B. a 36, 2 24, so ist, fiir or nach und nach 1,2, 4, 6, 8, 11, 14, 18, 22, 25, 28, 30, 32, 34, 35, 351, genommen, g 2,81; 3,94;

5,49; 7,53; 9,01; 9,97; 11,05; 11,7; 12; 11,7; 11,05; 9,97; 9,01; 7,53; 5,49; 3,94; 2,81.

Der in der Ausübung am häufigsten vorkommende Fall ist der, dafs die grofse und kleine Axe gegeben sind, aus welchen die Ellipse bestimmt werden soll*

Das Verhältnifs : dafs die Summe der Abstände jedes Punctes der Peripherie der Ellipse von deren beyden Brennpunkten der Länge der grofsen Axe gleich ist, giebt XU folgendem Verfahren, die Ellipse zu verzeichnen, Veranlassung.

Nachdem man beyde Axen so über einander gelegt hat, dais sie einander in der Mitte ihrer Länge rechtwinklich schneiden so bestimmt man von dem einen Endpnncte der kleinen Axe D E aus , mit der Hälfte der grofsen die Brennpuncte ff in der letzteren. Taf. IIL Fig. 24. b. Theilt man nun die grofse Axe in der Länge zwischen beyden Brennpuncten in beliebige Theile , nimmt sodann je zwey zusammengehö- rige Stücke der grofsen Axe in den Zirkel und bestimmt mit denselben von den Brennpuncten aus Durchschnitts -Puncte, über und unter der grofsen Axe, so liegen diese in der Peripherie der Ellipse.

Z. B. man theilt die Länge//' in a', a", ö"' u. s. w. und beschreibt mit' dem Stücke A von / aus über und unter der grofsen Axe Kreisbogen , welche man mit dem Complemente a' B von/ aus schneider, so erhält man in Puncte im Umfange der Ellipse ; wiederholt man dieses Verfahren mit A a" £, A o*', a'" B u. s. w. so erhält man in A% A" A"'\ etc. noch mehr dergleichen Puncte, welche man durch eine fortlaufende Linie zur Ellipse verbindet.

Auf diese Constructions - Art begründet sich ein anderes häufig angewendetes, empirisches Verfahren: Man befestigt nehmlich in den Brennpuncten einen Faden von der Länge der grofsen Axe, spannt diesen durch einen Stift aus und beschreibt, ihn stets in dieser Spannung erhaltend, mit letzterem die Peripherie der Ellipse.

Dieses letztere Verfahren bey Entwerfung der Ellipse , ist bey der Anlage der Mauerung auf den Königlichen StöUn in der Freyberger Bergamtsrevier, in neuerer Zeit von mehreren StoUnobersteigem öfters angewendet worden; so z. B. bey Verreifsung der Ellipse für den auf dem Alten tiefen FürstenstoUn getriebnen Umbruch.

Wird die Ellipse bey gegebner gröfster Weite und Höhe durch diese Construction zu ispitz, so helfen sich die Steiger dadurch, dals sie statt dieser spitzen, eine andere, nach einem Kreisbogen gebildete Kappe, welche daher abgerundeter ist, auf die Ellipse aufsetzen.

Soll die aufzuführende Ellipse unten abgeschnitten seyn, so wird dazu die ganze Ellipse verrissen, von der die erstere nur ein Stück ist.

f. 42.

Der Vollständigkeit halber wiH ich hier noch zwey Instrumente zur Beschreibung der Ellipse auffuhren, sogenannte Eilipsographen, welche übrigens bey Entwürfen zu Anlagen nur sehr selten in debraueh genommen werden.*)

Der erste derselben besteht aus einem langen geraden Lineale AB Taf. IV. Fig. 26 welches in der Mitte seiner Länge einen Zapfen C, den Zapfen des Mittelpunctes, hat, um aufserhalb des grofsen Lineals zu fallen, in einem Träger Hl befestigt ist. Um diesen ZtBpfen C bewegt sich ein kleines Lineal, CD, das Central -Lineal es ist mit gleich weit von einander abstehenden Löchern versehen, in deren einem der Rollzapfen E befindlich und um diesen ein drittes, ebenfalls mit Löchern versehene? Lineal F G beweglich ist ; das Stiftlineal ; dieses Lineal liat in einer gewissen Entfernung von E, E H CE einen nmden Stift jET, den Leitzapfen, mit welchem es an dem Lineale A B hingleiten kann.

Das lange Lineal wird durch untergelegte Klötzchen und an seinen Enden angebrachte Stellschrauben , von der Tafel , auf welcher die Ellipse verzeichnet werden soll, etwas abstehend, befestigt.

Um die Ellipse zu beschreiben legt man das Central -Lineal CD und das Stiftlineal EQ auf AB lang auf, befestigt in einem der Löcher des Stiftlineals, P, einen Bley Stift, und bewegt nun das Centrallineal CD um seinen Mittelpunct serum, indem man den Zapfen H stets an A B hingleiten läfst.

Beiebreibnng einet Elliptograplu , womit man ware EUipien, oline Berechnung der Brennpanctt bechretben kann; nebst etwaa Neoem Aber den Bracken- und Gewdlb-Bao. Von dem Verfaner der iweckmafiigen Luftreiniger. 8. Gotha 1794.

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So erhält man die eine Witte der Ellipse und kann entweder dieselbe abtragen oder die andere Hälfte eben so verzeichnen.

Um mit diesem Lineale eine Ellipse zu beschreiben , müssen deren beyde Durch messer oder Axen , auch die Längen C E, E H gegeben seyn.

Für wirkliche Ellipsen mufs hierbey C E stets so grows als E H seyn , daher eine dieser Längen durch die andere bestimmt wird. Die Länge CE ist das Viertel der Summe der Länge beyder Axen. Ist daher z. B. die grofse Axe 18 Fufs, die kleine 10 Fufs, so erhält man 18 + 10 7 Fufs für die Länge CE E H

Die Entfernung, in welcher der Bleystift P von dem Leitzapfen H eingesetzt wird, ist der halben kleinen Axe gleich, in diesem Beyspiele also 5 Fufs.

Soll zugleich die Stärke des Gewölbes auf der Schablone mit verzeichnet werden, so kann man nach dem Verzeichnen der innern Pheripherie den Leitzapfen H auf E G um die dem Gewölbe zu siebende Stärke weiter hindus, B. nach jET, den Rollzapfen E um dieselbe Länge nach rücken, worauf sogleich die äufsere Peripherie angezeichnet werden kann.

Will man eine auf der kleinen Axe stehende Ellipse gleich als solche verzeichnen, so kann man das Stiftlineal über E hindus verlängern, wie in Taf. IV. Fig. 27, und den Bleystift in P einsetzen.

Dafs, wenn hierbey der Theil E P' E H CE gemacht wird, P von C aus eine auf senkrecht stehende gerade Linie beschreiben mufs, ergiebt sich sogleich aus dem Betracht, dafs P H in diesem Falle als ein unveränderlicher Kreisdurchmesser anzusehen ist, über welchen bekanntlich jeder Peripheriewinkel ein rechter ist, daher bey der unveränderten horizontalen Lage von A C, P' stets rechtwinklich über C stehen und in eine auf A B vertikale Linie C P' fallen mufs.

Mit diesem Instrumente kann man auch Ellipsoiden , Eylinien n. dergL beschreiben. Diefs geschieht, wenn man die Schenkel oder die Lineale CE und £if ungleich macht. So entsteht z. B. eine Eylinie , wenn man das Stiftlineal E H länger macht als das Centrallineid CD.

Eine andere Art Eilipsographen, welche sich nur für die Beschreibung der wahren Ellipse eignet, besteht aus einem grofsen reehtwinklichen und gleichschenklichen Triangel EC D Taf. rV. Fig. 28, auf dessen beyden Schenkeln E C und C jD ein Lineal A B mit einem darin befestigten Bleystifte P bewegt wird.

Das Lineal AB ist etwas länger als CD und C E; es ist mit Löchern versehen, in welche die Leitzapfen A und B gesteckt werden können, die jedoch auch wohl in einem darin anzubringenden Schlitze durch Schrauben befestigt werden.

Nun steckt man in A den ersten Zapfen ein, trägt die hale Länge der kleinen Axe von A nach P, wo man den Bleystift befestigt; von P nach B trägt man die hale Länge der grofsen Axe und befestigt daselbst den Zapfen B. Nun legt man das Lineal AB an C den Zapfen jB in C an, führt sodann den Zapfen £ an CD, den Zapfen A wx E C hin, indefs der Bleystift P den vierten Theil der Elllipse beschreibt.

Durch Abtragung derselben oder Widerholung des beschriebnen Verfahrens erhält man die ganze Ipse.

f. 43.

Wie ich indefs schon im Anfange bemerklich gemacht habe, werden diese Instrumente selbst für Verzeichnung wirklicher Ellipsen, bey der Grubenmauerung selten, und alsdann höchstens nur defshalb angewandt, um die beabsichtigte Gestalt, auf welche es vorzüglich abgesehen ist, schnell und ohne grofse Mühe zu erhalten; weit häu- figer setzt man, wie schon erwähnt, die Ellipse aus Kreisbogenstücken zusammen.

Hierbey beobachtet man jedoch wo möglich die Symmetrie in so fern, dafs man diese Bogen nicht zu ungleich nimmt , so da£ etwa die Ellipse auf der einen Seite eine ganz andere Krümmung erhielt, als auf der andern. Diefs ist auch um so eher thunlich, da diese Gewölbe stets einen Ueberschufs von Sicherheit der Stärke und Spannung erhalten.

Bey dieser Zusammenstellung der Kreisbogen ist zu beachten, dafs dieselben gut in einander übergehen, dafs also die Radien der Vereinigungspuncte der Krümmungen in eine und dieselbe gerade Linie zusammen fallen.

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Das ffewohnliche Verfahren bey EntwerfaBg von Ellipsen dieser Art ist im Allgemeinen folgendes:

Man sacht zuerst den dem Zwecke des Gewölbes und den örtlichen Verhältnissen angemessensten kleinsten Kreisbogen far die Kappe , Taf. IV. Fig. 29, a und den grofsten für bey de Seiten, cd, beyde, so weit diefs den angegebnen Verhältnissen zu* folge möglich, nach beliebigem Durchmesser. Hierauf sucht man einen mittleren Radius zwischen jenem kleinsten und grofsten, b e :=z d welcher in der Verlängerung des Halbmessers des Endpunctes der kleinsten Krümmung, für die Kappe, wo dieselbe den des Endpunctes der ffröfsten, für die Seiten, trifft, liegt, und durch welchen maa jensen kleinsten Bogen allmählig in den grofsten überführt. Zuweilen wird wohl auch zwischen diesem ersten mittleren und dem grofsten Halbmesser, noch ein zweyter mittler gesucht, wo dann der Mittelpunct des ersten erst wieder in den Radius des zweyteit fällt. So z. B. in Taf. IV. Fig. 30, wo a 2 der Halbmesser der kleinsten, gf der der grofsten, ed der der ersten mittleren, ejder der zweyten mittleren Krümmung ist; da überhaupt die Ellipse desto vollkommner und zweckmäfsiger wird, je besser die Bogenstücke derselben in einander übergehen. Sehr unstatthaft ist hingegen das zuweilen angewendete Verfahren , die gröfste Krümmung unmittelbar an die kleinste anstofsen zu lassen.*)

Abänderungen in dieser Constmction finden zuweilen statt, wenn etwa die untere Kappe der Ellipse nach einem anderen, gröfseren Halbmesser herzustellen ist, als die obere, wie diefs wohl örtliche Umstände nöthig machen können.

Ist die Ellipse nicht ganz umlaufend , so müssen die Widerlager in Radien der Bogenstücke der Füfse liegen. Taf. IV. Fig. 30 e d.

Da, vorzüglich bey ganzen Ellipsen, die einzelnen Theile derselben den auf ihnen lastenden Druck auf die übrigen übertragen, so müssen, vornehmlich in wichtigen Fällen, die näheren Bestimmungen der Halbmesser, Zahl und Gröfse der Bogenstücke, den örtlichen Verhältnissen genau angepafst werden.

Für allgemeinere und öfter wiederkehrende Fälle sind jedoch in den verschiednen Sächsischen Bergwerks - Revieren, gewissermafsen feststehende Normen angenommen, von denen ich die vorzüglicheren in dem folgenden Abschnitte specieller anzugeben Gelegenheit haben werde.

f. 44.'

Die Kreislinie, als die in der Grubenmauerung für Gewölbe am häufigsten angewendete, ist auch am leichtesten zu bestimmen.

Das erste Erfordemifs für eine solche Bestimmung ist: den Halbmesser und den Mittelpunct des Kreises zu finden, dessen Krümmung das Gewölbe erhalten soll. In den gewöhnlichen Fällen , wo der Zirkel, d. h. das Verhältnifs der Boffenhöhe zar Sehnenlänge, gegeben ist, erhält man, bey f Zirkel (s. f. 32) oder 3 Zoll Höhe auf jede Elle Weite, den Halbmesser, wenn man die Sehnenlänge mit 44* W i Zirkel, oder 4 Zoll Bogenhöhe auf jede Elle Weite , wenn man die Sehnenlänge mit 4 multiplizirt.

Allgemeiner kann diese Aufgabe auf folgende Art gestellt und gelöst werden.

Es sey von einem zu überwölbenden Räume, z. B. einer auf einem Gange getriebnen Strecke , die Weite, auf welche das Gewölbe gespannt werden soll , das Fallen der Seitenflächen, (das des Ganges) gegeben; ferner habe man durch Untersuchung der Oertlichkeiten , als: des Druckes, der Beschaffenheit des Nebengesteines u. s. w. die Winkel gefunden, unter denen der Druck in die beyden Widerlager vertheilt werden soll, durch welche Dnickwinkel zugleich die Spannung des Gewölbes bestimmt wird; (so wie umgekehrt aus letzterer die ersteren zu finden sind). Man habe ferner unter Berücksichtigung der Gestalt und Gröise des frey zu erhaltenden Raumes denjenigen Punkt bestimmt, wo der eine Fufs des Gewölbes, etwa im Hangenden, anfallen soll: so soll hieraus der Mittelpunct des Bogens gefunden werden, nach welchem das Ge- wölbe zu spannen ist.

Dieser kann durch Constmction oder durch Berechnung gefunden werden.

1) Durch Constrhction Taf. V. Fig. 31.

Sey abe der Druckwinkel im Hangenden ; i der bestimmte Anfallspunct des Ge-

Beyipiele Ton eotgegengetetitea Extremen finden ticli dageegn snweilen, indem man EHipien aui echt, sieben, ja acht MiUelpnncten beschrieben bat.

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wölbes im Hangenden; d ef der Dnickwinkel im Liegenden, einstweilen an eiAen be liebigen Punct in demselben angetragen ; so verlängere man die Linie -e b, bis sie das Liegende in d trifft, seize hier den Dmcküvinkel c df an, nehme h d \vl den Zirkel nnd schneide Ton d aus d g b d, ziehe b g nnd lege durch den Punct j( , in welchem b g das Liegende schneider, die mit dj Parallele / h u Errichtet man nun in h und h auf e b und h t Normalen, b k und Ai, so wird der Punct i, in welchem sich beyde schneiden, der gesuchte Mittelpunct des Gewölbes seyn.

Denn: der Regel gemäfs soll die Richtung des Haupt -Druckes durch die Mitte des Bogens gehen ; daher b l zzz Ih seyn , und die verlängerten Drucklinien e b und h i in der Mitte des Bogens, in /sich schneiden Macht man nun die in der Richtung des liegenden Druckwinkels gezogne dg r=: d bj so verhält sich bl : Ih bd: dg folglich b l l h. ,.

Da nun die Widerlager des Gewölbes auf den Drucklinien rechtwinklich nnd zu

fleich in den Radien der Endpuncte des Bogens liegen müssen , so fallen auch die in und k errichteten Normalen in diese Radien und ihr Durchschnittspunct i ist der Mittelpunct des Gewölbes.

2) Durch Rechnung, Taf. V. Fig. 32.

Um den Punct i im Liegenden, an welchen der /Winkel ihc anzutragen, und von welchem aus durch die Normale h k der Mittelpunct des Bogens, £, zu bestimmen ist, zu findcm, mufs zuvor der Winkel h b kj oder der Winkel db h gefunden werden ; denn da diese beyden Winkel die Lage der Sehne b h, des Bogen, und durch diese den Anfallspunct des Gewölbes im Liegenden, bestimmen, so hat man alsdann, durch Errichtung der beyden Normalen b k und h k in den Endpuncten des Bogensy die .'beyden zugehörigen Radien und durch deren Durchschnittspufict den Mittelpunct des Bogens anzugeben.

Es ist aber der Winkel hb k z=z J- der halben Summe der beyden

Druckwinkel und rf i Ä 90 — (fLL£±£*l)-

Denn: man errichte in b und h auf e b nnd ih die Normalen und Radien b k und jl k , verlängere e b bis d nnd i h bis es i2 in / schneider, so ist / die Mitte des Bö

gens, b l l h; hierauf ziehe man die Sehne b h und nenne, der Kürze halber, den druckwinkel im Hangenden, a b e 0, den im Liegenden, chi :=z den Centriwinkel des Gewölbes, b kh 11, den Winkel / £=y, /iA=:2, AA ir

so ist : Ä /Ä -4- ;ir, y 180 — (0 4" Es ist ferner aber y als Aufsenwinkel 2au

der halben Summe der beyden Dnickwinkel.

180 — fO -t" Dafs z o"" — liBXOk auch noch daraus erwiesen werden , dafs , da

hlk=. Ikh z=T blk--lhk 2i{, blh--bkh ebenfalls 2 il seyn mnfs. Daher: 4 Aäz=:180 — blh; aber* /Ä 04-, also Ä A Ä 180 (0 4-'a?)=y.' Nun ist in den congrueaten Triangeln b Ik und bl lbkz=zlmbz=zRblk

IJeberhaupt kann dieser Beweis noch auf mehrere andere Arten geführt werden

§: 45.

Der bisher angeführten Verfahren zur Verzeichnng der Curven bedient man sich auch zur Fertigung der Schablonen für krummstirnige Scheibenmaner, sowohl in Schächten als auf Strecken, bey Halten-, Teichdamm-, Ufer -Mauer, Grabenfuttem u. dergl. wie ich schon früher erwähnt habe.

Die SchachtmaueruDg ausgenommen, findet dabey die Kettenlinie halbere An

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Wendung , eben so wie der Kreisbogen , da bey so flachen Krüinmnngen der Unterschied unbedeutend ist.

§.46.

Soll zur Ausführung eines Gewölbes geschritten werden, so ist, wie bey der Scheibenmauerung, und zwar meist noch mehr, für die Herstellung des erforderlichen Hau mes zu sorgen j wenn derselbe nicht schon vorhanden ist.

Diefs kann schon vorläufig, nach der allgemeinen Bestimmung der Art des anzulegenden Gewölbes, geschehen, welcher Raum alsdann, vorzüglich bey gröfseren Bauen, nach Aufstellung der Schablonen noch genauer berichtigt wird, damit man nicht etwa denselben Anfangs iiberflüsfsig grows vorrichtet und ihn, den dadurch verursachten, oft sehr bedeutenden Kostenaufwand ungerechnet, später wieder auszusetzen genöthigh ist.

In festem Gesteiae wird dieser Kaum ausgeschossen oder mit Schlägel und Eisen ausgehauen. Ist er aber in abgebautem und wieder versetztem Felde herzustellen , oder in schon verzimmerteitf- Felde, aber nicht weit geiiug, vorhanden, so seht man durch Abtreiben mit sogenannter verlorner Zimmerung in der erförderlichen Weite und Hohe der Mauerung voraus. Diese Zimmerung wird wie andre unter denselben Umständen, jedoch mit so schwachem Holze ausgeführt als es die zu erlangende Sicherheit irgend erlaubt, da dasselbe nur sißlten', später auch nur zum Theil wieder zu gewinnen, und meist ganz verloren ist. .

Es kann bey dieser Vorrichtung des Raumes der Fall vorkommen, dafs man an sich sehr festes Gestein dennoch nur mit Schlägel und Eisen bearbeiten darf; wenn nehmlieh dasselbe in grofsen Masseii kluftig ist, und man es durch Schiefsen im Ganzen rege zu machen befüichteil ranfs.

Zu dem zum Arbeiten nöthigen Räume giebt mai wo möglich nicht 6ber i bis Elle Höhe und Weite über dem Gewölbe.

Ist, besonders bey wichtigen Ausfühmiigeh, der Raum ganz oder zum Theil in frischem Felde herzustellen, so werden gleich Anfangs, zur Erlangung eines festen Anhaltens, Hauptlehren geschlagen und* Schnuren gezogen. .

Sehr zweckmäfsig ist es, vorzüglich auf StÖlIn, deich beym ersten Abtreiben die Förstenzimmerung so hoch acu schlagen, dafs später Mauerung darunter Platz hat, indem diefs auch in dem Falle keinen Nachtheil bringen kann, wenn auch keine Mauerung daselbst nöthig werden sollte. . '

Dafs die Herstellung des zur Mauerung nöthigen freyen Raumes auf Strecken und in Schächten durch Ertliche Umstände oft sehr schwierig und gefahrvoll gemacht wird) besonders in abgebautem Felde oder ganz rolligem Gebirge, brauche ich wohl kaum noch besonders hervorzuheben. Da Jedoch die. Beseitigung . der. dabey vorkommenden Hindernisse ganz in den Bereich der Zimmerung fallt , so liegt ein Weiteres Eingehen in diesen Gegenstand nicht in den Grenzen dieser Abhandlung.

§. 47. .

Ist indefs die Curve für das Gewölbe bestimmt und verzeichnet worden, so werden hiernach die Schablonen oder Lehrbögen, (in der Sprache der Arbeiter auch Biegen genannt , ) gefertigt.

Diese bestehen auf znsämihehgefiigten und durch übergenäglte Leisten tind Queer- bänder verbundne Brettier oder Pfosten, welche nach' der dem Gewölbe gebenden Form geschnitten sind lind soikiit die Gestah des Qaeer9ptlnitte(3 geben, nach welchem das Gewölbe aufgeführt w*den soll, Taf,, Y, Fig,.33, 34, 35< .

Sie werden meist aus bis I.Zoll starken Spündebrettern gefertigt, für stärkere und schwerere Gewölbe auch ausl bis 2 Zoll starken Pfosten, aug Pfosten und Brettern zusammen oder endlich, in aufserordentlichen Fällen, sogar aus doppelten Pfosten.

Sollen die Schablonen später verschalt werden (s. 54) so schneider man siA nach einem um soviet, kleineren Krümmuishalbmesser, Stärke der aufzulegenden Verschalung beträgt.

Zu ganz oder fast anz umlaufender Ellipsen- oder der ähnlicher Mauerung, werden die Schablonen nnt aus soviet Brettern oder Pfosteä zusammengesetzt, als nöthig sind , um die Gestalt des Gewölbes darauf zu beschreiben und dem Ganzen hinlängliche Haltbarkeit zu geben. Taf. V. Fig. 34. Für gröfsere Anlagen müssen sie völlig abgebunden, mit Queerbändem und Riegeln versehen werden i wobeyman, sovielmögr lieh, freyen Raum dazwischen läfisc, um dieComnranioationduFchsie nicht zu sehr jeu sperren.

7&

Ist die Canre erst anf einer digger Schablonen verrigsen and aasgeschnitten, so werden alle übrige darnach gefertigt*

Wo fortlaufende Gewölbe auf Strecken von Tersohiedner Weite gefertigt werden, schneider man die Schablonen nach der grofsten Weite, um sie bey dem späteren Fortsetzen derselben, (s. 55) den übrigen geringeren angemessen, kleiner schneiden zu können.

Man hat auch zuweilen eiserne Schablonen vorgeschlagen und angewendet. Diese könnten:

1) schon an siöh nur bey solchen Anlagen angewendet werden, bey denen Form und Qaeerschnitt der Mauerung stets dieselben bleiben;

2) müfsten sie verhältniismäfsig leicht, daher nur von schwachem Schmiedeeisen gefertigt werden; sie würden daher kostbar und dennoch leicht zu verbiegen und zu beschädigen seyn;

würden sie dennoch beschwerlich hin und her zu schaffen, diefs aber um so mehr

zu berücksichtigen seyn, da vorfallende Reparaturen in der Schmiede ausgeführt

werden müfsten.

Einen Versuch dieser Art hat man im Jahre 1803 auf dem Froschmühlenstolln bey Eisleben angestellt j auf welchem elliptische SchaUonen von bis Zoll starkem, 3 Zoll breiten Flacheisen, oben und unten durch eiserne vierkantige Queerstege verbunden, (Taf. V. Fig. 36.) in je i Lr. Enifernung von eidander aufgestellt wurden.

Diese sollten folgende Vortheile gewähren:

1) Dafs darauf Verschalung angebracht und auf diese,, ohne Schnur und Latte, wie es bis dahin gebräuchlich gewesen war, gemauert werden sollte;

2) dafs auf den unteren Steg Tragewerk gelebt, und die Förderung während des Mauerns ungehindert durch diese Schablonen hindurch, gehen sollte , was bey dergleichen von Holz nicht möglich sey, welche durch ihre mehrere Befestigung in sich, für die Förderung wenig Raum liefsen.*)

Da jedoch an jensen Pnncten mit greisen und schweren Sandstein- Werkstücken

femauert wurde,**) welche die Maurer gewöhnlich l4age für Lage an eine über zwey chablonen gelegte Latte anrückten , darnach richteten und zusammenarbeiteten ,' bevor sie dieselbe in Kalk legten, welche Latte sie daher öfters wegzunehmen hatteh, um die Lage zu übersehen, indem sich diese Steine, einmal in den dort angewendeten sehr schnell bindenden Gipskalk gelegt, nicht leicht rücken, oder durch eingelegte Schiefer festlegen liefsen, so behaupteten die Maurer nicht mit Unrecht, mit der Verschalung nicht fortkommen zu können, wenn sie die Mauer satzweise gut zusammenarbeiten sollten, ohne sich hinterher mit vielem Auszwicken helfen zu müssen; überdem klagten sie auch über die durch das öfter nöthine Ablehren und Aufnchten der leicht za verrückenden eisernen Stege verursachte Versäumnifs.

Waren überdiefs die oberen Stege nicht ganz genau gearbeitet, so wurde der obere Theil der Ellipse herein und ganz aus seiner vorgeschriebnen Form gedrückt.

§. 49.

Nach Herstellung des nöthigen Raumes wird durch genaues Ablehren und Schnurenziehen die richtige Lage des Gewölbes bestimmt, worauf man, vornehmlich bey 'Strec'kengewölbeh , die Stege für die Lehrbögen legt.

Diese Stege werden aus 6 , 8 , ja bey sehr grofsen und schweren Gewölben ans '10 — 12 Zoll starkem Holze gefertigt, auf welches die Schablonen aufgestellt werden. Man legt sie in Bühnloch und Anfall, Welche in das Gestein eingehauen sind, oder, wenn letzteres nicht fest genug seyn sollte, unterstützt man sie durch an den Enden untergesetzte Bolzen und Ünterzügov

Für Ellipsen werden auch wohl die. Stege auf die Sohle gelegt, öfter die Schablonen unmittelbar auf letztere aufgesetzt, oder endlich wohl auch auf beyden Seiten zwey starke Schwellen im Streichen des Gewölbes gelegt, und auf diese alle Schablonen aufgesetzt. Taf. V. Fig. 35. a a.

Indem man, ohne Trageweric, awi der WiMaertaige heranf maaertt. Sie waren gemeinigliek 1 EUe lang, U ZoU breit nud 8 ZoU stark.

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Wo die Widerlager des Gewölbes in Scheibenmaner bestehen, werden naturBch die Stege auch auf diese aufgelegt.

Bey Legung der Stege mnis mit möglichster Sorgfalt und Genauigkeit verfahren werden, da sie das Anhalten fuf das ganze Gewölbe geben* Sie müssen daher voUr kommen rechtwinklich mit dem Streichen des Gewölbes, mit ihrer Oberfläche genau in einer und derselben, und zwar in der Fall -Ebne des Gewölbes, welches die der.Strek? ke ist, liegen. Sie müssen daher, für Förstengewölbe, in durchaus gleicher Höhe über dem Tragewerke, für Stutzgewölbe wenigstens in gleicher Lage gegen dasselbe, angebracht seyn.

Das Hanptanhalten für diese Stege und die darauf zu stellenden Lehrbögen giebt eine, in der Forste der Strecke und im Scheitel des anzulegenden Gewölbes, nach dessen Streichen j mit dem Tragewerke parallel gezogne Schnur, in welche demnach die Scheitel aller Lehrbögen fallen müssen. Zuweilen wird wohl auch diese Höhe für jeden Bogen, besonders vom Tragewerke aus, mit einem Sperrmafse angegeben j was indefs ziemlich unsicher, ist.

Die Stege Werden meist in ii Elle Entfernung von einander, daher auf 3 Ellen Länge zwey gelegt; für gröfsere und schwerere Gewölbe, unter Berücksichtigung der Gestalt derselben, wohl auch in einzelnen Fällen noch näher, in anderen aber, wenn die Lehrbögen aus Pfosten und haltbar abgebunden sind, wohl noch entfernter, mit je 2 Ellen Zwischenraum, gelegt, nur mnfs alsdann auch die Verschalung stärker als ge- wöhnlich hergestellt werlen, woven weiter unten mehr zu sagen seyn wird. So sind z. B. bey der Ausmauerung der Maschinenräume für die auf der Grube Segen Gottes Erbst, zu Gersdorf, in Freyberger Bergamtsrc vier, zu erbauende Wassersäulenmaschine, die Schablonen für die verschiednen elliptischen Gewölbe sämmtlich aus Pfosten, theils doppelt , theils durch Bretter verstärkt , . gefertigt , in 2 Ellen Entfernung von einander aufgestellt und mit Pfosten verschalt worden. Die Schablonen werden mit der unteren gut abgerichteten Seite auf diese Stege aufgesetzt und durch einige Nägel befestigt, auch wohl, in den gewöhnlichen Fällen, mehrere zusammen durch eine über ihre Scheitel gelegte und leicht aufgenagelte Latte einstweilen verbunden. Die an sich höheren Schablonen zu Ellipsen befestigt man auch wohl durch eine Art Zangen oder Klammern, Hölzer von mittlerer, übrigens der Gröfse der Anlage angemessener. Stärke, welche in den Entfernungen , in welchen die Schablonen von einander stehen , mit Einschnitten versehen sind , mit welchen sie , an erstere angeschoben , dieselben fassen und so von einander abspreizen. Taf. Y. Fig. 34. r. Fig. 37.

Die Mittelpuncte aller Lehrbögen müssen genau in der Axenlinie des Gewölbes, ihre Peripherieen in einer mit dessen innerer Wölung concentrischer Fläche liegen.

In einzelnen Fällen' ist das eben angegebne Verfahren, die Lehrbögen aufzustellen, zwair noch manchen Abänderungen unterworfen, vornehmlich bey den verschiednen Anwendungen der Ellipse. Hieriiber glaube ich indefs das Nähere deutlicher und vollstäniger in dem folgenden Abschnitte, bey den einzelnen Mauernngs- Arten, anfuhren zu können.

§. 50.

Nachdem nun nach der richtigen Stellung der Schablonen der nothige Raum genauer bestimmt und vollends berichtigt worden ist, werden die Widerlager gehauen.

Auch auf diese hat man schon vorher, bey Zuführung des ganzen Raumes, Rück sieht genommen und darf sie nun nur vollends genau berichtigen.

Da sie in- Radien der Gewölbbogen liegen, so ist bey Anlagen von Gewölben nach dem , Halbkreise deren Bestimmung am leichtesten , ' indem sie bey diesen in die Verlängerung der Oberflächen -Ebne der Bogenstege fallen.

Für kleinere Stücke des Kreises erfordert diese Bestimmung etwas mehr Zeit.

Man kann dabey auf yerschiedne Weise verfahren.

Am sichersteh it es, den Mittelpunct des Kreises fejst anzugeben Diefs kann entweder an einer hierzu an jedem Bogenstege angenagelten Lehre geschehen , oder nur an den abwechselnden, oder, wenn das Gewölbe nur geringe Länge hat, sui dem Anfangs- und End- Stege.

Ein sicheres Anhalten giebt auch eine, aus zwey unter einem rechten Winkel in Form einer Rinne zusammengenagelten. Latten bestehende, und in einer solchen Lage befestigte Lehre, da& die Axnie des Gewölbes genau in diesen Winkel fftUt.

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kann auch wohl ein geiMtu abgerichtetes in der Axeidinie festgelegtes Brett öder anderes Holz dienen, auf dessen Oberfläche dieselbe richtig angezeichnet ist.

Von dieser festen Axenllnie aas, wird die Richtung der Widerlager entweder durch ein in der Axe und an dem Puncte , wo der Fufs des Lehrbogens an das Gestein antrifft, angehaltnes Richtscheit, oder nur überhaupt eine gerade Latte, bestimmt; oder endlich, durch eine in der Axe befestigte Schnur, welche radial nach dem Fufspnncte des Lehrbogens gespannt wird . .

OefCer fällt jedoch auch der Mittelpunct des Bogens ganz anfserhalb des freyen Raumes, und in diesem Falle kann man die Richtung der Widerlager nur an den Schablonen anzeichnen und letztere durch angenagelte Leisten so vorrichten 5 dafis man zu jeder Zeit Lehren oder Richtscheite an diese Linie anlegen kann

Eine , vorzüglich für deh practischen Gebrauch des Arbeiters geeignete Bestimmnngs* art , welche auch am allgemeinsten angewendet wird , um wägrind des Hanens der Widerlager die Richtigkeit derselben stets ohne grofse Mühe untersuchen zu können, und welche bey der späteren Ausführung zum richtigen Bearbeiten und Aufstellen der Wölbsteine das Anhalten giebt , ist eine aus einem dreyseitiffen Brettstücke bestehende Lehre, dessen untere Seite nach der Peripherie der inneren Wölung geschnitten ist, während die andere in einem Radius dieses Kreises liegt ; setzt man .daher die erstere auf die Schablone (oder vielmehr auf ein über zwey Schablonen gelegtes Schalbret,) auf, so giebt die zweyte die Richtung des gesuchten Radius für irgend jeden Punct der Peripherie und vomit auch die der Widerlager an. Taf. VL Fig. 38.

Diefs ist der eigentliche Mauerwinkel, und es werden deren mehrere gleich mit den Schablonen gefertigt.

Diese Bestimmung der Richtung der Widerlager gilt sowohl für die Kreisbogen als auch für die aus solchen zusammengesetzten Ellipsen, bey denen die Widerlager wie ich schon erwähnt habe , stets in den Radien des auf dieselben treffenden Bogenstückes liegen.

Bey ihnen wird, was jedoch seltner der Fall seyn kann, der MittelpuHct entweder in die Fläche der Schablone, oder meist so fallen, dafs er wegen mangelnden Raumes nicht angezeichnet werden kann, in welchem Falle man sich mit Anzeichnnng eines Theiles des gesuchten Radius auf der Fläche der Schablone und dnrch nachmaliges Ai halten von Lehren helfen muls..

Eben so anwendbar wie für den einfachen Kreisbogen ist auch, hier der Mauer Winkel ; für die spätere regelgerechte Zusammenarbeitung der Steine , müssen deren jedoch für jede Schablone mehrere verschiedne, für jedes einzelne Bogenstück, aus welchem dieselbe besteht, ein besondrer, gefertigt werden; der für das unterste gilt dann auch für die Widerlager

§.51.

Etwas schwieriger und aufhältlicher würde die Angabe der Widerlager für wirkliche Ellipsen und Kettenlinien seyn. Für beyde wird sie jedoch bey der Grubenmauerung höchst selten ganz regelgerecht auszuüben seyn.

Für wirkliche Ellipsen müfste die Lage der Widerlager, dalier auch der Steinfngen, in die Normale des Punctes fallen, für welchen sie gesucht wird, h. in diejenige Linie, welche auf der Tangente dieses Punctes rechtwinklich steht..

Man erhält diese Tangente eines Punctes der Ellipse, indem man, Taf. III; Fig; 25. von den Brennpuncten F vaiif die Fahrsti'iche\F itf", xmifM nach jenem. Puncte M zieht, einen derselben' verlängert, und' den auf £ese Weise erhaltnen Winkel fMa halbirt; die Halbirungslinie hc wird die Tauffenfe, eine auf derselben rechtwinkliche Linie Md die gesuchte Normale seyn, welcne die Richtung der Widerlager in diesem Püncte angiebt.

In Kettengewölben liegen die Fugen der Steine, und vomit die Widerlager, rechtwinklich auf der roitderen Wölung (s. §. 24.) man erhält demnach ihre Lage auch nur durch die der Tangente des Punctes, auf welcher jene alsdann rechtwinklich steht.

Hier wird jedoch die Lage der Tangente nur durch Berechnung des Winkels gefunden, den dieselbe mit einer dureh die giölste Weite des Kettengewölbes gelegte Horizontale bildet.

Bezeichnet man daher mit y eine beständige Gröfse , dnrch welche die Gestalt der Kettenlinie für die gegebne gröüste Höhe und Weite der mittleren Wölung bestimmt

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wird ( f. 40 ) und den zn Buchenden Winkel , aber die H5he des Scheitels über dem Puncto, für welchen die Tangente gesueht wird, so ist Taf. III. Fig. 22.

oder w. (p ;j

Die Richtung Ton Widerlagern dieser Art, wiirde nur durch besonders aufgestellte oder an den Schablonen zu befestigende Lehren zu bestimmen seyn.

Beyde eben angeführte Verfahren für die Kettenlinie und die Ellipse begehen sich übrigiens auf die mittlere Wölung,

Für die schon häufigere Anwendung der sehr flachen Kettenlinie zu der krummstirmgen Scheibenmauer ist die eben gegebne genauere Bestimmung nicht erforderlich, da hierbey die Steinfugen und Widerlager ohne allen Nachtheil in den Radien eines Kreisbogeifs liegend angenommen werden können und die Steine selbst ohnedem nicht die genauere Bearbeitung der Wölbsteine erhalten.

§.52.

Werden zum Hauen der Widerlager nur in gewissen Entfernungen Lehren für deren Richtung aufgestellt , so untersucht inan die Richtigkeit der ersteren während und nach der Arbeit durch über je zwey Lehren im Streichen des Gewölbes gezogne Schnuren oder gelegte Latten; diels kann indefs nur geschehen, wenn die Widerlager in einer einzigen zusammenhängenden, nicht -in einer abgesetzten (s. 17. §. 34) Fläche liegen , in welchem FaUe die Anwendung des Mauerwinkels am empfehlungswerthesten ist.

Finden sich nur einzelne. Puncto in deh Widerlagern , wo das Gestein zu tief aus* gehauen werden mufs, um gehörige Sicherheit zu geben, so gleicht man dieselben wohl mit einzelnen Steinen oder IStücken Scheibenmauer aus; dafs man geringere Unebenheiten durch stufehweises Absetzen der Widerlagsflächen beseitigt , habe ich schon mehrmals erwähnt.

Ist aber ein Gewölbe oder Bogen auf der einen Seite auf festes Gestein, auf der anderen auf Mauerung aufzusetzen, sO hat man die gröfste Sorgfalt anzuwenden, dafii nicht durch das Zusammensetzen der letzteren, eine, dem Gewölbe nachtheilige, Senkung entsteht. Diese Scheibenmauer mnls daher sowohl an sich sehr gilt zusammengearbeitet werden , als auch , wenn es irgend möglich seyn sollte , eine Zeitlang für sich stehen , ehe das Gewölbe aufgeführt wird. Indels gehört dieser ganze Fall schon zu dem weniger häufigen ViMrkommen

§. 53.

Die Schablonen für Anlage krumnistirniger Scheibenmauer von geringer Höhe können, bey deren unbedeutender Rogenhöhe, oft aus einem einzigen Brette geschult ten werden, bey bedeutenderer Länge wenigstens nur aus einigen zusammengenagelten Brettern.

Man stellt sie auf Strecken an zwischen der Sohle und Forste eingespannte Spreizen, über Tage, an freystehenden Säulen auf, welche bey gröjGserer Höhe, z. B. für die Anlage von Teichdamm - Mauern , oft ganze Gerüste nöthig machen. Nach Maafsgabe der Gröfse der Anlage wächst cUe, für Streckenmauerung meist zu 3 Ellen zu bestimmende Entfernung, in welcher sie von einander aufgestellt werden,, bis zu 6, 15, 20 und mehr jElIen, auf. welche Iänge man mit Hülfe der über je zwey Schablonen gespanpiten Schnuren mauert.

f. 54.

Sobald die Widerlager richtig und regelmäfsig hergestellt sind, werden die Lehr- bögen mit der Verschalung bedeckt. Diejfa geschieht mit Latten, Schalbrettern oder Pfosten; (letztere, wenn das' Gewölbe gifser und schwerer oder wenn man die, ebenfcdls von Pfosten gefertigten, Schablonen in mehr als Elle Entfernung Ton einander aufgestellt hat; s. 49.).. Für gewöhnliche Gewölbmauemng besteht diese Verschalung aus bis! Zoll statken Spündebrettem von nicht über 6 Zoll Breite, damit sie möglichst genau die Krümmung des aufzuführenden Gewölbes geben, dessen innere Wölung durch die Oberfläche dieiser Verschalung bestimmt wird , indem sie sammy den Schablonen gleichsam den Kern oder die Form giebt, über weiche das Gewölbe, ge-

sehlagen wird. Wie ich choD bcfknerkte, wird der Halbmesser der Schablonen gegen den der inneren Wölung der Mauer in no viel kleiner angenommen, als die Stärke der Verschalung beträgt. Taf. V. Fig. 33*

Man hat auch seu weilen versucht den Schalbrettern, bey gröfiserer Breite, bleich Anfangs die Krümmung des Gewölbes zu geben , doch ist hierbey auf dem gewöhnuchen Wege, nehmlich dafs man dieselben sich krummziehen läfst, keine besondere Genauigkeit za erlangen.

Nur für die langen Seiten von Ellipsen, vornehmlich gröfserer, kann man Schal? Bretter und Pfosten von mehr Breite anwenden j da in jensen die Kjrümmnng* unbedeu* tend ist.

Die 'Verschalung wird seltener mit Einern Male über, die ganze Erummung der Schablonen hin weggelegt, sondern mehr, nach Mafsgabe der Oertlichkeit , nur nach und nach von bejden Mfsen des Gewölbes auf, so wie es während des Fortrückens der Mauerung nöthig wird. Diefs geschieht der mehreren Bequemlichkeit beym Arbeiten wegen, und ist stts in dem FaUe erforderlich, wenn über dem Gewölbe nicht so viel freyer Raum it, dafs der Maurer, auf der Verschalung .stehend, arbeiten kann.

Die Schablonen zu Ellipsen auf Strecken können daher nicht leicht mit einem Male ganz Verschalt lierden;- ja man mauert wohl sogar tuweilen die steil ansteiffen* den Seiten ganz ohne Verschalung auf, indem die beyden langen Sräten der Schablo ne für sich als Lehren aufgestellt werden, über welche man nur nach gezognen Schnuren arbeitete . Hat man die angemessene Höhe erreicht, so wird die Kappe auestellt und nach der vorbeschriebnen Art verschalt.

§.55.

Für ausgedehntere Mauerungsanlagen werden diese Vorarbeiten nicht mit einem Male auf die gaiize Länge aufgeführt.

Das Höher -Abtreil>en, Aufstellen der Lehrbögen und Hauen der Widerlager erfolgt dann meist auf je 12 bis 18 Ellen Länge, worauf man die Mauerünff beginnt, jene Arbeiten aber auf eine gleiche Länge fortsetzt. Die Lehrbögen und Verschalungen nimmt man gern, wo möglich, von 6 zu 6 oder von 12 zu 12 Ellen weg und stellt sie am Anfange der fortgehenden Maüerunfisanlage wieder auf.

Wenn es nicht schon zum Hauen der Widerlager nöthig war so werden jetzt noch, zwischen den Schablonen auf den Bogenstegen oder unter denselben, erforderlichen Falles Gerüste, aufgestellt, für die Maurer und zur Erleichterung der Zuförderung.

Bey Äufiiinrung gewöhnlicher Strecken - Ellipsen arbeiten die Maurer auf der Sohle stehend auf eine gewisse Länge so hoch hinauf al.dils ohpe. Beschwerde mög- lich ist, dann werden zwischen den Schablonen Gerüste geschlagen, mit deren Hülfet sie die Kappe vollends wölben. . .

§.56.

Nach Beendigung. aU dieser Vorarbeiten, kaim .die Auflfiihrang des Gewölbes selbst in Angriff genommen werden

Hierzu ist das erste Erfordemifs : das Zurichten der Steine. Ueber die Wahl tauglicher Steine habe: ich schon im vorigen Abschnitte das Nöthine angeführte Sie mufs noch weit sorgfätiger getrojBTen werden, als für Scbeibenmauer, da Gewölbe stets mehr Widerstand zu. listen haben. Ebenso ist in 33 über die Höhe der Steine zu Gewöl- ben, die Srke der Gewöjibe, gehandelt worden. ,

Die Stärke dr Steine ist nicht gern tmter 4, höchstens. bis 3 Zoll, und nicht füg- lich iiber 8 Zoll zu nehmen., aufsrgeWöhnljlQh lälje lassen indefs auch Steine von 12 Zoll Stärke ihre Anwendung Ünden. Schon bey 8 Zoll müssen jedoch die Gewöl- be eine solche Weite haben , dafs bey 8 Zoll Bpgenlänge keine merkliche Krümmung statt findet, indem man die Bahn oder den Aufstand nicht Wohl nach dieser bearbeiten kann.

Eigentlich mufs zwar jeder Wölbstein Keilform erhalten, doch riehtet man sich sehr nach der Wichtigkeit der Aiilage.

Für trockne Maumog mufs die .Bearbeitung der Steine allerdings am sorgfältigsten erfolgen ; sehr fehlerhaft würde es jedoch seyn , sie für nasse Mauerung nur als Nebensache und oberflächlich zu behandeln und die ganze Sicherheit in der Mörtelverbindung znsnchen; eine Ansicht, welcher die geringe Haltbarkeit und der schnelle Verfall so mancher Gmbenmauening zuzuschreiben ist.

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Es sind daher yornehmlich die Lager und die Bahn trollkömmen eben m bearbeiten , Stirn und Rücken aber wenigstens so weit , dafs die Steine in dieser Richtung gut an einander anschliefsen.

Das Stärkerwerden der Steine von der Babn ttach dem Nacken wird in der technischen Sprache der Arbeiter: der Zugang genannt.

Die Steine werden , vorzüglich bey gröfseren Anlagen, gewöhnlich über Tage aus dem Groben bearbeitet, und erhalten dann in der Grube die genauere Zurichtung. Ge- wöhnlich Wird für das Zurichten der einzelnen Steine aus einem Bretstücke eine Art Schablone nach dem , dem Steine zu gebenden keilförmigen Queerschnitte gefertigt , oder sie werden aufserdem nach dem Augenmafse bearbeitet, auf die Verschahmg aufgesetzt, und nach dem Mauerwinkel vollends berichtigt.

Die meiste Sorgfalt mufs auf den Schlufsstein und auf diejenigen gewendet werden, welche zunächst auf die Widerlager kommen und die Füfse des Gewölbes bilden, zu denen man iahet auch gern die gröfsten nimmt.

Dafs die Lager aller Steine eigentlich in Radien des Gewölbes liegen sollen, und wie weit man in genauer Beachtung dieser Regel zu gehen hat, ist schon in dem Vorigen gesagt worden.

ist ein Stein gehörig vorgerichtet, so wird er auf die Verschalung aufgesetzt, und angepafst ; finden sich seine Lager richtig , so hebt ihn der Maurer wieder herunter, giebt Mörtel darunter, streicht diesen aus und legt den Stein in die gehörige Lage, indem er ihn durch einige Schläge mit dem Hammer, welche indels nicht zu stark seyn dürfen, in den Mörtel eindrückt und so befestigt. . .

Ueber die Erfordernisse eines guten Mörtels habe ich schon im vorigen Abschnitte gesprochen, und bemerke daher nur noch hier, dafs nicht zu viel gegeben werden darf, wenn das Gewölbe gehörige Sicherheit des Verbandes erhalten soll, da sich dieser mit der überflüssigen Menge des gegebnen Mörtels vermindert.

Wie ich ebenfalls schon angefübrt habe, müssen die Steine gut in einander ver sahnt werden und über einander übergreifen, damit keine durchlaufenden Fugen entstehen, in welchen sich das Gewölbe trennen kann; auch müssen sie durch die ganze Stärke des Gewölbes hindurchgehen, wenn diese nicht so grows ist, dafs es nicht durch- gängig und bey allen Steinen der Fall seyn kann.

Ebenso wiederhole ich, dafs das Auszwicken des Gewölbes oder Ausgleichen desselben mit kleinen Steinen nur auf dessen Rücken, nicht aber zwischen den Wölbfugen geschehen darf, wenn man die Festigkeit und Haltbarkeit les Ganzen nicht herabziehen will.

Auf diese Weise wird das Gewölbe von beyden Widerlagern zugleich aufgeführt bis in der Mitte des Bogens, je nachdem das Gewölbe grows und stark ist, noch 6, 8 oder auch mehr Zoll, Zwischenraum bleibt, in welchem man es durch den vorzüg- lich eben und genau passend gearbeiteten Schlufsstein schliefst.

Da in dem Gewölbe selten hinreichender Raum vorhanden ist, so wird der Schlufsstein meist von der Seite und nicht von oben eingetrieben.

Er wird dazu in der Lage, welche er in dem Gewölbe einnehmen soll , auf die Verschalung aufgestellt, und mittelst eines auf die Stirn aufgesetzten Stez- Holzes, (eines hölzernen Klötzchens) und einem Treibefäustel j eingetrieben. Sollte er ja von oben eingetrieben werden, so wird das Setz -Holz auf den Nacken aufgesetzt.

Besser würde es feilich seyn und gröfsere Haltbarkeit geben , wenn der Schlufsstein von oben eingetrieben würde, indem ihn die Maurer, um ihn leichter von der Seite hineinbringen zu können, von vom nach hinted etwas keilförmig zuzuarbeiten

El iii swar eine Haoptregel, Aaft in jedem Gewölbe Jede Foge In einen Kr jimmaogthalbmeuer, bey einem Kreitbogen daher in denen Radiui, Hegen icill, doeb finden ticb, wenn auch eeitene, Fälle, wo man Ton dieser Regel abficbtlicb, docb ohne merklichen Nacbtheil, abgewichen itt.

Eine mericwardige Aninakme dieser Art macht dai Gewölbe Aber dem Korbatangenranme der Rad* ilube In dem gemeinichaftlichen Felde an Marienberg, welcbea ywt 30 bla 40 Jahren anfgeffihrt wor

den iat.

Hier iit, Taf. VI. Fig. 39. a b die lange Seite der Raditnbe, within hat der Fofs e d dei Gewol bei keinen Widerhalt und iteht im Freyen . Hatte man nun hier die Steinfngen nach dem Krummnngihalbmetier legen woUen, lo würde wahneheinlich der Ton c herkommende Druck du Bogenitaek td In. die Raditnbe hinani geichoben haben. Deiahalb manerte man hier, nach des Knniliteigen Angabe, die Steine löhlig bis e anf nnd letate dann den Bogen e darauf. Dennoch hat aich daa Gewölbe gnt erhalten.

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f&egea so da& er cagentUch nur mit dem vordelsten Theile schHefst; daher man flpä ter wirkUch an der Form und Lage der. Schlafssteine eines fertigen Gewölbes sehen kann, Ton welcher Seite her dasselbe auf- nnd fortgeführt worden ist

Besser ist es, Torzfigiich bey sehr gut zusammen zuarbeitenden: Gewölben, den Schlufsstein nicht allein von oben einzuitreiben, sondern ich etwas stärker zu arbeiten, als die Ojeffiiung es erfordert, so da& or, um in dieselbe einzugehen, die Fugen des ganzen Gewölbes zusammentreiben mufs. . ,

Muis die Arbeit unterbrochen werden; bevor d: Schlufsstein eingesetzt ist, so werden die letzten Lagen auf bejrden Seiten chirch ein einstweilen in den Zwischenraum etngespreiztes Stück Holz zusammengetrieben, indem sonst, der Mörtel erhärten würde, bevor der Schlufsstein hineinkäme, und dieser sonach kein weiteres Zusammenpressen ermöglichen könnte. Taf. YL Fig. 40. , . ,

Dieses Abspreizen der Steine findet überhaupt seine Anwendung: '

1) Vor dem' Schliefsen des Gewölbes j zwisdben den letzten Steinen; da dadurch der Kalk mehr ans den Ftagen herausgedrückt und diese enger werden , als diefs durch bloises Schlagen .mit. dem Fäustel auf .die. Steine mqglich ist, "so dafs man alsdann auch ein richtigeres Maafs für einen genau hineinpassenden. Schlufsstein al>nehmen kann

2) Von den.GesteimVändenj zwischen denen das Gewölbe ieingespannt wird; hier wird abgespreizt, wenn die. Arbeit vor dem Einbringen des Schildssteines über Nacht oder gar auf längere Zeit unterbrochen wird. Dann hat das Abspreizen denselben Zweck und lolg, wie das wirkliche Schliefsen ; nur nmfs in solchen Fällen die Spreize genau rechtwinklich auf die Steine angetrieben werden j um dieselben in der gehörigen Lage zu erhalten, woraus sich schon von selbst ergiebt, dafs sie für diese Art Abspreizens von den Wänden noch nicht bis zum Schliefsen zusammengerückt seyn dürfen. Taf. VL Fig. 41. ü

3), Wenn ein Gewölbe eine solche Stärke. hat,, dafs mehrere Steine über eiiiander stehen, so wird jeder eingelegte Stein sogleich abgespreizt, damit nicht während der Arbeit und vor dem Schlüsse die oberen durch ihre Schwere die unteren aus der richtigen Lage bringen können. Taf. VI. Fig. 42.

4) Wenn ein sehr aufrecht stehendes Gewölbe mit dem einen Fufse sehr weit in da Gestein hineinspannt,- (wenn etwa die Widerlager sehr tief gesucht werden mufs ten,) und man aus Mangel an Raum nicht im Scheitel schliefsen kann, so spreizt man ebenfalls von den Wänden ab. Taf. VL- Fig. 43.

Hier wird das Abspreizen dadurch' beschwerlich, dafs man, abwechßelnd voh b'eden Seiten aufmauernd, die Spreizen vor dem Ansetzen neuen. Steines ausschlagen und kürzer schneiden mufs. Wollte man sich dadurch helfen,: dafs man zuerst die ganze obere Seite bis gegen den Schlufs, und dann erst die untere aufinauerte, so würden die Lehrbögen ungleich belastet werden und noch eine besondere Unterstützung erfordern, wenn man sich nicht unangenehmen Folgen, z. B. dem Heben derselben auf der einen Seite,' aussetzen wollte, wie diefs schon in ähnliehen Fällen statt gefunden hat.

5) Endlich werden noch olche Gewölbe vor dem Schliefen theilweis abgespreizt, welche so aufgerichtete Sehnen haben, dafs die von oben herein nach dem Schlüsse zu

gemauerten Steine nicht für sich stehen würden. Taf. VL Fig. 44.

. -

Der Regel nach werden die Gewölbe in stufenweis abgesetzten Schichten fortge- führt, Taf. VII. Fig. 45, indem -die Füfse des Gewölbes auf den Widerlagern am weitesten voransgehen, die mittleren Schichten nach und nach weiter zurück hleiben, der Schlufsstein aber, als der mittelste, am weitesten zurücksteht. Diese einzelnen Schiclrten werden von beyden Seiten zugleich, eine vor der. andern ohngeföhr. 2 bis 4 Ellen -vorausgehend, angefangen, und betragen, nach. Maafsgabe der Weite des Gewöl- bes , je eine bis zwey Steinstärken. Es wird dabey immer auf Ellen Länge geschlos sen; Die Verthalung in dem 'Scheitel wird gern- nur von einem Lehrbogen bis zum anderen fortgeföhrt, damit der Maurer, zwischen den Lehrbögen stehend, "nach beyden: Seiten hin arbeiten kann. Fehlt es jedoch zu sehr an Raum über dem Gewölbe, so mufs- dasselbe auch in einzelnen , an einander gestofsenen und in einander verzahnten Bögen ganz von der Seite her aufgeführt werden, indem die ganze Verschalung nur von einem Lehrbogen bis zum anderen vorausgezogen wird.

Wird die Auftuhmng eines später fortzusetzenden Gewölbes einstweilen unterbro-

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eben, no ist es am sweckmSfsigsten, das Gewölbe, wemi die Umstände es irgend erlauben, auf dieselbe erst beschriebene An (Taf. VU. Fig. 45) abzusetzen, in welcher es aufgeführt wird.

Weniger gut ist das Verzahnen. Dieses mofs alsdann wenigstens so geschehen, dafs ein Stein ujn, den anderen zorückfritt, Taf. YII. Fig. 46, nicht aber, wie man auch versucht hat, dafs je zwy Steine, nebea einander zuiruektreten und nur einer vorspringt. Taf. Vn. Fig. 47. .

Dieses Vortreten geschieht auf 6 bis 8 Zoll Länge. .

Wenn sich auch das später angeschlossene Gewölbe etwas mehr zusammensetzen sollte, als iiBiA alte, so hat dies doch weniger zn bedeuten, da das durch das VerzahneD bewirkte AnschUefsen des .einen Stückes an das andere, mehr des äufseren Ansehps we> gen, und defshalb geschieht, dafs sich das Gewölbe nicht in einer umlaufenden Spalte absetzen kann.

Der Rücken des Gewölbes wird endlich mit kleinen Steinen und KaUc ausgeglichen, damit kein eigentlicher Wölbstein vorsteht und so . etwa später eine ffröfsere Last zä tragen bekommt als die übrigen, was die erste Veranlassung zu einer baldigen Zerstö- cnng .des Gewölbes geben würde

Ist es iigend möglich, so mulz die verlorne Zimmerung über und hinter der Maue rung. weggenommen werden, da sie, wegen des späteren' Faulwerdens, nicht als eine feste Masse anzusehen ist. . Der Raum auf und hinter dem Gewölbe aber ist mit Bei gen auszusetzen, damh niclit nach dem Faulen der Zimmerung öder schon* vorher, losgezogne Massen steh mit einem Male auf das Gewölbe stürzen, und sich entweder nn* gleich aufsetzen oder dasselbe gar durchschlagen, indem gegen ein so plötzliches und starkes. Auftreffen keine Gewölbstärke hinlängliche Sicherung giehu

Die Anlegung der Arbeiter betreffend, bemerke ich hier nur, dafs, wenn, wie ich schon früher erwähnte, . bey der Scheibenmauerung zwischen je zwey der von 3 zu 3 Ellen aufgestellten Lehren ein Maurer zu arbeiten pflegt, diefs bey Gewölben weniger bestimmt ist. Ist hinreichende Mannschaft vorhanden und soll die Arbeit schnell forthük- ken, so können sie näher, anfserdem auch ohne besonderen Nachtheil entfernter von einander stehen . als 3 Ellen.

§.59.

Nach Vollendung des' Gewölbes sollen die Maurer eigentlich Schablonen und Schalbretter sogleich wegnehmen, und die Fugen der Steine gehörig mit Mörtel ausstreichen, indem man erstere alsdann sogleich wieder benutzen kann. Diefs geschieht ihdefs, vorzüglich bey gewöhnlichen kleineren Anlagen, selten. Gewöhnlich bleiben Schablonen iind Schalbretter noch i bis Jahr lang stehen, (letztere oft noch länger als erstere) vorzüglich wenn Wasser hinzudringt und den Kalk auszuwaschen droht. Die noch stehende Verschalung hält alsdann den ausgewaschenen Kalk auf, so dafs er in der inneren Wölung einen Ueberzng bildet, nach dessen Erhästung erst die Verschalung weggenommen wiM. Ein Ansititeril der. letzteren ist dabey nicht leicht zu be- fürchten. ...

Ganz unstatthaft ist es aber, Lehrbögen und Verschalung so lange stehen zu lassen, bis sie verfaulen; was wohl zuweilen an manchen Orten geschehen ist.

' §.60.

Ueber das Verfahren, wenn zwey Strecken zusampnenüreffen., habe ich noch M- gendes zu bemerken.

Wenn zwey Strecken, welche unter . i)rgend einem Winkel TusamrmeMceffen oder sich kreuzen, ganz- in Mauerung zu setzen sind, Ho. wjjmI daselbsl ein ganzes oder halbes Kreuzgewölbe angetegt.

Man stellt hierzu in> jeder Strecke die Bogenstege :und Lehrbögen Sat ieh verschalt hierauf die der einen durchaus, und riickt niit, der: Verschalung der anderen scharf an die erstere. heran. Beyde Gewölbe Werden däftn zugleich aufgefuhrit UnA die Steine in deii Kreuzlinien stumpf zusammengestolsen. Taf. VU. Fig* 48. Taf. IL Fig. 13.

Sind hingegen beyde Strecken nur theilweis auf der einen Seite in Mauerung, s. B. in Stutzgewölbe, zu setzen, oder es geht von einer Strecke eine andere unter irgend einem Winkel ab, so wird die Mauerung auf jeder für sich behandelt, indem

— 83 —

man die Schablonen nach einander oder auch zasammen aufstellt hur Trerden dlibiey die Steine, welche die Ecke der Mauerung bilden, so vorgerichtet und gelegt, dals sie eine gute Verzahnung und Verbindung beyder Stücke herstellen.

Dals in bden Fällen, wenn die sich kreuzenden oder zusammonstoftenden Ge w5lbe von ungleicher Höhe sind, das höhere smm Theil seine Widerlager in dem nior djrigeren findet , bedarf wolil weiter keiner besonderen Erwähung. Taf. VII. Fig. 49.

#

Ebenso, wie bey der Anlage wirklicher Kreuzgewölbe, verfährt man bej der der Kuppelgewölbe, für welche die Schablonen ebenfalls in der einen Richtung ganz auf-

Jestellt, die in der anderen Richtung aber halb, getheilt, und an die beyden äufsersten er ersteren angesetzt werden Taf. YII.. fig. 50. Das Aufmauem erfolgt dann eben* falls von' allen Seiten zugleich.

$.62.

Findet ein Gewölbe odiör Bogen in odr auf einem andern oder auf.Scheibenmauemng seine Widerlager, so werden vorzüglich bey ersteren, die Steine gleich dazm bearbeitet, bevor sie eingewölbt werden, nicht aber die Widerlager in das schon feptige 6et¥ön>e g6hatt0n.

S. 63i '

Für die Schachtmauerung insbesondere, gelten die meisten der im Allgemeinen und zuerst für die Streckenmauerung gegebnen Kegeln ebenfalls.

Auch diesen Anlagen mufs ein Ablehren ,des vorhandnen und. aöthiffen Falles ein Ausschiefsen , Aushauen, Abtreiben oder wenigstens' Zufuhren des verlangten freyen Raumes vorhergeheu

In saigern ISchäcliten kann diefs zuweilen schön nalh dem Lothe, aufserdem nach, gewöhnlich in der Mitte, geschlagnen Xichren und darüber gezognen Schnuren geschehen; in flachen Schächten sind letztere stets nöthig. Die Schnuren werden dann genau in dem. des vorhandnen Schachtraumes gezogen, man müfste denn dasselbe mit dieser Anlage zugleich verändern wollen , was alsdann nicht mehr füglich als Vorbereitung zur Mauerung anzusehen ist.

In saigre Schächte, welche mit krummstirniger Scheibenmauer ausgemauert werden, legt man die Schablonen nach dem Lothe, und höchstens von 3 zu 3 Ellen Höhe über einander, horizontal ein und verbindet dieielben in den Eeketi dnvidi gezogne Stfhtiuren. Zuweilen lefft man aber auch die Schablonen noch höber über einander ein und arbeitet, wie auch im ersteren Falle, übrigens ganz nach dem I#oe.

Wenn in flacheip Schächten, welche in wirkliche Gewölb- edelr krununstirniffe Scheibenmauer gesetzt werden Siege gelegt, Schablonen und Lehrbögen aufgesteUt und verschalt werden, so müssen deren Sehnen ebenfalls in einer einzigen, dem Schacht- Fallen parallelen Ebne, überall in gleicher Höhe über dem Liegenden, die Lehrbögen selbst aber auf dieser Ebde rechtwinklich' stehen. Man stellt sie in diesem Falle ebenfalls, wie bey der Streckenmauer, in je 1-| Elle Entfernung von einander.,, nach einer im Hangenden gezognen Schnur auf, welche in den Scheitel des Gewölbes fällt. Zum Anhalten für diese und nöthigen Falles noch andere, in den {cken gezogne Schnüren werden unter dem tiefsten und über dem höchsten Puncto der Maueruiigsanlage , bey mehrerer Teufe auch noch zwischen beyden, feste Lehren geschlagen, welche letztere, mittlere, beym. allmähligen Heraufrückn der Mauerung, wieder weggenommen werden.

Nach diesen Lehrbögen werden die vorläufig gehauenen Widerlager, sammy dem Hangenden, oder .überhaupt auch der ganze nöthine Raum berichtigt, wobey man dem letzteren nicht gern über 6 bis %2 Zoll Höhe über dem Rücken des Gewölbes giebt, welcher nach Vollendung des Mauerungsstückes ebenfalls wieder, mit Bergen aufgesetzt wird.

Es ist jedoch bey dergleichen Müerungsanlagen in. flachen Schächten weder für Kelierhals- noch für. krummstlmige Scheiben -Mauer durchgangig nothwendig, noch überall ohne Schwierigkeit ausfuhrbar, Lehrbögen aufzustellen und zu verschalen, da nehmlich der Schacht im Hangenden durch die, Verschalung gesperrt wird, und die Maurer im Schachte stehend arbeiten müssen, indem über ersterer im Hangenden selten genug Raum vorhanden ist.

Für Herstellung der letzteren, der krummstimigen Scheibenmauer, verfthrt man in diesem Falle so , dafs man , nach Auffuhrung des untersten Tragebogens (s. Abschnitt

11

— 84 —

56 ) unter den, Fufs der Manemng einen einsigen Lehrbögen in die gehörige Lage bringt, etwa 4 Ellen darüber einen zweiyten, zwischen beyden , hauntsächlich: in den Ecken der Mauerung, Schnuren zieht, und mit[ den Stöfsmauiern (s. Abschnitt 'Y. f. 56) etwas voraus geht, die hangende Mauer aber aus freyer Hand, mit an den unteren Lehibogen angehaltenem Ricfatischeitej auffuhrt -

So ruckt nian'nach und nach,- von 4 zu. 4 Elilen. hinauf , jedoch wird nach den ersten 4 Ellen gewöhnlich, nur der untere Lehrbogen aufgestellt, über welchen man mit einem 4 bis 5 Ellen langen Richtscheite hinaufmauert

Dies ist das gewöhnliche Verfahren; JEuweilen aber, vornehmlich bey fast saigem und als solche in der Mauerong zu behandelnden Schächten, legt man für alle vier Stöfse, nach Erfordern der Umstände, und um, wo es möglich ist, das öftere Schlagen von Lehren zu ersparen, deren nur je'zwey iA 6 bis 9 Ellen Höhe über einander, und mauert sämmtliche vier Stöfse mittelst eines auf die oberen Lehren aufgelegten 7 bis 10 Ellen langen Richtscheites zugleich auf. '

Für die in schon flacheren Schächten angewendete Kellerhalsmanerung bedient man sich mehr nur des ersteren Verfahrens, hat abel* dabey einen Lehrbogen mehr nöthig, welchen man unter jede anfzumaoernde WölbsKbicht setzt* -

Auf diese Weise kann man bis bey einem Fallen von 20 bis 30 Grad fortkommen, bey welchem alsdann die Steine, ihrer' eignen Schwere wegen, nicht mehr für sich stehen, sondern Vierchalang nöthig machen, wozu freilich im Hangenden mehr Raum geschossen oder die Verschalung nur nach und nach von beyden Seiten heraufgezogen werden darf.

Diels hänfft jedoch ganz von örtlichen Umständen, oft auch von Willkühr ab , indem zuweilen bey mehr als 45 Cirad Fallen verschalt wird.

Noch mufs ich benerken, dals man früher, sogar den Versuch gemacht hat, die Bogenstege und Lehrbögen für 3 Ellen Höhe zu einem festen Gerüste zu verbinden, mit Haken zu versehen und so mit der fortschreitenden Mauerung fortzuziehen. Doch scheint dieser Versuch nicht den gewünschten Erfolff. gehabt zu haben.

.Die den Gewölben und Bogen zu gebende Stääe anlangend, wiederhole ich noch insbesondere, dafs in den gewöhnlichen Fällen für die Schachtmauerung dieselben Bestimmungen gelten wie für die Streckenmauerung.

§. 64. :

Schächte, welch in Mauerung gesetzt werden sollen, werden zwar der JRegel nach, Ton oben nieder,' auf ihre ganze Teufe abgetrieben, doch können auch Fälle eintreten, dals man einen Schacht nur nach und nach auf mauern, und dazu vorbereiten will.

Alsdann geht man, wenn er schon in Zimmeiung steht, von unten nach oben, jedes Mal 10 bis 12 Ellen in die Höhe, fängt die obere Zimmerung durch gelegte Tragestempel ab, geht in die Stöfse hindus und treibt auf die angegebne Höhe von oben nieder mit netier verlorner Zimmerung ab.

Ist aber in einem solchen Falle der theilweis und allmählich erfolgenden Ausmauerung das Gestein haltbar und keine Zimmerung nöthig, so geht man mit dem Zuführen der Stöfse der Mauerung dicht voraas, wobey nur, %ur gehörigen Sicherung der darunter ieurbeitenden Maurer, über diesen eine bis zwey starke Bühnen geschlagen Virerden müssen. '

Die Gerüste für Streckenmauerung können meist schon allein mit Hülfe von einfa* chen Böcken vorgerichtet werden , welche man auf die Streckensohle oder auf das Tragewerk aufstellt. ' .

Bey der Schachtmauenmg richter man die Rüstung, wenn erstere von einer Strecke aus aufgeführt wird, anfangs auf dieser, alsdann aber,' im Schachte, entweder auf der gleich mit in, die Mauerung eingelegten Schacht -Zimmerung vor, (von welcher im folgenden Abschnitte noch etwas mehr zu sagen seyn wird,) oder, da diefs in nicht ganz saigern oder gar .flachen Schächten, in.wejchen die Zimmerung rechtwinklich mit dem Fallen des Schachtes steht , unbequem seyn würde , auf besonders dazu zwischen, der hereits fertigen" Mauerung söhlig eingespreizten Hölzern , für welche man wohl auch von Zeit zu Zeit einige Steine um' mehrere Zolle aus der Mauer vorspringen läfst, um die Hölzer auf dieselben aufzulegen, welche Steine man naqh Herstellung der ganzen Mauer abarbeitet.

Auf den über diese Hölzer gelegnen Brettern und Pfosten rüstet man mit grofseren und kleineren, wohl auch doppelt iiber einander gesetzten Böcken, um nicht 2U viele solcher Bühnen im SchaclUe.nöthig zu haben. - ,

In besonderen aufser gewöhnlichen Fällen kommt es auch zuweilen Tor, dafs di Schlufssteine in höchst genau und fest zusammenzuarbeitcfnden Gewölben mittelst, oft mehrere Centner schwerer hölzerner Ranimel, welche, wie die zum Einrammen' von Pföhlen, an in Kloben gehenden Seilen hängen und durch eine gröfsere Anzahl Arbeiter in Bewegung gesetzt werden, einzutreiben sind. Dergleichen Steine sind meist sehr irofs und stark, müssen jedoch sehr fest seyn, um- diese Stöfse auszuhalten. Sie weren stets, nach Yehältnifs der Weite des Gewölbes , etwas gröfser gemacht, als die zu Bchliefsende Oefiniing in dem Gewölbe es eigentlich erfordert.

Dafs ein solches Einrammen dann stets von oben und nicht von der Seit des Ge- wölbes geschieht, bedarf wohl kaum noch besonderer Erwähung.

S- 67.

Das Einhängen der Steine und aller übrigen zur Mauerung nöthigen Materialien

fkchieht, bey vorhandnen Pferde* und Wasser -Göpeln, durch die leer bipeingehenden onnen; sind . dergleichen nicht zu benutzen, durch Bremshaspel, oder äüeb, im Npthfalle, bey kleinen Anlagen, durch gewöhnliche Haspel

Bey Anlagen von bedeutendem Umfange, wie solche bey Herstellung von Maschinenräumen vorkommen können , - wo man bedeutende Lasten , vom.ehmlich sehr grofse Steine, zu hängen hat, bedient maii sich dazu besonders über de Schachte aufgestellter Vorrichtungen und Gerüste, deren Herstellung meist schon durch die übrige muanlage bedingt zu werden pflegt. Man verbindet dabey gewöhnlich einen oder einige Haspel mit Flaschenzügen, in welche man starke, besonders dazu gefertigte Stein- und Helfer -Seile einlegt.

Auch dienen wohl zuweilen diese VorrichtnnAfen nur zur Unterstützung des vorhnnen Göpels, dieüs indeis mehr bey. der übrigen Bauamage, welche die Alauerung veranlafst hat.

Für Anlagen von gröfserem Umfange, d. h. für solche, welche nicht durch ein örtliches und zufälliges Zusänimentreflen mehierer einzelner für sich bestehender, grows erscheinen, wie dieüs z. B. bey den in den folgenden Abschnitten zu betrachtenden 'Mauerungspläneh für ganze Reviere der Fall ist, sondern welche aus mehreren einzelnen TheUen zusammengestellt sind, deren jeder helen und durch den anderen zur Erreichung eines einzigen, grbfsen Zweckes nölhig wird, sind nicht allein die in diesem Abschnitte für Mauerungsanlagen aller Art gegebnen allgemeinen Regeln zu beachten, sondert auch aufserdem umfassendere Rücksicht darauf zu nehmen, dafs das Ganze nach einem Plane, mit möglichster Erspamifs an Zeit und Geld -Aufwand, dem eigentlichen und Haupt -Zwecke entsprechend, ausgeführt wird. ' '

Da aber sowohl alle Vorbereitungsarbeiten als auch die Herstellung der Mauerung selbst, in dem innigsten Zusammenhange, mit der ersten Veranlassung, dem Hauptzwecke, welcher diese alle nöthig gemacht hat, stehen , so r werden sie auch mit steer Rücksicht auf denselben, dessen Art und Beschäffeliheit und die damit verbundnen einzelnen Umstände, ausgeföhrt, was sich Alles natürlich bey jeder Anlage ändert, so dafs es ohne Nutzen seyn würde, hierüber die Entwerfung bestimmter Regeln zu unternehmen, welche doch nur für einen besonderen Fall selten könnten.

Hierher gehören vorzuglich die Mauerungs - Anlagen ,. welche dem Einbaue von Maschinea in größerem oder kleiieren Maafsstabo: vorauszuschicken zu seyn pflegen.*)

Zum Schlüsse dieses Abschnittes mufs ich noch bemerken, dafs ich dasjenige, was für die Anwendung der in diesem Abschnitte* gegebnen allgemeinen Regeln auf die einzelnen Fälle, noch besonders zu sagen, nöthig seyn dürfte, in dem folgenden Abschnitte bey den betreffenden FäUei selbst hinzufugen und deutlicher erläutern werde. '

' Ein an sleli nabedeiiteni iclieineader,' jedorh bey dergleichen raMumengeteisen AnlAg'en keineiweget SQ fibertebender Pnnct ist der: dafiinun dai Holv .sn den RAttangen und Scbnblonen dabey fo oft . nlf mogUch m benntseii racbe, indem man, vorsflglic in Beiog.anf letitere, ans den für die enten Bogen nnd Gewölbe gebraocbten Scbabionen, die far die ip&ter anfraf Obrenden , n. s. f. acbneidet.

m

Füafter Abschnitt.

üeher dip ÄttfBtndung der venchiednen Arten dtr Mmuerung xurfiekerung der Grubenbaue und unterirdieehen Räume.

In früheren Zeiten, als die Manrang bey dem Grubenausbaae noch eine seltne und wenig ausgebreitete Anwendung fand, als man daher weder in Hinsicht auf Zeit, noch auf Grofse der, Ausführungen Gelegenheit gehabt hatte, Erfahrungen darüber am sammeln und sichere Grundsätze daraus abzuleiten; konnte es nicht fehlen, dafs man zur Erreichung des beabsichtigten Zweckes , der Sicherung und Unterstützung der Grabenbaue, entweder Um -Wege, oder mt solche einsehlug, welche derselben nur theilweis und sehir nnvdllkommea entsprachen.

Freylich verdankte sonach Jenen unberiehtigten Ansichten manches Werk seine HRstehvng, welches, in der Ausföhrung mit bedeutendem Zeit- und Geld -Aufwände yerknüpft, bey nur kurzer Dauer die gei*nhmten Yortheile einer ffuten Grubenmauerung keinesweges in sieh vereibigt%, doch war es auch nur auf diese Weise möglich, in einem, so sehr auf Erfahrung zu begründenden Zweige des Wissens, richtigere Segriffe zii sammeln, geprüftere Grundsätze fest zu stellen.

SehrfSglidi Isussen sih dah iMe versdiiednen nach und nach yersnchten und beybehaltnen oder wieder verworfenen Mauerungsarten , dem gezeigten Erfolge nach , unter drey Classen bringen: 1) völlig unbrauchbare, 2) brauchbare, unter gewissen Umstanden; 3) völlig, nnd in alleii Fällen unbedingt brauchbare.

Wenn die erstere dieser Classen auch in ihren Fehlern nnd Mänffeln belehrende Resultate gegeben hat, so ist' die zweyt, als in den gewöhnliehen FäUeiIafisi:ei0hend, nm so weniger zu übersehen, da die dritte, mi| ihrer fast allen Zwecken entspreebenden YoUkommenheit meist auch eine so bedentende Kostbarkeit verbindet, dais man bey der Wahl, einer dieser beyden sorgf|dtig abwägen mufs, ob die obwaltenden Umstände die der ersteren zulassen oder- 4i der anderen unbedingt fordern

Es sey mir daher gestattet, in diesem Abschnitte, zu mehrerer Vollständigkeit und nützlicher Vergleichung, so weit es thunliqh, die Fälle aus allen drey Classen zusammen zu Eftellen und der Angabe der neqeren, bis jetzt bewährten und oft sehr vereinfachten Yerfahrungs- Weisen,: die Darstellung der in demselben Falle früher gebränehr liehen Maueirungsarten , welche ich dabey besonders beliehnen werde, anzusehlie&en oder voiraus "ZU seMckenf*

Die Grubenmauerung läfst sich, in Bezug auf die Räume zu deren Verwahrung sie angewendet wird , in .

1) Stjreckenmauerung, 2) Schachtmauerung,

3 ) Mauerung von Masdiinnr äumen, eintheilen. ' Bey allen kömmt es hauntsächlich darauf an, nächst der vollkommnen Sicherung des Raumes , denselben auch in der Form frey zu erhalten , in welcher er seinem Zwecke am bestien enlspricht

Vorläufig wiederhole ich hier nochmals, dafs alle in diesem Abschnitte zugebenden Regeln sich üiiäöhst und' hauntsächlich auf Gangbergbau beziehen , aus deAen übrigens auch, da bey letzterem unstreitig -die zusammengesetztesten Fälle vorkommen, die meisten fiir anderen Bergbau zu benutzen oder wenigstens abzuleiten seyn werden Einige für letzteren insbesondere geeignete und bey solchem vorkommende Fälle , welche aufzunehmen mir möglich gewesen sind, werde ich daher auch besonders bezeichnen

Von. der Streckenmauerungr

Die Streckenmaüening im Allgemeinen ist wieder abzatheilen: . i)in Mauemng anf saigem, i2) in solche auf flachen Strecken.

Unter saigem Strecken sind diejenigen zu verstehen, welche änf saiger. fallenden Gängen, unter flachen diejenigen, welche auf flash fallenden Gängen getrieben sind; indem es natürich keynes wages dasselbe ist, ob ein Gang an sich saiger föllt, und daher auch die Strecke dieses Fallen hat, oder ob eine Strecke auf einem flachfallenden Gange ganz aufgerichtet, wie auf einem wahren saigem, getrieben ist, obgleich dieses letztere nur selten vorkommen wird.

' Hierbey kann ich nicht ctmhin zu erwähnen, dafs das, was von auf naigem und flachen Gängen getriebnen Strecken zu sagen seyn wird, gröfstentheils auoh, ersteres für Strecken, welche auf ganz saigeren oder ganz söhligeti, letzteres für solche, welche auf flachfallenden Lagern getrieben sind, anwendbar ist.

Auf saigern Strecken können folgende Fälle vorkommen; Es kann zu verwahren seyn:

1) Die Forste,

2) Forste und Hangendes, oder Forste und Liegendes, da bey saigem Strecken Hangendes und Liegendes eines fiir das andere' gesetzt werden können.

3) Forste, Hangendes und Liegendes;

4) Forste, Hangendes, (Liegendes) und Sohle.

Ein füafter denkbarer FaU, dafs Forste, Hangendes (oder Liegendes) und Sohle zu verwahren seyn .sollten , . wird nicht leicht,, weder bey Strecken auf saigem, noch bey solchen auf flachfallettden Gängen , vorkommen , da unter solchen Umständen auch der andere Stofs, Liegendes oder Hangiendes keine Haltbarkeit besitzen wird,

Wie ich schon im vorigen Abschnitte gesagt habe , ist für alle Arten von Unterfrtutzung durch Mauerang, die Scheibenmauer am behutsamsten und vorsichtigsten anzuwenden, da sie, alsUnterstützungs- und Sicherungs- Mittel, nur einen sehr beschränkten Nutzen gewähren kann.

, Für die bey weitem allgemeinste und vielseitigste Benutzui der Gewölbe und Bö- gen aber gilt, für Strecken- wie für Schacht -Mauerung, fast durchgängig als Hauptregel: Die Sehne des Bogens der Richtung des Drucks reehtwinklich entgegen zu setzen; erfolgt daher

a) der Druck vertical, so ist die Sehne horizontal zu legen,

b) ist der Druck flash, d. h. in einer gegen den Horizont geneigten Richtung, wirkend , so legt man die Sehne ebenfalls flash uml reehtwinklich gegen die Richtungslinie des Druckes;

c) wirkt endlich iei Druck von der Seite, ganz horizontal, so giebt man der Sehne eine vertikale Läge.

Die . schon in §. 32 des Abschnittes lY angedeuteten Fälle , . unter welchen von dieser Regel abzugehen ist, werde ich an den gehörigen Orten noch besonders bezeichnen.

Ich gehe nun, zu besoqderen Betrachtung der bey saigem Strecken vorkommenden Fälle über. .

1 ) Wenn. Hangendes und Liegendes wie auch die Sohle auf einer solchen Strecke baltbar sind, aber in. der Forste ausgehauenes Feld ist, oder die Gangmasse selbst viel senkrechten Druck ausübt, 90 wird man ein Förstengewölbe mit söhliger Sehne zwischen Hangendem und Liegendem einzuspannen haben.

Ehemals wendete man hierzu ganze, d. h. nach dem pollen Halbzirkel geschlagne, Tonnengewölbe an* Hatte daher die Strecke z. B. 2 Ellen Weite, so erhielt das Ge- wölbe 1 Elle Bogenhöhe. Taf. VUI. Fig. 51.

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Da jedoch

1 ) nach Abschnitt IV. f. 32 be j einem solchen GewSlbe die Vertheilting des darauf lastenden Druckes durch die beyden. Widerlager in die Stöfse. die geringste ist, so dafs es nur 4es nachmaligen Ziehens einer Gesteinschale bedarf, um sogleich den Einsturz eines solchen Gewölbes herbeyzufnhren, und es daher, nur bey anerkannt gröfster Festigkeit der Widerlager anznbringien ist;

2) da ferner ein solche Gewölbe einem anfangs vielleicht nicht bemerkbaren oder wirklich erst später dazu tretenden Drucke, welcher in einer von der senkrechtoi bedeutend ab weiehenden Richtung darauf wirkt,' nur geringen Widerstand entgegen setzt, so ht man es der Erreichung völliger Sicherheit angemessener gefunden sich stets eines Zirkelstückes zu bedienen, welches, liach Maafsgabe der mehreren oder blinderen WahrscheinlichkiBit des Eintreteiis eines solchen Seitendruckes, einen kleineren oder gröfseren Theil eines Halbkreises bildet. Taf. YIIL Fig. 52; Ueberdem hat ein ganzes Tonnengewölbe auch weit mehr Cubikinhalt, und seine

Herstelluftg erfordert, in Hinsicht auf Materialien und Arbeitslöhfie', eineli weit grö&e* ren Kostenaufwand, als die eines einen ffleicb weiten Baum sichernden geringereft Kreisfttüekei;. Bey . Strecken von gröfserer Weite wurde aber ein solches Kreisgewölbe schon wegen der ihm dabey zu gehjenden Höhe, (der bajben Weite,) vollends ganz unstatthaft werden, auch den Kostenaufwand noch unvcrhältnifsmäfsig erhöhen.

Die zuweilen für solche und. ändert Gewölbe vorgeschlagene Kettenlinie hit aus den, Abschnijttt lY. §. 29, angeführten Gründen niemUs eine 'allgemeinere Anwendung irefuaden.

In Bezug a,uf die Bestimmmig, wirkliche Anlage und Ausführung eines solchen Gewölbes, so wie der aller übrigen im Laufe dieses Abschnittes zu erwähnenden Anlagen, veiiveise ich auf die in dem vorigen Abschnitte gegebenen Begeln, indem ich nierbey nur. einzelne, noch besonders hervorzuhebende oder ihrer Mhtigkeit halber zu wiederholende Umstände anführen werde. .

Ist für Anlage des in Bede stehenden Gewölbes der hialängliche Baum, noch nicht vorhanden, so ist nur ein Höher- Abtreiben der Forste nöthig, welchem sogleich die nbri-

fen Arbeiten, das Hauen der Widerlager, Legen der Bogenstege u. s. w., folgen

§.11.

In dem Falle, d9f8 das Hangende und Liegende zwar an sich fest ist, aber eines von beyden, oder auch beyde einzelne zerklüftete und weniger haltbare Stellen haben, so kann man sich in vielen FnUen dadurch vollkommen helfen, dafs man die Widerderlager tiefer, und so weit in das Gestein hinein legt, bis man einen festen Punct dazu geifiinden hat. . . -

Zuweilen ist es auch schon hinreichend, nur einzelne, weniger haltbare, Punkte in den Widerlagern bis auf festes Gestein niederzuhauen, und .durch einzelne Stücke Scheibenmauejr auszugleiclien.

§. 12. '

2) Ist eine der Ulmen, das Hangende oder das Liegende, so gebräch, dafs man gar keine haltbaren Widerlager in denselben zu finden wüfsle, so kwn man:

a) auf der flüchtigen Seite, von der Sohle aus, ein Gewölbe nach der Forste auf der anderen, .haltbaren Seite schlagen, oder

b) auf der flüchtigen Seite Scheiben- oder Widerlager -Mauer auffuhren und auf dieser ein Forsten - Gewölbe mit horizontaler oder mit, nach der festen Seite ansteigender Sehne aufsetzen. Taf. VIII. Fig. 53. Fig. 56.

Diese Art bezeichnet man allgemein mit dem. Namen halber Mauerung. . . . Im ersten Falle kann man wieder auf zweyerley Art verfahren; das Gewölbe wird entweder . ' '

jk) nach einem einzigen Kreisbogen hergestellt, Taf. VDI. Fig. 54., oder. ß) es ist ein Theil einier, dem vorigen Abschnitte zufolge, am besten, aus mehreren Kreisbogenstficken zusammengesetzten Ellijpse; Taf. YIU. Fig. 55. Das zweyte Verfahren, im Hangenden oder Liegenden Scheibenmaner aufzuführen und ein Gewölbe darauf zu setzen , zu dem man übrigens früher ebenfalls den pollen Halbzirkel wählte, kann nur da seine Anwendung finden, wo, voii der unhaltbaren

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Seite ans gar kein Seitendmck ivirksam isti Ehemals glaubte man jedoch damit auch in diesem Falle auszureichen , indem man überhaupt der Scheib'enmauer eine Wider* standsföhiffkeit zutraute, ivelche sie nie besitzen kaiin. Dehn wenn das Gestein erst so gebrich ist, dafs man weder durch Yergöfserung der Dckwinkel, noch durch Weiterhinausrücken der Widerlager in das feste Gestein , dem Gewölbe keine hinlängliche Unterstützung geben kann , so übt dieses gebräche Gestein giswifs meist auch Seitendruck aus. Diesem zu begegnen, ist aber die Scheibenmaüer keinesweges geeignet, und es würde die zu Gunsten dieser Constructionsart wohl schon aufgestellte Abnahme: dafs der Druck aus der Forste ihr eine soldie Spannung ertheilen sollte, dafs sie dadurch einen merklichen Seitenchruck abhalten könnte docE zu gefragt seyn*

.§.13.

Für eine Anlage dieser Art mufs geiihnlich sowohl die Forste höher abgetrieben, als auch das Gestein für die Widerlagermauer zugeführt werde. Es ist dabey nicht nothwendig bis auf die Streckensohle, sondern nur soweit nieder zu gehen, bis man auf festes Gestein kommt. Für die gewöhnlich 1 bis Elle starke Scheibenmauer wurde ehemals dabey auch auf der Sohle ein Schräm von zweckmäisiger Breite und nach dem Stofse zu etwas abfallend, gehauen, Taf. YIIL Fig* 58, wodurch man das Ausweichen und Ausbauchen der in diesen Schräm gesetzten Mauer zu verhindern glaubte.

Steht die Scheibenmauer an festem Gestein an, wie diefis. meist der Fall ist, so er- hält sie die Stärke des daraufgesetzten Gewölbes. Die Bogenstege werden gleidi auf diese Scheibenmauer aufgelegt.

Mehr Sicherheit gewährt, bey wirklich vorhandnem Seitandrucke, das eMere Verfahren: ein Ton der Sohle an der einen, nach der Forste der anderen Ulme gespanntes Bogenstück eines grofsen Kreis , dessen man sich vorzüglich bey der Streckenmauerung auf Fnndgrübner- Bauen häufig bedient.

Ist die zu sichernde Ulme vielleicht wenigstens von der Sohle aus bis zu einer gewissen Höhe haltbar, so kann das Gewölbe auch hier, oder endlich, wenn dieses Stück auch nicht haltbar ist, aber wenigstens keinen Seitendnick ausübt, auf einer bis sm dieser Höhe aufgeführten Widerlagermauer aufgesetzt werden. Taf. YIII. Fig. 59.

Derselben Verwahrung würde man sich bedienen müssen, wenn nur von einer der Ulmen, dem Hangenden oder Liegenden, nicht auch von der Forste, Druck geänüsert

würde.

§. 15.

Das Abtreiben des Raumes in der Forste und einer der Seiten, die Sicherung desselben durch Zimmerung, so wie die übrigen Arbeiten, sind ganz nach den im vorigen Abschnitte gegdl>nen Regeln einzurichten. c

Die Bogenstege bekommen dabey diejenige Neigung von der einen Ulme gegen die andere oder gegen die Sohle,, welche dem der Sehne des Gewölbes zu gebenden Ansteigen (entspricht.

§. 16.

Wirkt nun aber sowohl aus der Forste als auch . ans einem der Stöfse ein sehr starker Druck, deren keinem von bey den ein solches Bogenstück recbtwinklich entgegengespannt seyn kann, wie diefs doch eigentlich der Fall seyn sollte, so kann dasselbe diesem nicht gnügen, ungerechnet, dafs man dabey untfen an der Sohle einen sehr spitzen Winkel und in diesem. eirien ziemlich unbenutzbaren Raum, beygrofsem Cublkinhalte und dadurch erhöhter Kostbarkeit des Gewölbes erhält, welche beyde mit der gröfseren Krümmung des Gewölbes noch mehr wachsen.

Die gröfst- mögliche Sicherheit des dabey am besten zu benutzenden Raumes giebt alsdann freilich verbunden mit der gröfsten Kostbarkeit, ein elliptisches Gewerbe , welches daher" auch in neuerer Zeit, vorzüglicli auf den Königlichen StöUn in den Sächsischen Bergamtsretieren,'und unter diesen vorzüglich auf denen der Schneeberger, eine allgemeine Anwendung gefunden hat #

Wie ich shpn im Vorigen gezeigt habe , kann jedes einzelne Bogenstück derselben der Richtung des Druckes angemessen construirt werden , und gerade in dem vorliegenden- Fälle der 'Anwendung um 'so' mehr, . da die Ellipse dabey nur aus der Kappe und einer Seite besteht, daher man nicht jdurch die zu beobachtende nimetrie beschränkt wird

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Fiir die gewobnlichen Fälle giebt die der Regelmäftigkeit halber auf den . Königlichen Stölln bestimmte Form dersetben nach. den der besten Benutzung des Banmes antemessensten Dimensionen und da' nach eingerichteter Stärke, völlige nnd überflüssige icherheit; für besondere Fälle kann unter. Bedbachtni der im vorigen Abschnitte darüber gegebnen Regeln, leicht entworfen/werden.

. Pa die Ellipse upter den verschiednen Sichevungs- Arten unter mancherley Umständen und Verbindungen, ihrer Zweekmälsigkeit halber, vnederholt aufzuführen sejn wird , so sey es* mir erlaubt über dieselbe , ihre in der Sächsischen Grubenmauenmg vorwaltend beybehaltenßü Formen, . übrigen - Verhältnisse u. w. im 41 dieses Abschnittes das Nöthigste zusammen steUen nnd mich im Voraus darauf beziehen zu dürfen

Den mehrfachen Nutzen der Ellipse* scheint man übrigens schon früher in einzelnen Fällen dadurch zu erreichen gesucht zu haben, dafs man zwey Kreisbogen, verband , welche jedoch , ' sehr' grofsen Kreisen angehörend , ' weniger zweckmäfsig waren, taf. Vai. Flg. 57.

Da dei* lUum, welcher für die Herstellung einer Ellipse abzutreiben, meist ver- hältnilsmäfsig kleiner ist, als der für die letzteren angegebenen Mauerungsarten, so wird iuch hierdurch eine, wenn auch nur geringe Ersparnifs erlangt.

'3) In dem Falle, dafs aufser der Forste auch beyde Ulmen, oder Hangendes und Liegendes, aus gebrächem, doch keinen erheblichen Druck äufserndem, Gesteine bestehen, führte man, besonders früher, in beyden Stöfsen Scheiben- oder Widerlaffer- Mauer auf und setzte das Förstengewötti|e mit horizontaler Sehne darauf. Taf. VUI. Fig. 58. 59. Aber selbst 'bey, übrigiens in solchen Fällen gewifs fast immer statt findendem, Seitendrucke kannte* man kein anderes Mittel, bey welchem übrigens die in §.14 angeführten Mödificationen , in Bezug auf tfaeilweise Haltbarkeit des Stofses, beobachtet wurden.

Ueber'diein einzeliien Fidlen vielleicht nicht zu verwerfende Ausübung dieses VerfiEdirehs glaube ich weiter nichts bemerken zu dürfen, sondern mich auf das bereits im vorigen Abschnitte und' im 8 des gegenwärtigen, Gesagte beziehen zu dürfen.

Ist aber wirklicher Druck von beyden Seiten vorhanden , so wird ein kleinerer oder gröfserer Theil der Ellipse kngewetidet, welche unten auf die feste Sohle, oder bey minder durchgängiger. Haltbarkeit im EinsEelnenj auf starke Steinplatten aufgestellt werden. Taf. Vllf. Fig. 60. Mauerung dieser Art bezeichnet man mit dem Namen: ganzer Mauerung.

Ist aber von der ,Soble bi.znr halben Ortsfaöhe oder überhaupt einen Theil derselben festes Gesteiii; vorhanden, so braucht sehr füglich nur eine hale Ellipse aufgestellt zu werden. Taf. IX. Fig. 61. Diese Mauerung h'eifst: halbelliptische.

Da bey Anwendung eines gröfseren Theiles der Ellipse die Bogenstege, Lehrbftgen und Schablonen in keinem der beyden Seirenstöfse befestigt werden können, so stellt man dieselben auf die Sohle auf, was selbst dann geschehen kann, wenn letztere erst durch Platten oder auf andere, noch sni erwähnende Art zu sichern ist, spreitst sie von einander, ab und verbindet sie auf die im vorigen Abschnitte bescimebne Art, durch Zangen, übeigenagelte Latten und später dttrdh die Verschalung.

Zu den Versuchen, welche sich bey der ersten Ansicht, als ans. unhaltbaren Grund- sätzen hervorgegangen , ergeben, gehört auch der: zur Erisparung eines ganzen elliptitischen Gewölbes , auf zwey liach oben zusammenlaufenden geradstirnigen Scheiben mauern iii den Stöfsen cin Forsten -Gewölbe aufzusetzen, welches dqrch den auf ihm lastenden Förstehdruck den Scheibenmanern so viel . Spannung ertbeile soU,. dafs sie dem Seittodrucke hinlänglich widerstehen können. Taf. IX. Fig.. 62.

Ist Hangendes und Liegenden In gaAzen gfofsen Massen druckhafk, so kann diesem Dmcke durch starke Spannge wölbe begegnet werden.

Das Nöthine über deren Constrnction habeich schon im Allgemeinen in den§..§. 22, 31 j 37, des vpjigen AbcbUtea aogeen nnid füge hier Aoeb foljgwdibft

Die SpantibSgen können entweder:

i) nar einfache, von angemesfieiier Stftrke nnd geringem V 2 ZöU betragenden Zirkel, seyn, welche für Seiten- und Forsten Dick zngleich dienen, die ' dann beyde einander im Gleichgewichte halten. ellen ; Taf. I. Fig. 9, oder ;

2). sie können., bey vorhaQdnem hinlänglichen Räume, aus.blofsen horizontal to', gnt zusammengearbeiteten Sparaischichten bestehern, welche in der Mitte durch einen aufgemauerten Scheider iinterstutzt werden, um sich nicht durch ihre eigne Schwere zu sunken, Sie wurden beysehr starkem Seiten- und geringen, oder gar keinen. Forsten -Drucke anwendbar seyn und vbUig an der Stelle der Spreizen und Forsten

' . Stempel in der Zimmerung stehen , nur mufs die Weite es darunter voxhandnen zu sichernden Raumes, die Anbringung des unterstützenden Scheiders erlauben, welcher denselben , in einer Strecke oder dergl. bestehend , meist in zwey Häoften theilen wird ; Taf. IX. Fig. ö3 , oder endlfch

3) wenn man furchtet, dafs ein einfaches Spanngewolbe durch den starken Seitendruck gehoben werden möchte, so kann es durch ein schwaches, umgekehrt darauf geschlagnes Gegengewölbe Gegenspanhung: erhalten, welches letztere dadurch mit dem unteren verbundisn wird , dafs die mittleren Wölbsteine , wenigstens aber der Schfufsstein des unteren,, so. weit bey dem geringen Zirkel thunlich, durch das obere mit hindurchgehen. Taf. IX. Fig. 64. Dieses Verfahren würde en frey zu erhaltenden Raum am wenigsten beengen und zugleich, bey gehöriger Construotion, die izweckmäfsigste Sicherung geben-

Im Allgemeinen mufs die Wahl und bestimmtere Cpnstmction irgend einer dieser drey. Sichernngsarten ganz nach der Gröfse und Richtung des voVhahdmn: verschieden wirkenden Druckes eingerichtet werden

Bey dem written .Verfahren wird zuerst der untere fiauptbogen, alsdann aber dju Gegengewölbe darüber anfzüfiihren seyn. -

Der Zweck dieses letzteren wird indefii auch noch durch ein viertes mlitekes Verfahren zu erreichen stehen; dafs man nehmlich auf ein einfaches Spanngewölbe so viel Scheibenmauer aufführte, dafs sie, rein als ' Gegengewicht betrachtet , durch ihre Last denjenigen Theil des SeitendruckeB aufliöbe, mit welchem derselbe das keilförmig eingespannte Gewölbe nach oben hindus zu schieben street; Taf. IX. Fig. 65. Man mulSste daher, bey der Anlage der written Art, die Stärke, und Spannung des Gegenge wölbes, bey der vierten, die Masse und Last der aufgesetzten Scheibenmauer gegen die Gröfse der Spannung des unteren Gewölbes, die urahrscheinliche Gröfse und Hauptrichtung des Seitendruekes in Abgleichung bringen.

Naeh.der Lebre vom Keile, In welehe diese Beredmang guu fälÜ, daaa läpaniigewSlbe als solcher aoiDseben ist, mafs, wenn man d den balben IVinkel des Bogens, am Mittelponcte nennt, den, rechiwittUich Ton den Flachen ads, swisolien denen das GewdIHe eingespannt ist, wirkenden Draelr Q ietst,. oime JlilelEsicbt anf Friction n. dergl., die, denuenlgen Tlieile dieses DrncleS) welcher das Gewöl- be, als ein snsammenhangendes Gänse betrachtet, pach oben hindus sn schieben sürebt', entsprechende von oben nieder anf das Gewölbe wiricende Gegenkraft seyn P t g. a,

' Es oil nnn B. ein Spanngewdib'e niit. Zoll Zirkel; Aber eiiie S Ellen 1f<it Strecke angelegt .werden , welches anf jeden Fnüi . seiner Lange von beyden Seiten einen Gesammtdrnck von 10000 Pid.

absnhalten habe, so würde dasselbe, nach Abschnitt IV. (. 37 eine Stärke von Hss- lo

1ä lau,

ZoU Dresdner .32 -ZoH. Dr. erhalten -mflssen. .

Der hale Mittelponetswinkel des Gewölbes bey Zoll Zirlcel, oder ZoU anf die'ganse Weit, betrlgl 14- Grad 15 Mini (4er Halbmesser der Inneren 'Wölung 146} ZoA) folgllA der Theil des Seitendmckes, welcher das Gewölbe nach oben schiebt

P lOOOO. r g. 14 Gr. 15 2939,68 Pfi. Nnn ist das. eigne, diesem Dmcke entgegen wirkende Gewicht dieses GewcQbei anf 1 Fnls Lange, bey genanntem Halbmesser nnd 2,07 speeit Gewichte des Goenses (178,25 — 146,25) 14,25

i44 3,141. -j 2,67. 50, 239809 Pfd.

Folglich bleiben nach deren Absng von obigem Drucke noch 2530,68 — 2398,99 140,09 Pfd. Druck anfwirts, welcher durch ein dbergespanntes Gegengewdlbe oder durch Scheibenmaner xn beseitigen fibrig bleibt

Ks ergiebt sich sugleich hieraus, wie bedeutend, bey wenig gegebnem Zirkel, der Sefltendruck seyn mulli, wenn er nur einen einigermaÜMn erhebUehen Gegendruck von oben nieder, ndthig machen soll.

12

n

§. 21. :

' Sollte bey den.. Tentchiediijeii bkher' genannten Anlagen- die Sohle so anha.ltbar sejn, dafii man, selbst durch theilweis tieferes Niederhauen - der Widerlager, durchaus keinen festeren Grund zu erhalten yermag, so können sogenannte Erdbogen geschlossen werden*

Diese Erdbögen werden als flash gespannte Bögen, deren Sehne in dem Streichen der Strecke liegt, mit beyden Füisen auf die einzelnen, als fest erkannten Puncte der Sohle aufgesetzt. Taf. IX. Fig. 66, A. B. Fig. 67. A. B.

Das früher zuweilen dabey befolgte Verfahren, dieselben sehr hoch, oft bis zum Tollen Halbzirkel, zu spannen, warum so mangelhafter, da sie auf diese Art mit ihren Füfsen nur auf den festen Widerlagern in der Sohle ruhten. Um hingegen von gröfst- möglicher Zweckmälsigkeit zu seyn, müssen sie mit ihren Fufsen gegen einander )8pan* nen, so dafs selbst, wenn später Widerlager in der Sohle nicht mehr hinlängliche Sicherheif gewähren sollten, sie sich zum Theil selbst unter einander im Gleichgewich* te halten, wie diefs, gemachten Erfahrungen zufolge, schon zuweilen geschehen ist.

Man giebt daher diesen Bögen densemen Zirkel wie anderen Gewölben, von 3 bia 4 Zoll, und nach Beschaffenheit der Sohle, bis zu 12 Ellen Spannweite.

Auf diese Erdboden kann gleich Scheibenmäuer aufgesetzt und durch aus denselben hervorgehende Steine mit ihnen verbuiiden werden. Taf. IX. Fig. 66. A. B.

Beabsichtigt man hingegen Gewölbe darauf zu. setzen, so mufs der Rucken der Erdbögen zuvor mit Scheibenmäuer ausgeglichen und zu ebnen Widerlagern vorgerichtet werden. Taf. IX. Fig. 67. A. B.

Erdbögfen auf durchgängig feste Gesteinsohlc zu setzen, ist durchaus unniitz. Eine irrige Ansicht ist es daher, dieselben in solchem FaUe zu mehrerer Befestigung der Scheibenmauer gegen Seitendruck anwenden zu wollen ; indem man sie von Zeit zu Zeit in derselben aiiSriogt, da kein Bogen, seiner Construction nach, geeignet ist, gegen einen, rechtwinklich auf seine Krümmungsebne wirkenden Druck Widerstand zu listen. . Eben so wenig können Erdbögeh dazu dienen, der Scheibenmauer einen Druck von oben besser tragen zu lassen , da sich solche alsdann , - der verschiedenartigen Zusammenarbeitung .ihrer Theile zufolge, nur ungleich setzen kann.

Ist das Gestein hinter den Erdbögen rollig, so werden die Busen derselben mit Scheibenmauer ausgefüllt, oder die Sohle wird wo möglich gleich Anfangs nach der Gestalt der inneren Wölung gehauen, so dafs der Bogen fast aufsitzt und kleinen gro- Isen Zwischenraum lälst.

Bey nur im iGfanzen .fluchtigen und druckhaften Gestein kann man den Raum unter den Bögen ganz offen lassen.

Versuche, dem Forsten- und Seiten -Drucke bey zum Theil unhaltbarer Sohle durch Gewölbe, wie Taf.. X. .Fig. 68, zu begegnen, können ihre. Entstehung nur unklaren und verworrenen Ansichlen verdanken, da sie, durch Vernachlässigung der ersten Erforderhisse, einer guten Unterstützung des Fufses, durch welchen hier die Richtung des Druckes ganz in das Freye fällt, den Keim ihrer baldigen Zerstörung in sich tragen.

§.23.

Ist endlich 4) aufser Forste,* Hangendem und Liegenden auch die Sohle nnhftltbar, SO' kann man sich aufser den, für den letzten ad Sogenannten Fall, zu virählehden Verwahrungsarten,, noch, für die .verschienen Abtheilungen derselben mehrerer Hülfsmittel bedienen.

.1) Des schon iin. Vorigen erwähnten: die Sohle mit grofsen Steinplatten abzudecken, und auf diese die Scheiben- oder Ellipsen - Mauer aufzufüliren. Taf. VIII. Fig. 60.

Es ist zu(wäl]|len, wenn die, im Ganzen feste, Sohle, an einzelnen Puncten weich und gebräch ist. Wird diefs bedeutender, und fürchtet man, dafs die Steinplatten durch die £ast der Mauerung und den auf dieselbe wirkenden Druck zerdrückt werden könnten, so ist wohl auch erst, auf diese, den Gcsammt- Druck in gröfseren Flächen aufnehnienden und vertheilenden Platten, eine Lage Scheibenmauer aus grofsen lagerhafteu Steinen anzubringen , deren Oberfläche man zur Sohle oder zu Widerlagern für die dar auf zu setzende Mauerung vorrichtet. Taf* X. Fig. 69.

Nachdem man hierzu den nöthigen Raum durch Abtreiben in der Forste und in den

Stofsen und darch .Wegfällen, Abgleichen und'Zafuhren in dr Sohle, erlftngt hat,* so wird die Oberfläche der Sohlplatten oder der Sohlenmauerung nach einer, in der Mitte der Strecke, nach deren Streichen nnd Ansteigen gezognen Schnnr gelegt; auf sie werden alsdann die Schablonen für die eigentliche Stofs- und Forsten -Mauerung nach einer zweyten, in dem Scheitel des Gewölbes gezognen Schnur aufgestellt. -

§.24.

Ein zweytes, unter diesen Umständen noch zweckmäfsigeres ', jedoch auch kostspieligeres und vornehmlich bey noch mehr aufgelöster Sohle anwendbai'es Verfahren ist:

2) Ein umgekehrtes Gewölbe, mit der inneren Wölung nach oben gewendet, in der Sohle anzubringen, auf dessen Fiifse man die übrige Mauerung aufsetzt, so dafs dieselbe dem steren Spannnhg ertheilt. Taf. X. Fig. 70. Auf diese Fiifse geradstirnige Scheibenmaner aufzusetzen und dieselbe oben durch ein Förstöngewölbe zu Bchliefsen, wie diefiB ehemals gewöhnlich geschah, ist um so unzweckmäfsiger, da, wenn in' den Stofsen wirklicher Druck vorhanden, die* Scheibehmauer diesen nidit abhalten kann, wenn aber keiner da ist, die letztere unnöthig wird und das Förstenge- wölbe seine Widerlager im Gesteine finden kann. Taf. X.: Fig. 71. 72.

Diese umgekehrten Gewölbe werden seltner nach einem Halbkreise, als vielmehr nach einem noch flacheren Bogenstücke als die übrigen, gewöhnlichen Gewölbe,, von 2 bis 2i Zoll Zirkel , gefertigt

Man wendet dieselben sehr häufig über Tage, bey Gräben niid Wasserleitungen an, und bezweckt dadurch sowohl, deren Seitenmauern einen festen Fuis zu geben, als auch dem Erddrucke in den Seiten und in der Sohle zu begegnen.

Auch zu gemauerten. Wassersaigen in. der Grube sind dergleichen umgekehrte Ge- wölbe sehr geeignet; woven ich an seinem Orte weiter sprechen werde.

Zu Auftiihrüng 'derselben fangs man, nach Herstellung des nöthigen Raumes auf der Strecke und Austiefung der Sohle nach der dem Sohlengewölbe zu gebenden Gestalt, mit Legung de Scblufssteines des Gewölbes nach der, in der Mitte in dem Streichen und Fallen der Sohle gezognen- Schnur, an,' an welchen man zu beyden Seiten die übrigen. Wölbsteine, nach kurzen, nur einstweilen befestigten und angehaltenen Schablonen -Stücken, an mauert. Auf diese Grundlage, welche möglichst fest zusammengearbeitet werden, muls, um ein fest verbundenes Ganze zu bilden, das nicht theilweis einsinkt, .kann, man sodann die eigentlichen Schablonen für die übrige Msmerung auf die mehr angegebne Art aufsetzen und befestigen.

Diese Verfahren sind aber nur bey unganzem und gebrächem, nicht aber bey so völlig aufgelöstem und zerrütotem Gesteine anwendbar, dafs dasselbe die aufgesetzte Mauerung nicht zu tragen vermag,' sondern dieselbe durch ihre eigne Schwere einsin-

Eine dritte Art sich , festen Grund zu, ver9chaffen, welche man nicht nur dann wenn die Sohle ganz abgebaut ist, sondern auch über abgeworfnen Schächten, bey Anlegung von Radstuben u. dergl. anwenden bann, ist folgende:

.3) Man legt unter der Streckensohle, . in Entfetntingen' von , nach Verhältnifs der Gesteinsfestigkeit in den Ulmen, 2 bis 4 Ellen von einander. Tragebögen vom Hangenden nach dem Liegenden an, setzt unmittelbar auf. diese, oder deren mit Scheibenmauer geebnete Rücken Erdbögen und auf diese die Seitenmauern mit Förstengewölbe, oder welohe. Yerwahmngsart man sonst gewählt hat; Taf. XI. Fig.' 79.

, Trage- und Erd- Bögen werden dann wieder mit Bergen verstürzt oder gleich auf .erstere Tragewerk, vielleicht auch nur Spundstücke , aufgelegt, über welchen das Tragewerk seine Befestigung in den Seitenmauem findet. . / .

' Statt der einzelnen Tragebögen kann man wohl auch,~ vorzüglich bey vorhandnem ganz freyen Räume in der Sohle, ganze Tragegewölbe schlielsen und durch diese die Erdbögen ersparen. Ti|f. XI. Fig. 80. :

Diese nicht häufig vorkommende Manerungsart setzt voraus, dafs das Hangende und Liegende hinreichend feste Widerlager für die Tragebögen oder Tragegewölbe darbietet, auch kein Seitendruck durch kurzklüftiges Gestein statt findet, in welchem Falle überhaupt allein die Scheibenmauerung anzubringen ist. Gegen Seitendnick im Ganzen können hingegen die Tragegewölbe zugleich als Spannbögen vorgerichtet werden.

Anlagen eser Art möchten sich daher eigentlich im Allgemeinen genauer für un-

H

haltbare nni dmckhafte ISrste nnd Sohle gedraet, beseiehnen lassen, obgleich bey nur solcher aach die Seitenmaaern gan wegfallen, das F5rstengewölbe aber zwischen Hangendem und Liegendem einzuspannen seyn würde.

l)ie' Art der Ausführung dieser Mauerung wird aus dem früher gesagten hinreichend deutlich abzuleiten seyn,- indem es nur eine Zusammensetzung im Einzelnen schon heschriebner Arbeiten ist, welche sich in folgender Ordnung an einander reihen : Herstellung des Raumes durch. Abtreiben, Niederfüllen der Sohle, Hauen der Widerlager für die Tragebögen, Legen der Bogenstege, Aufiietzen der Lehrbogen, Aufmauerung iet Tragebögen, Hauen der Widerlager für die Erdbögen auf den Tragebögen, (besser ist es, die Steine derselben vorher zuzurichten,) Legen der Bogenstege und Aufsetzen der Lehrbögen für die Erdbögen, Aufmauerung derselben. Aufstellen der Seitennuutern und Schlagen des Förstengewölbes.

§.26.

Ist endlieh nirgends festes Gestein zu finden, die Sohle weich und nachgebend, so mufs ganz umlaufende Ellipsen - Mauerung angelegt werden. Taf. XL Fig. 80.

Diese kann daher auf abgebauten. Strecken, aus denen die Sohle aus alter Manne oder aufgelöster Gangmasse besteht, oder auch in schwimmendem und dem Ähnlichem Gebirge, vorkommen.

In ersteren beyden Fällen kann ihre Anwendung nur dann statt finden, wenn man überzeugt ist, da&j :hej alter Manne nie, bey aufgelöster Gangmasse höchstens nur etwa in bedeutender Teufe unter dieser Sohle, in Zukunft eine Strecke oder ein andrer Bau darunter betrieben werden wird. In zchwimmendem Gebirge , welches nur bey La-

ferbergbau zn finden ist, wird diefs an und für sich selbst schon nicht so leicht der 'all seyn.

Für Stireckenmauerung wird daher die ganz umlaufende Ellipse selten irgend weiter als auf HauptstöUn gewählt werden.

Zu ihrer Herstellung ist, wie au der in 24 angegebnen, des Sohlengewölbes, das Erste : eine Schnur in der Mitte der Sohle der Strecke nach deren Streichen und Fallen zu ziehen. Neh ihr werden, (nach Herstellung des-freyen Raumes) auf eine gewisse Länge die Schlafs oder hier vielmehr die Anfangs Steine gelegt und nöÄigen Falles abgespreizt, bis die nächsten, nach einer kurzen, für das untere Bogenstück gesehnittne. Schablone, welche nur angehaltei wird, an nnd aüfgemauert sind. Ist man auf beyden Seiten ein Stück heraufgeruekt, so. werden auf dasselbe 4ie,Sdiablonto für die ganze Ellipse aufgestellt und befestigt,; oder auch wohl gar aufgehängt, worauf die Mauerung auf die gcwöhnliche Wei. fortgeführt wird. .

Mauerung dieser Art mufs ganz fest und dicht zusammengearbeitet seyn, so daik sie eine hohle, undurchdringliche, sich nur im Ganzen senkende Röhre bildet. Ein solches Senken wird jedoch auch nur in sehr lockerem , alter Manne und in ganz aufgelöster Gangmasse statt finden.

In sehwimmendem Gebirge hält sich der ringsum darauf wirkende Druck mehr im Gleichgewichte und die Mauerung gleichsam schwebend in der aufgelösten Masse. Ihm mufs die KraCl; gleich aeyh, nach M'elcher das Ganze zusammengesetzt ist. -

Ueber die Mauerungssuheiten in wirklichem , schwimmendem Gebirge werde ich am Schlüsse dieser Abhandlung mehr sprechen.

Ein etwas abweichendes Verfahren hat man bey einigen Mauerungs - Anlagen in aufgesehweinmtem, rolligem und dem schwimmenden ähnlichem Gebirge, in Sand und dergl beobachtet, indem, man die Ellipse nicht ganz umlaufen lies, sondern sie auf einen hölzernen Rost setzte. Taf. X. Fig. 74. 75. 76.

So unter anderen im' Mansfeldischen , bey der in den Jahren 1801 und 1802 im Gange gewesnen Neu -Ausmauerung mehrerer Puncto des Froschmühlenstollns , worüber ich der dadurch zu gebenden allgemeineren Uebersieht wegen , etwas ausführlicher sprechen will.*)

Das Gebirge , in welchem man bey dieser Ausmauerung Rost legte , bestand aus rolligem Stinksteine, sogenannter schwimmender Asche, feinem Flufs-und groben Ge-

Die vom Hrn. Berggeicbwornen Erdmenger in Sangerhaaien iDMoiniengef teilten nähereo Angaben Aber diesen Gegenstand verdanke ieb der gütigen Vermittlung des Hm. Bergralb FreietUbin.

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roUsande. Ofi vm ein Gemenge der letzteren beyden. yorherraebend, welches, an sich ganz trocken, durch den Zutritt der Stollnwasser oft schwimmend gemacht wurde und in diesem Zustande nicht die geringste Haltbarkeit darbot. , .

An solche Puncte legte man für die Mauerung einfache oder doppelte hölzerne Roste, letztere Tornefamlich am Anfange der Mauerungg-Ausbrecfaungs* Arbeiten, in schwimmendem Fhi&sande.

Für die Herstellung eines einfachen Rostes wiurden gegen 2 Zoll starke und 16 bis 12 Zoll breite kieferne Bohlen, (Grundladen) queer über die StoUnsohle ganz horizontal und fest an einander gelegt, welche, ohne weiter mit einander verbunden zu werden, Grund zur Mauerung bildeten. Da jedoch diese Hölzer zuweilen durcli die zndringenden Wasser wieder gehoben und verschoben iFviirden, bev<Nr man Zeit hatte zur Mauerung selbst vbrzuschreiten, so half man sich dadurch dafs man eine Schwelle der Länge nach in der Mitte über die Gmndladen jegte., und dieselbe mittelst Stem peln fest gegen die Forste antrieb. Täf. X. Fig. 74, Dann erst konnte die horizontale Lage der Grundladen berichtigt wen)en>, indem man dieselben fest aneinander und auf denjenigen Puncten, wo sie etwa noch höber als auf den anderen hervorstanden niederschlug, worauf sogleich die Mauerung auf dieselben aufgesetzt wurde

Doppelte Roste bestanden aus Längen -und Qneer- Hölzern (Grundladen,) von obengenannter Sticke und Breite, von denen die unteren der Länge, über diese die oberen der Breite nach, queer über die Stollnsohle gelegt,, und auf die. angegebne Weise, ebenfalls ohne besondere Verbindung, in b<Mrizontaie Lage gebracht wurden Taf Fig. 75. ' .

Auch Ie man statt, der Bohlen, Schwellen von & bis 6 ZoU stwkem, eichenen Holse, der Länge nach, und auf diese diejenigen Gnmdladen qneer über, auf welche die Mauerung aufgesetzt werden sollte Taf. Fig. 76, . So wurden B. in einer Vorlage von 12 Fu& Länge 3 Stiick, 6 Zell starke eichne Schwellen, .der Länge nach, und zwar so auf die StoUnsofaie gelegt, dals die Schwelle a unter den linken, b unter den rechten Seitenstols der Mauer, c aber in die Mitte der Stollnsoble zu liegen kam.

Auf df ese Schwellen wurden. die. eigentlichen Grundladen, von 2 Zoll starken, 10 bis 12 Zoll breiten kiefernen Bohlen .gelegt nachdem zuvor der Raum zwischen. ersteren Schwellen gehörig ausgefiiUt und ausgeglichen worden war.

Auf alle diese Roste wurde die iVIanerung ohne besondere Abdachung der Oberfläche, nach den Radien der Ellipse und ohne besonders aufgeflihrte Scheibenmauer, aufgesetzt. Hatte man aber dieselbe bis zur Höhe des Stolln Wasserstandes heraus gefuhrt, so wurde in der Stollnsoble, unmittelbar auf die Grundladen, ein Joch von eichncm, 6 Zoll ins Gevierte starken Holze, oder liegende Wandruthen, zwischen den Filfsen der Mauerung aufgelegt, um dieser gehörige Spainung ' ziv geben. Taf. X. Fig. 77, Der Raum zwischen den Jochstempeln a b Cj wurde mit guten Steinen von der Stärke des Holzes ausgepflastert Später fand man auch das Joch überflüssig, indfem gute und ausgesuchte Pflastersteine dieselben Dienste leisteten, als das theureHolz.

Auch in der Sangerhäuser Revier verfährt man auf dieselbe Weise, indem man nehmlich stets, auch bey festem Gebirge und guter Sohle, ein 6 Zoll starkes Pflaster zwischen den Fiifsen der Mauerung in die Stollnsoble einschlagt, um so dar Mauerung Spannung zu geben; bey schwimmendem -Gebirge, welches Sohlendru de zeigt, beobachtet man jedoch dabey durchaus die Regel : den ersten keilförmig gehauenen Pflasterstein, in der Mitte der Stollnsoble, mit der Spitze nach oben aufzustellen und von ihm aus das Pflaster, von der Mitte nach beyden Seitenstöfsen hin zu vollenden. Taf. X. Fig. 78. '

So weit die Angaben des Hrn. Geschw<mien Brdmtnger.

Sind auch die letztgenannten Manemngsarten , wegen vorhandner tieferer Strecken oder ans irgend anderen Gründen, nicht ausführbar M bleibt freilich nichts iibrig, als einen. Umbrach zn treiben und einen solchen Punot ganz abzuwerfen

Noch -Jiahe ich. eines füoften vAglichen. Falles gedacht; dals< Forste, Sohle und Hangendes, oder Liegendes, unhaltbar seyen;

SoHte unter diesen Umstilndenr der andere Stofo, wie das Hangende oder Liegende selbst, noch sa vil Festigkeit besitzen, dds man darin noch Wideriager für

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Spaniibögen oder Spanngewdlbe,. wenn anch etwas tiefer im Gfestein, suchen k5nnte, so warde wie im. vierten Falle zu verfahren seyn; dafs man auf dieses Spanngewolbe unmittelbar oder auf zuvor Ober die Spannbögen geschlagne Erdboden die Streckenmauerung' aufsetzte , welche wie die zur Verwahrung von Forste und einer Ultne einzurichten wäre; nur würde hierbey die Sehne der unterto Spann -Bögen oder Gewölbe, gegen die unhaltbarere Ulme etwas Ansteigen erhalten müssen.

In dem bey weitem hSufiger vorkommenden Falle, dafs auch der anderen Ulme nicht wohl zu trauen wäre, wäirend die eine gar keine Widerlager darböte, ist eben so zu verfahren , als wenn nirgends festes Anbeuten zu finden wäre.

Endlich mufs ich noch, als nicht für eigentliche Verwahrung gellend, folgendes hinzufügen: .. . . ;

Igt das Gestein nur in einer Ulme unganz, jedoch ohne Druck, daher nur das Hereingeben einzelner Schalen zu verhüten y so kann diefs durch zwischen Sohle and Forste eingespannte krummstirnige Scheibenmauer, mii oder ohne Neigung der Sehne, geschehen . Taf. X- Fig. 73.

Dafs auf Gängen beyde SeitenstÖfse , Hangendes und Liegendes einer Strecke allein , zu verwahren seyn sollten , ist nicht leicht möglich. Sollte aber einmal ein solcher Fall eintreten ; so wird- man nicht wohl anders verfahren können , als wenn auch die Forste mit druckhaft wäre, und eine theilweise Ellipse auffuhren.

Auf anderen Liägerslätten durfte vielleicht dieser Fall dber eintreten, und man wird alsdann meist auf der festen Sohle hinlänglichen Raom haben, um auf ihr allein eine der vorher angegebnen Verwahrungsarten begründen zu können.

Die Sohle allein kann endlieh weder auf saigem noch auf flachen Strecken, zu verwahren seyn, da ihre Haltbarkeit nur in sofern in Betracht kommt, als die Ver- währung der übrigen Seiten auf sie zu begründen ist.

Eben so wenig kann die Forste aHein Festigkeit besitzen, wenn beyde Seitensöfse flammt der Sohle druckhaft und unhaltbar sind. .

. S- 32.

Zusammengesetzter und meist auch in ihrer Beseitigung schwieriger als auf saigem, sind die auf flachen Strecken vorkommenden Fälle , da auf ersteren der Druck immer poch mehr eine regelmäfsige Richtung annimmt und behält, während er sich auf letzteren später noch oft verändert.

Auf flachen Strecken kann zu verwahren seyn : . 1) Die Forste,

2) Das Liegende,

3) Das Hangende,

4) Forste und Liegendes,

5) Forste und Hangendes,

6) Forste, Hangendes und Liegendes,

7) Forste, Hangendes, Liegendes und Sohle,

8) Forste , Hangendes und Sohle,

9) Forste, Liegendes und Sohle,

§. 33.

1) Ist nur die Forste zu verwahren, so geschieht diefs durch ein gewöhnliches, nach einem Kreisbogenstücke gespanntes Förstengewölbe, dessen Sehne; der Richtung des Druckes wo möglich rechtwinklich entgegengesetzt wird. Taf XL Fig. 82.

Diese Copstruction und Lage dieses Bogens wird nach den in Abschnitt IV. §. 44 angegebnen Regeln gefunden, und ich glaube darüber, so wie über dessen weitere Aus- führung,' nach dem im vorigen Abschnitte Gesagten, nichts weiter erwähnen zu dürfen.

Auch hier wird -der, überhaupt wenig zweckmäfsige , volley Halbzirkel seine' Anwendung niemals und um so weniger finden , da fast stets etwas Druck aus dem Hangenden ninzukomint,. Welcher es nothwendig macht, das Gewölbe zugleich mehr oder weniger als Spanngewölbe wirken zu lassen.

Ist hierbey das 'Hangende etwas weniger fest, wie diefs zuweilen der Fall ist, so erhält die Sehne eine etwas aufgerichtetere Lage gegen dasselbe, als diefs aus-

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serdeiii, bey blofser Rücksicht auf die Richtung* des Qriickea geschehet! sctii iiirüfde (8. Abschn. IV. §. 32.)

§. 34,

2) Ist das Liegende aUeiii in verwahren, so konnien dabey mehrere FSlle eintreten.

a) Entweder ziehen sich von dem gebrächen liegenden Gesteine nur einzelne Scha* len ab, welchem Verhalten man durch eine einfache, mehr oder weniger auf demRiikken liegende , krummstirnige Scheibenmauer hinlänglich begegnen kann , deren Fufs rechtwinklich auf der Falllinie des Ganges liegt, daher sie selbst, indem ersterer in den Radius des Rogens fällt, nach' welchem sie gebildet ist, etwas aufgerichteter, als das Liegende selbst, steht. Taf. XI. Fig. 83.

In diesem Falle kann wohl sogar zuweilen eine aufrecht von der Sohle bis zur Forste aufgeführte, starke geradstirnige Scheibenmauer gnügen, hinter welcher der Raum mit Bergen versetzt wird, wenn eine solche den Raum der flachen Strecke im Uebrigen nicht zu sehr beengt.

b) Es können über der Strecke auf dem Gange alte Baue vorhanden, und diese mit Bergen und alter Manne ausgestürzt seyn, dern Hiinkonimen auf dem Liegenden man verhindern will, .so dafs also immer nur ein gerioger Druck vorhanden ist, als* dann kann ebenfalls eine noch mehr aufgerichtete, zwUchen Forste und Sohle eingesaiinte, krummstirnige Scheibenmaner hinreichen. Taf. XI. Fig. 84. .

c) Wird jedoch diese Last stärker, so ist die. krummstirnige cheibenmauer nicht hin reichend , sondern in wirkliches , von der Sohle oder von dem Liegenden die Forste oder das Hangende zu fichlagende Stutzgewölbe zu verwandeln. Taf. AI* Fig. 85.

3) Dasselbe wird apge wendet, wenn das Hangende, , 4) . wenn die. Forste sammy dem Liegenden,

5) wenn die Forste iind das Hangende gegen wirklichen stärkeren Druck zu verwahren ist. .

In dem written Falle kann das Gewölbe von der Sohle gegen die Forste, Taf. XI. Fig. 86, wenn dieselbe nicht aus .Gangmasse besteht, in den übrigen beyden aber , mufs es gegen das Hangende , Taf. All. Fig* . und gegen das Liegende, Taf. XII. Fig. 88 , gespannt werden , wobey die Sehne eine gegen die aus abgebautem und versetzten Felden oder druckbaiftem Gesteine. bestellende Forste geneigtere Lage er- hält , als im zweyten und written Falle , wo hur das Liegende oder Hangende allein zu schätzen ist, während man zugleich dem Gewölbe selbst mehr Krümmung giebt.

In den letzteren beyden Fällen ein Stück einer Ellipse aufzuführen, würde zvar sehr zweckinäfsig seyn, doch kommt es seltner vor, so lange man irgend mit einem Stutzgewölbe auskommen, kann. Taf. XII. Fig. 89. Fig. 90.

Ehemals führte man wohl auch in. diesen Fällen häufiff im Liegenden oder Hangenden starke geradstirnige Scheibenmauer auf, auf oder über dieser aber, ein nach dem Förstendrucke construirtes , starkes Förstengewölbe. . Taf. XU. Fig. 91. Fig 92.

Das Unzureichende einer solchen Verwahrung durch Scheibenmauer, glaube ich schon durch das bisher über diesen Gegenstand Gesagte hinlänglich dargethan zu bar ben. Am stärksten tritt es bey der im Liegenden aufgeführten Scheibenmaner hervor, auf welcher das* nach dem Hangenden zu schlagende Förstengewölbe aufgesetzt wird. Die Scheibenmauer ist nicht im Stande den im Liegenden hereinkommenden Druck abzuhalten, noch weniger aber zugleich ein standhaftes Widerlager für Förstengewölbe abzageben*

§.35.

Will man Hangendes und Liegendes gleichsam nur von einander abspreizen, in* dem in einem von beyden, vielleicht auch in beyden zugleich, durch crolse sich lö- send Schalen oder ganze Gebirgs- Massen sehr starker Druck erzeugt wird, so kann man diefs durch einfache Spannböffen oder Spanngewölbe erreichen, deren Constmction und' Ausfuhrung .nach Maaisgabe der Gröfse .und' Richtung des Druckes und der Festigkeit der Stöfse , im Einzelnen nach den in Abschnitt IV. 21 , 31 , 37 und Abschn. y. §. 20 gebnen Regeln eingerichtet werden wird.

§. 36.

b) Um Forste, Hangendes und Liegendes zu verwahren, führte man früher, auf ähnliche Art wie auf saigem Strecken, zwey lothrechte geradstirnige Scheibenmauem

auf vnd legte Tom Liegeodep Wich dem Ifoiigndea Stack -€rew5lbe 6der wem gar anf beyde Widerlagermauera ein volles Halbzirkel-Gewölbe i. Taf. XII Fig 93.

Ueber dieses falsche, jetzt wohl nicht lekht mehr angewendete Verfahren brauche ich weiter nichts -zu erwähnen.

Bey wirklich vorhandnem höheren Drucke ist in diesem Falle die, nur an der Sohle abgeschnittene Ellipse alien mit Nutzen anwendbar* TaL XIL Fig. 94

Wenn der Druck im Inliegenden sehr gering wäre , so könnte, zwar die Möglich* keit erscheinen, dafs man ihm durch blofse, auf dem Rücken liegende, krummstimige Scheibenmauer hinreichend begegnen könne, während zugleich ws Liegende hinlängliche Festigkeit besäfse, um noch sichere Widerlager für ein, zur Verwahrung des Hangenden und der Forste, von der Sohle nach dem Liegenden mit starker Krümmung zuschlagendes Stntzgewölbe darzubieten, Taf . ]&U Fig* 95. Da jedoch alsdann dieses Gewölbe sein Widerlager in der krummstimigen Scheibenmaaer finden müiste, so würde diese Art der Sicherung inner noch zu den unvollkominneren gehören, und ge gen die Ellipse sehr zurückstellen

7) Ist endlich auch die Sohle unhaltbar , so kann man denselben Regeln folgen find dieselben Mittel anwenden, welche für diesen Fall für saigre Strecken angegeben worden sind; - Sie 'bestanden in folgenden :

a) Bey nur theilweiser Unhaltbarkeit der Sohle, Anlegung von Erdbögen auf ei* ner oder beyden Seiten, (Welche indefs auf flachen Strecken weniger häufig anzubringen sind;)

b) bey völliger Unhaltbarkeit der Sohle aber, Schlagutig vota Spann- oder Trage Bögen oder Gewölbe zwischen Hangendem und Liegendem, auf welche irgend eine der vor -angegebnen Arten von Streckenmaaerung unmittelbar, oder Wohl auch durch Erdbögen, zu begründen ist; /

c) endlich , bey nirgends zu findendem ifesten Anhalten , SchliBfirag ganz umlaufen* der, oder anf künstliche, durch Roste oder Pflaster gebildete Sohlen aufgestellter El* lipsen, in Bezug auf| welches Alles ich, zur Vermeidung unnötiger Wiedeiholnngen, auf die §. f. 25, 26, 27 verweise.

8) Femer kann der Fall eintreten, dafs Forste, Hangendes und Sohle unhaltbar sind.

Soll die Strecke nicht ganz in das feste Liegende gelegt werden, so wird es, bey von allen übrigen Seiten wirklich ausgeübtem Drucke , zweckmäfsig seyn , nur die Sohle in das Liegende zu legen, und auf letzteres eine theilweise Ellipse aufzusetzen, Taf. Xm. Fig. 97, deren unterer Fufs in von a aus tagential und saiger niedergehender iScheibeninauer auf dem Liegenden fest begründet, und mit demselben durch den Absatz b gleichsam verzahnt ist.

Bietet indefs das Hangende noch hinlänglich feste Widerlager dar, so hat man auch zuweilen in der Sohle ein ansteigendes Spanngewölbe vom Liegenden nach dem Hangenden geschlagen , und im Liegenden , oder auf in demselben aufgefühater Scheibenmauer, ein Förstengewölbe aufgestellt, welches im Hangenden in ein nach einem gröfseren Halbmesser geschlagnes Stutzgewöble übergeht, das , zur Sicherung des Hangenden bis auf die Sohle herabgefuhrt, und hier mit dem Fufse auf das erstere Spaangewölbe aufgesetzt ist. Taf. XIII. Fig. 98. "

Noch kann man sich auf eine andere , iioch zweckmftfsigere , Weise unter diesen Umständen dadurch helfen dafs man zuerst vom Liegenden nach dem Hangende ein Grundgewölbe schlägt, auf diesem durch Scheibenmauer eine horizontale Sohle herstellt, und auf dieser endlich eine Ellipse aufsetzt. Taf. XUI. Fig. 99.'') '

§. 39.

9) Weit schwieriger wird Fall, weiin das Hangende allein fest ist. Hat unter diesen tJrastAnden das L'cgende noch so viel llaldiarkeit , dafs ein vom

Hangenden aus, mit auüsteigender Sehne weit in das liegende Gestein hineingelegtes

Eise tolcbie Aataig isdet sM sttr maUinm Is StmMhwgj imf 4r ebren Revier 4t tiefen Marc aenoilcr StsUaf, sater ien QeieUKhsftor Treflieiehachte.

flacbes SpanngewSlbe noch sichere UnterstutaEiiiig findet; m kann auf flieses ein State* gewdlbe, oder eine. tbeilweise Ellipse anfgesetat erden. Taf. XIII. Flg. lOO.

Fällt hingegen auch die Möglichkeit dieser Unterstützung indem, sich das Liegende im Gänsen sicditj so mn£s die Anlage so behandelt werden, als wenn Forste, Hangendes , Liegendes und Sohle miganc wären und gar keinen Stütapnnct darböten*

Noch mnfs ich einer sehr emfachen Art von Streckenmauerung erwähnen, welche Deliu in seiner Anleitung arair Bergbaukunst p. 248 als auf sehr mächtigen Gängen und weiten Strecken anwendbar, angiebt lind welche darin bestehen soll: dais nehmlich, Taf. XU. Fig. 96, nur auf der einen Seite, oder auf beyden Taf. XIIL Fig. 101 senkrechte Mauern von Bruchsteinen, oder dazu geeigneten Bergwänden bis in die Forste aufgeführt , oder auch noch unter derselben mit Stempeln überlegt , und mit aufge stürzten klaren Bergen bedeckt werden.

Diese Mauerung ist. eigentlich mehr eine regelmäfsige Art Bergversats, zum Ans* füllen des überflüssigen Baumes, und kann daher nur etwa das Lösziehen von Schalen an den unmittelbar dadurch unterstützten Puncten verhindern , oder auch wohl den gerade von diesen Puncten ausgehenden Druck abhalten. . Die Verwahrung durch Stempel und Deckholz föllt überdem ganz in das Gebiet dr Zimiüeruug.

Auis dem bisher Gesagten ist nun ersichtlich gewesen, dafs man in neuerer Zeit, "wo es irgend zweckdienlich und mit Vortheil ausfuhrbar gewesen ist, bey der Gruben* mauerung die Ellipse im Ganzen und in einzelnen Theilen angewendet hat.

Es sey mir daher erlaubt, diese Mauerungsart, welche für die Grnibenmauerung von so nm&Mendem Nutzen, uiid fast unter allenr Umständen auszuführen möglich ist, noch für sich besonders etwas näher. zu behandeln.

Die allgemeinen und Haupt -Bücksichten, welche bey Bestimmung der Dimensionen und bey Entwerfung der Figur der Ellipse, nächst der auf Art und lUchtung des Drnkkes zu nehmen, sind die auf die Bestimmung der. Strecke, nehmlich: a). ob die Strecke für welche die. Ellipse bestimmt ist, mehr zur Fahrung und Förderung, oder b). ob sie mehr zur Führung grofser Wassermengen bestimmt ist.

Im ersteren FalFe wird die Ellipse nicht zu hoch, aber oben mehr rund angelegt werden, um den darin erhaltnen freyen Baum aufs Beste benutzen zu können ; im ande< ren Falle, welcher vorzüglich bey Stölln eintritt wird sie hoch, anch wohl unten etwas weiter als oben angelegt. , . -

Beyde Bestimmungen ändern sieh indefs auch oft sehr nach den örtlichen Verhält nissen. So wird z. B. im zweyten Falle, bey Stölln und Strecken auf flachfallenden Gängen, de;n unteren Theile der Ellipse gern schon tui sich eine gröfsere Weite, der ganzen aber eine geringere Höhe , gegeben , um mit ihr so viel als möglich auf dem Gange zn bleiben nnd nicht zu tief in das Liegende öder Hangende , oder in beyde zugleich hineingehen zu müssen. Ist jedoch die Gangmasse sehr .gebräch , so dafs man die Strecke dennoch weit in das Liegende legen und in diesem hier zu viel ausschljefseii müfste,' so macht man die ElHpse lieber höher, und läiist sie wohl zugleich mit der oberen Kappe in das Hangende reichen.

Für die Slollnmauerung, welche meist regelmäfsiger und kehr nach. einem bestimmten Plane hergestellt wird, und der Beschaflfenheit des. Betriebes zufolge werden kann,' als die in den Fündgröbner- Bauen, hat man bey dem Säcbsichen Bergbaue be-. stimmte Dimeasiimen nach denen festgesetzt, welche die St&Un nach Maafsgabe ihrer Bestimmung zu erhalten pflegen.

Für gewöhnliche Stölln und Stre<ken erhalten daher diene Ellipsen If Lr. lichte Höhe, incL f Lr. für die Wassersaige, und i Lr. lichte Weite.

Für Hauptstölln uüd IOreckenj welche viel Wasser zu fuhren liaben , oder überhaupt für solche, von denett man erwarten kann, dafs sie bedeutende Baue lösen werden, giebt ikan der Ellipse Lr. lichte Höhe, %ncl. f Lr. Waaiersafge und ( bis Lr. Weite.

Diese Weite richter sich dann aber auch seht nach den vorhandnen freyen Bäumen.

Grofse Bevierstölln endlich erbalten bis 2 Lr. Höhe, nicht leicht aber mc|hr als Lr. Weite. So hat 9. B. die Ellipse , welcher der Umbruch des Alten tiefen Für-, atenstollns in der Freyberger Bergamtsrevier v0ln Mundoehe herein in Mauerung gesetzt

13

— 100 —

ä'

ist, (welches eine wirkliche, geometrische Ellipse) 2 Lr. 17 Zoll gröfste lichte Hohe, 69 Zoll gröfste lichte Weite wobey das Trage werk 1 Ln unter dem Scheitel liegt. Taf.XV. Fi. 116. A. B.

Id der Sdbneeberger Revier, wo man anf den Königlichen Stölln diese Art Manerong in sehr bedeutender. Ausbreitung anwendet, auch, schon der. örtlichen Verliältnisse halber, mit der gröfsten Sorgfalt und Genauigkeit ausführt, siud die, schon von dem ehemaligen Oberkunstmeiter Baldatf zvl Preyberg, bey Gelegeuheit der Entwerfung eines Planes zur Ausmauerung aller druckhaften Puncte auf dem StoUn, gegebnen Bestimmungen für die verschiednen Fälle folgende:

1) Wenn der Grund schlecht ist, auch beyde Seiten und die Forste verwahrt werden müssen, und man daher auf die 50. näher zu beschreibende Art GniYidraabem von Werkstücken aus Granit aus der Wassersaige herauflfuhren mufs, auf welchen die Ellipse aus Bruchsteinen aufgeführt werden muis, erhält sie die Gestalt nach Taf. XTV.

Fig. 106,

2) Auf Puncten, wo auf der einen Seite vom Tragewerke nieder bis auf die Sohle der Wassersäiffe gutes festes Gestein vorhanden, auf der anderen aber dasselbe feig, und daher die (¥assersaigensohle zum Grund anzuuefamen ist , wird der StoUn , wegen des vorhandnen Seitendruckes , dach Taf. XIV. Fig. 107 ausgemauert.

3) Wo auf beyden Seiten, vom Tragewerke nieder, festes haltbares Gestein vorhanden ist, wird die Mauerung nach Taf. XlV. Fig. 108 aufgeführt.

4) In der oberen Revier des. tiefen Marc Semmfer StoUns, wo auf einigen Puncten sm beförchten. stand, dafs, wegen abgebautem Felde und schmerklüftigem Gesteine, vom Hangenden,- von dem sich bereits ganze Schichten abgezogen . hatten , sich gröisere Stücke abtrennen würden, .wurde die hangende Mauer auf das liegende feste Gestein aufgesetzt, und förstweise mit demselben verbunden, die Wassersaige im ganzen haltbaren Gesteine ausgehauen und mit Steinplatten abgedeckt; wie das Ganze in Taf. XIV. Fig. 109 dargestellt ist.

5) Ferner, auf Puncten, wo die Sohle und das liegende Gestein fest, das Hangende aber so schmerklüftig und lästig war, dals die stärkste und kostbarste Zimmerung den Seitendxttck nur' höchsteos auf eine kurze Zeit abzuhalten vermochte, verfuhr man in der durch Taf. XIV. Fig. 110 gezeigten Art.

6 ) An denjenigen Puncten endlich j wo anf dem StoUn , vor Anlegung neuer elliptischer oder andrer Stollnmauer, übersetzende Gänge bekannt waren, oder StoUn -Fm-* gel abgingen, auch die Wassersaige von weniger Tiefe war, wölbte, man, um erstere zu allen Zeiten belegen und fahrbar machen zu können, nach der in Taf. XIV. Fig. 110 angegebnen Figur , Seitenellipseh ein, welche zum Durchschaffen der Materialien und zur übrigen Förderung weit und hoch genug sind. .

Die Coitstruction aller dieser Ellipsen geht aus den Zeichnungen, verglichen mit den im vorigen Abschnitte darüber gegebnen Regeln, deutlich hervor.

An sehr nas8*n Stellen sind über den Gewölben Lettenbetten geschlagen, diese mit Steinplatten oder Brettern abgedeckt, und in dem Gewölbe selbst, zum Durchgänge des Wassers, Oeftbungen gelassen. Fig. 109.

Die Tiefe der Grundmauern unter dem Tragewerke richter sich nach den örtUchen Verhältnissen und ste'gt bis zu Lr. ; unten werden sie stärker und verengen dadurch die Wassersaige. Die darauf gestellte EUipse läfst auf jeder Grundmauer einen Vorsprung von 3 Zoll Breite, welcher zur Auflage für die Trage werksstege dient. Die an diesen Puncten statt findende gröfste Weite der Ellipse beträgt 3 Ellen bis 3 Ellen. 12 ZoU; die lichte Höhe über denselben 3 Ellen 18 ZoU bis 4 EUen; die Mauerstärke ist meist 1 EUe.

Ein anderer bey. der Herstellung der Ellipse in der Strecken- und StoUnmanerung WOL erlangender Vortfaeil ergifebt sich aus der dabey anwendbaren Art der Abtreibezimmerung, der. vornehmlich .in Sehneeber/ißr Revier allgemein in A nwendung genommenen, sogenannten Sparmzimmerung, Taf. XIV. Fig. 112, bey welcher man, .geffen das Abtreiben mit ganzen Thürstöcken,' wie es vornehmlich fiir die ältere ganze StoUnmanerung nöthig war, Taf. XIV. Fig. 113, an frey zu machendem Baume die Ecken a und b , an Zimmerung selbst , in der Länge der Kappe e erspart.

Die Gröfse dieser Erpamifs wird noch näher aus einem bereits im Jahre 1807,

— 101 —

bey Gelegenheit der damaligen commissatHicbeiiStoUiurevisioii, von dem Steiger der unteren Revier des tiefep Marc Semmler Stellas., . gefertigten und, so weit es möglieh, nach den jetzigen Preisen, abgeänderten, vergleichenden Üeberachlage hervorgehenj welchen ich in Abschnitt Yllji. §. .12 beyfügen werde. . . .

In Schneeberg; treibt man bey dieser .Sparrnzimmening gewöhnlich mit Elle lichter Höhe, über, .und .6 Elle lichter .Weite auf. dem. Tragewerke , und so ab, dafs zwischen üer .Abtreibezimmeroug und der einzubauenden Ellipse noch gegen 12 Zoll Raum bleibt*

Wie schon erwähnt, ist die neueste. Anlage dieser Art in Freyberger Revier, die vom Mnndloche an, 25 Lr* lange Ellipsen - Mauerung auf dem Umbrüche des Alten tiefen FurstensioUns. Sie hat 7 Ellen 17 Zoll lichte Höhe, 2 Ellen 21 Zoll gröfste lichte Weite , 1 Elle Mauerstärke. Die Gestalt dieser ganzen Mauemngsanlage , sammy dem dazu gehöligen Mundlocbe, ergiebt sich aus Taf. XIV. ' Fig.' 116, die Ko.nen der Aus- führung sind in Abschnitt YIII. f. 10 enthalten.

In den übrigen obergebirgischeu Revieren ist, wie überhaupt die ganze Mauerung, 80 auch in dieser wieder die Anwendung der Ellipse nicht sehr häufig. Man beschreibt sie in denselben meist aus drey Mittelpuncten , zuweilen aber auch aus mehreren. So findet sich z. B. in der Marienberger Revier auf dem HauptstoUn, vom Brüderschachte in Abend, ein ganzes elliptisches Gewölbe aus sieben Mittelpuncten beschrieben. Taf. XIV. Fig. 114.

§.44.

Eine zu Ende des vorigen Jahrhunderts auf den Freyberger, wie auf den Stölln andrer obergebirgischen Reviere, nicht selten angewendete Art der Streckenmauerung, waren die sogenannten stehenden und Spat -Bögen. Taf. XV. Fig.. 118. A. B.

Es wurden nehmlich, in 3 bis 6 Ellen Entfernung von einander, gewöhnliche Bö- gen in der Forste der Strecke geschlagen, von wenigstens 2, aber auch bis 4 Ellen Weite, die indefs auch zuweilen bis in ganze Gewölbe, von 10 Ellen Länge, übergingen, deren Sehnen, wie natürlich in dem Winkelkreuze des Streichens der Strecke hgen. Auf ihren Stirnen wurden Widerlager zu anderen Bögen hergestellt , deren Sehnen in dem Streichen der Strecke lagen, indem sie selbst auf die ersteren Bögen auf- g|setzt wurden.

Diese ersteren nannte man Spat-, letztere stehende Böffen, weil man zufallig die ersten Anlagen dieser Art auf einem stehenden Gange ausführte. ,

Die Steine für die Spatbögen wurden gleich Anfangs nach der Form der auf ihnen vorzurichtenden Widerlager behauen, Ibevor sie vermauert wurden, wobey indefs viele zerbrachen. . - . . -

Man machete diese Anlagen auf . saigem wie auf flachen Strecken. Auf letzteren, und bey geringerer Haltbarkeit eines der Stöfse, gab. man der Sehne 15 bis 20 Grad Ansteigen über ihre eigentliche , auf dem Fallen des .Ganges rechtwinkliche Lage.

Anfangs gab man diesen Bögen 3 Zoll, ; später Zoll Zirkel. Die Spatbögen erhielten bey der gewöhnlichen Stollnweite von i bis Lr. Elle Stärke, woven die oberen 18 Zoll, .vom Scheitel niedergemessen, die Widerlager für die 1 Elle starken stehenden Bögen abgaben. . - ,

Der Nutzen, welchen man durch diese Kreuzbögen zu erlangen beabsichtigte, bestand in der Erspaning eines Theiles der in dem Gesteine zu hauenden Widerlager, welche Ersparnifs in dem Verhältnisse der Entfernung, in welcher die Spatbögen von 'einander geschlagen : viriirden ,' und der danach bestimtnten Länge der stehenden Bögen, zu der Breite der ersteren , stand , und ohngeffthr f der ganzen Länge betrug. Da jedoch diese Art Mauerung weiter in. die Forste hinausbaut, so mufs für dieselbe auch weit höher abgetriebeh werden, als für gewöhnliche FÖrstenge wölbe. , ' Nimmt man nehmlich bey Lr. Streckenweite, die Spatbögen, in 6 Ellen Entfernung von Mnander, zu 1( Elle Stärke mit Zoll Zirkel, die stehenden 1 Elle stark, 6 Ellen weit, mit Zoll Zirkel , an, so wurde die Höhe des Abtreibens, von demuntersten Fufse der Widerlager für die Spatbogen an gerechnet , 4 Ellen — Zoll betragen müssen, als:

— vxt —

BogeähShe der SpatbSgeh, auf Lr. 2 Etten 15 Zoll Weite,

za 3i Zoll Zirkel, , . — EUe 9f Zoll

Höhe des freyen Theilea der Stirn der Spat -Bögen unter den Widerlagern für die stehenden — E31e 12 ZoQ

BogtBhhöke der stehenden Bögen, aof 6 EUen Weite zu Zell

Zirkel . : . . . . . . . . — - 21 -

Baum zum Schliefsen des Bogens, incl. der Stärke der Abtreibe'

4 Ellen Zoll

Für gewöhnliches, fortlaufendes Förstengewölbe würde man unter denselben Um* ständen 2 Ellen 21|- Zoll hoch abtreiben müssen, als:

Auf 2 Ellen 15 Zoll Weite, Bogenhöhe, zu 3i Zoll Zirkel .

Baum zum Schliefsen des Gewölbes tue/, der Abtreibezimmerung 1-6

2 Ell. 21f Zoll

In Torkommenden Fällen verglich man diesen Mehr- und Minder - Auf wand , wobey freylich die Ersparnifs an Widerlagerhauen den Mehraufwand, erzeugt durch Hö- herabtreiben, überwog. Es fand sich aber dennoch bald, dafs diese Bögen sehr unzweckmäfsig waren, denn, abgerechnet, dals man bey Vorrichtung der Widerlager auf den Spatbogen vielen Verlust an zerbrochnen Steinen hatte, so vermochten auch die Spat -Bögen, auf welche, durch die stehenden, der ganze Förstendruck vereinigt wurde, dem Seitenschube der je zwey in entgegengesetzter Richtung dagegen spannenden stehenden, nur dann gehörig zu widerstehen, wenn derselbe völlig im . Gleichgewichte stand, was wohl selten gatiz der Fall seyn konnte* Ueberdem lehrte die Erfahrung, dafs die stehenden Bögen ganz unfähig waren, nur irgend einigen starken Druck aus dem Hangenden und Liegenden äbzuhuten

§. 45*

Eine besondere Anwendung der Mauerung ist noch die; zur Herstellunff von Wassersaigen und Spundstücken, bey nicht ganz baltbarer und wasserdichter Sonle.

Diese Art der Anwendung hat sich bis jetzt noch einer .geringeren Aufmerlcsamkeit und Verbreitung zu erfreuen gehabt, als sie in Rücksicht auf den , bei zyreckmäfstgy Einrichtung, aus derselben zu erwartenden Nutzen wohl verdiente, indem dadurch, vornehmlich auf HauptstöUn und auf den meist in geringerer Teufe unter Tage und daher in gebrächein Gesteine geführten Aufschlags- und Abzugs -Röschen, aufser dem bedeutenden Holzaufvi*ande auch die öftere, allgemein nachtheilige Störung bey Erneuerung der Spundstücke beseitigt würde.

Einen Versuch dieser Art, welchen man zu Ende des vorigen Jahnmderts mit Gips -Mauerung angestellt hat, habe ich schon im zweyten Abschnitte näher beschrieben.

Diese Grundstücke und Wassersaigen werden am zweekmäfsigsten die Gestalt der gemauerten Wasserleitungs- Gräben über Tage erhalten.

Auf die Füfse eines umgekehrt gespannten Sohlengewölbes mit 1 bis höchstens Zoll Zirkel, würden die Seitenmauem als krummstirnige Seheibenmaner mit 1 bis 2 ZoU Zirkel nach Einern Kreisbogen oder einer ilachen Kettenlinie, und deijeitigen Böschung, aufgestellt werden welche die Gestalt des vortheilhaftesten Qneerschnittes fiir die Wasserführimg vorschreibt.**) Täf. XIH. Fig. 106. .

Die Schablonen hierzu würden, wie bey Anlagen dieser zirt über Tage, gleic) den Queerschnitt der ganzen auszumauernden Wassersaige geben, *ünd in 3 bis 4 Ellen EntfernuQg von einander auf das, nach der in §. 24 angegebnen Weute suvörderist aufgeraauerte Sohlengewölbe angestellt werden.

Ich kann liierbey niclit .anew&hnt iMien, dafi lelion im Jahre 1789 der Hr. Berghauptmann, Kammer herr von Heynit,'in Schneeberg ' einen Veriach mit eiiernen Stoltngeriniien ansatteUev anordnete; doch inden ileh aber daa weitere Verfölgen dieaei Entwurf ei nirgend NaehrlcliteB vor, .JMier fiwt sii glanben iil, dab Vertnche dieier Art gar nieht angeateUt worden tind.

Erit im Laufe dea jetsigen Jahrei (1828) hat man in Schneeberg wieder eine lolehe AnafOhrung ins Werk tu itellen begonnen.

El wQrdtn lich, im Altgeueinen, die Hdhe, die untere und die obere Welle tu einander au verhnl-''

ten haben 3:4:5.

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. Iddefe wird es nur seltta, etwa bey sehr klüftigen, oder upter der Strede libge bauten Gängen Torkommen, dafs die Wassersaige allein auszumauern ist; meist wird aufser ihr noch' Mauerung einier öder der anderen Art nöthig, und dabey mit ersterer in Verbindung zu setzen seyn

Die Stege für das Tragewerk werden, in ganzer Streckenmauerung, entweder gleich mit eingemauert, jedoch die L5cher, in welche sie zu liegen kommen, auf der einen Seite etwas gröfser gemacht, um sie leicht auswechseln zu können, oder es wird erst spllter für sie Bühnloch und Anfall in die Seitenmauern eingehauen, oder endlich: sie werden nur, mit Fufspfählen, an die Mauer angetrieben.

Bey der ehemaligen ganzen Streckenmaner, mit geradstimiger Scheibenmauer auf bey den Seiten. und darau%esetztem Förstengewolbe , trieb man die Stege zwischen ersteren an, und unterstutzte sie auf beyden Seiten durch auf der Sohle aufgestellte sogenannte Stelzen. Taf. XIV. Fig. 113. d

§.47,

Zuweilen werden aber auch , zur Ersparung des Holzes oder aus anderen Ursachen, gemauerte Stege oder ganzes gemauertes 4*ragewerk angelegt.

Einzelne Stege werden in der Entfernung, welche die hölzernen von einander erhalten, wie gewöhnliche Bogen von 3 bis 4 Zoll Zirkel, 12 bis 18 Zoll Stärke, ffe- fBU Widerlager im festen Gestein oder in der übrigen Mauerung gespannt. Taf. XUI. ig. 102. AB.

Im anderen FaUe wird, die gapze Wassersige mit demselben. Zirkel und derselben Stärke, wie die Stege, ' überwölbt, jedoch in solcher Höhe, dafs noch genug Raum unter dem Gewölbe bleibt, um sie reinigen zu können, wozu man in letzterem, in ge wissen Entfernungen, Oeffnungen läfst, durch welche die Arbeiter hiiieinsteigen. Taf. Xm. Fig. 103. AB.

Wird ein solches Tragewerk gehörig verschlossen gehalten so kann es sehr gut zur Wetterführung benutzt werden.

Diese Gewölbe und Bogen sind zwar, wie alle Mauerung, in der eiMen Anlage kostbarer als Zimmerung, und nehmen auch der Strecke mehr Höhe weg; doch kön* neu sie ah Puncten wo viel Förderung, das Holz aber von geringer Dauer ist, wohl von Yortheil seyn, ungerechnet, dafs sie, bey nicht zu bedeutendem Zirkel und mehr Stärke, zugleich einigermafsen als Spanngewölbe dienen.

Der Rücken des Gewölbes wird , vornehmlich auf beyden Seiten , mit klaren Bergen geebnet.

Auf den Rücken der jg;emauerten Stege sowohl, als der Gewölbe, kann man entweder schwache hölzerne Stege anbringen und auf diesen die Laufbretter befestigen, oder auch, hoch besser, die letzteren unmittelbar auf die, ohnedem zur Befestigung der hölzernen. Stege in dem Gewölbe einzumauernden, hölzernen Düvel aufnageln.

Endlich können auch wohl auf 6 Ellen Länge 3 Stege angelegte werden, von denen -der dritte von Holz ist, um auf diesem die Bretter zu befestigen.

§. 48. -

' Statt der gemauerten Stee hat man sich auch an einzelnen Puncten auf den StöUn ganz massiver , aus Granit gehauener, an andern auch starker steinerner Deckplatten oedient, für welche indefs alsdann die Wassersaige wenigstens in den Seiten und zwar etwas. verengt,, gemauert seyn mufs, um den Platten , Auflage zu versehaffen und sie zugleich nidit zu grows nöthig zu machen Taf. XUL Fig. 104.

Bey storker Förderung kann die Ersparung durch dergleichen Platten nur gering seyn, da sie in dieser Grofse ziemlich kostbar und bey steer, starker Erschütterung

Iren geringerer Dauer sind, als Afauerung.

f. 49.

Nodi bleiben mir. jiwey Arten der Sicherung der Formte, auf saigem und auf flaoben. Strecken, aniEufiifajQen, übrig, welche jedoch nicht zur Abhaltung eines wirklichen, merkbaren Druckes, sondern nur da gebraucht werden können wo in der Forste wei cher Ausschram vorhanden ist, und das Abbröckeln und Hereinfallen kleiner Gesteinstücke zu verhindern steht.

Dieses sind Ziegelgewölbe und Deeksteine.

Beyde werden nicht häufig angewendet

— 104 —

1) Ziegelgewölbe, Taf. XIII. Fig. 102. 103, dient demnach nnr als Decke der Forste.

Wo man in Freyberger Revier dasselbe angewendet hat, c. B. auf dem Alten tiefen FürstenstoUn , an einigen Pancten , ist es mit 3 Zoll Zirkel und 6 Zoll Stärke über eine Weite von 2 bis 3 Ellen gespannt. In dieser Stärke vermag es immer noch mehr SU tragen, als ein gleich starkes Brachsteingewölbe.

Man hat. dazu sehr gute , fast ganz schwarzgebrannte und verglaste Ziegel gewählt, welche theils in ihrer gewöhnlichen Form und, den Schlafsstein aasgenommen, ohne weitere Zuarbeitiing angewendet worden sind, theils alle nach der Keilform gestrichen, wozu eine Schablone auf die Ziegelhütte fiegeben wurde.

An beyden Seiten sind in je H Zoll £lle Entfernung- von einander vierseitige, 2 und 3 Zoll weite Oeffhungen gelassen, welche dem sich über dem Gewölbe sammelnden Wasser freyen Abzug durch dasselbe gestatten.

Die>e Gewölbe werden gewöhnlich mit Kalk beworfen und übertüncht, um das Auswaschen des Kalkes aus den Fugen möglichst zu verhindern.

In Johann -Georgenstädter Revier ist, wie ich schon im zweyten Abschnitte er- wähnte, die Anwendung des Ziegelgewölbes auf den StöUn noch etwas allgemeiner, da es daselbst oft an giiten Bruchsteinen felt, der Druck übrigens nicht grows ist. Man führt sie daselbst ebenfalls aus gewöhnlich, nicht keilförmig gestrichenen, Ziegeln, welche defshalb noch besonders bearbeitet werden, bis zu 12 Zoll Stärke ans, indem man sie, Taf. XIII. Fig. 103, abwechselnd auf die Breite und auf das Hohe stellt.

2) Decksteine, können nnr her sehr geringer Weite der Strecke nnd unbedentendem Drucke angewendet werden, Taf, Xllf. Fig. 104.

Man haat zu eiiier Anlage dieser. Art im Hangenden und Liegenden einen paral* lel und in gleicher Höhe über dem Tragewerke fortlaufenden Schräm in das Gestein, und schiebt in denselben grofse, . plattenformige Decksteine ein. Diese müssen gehö- rig zusammengepafst und an beyden in den Schrämen liegenden Seiten gerade geartet werden, um gut zusammen zu schliefisen. . Zuweilen werden auch die Fugen der Steine unter sich und in den Schrämen mit Kalk verstrichen.

Die Steine haben meist 3 bis 4 Zoll Stärke, 1 bis Ellen Länge, woven 2 bis 5 Zoir auf jeder Seite zur Auflage kommen, und 12, 18 bis 24 Zoll Breite. Da sie stets mehr Länge als Breite haben, mit ersterer aber qneer über die Weite der Strecke liegen, so kann man sie etwas verwendet in die Schräme einschieben, oder man giebt auch dem einen Schräme die doppelte Tiefe und etwas mehr Höhe , als er eigentlich nöthig hat, schiebt sodann in diesen den Stein von der Seite und von unten ganz hinein, hebt ihn in die Höhe der Schräme und zieht ihn dann herüber, um ihn auch in dem andern . aufzulegen. Der in dem ersten tieferen Schräme bleibende Baum wird endlich mit kleinen Steinen ausgefuttert.

Für dieses Einlegen der Decksteine mufs auch wo möglich über denselben noch etwas freyer Baum zum bequemeren Arbeiten vorhanden seyn, damit nicht eine später von oben auf die Platten fallende Masse dieselben zerschlägt.

Das Mangelhafte dieser Decksteinmäuerung ist: . -

1) Dafs man nicht häufig so grofse und haltbare Platten findet, daher, dieselben theuer sind und dennoch oft, dem Anscheine nach sehr gut, verborgne Klüfte haben, so dafs sie beym Einsetzen zerbrechen.

2) Dafs ihre Legfing verhältnifsmäfsig viel Zeit erfordert, so dafs zwey Maurer in einer Schicht gewöhnlich nicht mehr als zwey Steine legen.

Man findet diese Decksteine in allen Bevieren auf einzelnen Pnncten der Stölln und Strecken.

Uebrigens hat man auch dieselben in einzelnen Fällen auf einfache, geradstimige Scheibenmauer aufgelegt, so z. B. in Freyherger Revier, auf Komm Sieg init Freuden Erbst, zu Krummheniiersdorf, wo der Stolln vom Mundlöche aus, um den mangelnden Haldensturz . herzustellen , herauswärts mit dergleichen Manerung Verlängert und mit Halte überschüttet wurde. '

§. 50.

Ich komme jetzt noch auf zwey Fälle, deren nähere Behandlung zwar eben so wohl in den vorigen Abschnitt zu setzen gewesen seyn dürfte, weiche ich aber, meh-

— 105 —

refer Einselnhehen halber, passender und mit mehr Denilichkeit liier erst antfohren in können glaubte.

Sie besiehen sich anfdie Angabe des Verfahrens:

1) bey über oder hinter der Mauerung zudringenden Wassern';'.

2) bey Auffiihruhg von Mauerung aus der Wassersaige.

Ueber den ersten dieser Fäile, das Verfahren bey über oder hinter der Mauerung sudringenden Wassern dürfte etwa folgendes zii bemerken seyn:

Wenn über oder hinter einem Streckengewolbe oder andrer Streckenmauerung so häufige Wasser zudringen, dafs man die Auflösang und das Auswaschen des Mörtels befürchtet, so wird auf der Seite, auf welcher diefs am' meisten der Fall ist, im Han-

5 ended oder Liegenden, oder auch in beyden, eine Schicht Steine, nach dem Streicheii es Gewölbes, gröfser und höher genommen, Taf* XIV. Fig. 109, und so gestellt dttb sie eine Rinne bildet, weiche die sich auf dem Gewölbe sammelnden Wasser darcli kleine, in gewissen Entfernungen von einander. in ersterem gelassene Löcher, von 3 zu 4 Zoll Weite, durch dasselbe hindurch auf die Strecke führt. Der gataze Rücken des Gewölbes aber wird mit Rasen oder besser mit Letten, etwa 12 ZoUhoch, bedeckt, dieser fest gerammelt und darüber eine sogenannte Traufenbude, eine Art Dach von einander deckenden Brettern oder Steinplatten gelegt , welche alle auffallenden oder zudringenden Wasser jener Rinne zufuhren. . Der zweite Fall betrifft: die Anlage von Mauerung aus der Wassersaige.

Obgleich in sehr vielen, ja in den meisten Fällen die Streckenniauerung bey an sich haltbarer Sohle, auf der einen Seite oder auf beyden in der Höhe des Tragewerkes oder, wenn auch in der Sohle, doch durch Wasser. ungehindert, aufgesetzt werden kann , so ist es doch zuweilen nöthig , dieselbe auf solchen Puncten von der SoUe aufzufuhren,, wo, wie z. B. auf HauptstöUn, starke Wasser vorhanden sind..

In Freyberger Revier, wo die Stölln meist in ganzem, festem Gesteine stehen,* wird, wie bey allen unter ähnlichen Verhältnissen getriebnen, dieser Fall um so seltner Schwierigkeit erregen, da unter diesen Umständen, in allen Fällen, wo Mauerung aus der Wassersaige aufzufuhren nöthig seyn sollte, wohl auch die Sohle von so unhaltbarer Beschaffenheit seyn wird, dals man die Wasser in Spundstücken führen mafs.

In Revieren aber, wo die Stölln in gebrächem Gesteine, unter Thälern, hingeführt sind, tritt er häufig genug mit allen Schwierigkeiten ein.

Kann maii die Wasser während des Baues weg und auf Seitenflügel, schlagen, so ist diefs wohl das ' einfachste Mittel, doch dürfte es nicht häufig, sondern nur etwa auf manchen HauptstöUn gegen das Mundloch zu, ausführbar seyn.

Aufserdem kann man, nach Maafsgabe der Verhältnisse, auf verschiedne Art verfahren.

1) Die Widerlager für die. Mauerung können ein Stuck in das Hangende oder Lie* send hindus entweder' in der Höhe des Tragewerkes oder wirklich in der Sohle der Wassersaige angelegt werden, .indem man zwischen dieiser und der Mauer eine starke Gestißilibfust stehen läfst; eine Maalsregel, welche man auf den fVeyberger Stölln oft angewendet findet.

2) .Mufs aber, aus einem oder dem anderen Grunde die Mauerangsanlage wirklich unmittelbar ans der Wassersaige heraufgeführt werden, so ist es vielleicht ausführbar, die Wasser oberhalb des Mauerungspunctes , wenigstens auf kurze Zeit, durch einen geschlagnen Damm und angelegten Sumpf, mit einer Schütze j anzuspannen. Während dies geschieht, richter man die Sohlen und die Widerlager vor und mauert im Trock* neu, läfst hierauf die angespannten Wasser abziehny indefs man die Arbeit unterbricht, und beginnt diese von Neuem, nachdem man die Schütze wieder geschlossen hat; so fährt, man mit Unterbrechungen, deren öftere Wiederkehr, durch das Ablassen des Sumpfes veranlafst, sich nach der Beschaffenheit des StoUns, der Entfernung dernächsten Tiefbiiue und dem. Gefälle bis zu denselben richtiBt, fort, bis die Mauerung über den gewöhnlichen Wasserspiegel herausgeführt ist.

3) Ist es der grofsen Wassermenge oder andrer Umstände wegen unthunlich, den Damm immer stehen zu lassen und überhaupt die Wasser längere Zeit aufeuhalten , so hat man sich auch schon des Mittels bedient, diefs nur so lange zu thun, bis man um die ganze Mäuerungsanlage , oder auch nur einen Theil derselben, einen Damm in der Wassersaige geschlagen hat, welcher neben sich noch Raum für den freyen Abzug des Wassers läfst, und doch den Zutritt derselben zu der Arbeit verhindert.

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4) Am seltensten, und in Frbeiger Revier, fast niemals, kommt der Fall tot, dafs man wirklich in einer tiefen Wassersaige, unter dem Wasser selbst, die Wider lager vorrichten, die Mauerung anlegen und aus derselben herausfuhren mnfs.

Oefter tritt dieser :Fall , mit atten , dorch ein sehr gebräches , im Gänsen unhaltbares Gebirgsgestein verursachten Schwierigkeiten., in der unteren Revier des tiefen Marc Semmler Stollns zu Schneeberg ein, welcher,, ein Haupt- und Revier -Stulln, eine sehr grofse Menge Wasser trägt und diese durdi ein einziges Mundloch ausfahrt, während ßr zugleich auf eine grofse Länge unter dem Schiema- Thale, in ziemlich zerrüttetem Gesteine hingeführt ist

Am schwierigsten ist dabei das Widerlagerbanen in der Wassersaise; hier müssen die Arbeiter, mit grofsen Schlämmstiefeln, oft bis an den Leib im Wasser stehend, arbeiten und die Wideriager oft noch unter der gewohnlichen Stollnsohle, mittelst grosser Brechstangen, Stecheisen und Schlägel, blofs nach dem Gefühle, unter Wasser ana* brechen und vorrichten, wobei die Arbeit nur langsam vorrückt und an keine bestimmte Zeit gebunden werden kann, auch viel Materialien verloren gehen, nm so mehr, da daJi Gezäh mehr auf das Geiathewohl geführt werden muls und alle abfallende Strauben und Stücke verloren sind.

Auf der so hergestellten Sohle werden die Grundmauern ans grofsca, auf fünf Seiten behauenen Granit -Werkstücken aufgeführt, welche man über Tage bearbeitet, schichtenweis zusammenstellt, verzeicimet, und nun im Wasser nach der Ordnung zusammensetzt, worauf dann die übrige Mauerung begründet wird.

Ein Beispiel von dem Kostenaufwande bei diesem sogenannten Grundsndien, ist in Abschnitt VIII. §. 12. enthalten.

§.51.

lieber die Anlage von Kreuzgewölben, wo zwei Strecken zusammenkommen, habe ich schon in Abschnitt IV. §. 60. das Nötwice gesagt. Zuweilen, vornehmlich wenn ein solcher Krenzpunct gerade unter einem alten Schacht, oder mit Bergen ausgesetzten alten Abbau kommt, hat man aber auch, statt des Kreazgewölbes, ein gewöhnliches Forsten- oder Tonnen -Gewölbe zwischen die Mauerung der einen Strecke eingespannt, indem man die der anderen durch die letztere hindurchgehen lies und auf dem Kreuz* puncto auf dieselbe aufsetzte, Taf. XIV. Fig. 115, wo freilich die eine höher wurde als die andere ; oder man hat auf oder zwischen der übrigen Streckenmauerung an diesem Puncto ein besonderes Förstengewölbe geschlagen und auf erstere aufgesetzt. Taf. Fig. 117. A. B.

§.52.

Endlich bildet noch eine besondere Classe der Grubenmauemng, und zwar den Uebergang aus ihr in den Bergversatz : die sogenannte Rollmaner.

Sie wird zur HersteUnng und Sicherung von Rollen aus Förstenbauen , trocken und nur aus grofsen Bergwänden, jedoch mit glatter Stirn aufgeführt.

Zu ihr gehört die für denselben Zweck, vor dahinter liegenden Bauen aufgeführte, und die Halden -Mauer über Tage. Beide werden mit etwas böschung und wenig Zirkel, wie die erstere, aus grofsen Bergwänden aufgeführt. Taf. XIU. Fig. 105.

Von der Schachtmanerung.

f. 53.

Die Grundsätze, welche bei der Schachtmauerung in Bezug auf Anwendung undf Nützlichkeit von Gewölb- und von Scheiben -Mauer gelten, sind dieselben, welche man bei der Streckenmauerung zu berücksichtigen hat. Während indefs die letztere in den meisten Fällen in ihrer ganzen Erlangung auf festem Gesteine zu ruben pfl, mufs iSiich die erstere fast ganz oder zum Theil in sich selbst erhalten, indefs cue Gesammt last auf einzelne und wenige Unterstützungspuncte im festen Gesteine zusammengehäuft vrird.

f. 54.

Die bei Anlegung von Schachtmauemng vorkommenden Arbeiten, welche grofstetitheils dieselben wie bei der Streckenmauerung sind, habe ich, mit diesen, im Allgemeinen bereits im vorigen Abschnitte abgehandelt, und es wird mir daher auch hier nur

— 107 —

etwa bey Angabe dtf einselnw Arten der Maaerong äbrig %eyn , besonders sn bemerkende Umstände n beieichnen,

f. 55.

Die Schacbtmauerang serf&IIt, in:

1) Mauerung in saiffern,

2) Mauerung in flacnen Schächten.

Bey ersteren, den saiffem Schächten, liefsen sich zwar ebenfalls, wie bei Strecken, solche unterscheiden, welcne auf saiger fallenden Gängen und solche, welche im Nebengesteine saiger abgesunken wären. Da jedoch dieser Unterschied nur in seltnen Fällen einen geringen Einflufs auf die Construction einzelner Theile der Mauerang haben kann so ist derselbe, als solcher, weiter nicht in Rücksicht zu nehmen.

f. 56.

Bei der Schaebtmanefnng in saigem Schächten können folgende Fälle TOrkommen; Der Schacht kann zu yerwahren sein : 1) in einem oder in beyden kurzen Stölsen;

3) in einem oder in beyden langen Stöisen;

3) in beyden kurzen and in einem oder beyden langen (allen vier) Stöisen;

4) in allen Tier Stöfsen ond durch Schachtscheider

Auch hier nennt man, wie bei der Streckenmauerang , die Mauerung in den ersten beiden Fällen, hdibe, in den letzten beyden, ganze.

Da in saigem Schächten zwischen dem Hangenden und Liegenden wenig, oder oft auch gar kein Unterschied statt findet, indem höchstens in ersterem die Qesteinsfestigkeit etwas geringer ist, daher auch die Verwahrung eines oder beyder langen, eben so wie eines oder beyder kurzen Stöfse dieselbe bleibt, so habe ich auch beyde Fälle zu sammengenommen*

§. 57.

i) Wenn in einem saigem Schachte einer der kurzen Stöfse durch Mauerung za Terwahren ist, so wird über der unter dem Schachte hingehenden Strecke oder dem Füllorte, oder, wenn es in der Mitte des Schachtes ist, fibeniaupt an dem Puncto, von welchem ans die Mauerung aufgeführt werden soll, vom Liegenden nach dem Hangen* den, ein starker Tragebogen, von nicht unter 1 Elle Stärke, 1 bis Elle Breite und derjenigen Weite geschlagen, welche der der Strecke des Füllortes oder überhaupt des Schachtes angemessen ist. Man giebt ihm, nach Verhältnifs der Weite des Schachtes und der Gröfse des gewählten Halbmessers, 4 bis höchstens 5 Zoll Zirkel. Die Sebne wird;söhlig oder nach demjenigen langen Stöfse hin etwa au%erichtet, gelefft, in weK chem das Gestein weniger hakbar ist; sowohl um einen grÖfseren Druckwinkel fmr das Gewölbe selbst auf dieser Seite zu erlangen, als auch um eine Vertheilnng des grölseren Theiles der Last der auf diesen Tragebogen aufzusetzenden Mauer auf die andere, zu bewerkstelligen. Die Widerlager werden auch hier so tief gehauen, bis man völlig festes und sicheres Gestein antriiBft. Taf. XYt. Fig. 110.

Wird die Stofsmauerung nicht gleich über einer Strecke oder über einem sonst vorhandnen freyen Räume angesetzt, sondern mitten im Schachte selbst, wo die Weite meist geringer ist, so kann man auch wohl mit einem etwas flacheren Tragebogen auskommen.

Diesen Tragebogen giebt man gewöhnlich, der Sicherheit wegen, einen grofsen Oeberschufs von Stärke, indem, wie ich -schon im vorigen Abschnitte bemerkte, die in §. 38. desselben gegebne Formel zur Auffindung der den Streckengewölben zu gebenden Stärke auch für die SchachtmaneraDg gilt. Da indefs Reparaturen in Schächten noch weit mehr Störung und Behinderung in den Grubenbetrieb bringen können als dergleichen auf Strecken, so sucht man sich gegen Unfälle auf alle Art zu sichern.

Ehemds legte man wohl auch zWey flash gespannte Bögen übereinand. Taf. XYI.

Fig. 120.

Auf diese Htapt- oder Träge -Bögen wird, fBr FäHe gewöhnlicher Art, geradstirnige Seheibenmauer von 1 bis H Elle Stärke aufgesetzt. Taf. XYI. Fig. i23. Wird jedoch der Schacht sehr weit, oder hat er auch in den kurzen Stöfsen viel Druck abziihalten, so wird auch kmmmistimige Scheibemnauer mit bis Zoll Zirkel aufoe- führt. In letzlerem Falle erhält auch die Stirn der Trage -Bögen diesen Zirkel. Taf.XVl.

Fig. 124.

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In diese Scheibenmauer wSlbte man firaher von anm her, in 2 bis 3 Lr. nach oben, in 4 bis 5 Lr zuweilen aber auch durchgängig in 6 Ellen Hohe übereinander, iladte Stofs- oder Spann -Bogen ein, nm nicht die Last der gesammten Scheibenmauer auf dem unteren Tragebogen allein ruben zu lassen, sondern dieselbe in verschiedneo Höhen auf das Gestein zu vertheilen: dergleichen Stofsbögen gab man nicht so tie£e Widerlager als dem Hauptbogen. Taf. XYL Fig. 120.

Zwischen diesen Stofs - oder Spann* Bögen legte man auch wohl noch , zur Befestigung der Schelbenmiuer , von 3 zu 3 Ellen Spannschichten ein. Taf. XYI. Fig. 120.

Die letzteren können, abgerechnet, dafs sie festere und genauer zusammengearbeitete Theile der Mauer geben , bej geradstirniger Scheibenmauer nur . etwa dazu dienen , dafs sie die langen Stöfse, zwischen denen sie eingespannt sind, besser auseinander halten; bey krummstirniger Scheibenmauer hingegen werden sie allerdings zu wirklichen liegenden, gegen den Seitendruck gespannten Bogen.

Man Imt diese Spannschichten jetzt fast durchgängig als überflüssig verworfen, und wenn man auch noch häufig Spannbögen in 4 bis 5 Lr. Höhe über einander an* bringt, so sind diese doch ebenfalls nicht weniger überflüssig, indem die Haupt -Tragebögen, schon wenn ihre Stärke nur nach der gegebnen Formel berechnet worden wäre, 20 Lr. hoch aufgesetzte Scheibentnauer mit Sicherheit zu tragen vermögen, um wieviel eher, da man dieselben stets noch stärker macht. Sollten diese aber dennoch nachgeben , so vermögen auch jene' Spannbögen nicht mehr die Mauerung zu erhalten

Man wird daher mehr als hinreicnende Sicherheit erlangen , wenn man nur in je 10 Lr. Höhe einen Tragebogen einlegt.

Die Stirn der Scheibenmauer, sie mag gerad oder gekrümmt seyn , ist mit der aller Haupt- und übrigen Bögen bikidig.'

In dieser Weise wird, wenn beyde kurze Stöfse für sich zu verwahren sind, jeder für sich oder mit dem anderen zugleich herausgemauert.

Blofse StoCsmäuem sind in Tage- und Strecken -Schächten bey gröfserer Mächtigkeit des Ganges, und wenn die Schaclitstöfse in abgebautem Felde stehen, anwendbar, da bey . ihnen , des aus etwaigen Brüchen hervorgehenden gröfseren und mehrfachen Nachtheiles wegen, das Stofsverschiefsen , den Aufwand ungerechnet, weit mehr Sorg* falt und Aufsicht erfordert, als die Getriebezimmerung auf Strecken.

S 59.

Man hat früher zuweilen auch dadurch mehr Sicherheit gegen Seitendmck zu erlangen geglaubt, dafs mail die Scheibenmauer von jedem: unteren Trage- oder Spaiin- Bogen nach dem nächst oberen, etwas auf den Rücken, in den Stofs hindus gelegrt hat, ßo dafs der obere Stofsbögen wieder vorgesprungen ist, Taf. XYI Fig. 121, aus welchem. Verfahren indefs kein Vorthetl zu erlangen steht, da die Scheibenmauer, wenn sie an sich nicht im Stande ist, dem Seitendrucke zu widerstehen, es anch in ''eser Lage nicht vernmg.

Der hinter der StoTsmauer bleibende. leere Raum .wird mit Bergen fest ausgesetzt.

§. 6Q.

2) Sind beyde kurze Stöise fest, was seltner der Fall ist, und es soll nur in einem, oder in beyden langen Stöfsen Mauer aufgefiiiirt werden, geschieht diefs ebeiifalls durch Scheibenmauer, früher durch geradstirnige , jetzt durchgängig durch krummstirnige. , . ' ,

Sollte es auch zuweilen der Fall seyn , dafs beyde lange Schachtstöfse , ( Hangendes und Liegende,) in die Ulmen einer darunterliegenden Strecke fielen, so wid .es doch fast stets ebenfalls nöthig seyn, die Mauerung auf Haupt - Tragebogen über der Strecke, oder, nach den Umständen, in der Mitte des Schachtes, aufzusetzen. Taf. XVn Fig. 123. Finden diese Tragebögen in den kurzen Stöfsen hinlänglich feste Widerlager im Nebengestein, (da es ftegel ist: sie nie in, wenn auch noch so fester Gangmasse aufzusetzen , ) so können sie gleich aiif diesen ruben , aufserdem aber wür- den zuvor zwey Tragebögen zwischeti dem Hangenden und Liegenden , and zwischen diesen die in den langen Stöisen, zu spannen seyn. Taf. XV!!.- j'ig* 124 A. B.

S. 61.

Die Constmction der Hauptbogen so wie der Scheibenmauer mit eingelegten Spann - Bögen oder Schichten ist ganz dieselbe, wie die in den kurzen Stöfsen ; &rkel und Stärke der Bögen sind die schon angegebnen.

— 109 —

Mit dem waohsenden Seitendracke kann man den der Scheibenmauer sni gebeden' Zirkel verffröfsern, doch wjird er nicht leicht über 2 Zoll betragen, überhanpt aber dieser Seilendruck in saigern Schächten, wie sie bey Gang - und Lager* Bergbau in wirk liebem, an sich haltbarem, Geblrgsgestein abgesunken werden , selten eine so bedeutende Stärke erreichen, dafs man ihn nicht durch die Anwendung der angegebnen Maafsregeln beseitigen könnte, sondern seiine Zuflucht zu ganz neuen und ungewöhnlichen nehmen müjGste

' §. 62.

3) Sind endlich drey oder Tier Stöfs in Mauerung zu setzen, so verföhrt man auf folgende Weise..

Zuerst werden, Taf, XVII. Fig. 125, in den kurzen Stöfsen, zwischen Hangendem und Liegenden, zwey starke Haapt- Tragebögen geschlafen, als wenn erstereganz allein zu verwahren wären; auf ihnen richter man sodann die Widerlager für einen oder beyde Trage -Bogen im Hangenden und Liegenden vor, und zwar so, dafs nach Verhältnifs der Stärke der ersten Bögen, unter den Widerlagern noch 12 bis 18 Zoll hoch freye Stirn bleibt. Hierauf fuhrt man in allen drey oder nach Befinden, vier Stölsen d'e Scheibehmauer gewöhnlich zugleich auf, indem man die kurzen und langen Stöfse in den Winkeln durch wechselsweis übergreifende Steine gut verbindet, Fig. 125. C, so' wie es in der Tagemanerung geschieht; oder, indem man, weniger zweckmäfsig, die Icnrzen Stölse ein Stück vorausfuhrt und auf beyden Seiten zwischen Hangendem und' Liegenden , zwischen ersteren aber die langen Stofsmauern , einspannt. Taf. XVII. Fig. 126. Dafs hierbei auch Fälle vorkommen können, dafs die kurzen Stofsmauern gleich im Ganzen auf der Sohle des Schachtes aufgesetzt werden , und fiir sie daher keine Haupt -Tragebogen nöthig sind, die JTragebögen im Hangenden und Liegenden aber sogleich zwischen den kurzen Stofsmauern eingespannt werden können, habe ich, als unter die sehnen Fälle gehörend, zum Theil schon erwähnt.

Der Fall, dafs man die Haupt - Trnebögen für die langen Stofsmauern ersparen und dieselbe gleich auf der Sohle des Schachtes aufsetzen kann, ist jedoch ebenfalls selten und nur dann möglich, wenn die Stöfse auf die der darunter liegenden Strecke treffen, von dieser aber kein zwcyter Schacht tiefer nieder geht; oder, wenn der Schacht, wie diefs zuweilen auf Stölln der Fall ist , neben demselben steht und nur durch eine Communications -Strecke mit ihm verbunden ist. Unter Voraussetzung einer übrigens haltbaren Sohle können in solchem Falle nach Befinden eine, zwey, auch drey Stofs mauern gleich auf die Gesteinsohle aufgesetzt werden.

Alle vier Tragebögen erhalten in gewöhnlichen Schächten bis Elle Stärke,* 3 bis 4 ZoU Zirkel

§.63.

Dafs aber die Hauptbögen der kurzen Stofsmauern zuerst angelegt und sodann die der langen darauf gesetzt werden, ist nicht unbedingte Regel, sondern es können auch' Umstände eintreten, welche die kurzen Tragebögen auf die langen zu setzen veranlas-, sen; wenn nehmlich die kurzen Stöfse festere Widerlager darbieten als die langen, in letzteren daher keine hinlänglich sichere Begrüdung der Bögen zu finden ist, wie diefs wohl vornehmlich bei im Nebengesteine abgesunknen Schächten stattfinden kann.'

Noch mehr verändert, hat sich ein ähnlicher Fall ganz neuerlich bei Ausmauerung eines- Stollnschachtes, des Gotthelf Schaller Tageschacntes , auf dem Anner Stölln in Freyberger Bergamtsrevier ergeben, wo man für die kurzen Stofsbögen im Hangenden' allein keine festen Widerlager fand. Es wurde daher, Taf. XVIII. Fig. 127, zuerst der hangende Tragebogen geschlagen, den man indefs ebenfalls, der minderen Gesteins*, festigkeit halber, mit den Füfsen auf grofse , auf die Widerlager besonders aufgelegte Steinplatten aufsetzte und so . den Druck auf gröfsere Flächen des Gesteins vertheilte . Dann setzte man die kurzen Stofsbögen mit dem einen Fnfse auf diesen hangenden, gegen welchen man ihrer Sehne noch bedeutendes Ansteigen gab, mit dem andern auf das feste Gestein des Liegenden, und auf ihnen endlich fand der liegende Hauptbogen seine Widerlager;

§.64,

Wird ein Schacht in allen' vier oder auch nur in drey Stö&en ausgemauert, so erhalten in den meisten Fällen, wenn der Schacht nicht zu weit und der Seitendiruck in

Di KotUa 4r AansMiemig ieiei SduMlitet tiiid ia Absik VUL l(K eathsltea.

— 110 —

den kurzen StSfiien m stark ist, nur die langen Stoisnianem Zirkel , treten die beyden genannten Umstände, yorzäglicli der letstere, ein, so werden alle vier Stdlse in knunmsdmige Scheibenmauer gesetzt

Zaweilen, wenn audi selten genug, hat man in den FaUe, dafs die Umstftnde bey etwas starkem Drucke, die Ausmanemng eines saigeren Schachtes in allen Stöfsen ndthig machten, ganz umlaufend -elliptische Scheibenmauer mit eingelegten Spannschichten anffebracht

Wenn jedoch die Ellipse schon an sich nicht den am vortheilhaftesten zu benutzenden Raum darbietet, so wird auch der Druck hpchst selten so grols seyn, dafs ihm nicht durch gewöhnliche krummstimiffe Scheibenmauer mit vielem Zirkel, derselbe Widerstand geleistet wecden könnte, als eine solche Ellipse zu listen hat.

Ein Schacht dieser Art ist B. der des sechsten Licht- Loches in der unteren Revier des tiefen Marc Semmler StoIIns zu Schneeberg, Taf. XYIIL Fig. 128, welcher Lr. tief, im Lichten Ellen lang, 1 Elle 21 Zoll weit, in elliptischer Scheiben* mauerung von 1 Elle StJUrke, mit 4 umlaufenden Spannschichten, ebenfalls von 1 Elle Höhe, auf seine ganze Teufe vertheilt, gesetzt ist.

Da er dicht neben dem StoUn und mit diesem durch eine überwölbte Oeffiiung in Verbindung steht, so ist die Mauerung auf die Sohle aufgesetzt.

IJebrigens nannte man früher und zum Theil auch noch jetzt, alle kmmmstimige Scheibenmauer in Schächten: elliptische, weil man anfangs Stücke der Ellipse dazu am zweckmäfsigsten erachtete; jetzt hat man jedoch erkannt, dafs Kreisbogen dieselbe Festigkeit gewähren, daher alle krummstirnige Scheibenmaner in saigem und flachen Schächten nach denselben construirt wird.

f. 65.

Sollte nun aber durch irgend ein Zusammentreffen ungunstiger Umstände ein Schacht einen so ungemein starken Druck auszuhalten haben, dafs alle übrige angegebne Maaüs- regeln nicht ausreichten, so würde es freylich am fferathensten seyn, gleich alle vier Stöise mit angemessenem Zirkel als liegendes GewöU>e, oder in lauter Spannschichten zu mauern, Taf. XIX. Fig. 129. welche Art der Schachtmauerung zugleich einen bedeutend höheren Kostenaufwand erfordern würde.

§. 66.

4) Bey etwas bedeutenderer Schachtlänge vermehrt man die Sicherheit der langen Stofse sehr: durch Anbringung gemauerter Schachtscheider. Taf. XIX. Fig. 131.

Gemauerte Schachtscheider sollen daher nicht allein den Fahrschacht vom Förderschachte trennen, um die während des Förderns Ein - und Ausfahrenden vor Gefahr und plötzlichen Unfällen sicher zu steilen, sondern sie sollen auch dem starken Seitendrucke aus den langen Stöfsen entgegenarbeiten, welche sie von einander abspreizen.

Schachtscheider sind daher wie die kurzen Stofsmauern, jedoch in der Ausführung noch sorgfätiger, zu behandeln. Sie werden ebenfalls auf Tragebögen aufgesetzt, deren Breite ihrer Stärke gleich ist, und 12, 18 bis 24 Zoll beträgt, während sie bey größe- rer Tefife durch eingelegte Spannbögen unterstutzt werden.

§. 67.

Eine sehr unstatthafte Art der Mauerung, in welcher man früher sowohl iur die kurzen Stöbe, als auch für die Schachtscheider eine grofse Befestigung suchte, war die, dieselbe durch lauter vom Liegenden nach dem Hangenden oder auch umgekehrt über einander geschlagne Bögen herzustellen, deren Sehne oft sehr viel Ansteigen erhielt, und zwischen denen nur wenig Raum mit Seheibenmauer ausgefüllt ward. Taf. XVI.

Fig. 122.

Man besdbsichtigte dadurch sowohl, die Mauerung in ihrer ganzen Höhe und in allen Theilen auf &n Widerlagern der Bögen aufroben zu lassen, indem man sich der Stutzböffen bediente, wenn das Hangende oder Liegend, gegen welches man sie ansteigen lies, weniger fest war, als auch erwartete man von ihnen mehr Widerstand gegen Seitendruck.

In Schachtscheider legte maki dren weniger ein, dies jedoch oft stutzweis und abwechselnd von dem Hangenden nach dem Liegenden und wieder von dem Liegenden nach dem Hangenden, welche Construction man von manchen Arten der Wandruthen- Zimmerung hergenommen zu haben scheint. Taf. XIX. Fig. 130.

— 111 —

Da der durch das beyderaitige Verfahren reranlaftte bedeutend höhere KoMnaofwand in der Herstellang, nicht darch einen Voitheil übertragen wird, welchen man dnrch eine andere und wohlfeilere Manemngsart nicht noch TolLstäniger sn erlangen im Stande wäre, so kommen bejde, als keinesweges empfehlungswerth, nirgends mehr in Anwendang

f. 68.

Die Spannschichten legte man (ruber und wohl zuweilen auch noch jetzt, in je 4 oder 5 Ellen Höhe, eine oder auch zwei übereinander, da ein, wo man fürchtete, dafs die darüberstehende Scheibenmauer für sich allein dem vorhandenen Drucke nicht genügte.

Wo noch jetzt eine Spannschicht in einen fast oder ganz saigem Schacht in delr Absicht eingelegt wird, um sehr bedeutenden Seitendruck abzuhalten, erhält dieselbe noch so yiel Zirkel nach oben, als sie bedarf, um für sich zu stehen und sich nicht durch ihre eigne Last in der Mitte zu sunken, bevor der Seitendruck sie angenommen hat; 1 Zoll Zirkel wird daher hinreichend seyn.

Im Allgemeinen ist über die Ausfuhrung der saigem Schachtmauerung noch folgendes zu bemerken.

Nach Herstellung des nothigen freyen Raumes, (wenn derselbe noch nicht vorhanden, ) durch Abtreiben nnd Stofsverziehen , werden die Haupttragebögen, und zwar wenn deren in allen vier Stöfsen nöthig sind, die beyden untersten, in Angriff genommen* Soll auf dieselben krummstirnige Scheibenmaner aufgesetzt werden, so müssen sie nach doppeltem Zirkel, ihrem eignen und den der Scheibenmaner gespannt, daher auch dopnette Schablonen dazu angestellt, und ihre Zurichtung mit besondrer. Aufmerksamkeit behandelt werden.

Die Wölbsteine erhalten daher auch dom>elte Keilform. Taf. XIX. Fig. t32;

Die Widerlager für das zweyte Paar Tragebogen werden ffleich auf den Stirnen der Wölbsteine für die ersteren vorgerichtet, ehe man dieselben legt , daher eigentlich sn der Bearbeitung jedes einzelnen Steines eine besondere Schablone gefertigt werden taabi wenn eine vollkommne Genauigkeit stattfinden soll.

Diese Tragebögen erhalten gewöhnlich mehr Breite, als die Stärke dr darauf zu setsenden Scheibenmauer beträgt, indem man sie wo möglich hinted an das Gestein ansohliefsen last* Der hinter der' Scheibenmauer freybleibende Raum wird, wie ich schon erwähnt habe, mit Bergen fest ausgesetst und sogar wohl ausgeschlagen*

Sind alle vier Tragebögen aufgestellt, so setzt man die Scheibenmauer darauf*

Diese selbst wird, wenn sie geradstimig ist, nur nach dem Lothe, wenn sie krumm* stimig, nach in gewissen Höhen befestigten Schablonen aufgeführt, von denen herabffelothet wird, während man eine andere nur zuweilen anhält und die Mauer danach berichtigt; wie ich diefs schon im vorigen Abschnitte gröfstentheils angegeben habe.

Mit Schlagung einzuwölbender Spannbögen geht man gewöhnlich der Scheiben* mauer ein Stück voraus, welche letztere alsdann bis in die innere Wölung des Spannbogens nachgezogen wird. Da hierdurch der Aufstand der Wölbsteine verdeckt wkd so erhalten sie an diesem nur gerade die nöthigste Bearbeitung. Spannschichten werden aber auch oft erst dann geschlagen, wenn die Scheibenmauer bis zu dieser Höhe aufgeführt ist*

Die Schachteinstriche und ganze Schachtzimmerung legt man entweder gleich mit in die Mauerung ein, und giebt dabey, um dieselben später leicht einwechseln zu kön- nen, den fiühnlöchern etwas mehr Tiefe und Höhe, als sie für die Auflage und Stärke der Hölzer eigentlich zu haben brauchten, worauf man den überflüssigen Raum dahinter nnd drum mit Pfändekeilen ausfuttert, so dafs man dieselben leicht wieder >¥egnehmen und den Einstrich tiefer hineinschieben kann, um ihn beym Einwechseln ans dem Anfalle herauszuheben; oder man treibt die Hölzer nur mit Fufs -Pfählen an die Mauerung an* — In dem ersteren Fälle kann man übrigens auch die ersten Einstriche wirklich so lang einlegen, dafs sie das tiefere Bühnloch ausfüllen, beym ttachherigen Auswechseln aber haut man dieselben aus nnd befestigt, auf die beschriebne Art, mit Pfändekeilen, kürzere darin*

Auf diese Einstriche können entveder, in saigem Schächten, sogleich die Bühnen nnd Gerüste für die fortschreitende Mauerung angelegt, oder auch besondere Hölzer dazu in dem Schachte nnd zwischen der Mauerung eingespreizt werden*

— 112 —

Eine zweokniäfsig Einrichtnng, Torznglich in nicht zu langen, nnd in solchen Schächten , welche nicht zu Treibeschächten , mit Tonnenleitnng, vorgerichtet äind , ist die: in den beyden kurzen Stofsmauern Ton Zeit zu Zeit Oeifnungen anzubringen, in welche man starke Pfosten einschieben nnd so zu jeder Zeit, für irgend einen Zwecke ohne grofsen Mühe -und Zeit -Aufwand, im Schachte Buhnen hersteUen kann.

Taf. XX. Fig. 137. a. L Die eine eser Oeffnungen a hat diejenige H5he nnd Tiefe , welche die sichere Auflage der Pfosten erfordert ; die andere b hat die doppelte Höhe, und in der oberen Hälfte auch die doppelte Tiefe, so dafs man vom Schachte aus die Pfoste erst in den oberen Theil der OefTnung hineinschieben, sodann bis zu der gegenüber befindlichen aufheben und sie auch in diese einschieben kann, indefs jnan sie in der ersteren Oeffnung aus dem oheren tieferen Theile in den unteren vorzieht, und so fest legt.

Diese Vorrichtung kann man auch in jedem flachen SchachtS anbringen.

§. 70-

Alle für die Ausmauerung von saigem Schächten gegebnen Regeln, sind indefs auch für fast saigere , bis zu 85 Grad Fallen anwendbar. Nur müssen bey solchen, wie ich schon früher gesagt habe, schon Hauptschnuren zum Anhalten für die Mauerung, nach dem Fallen des Schachtes gezogen, auch wohl Haupilehren geschlagen werden, um die Anhaltungspuncte stets wieder zu finden

Die Mauerung in flachen Schächten lä&t folgende Fälle unterseheiden. Es können zu verwahren sejn :

1) einer der kurzen Stöise, oder beyde,

2) das Hangende,

3) das Hangende mit beyden kurzen Stöfsen,

4) Hangendes und Liegendes,

5) Hangendes, Liegendes und beyde kurze Stöfse,

.6) Hangendes, Liegendes und beyde kurze Stöfse, mit Schachtscheidem.

Wirkliche Verwahrung des Liegenden, ohne dafs die anderen Seiten deren bedurften, kömmt nicht vor, da, wenn das Liegende so gebräch ist, .dafs es deren bedarf, auch die übrigen Stöfse des Schachtes nicht für sich stehen werden

Eben so fällt meist der zweyte Fall mit deAi written, der vierte mit dem füoften zusammen, da in flachen, auf Gängen abgesunknen Schächten, nicht leieht Mauerung im Hangenden allein, ohne die der kurzen Stöfse, beigestellt wird.

1) Die Mauerung in den kurz/en Stöfsen, Taf. XX. Fig. 133, wird ganz wie die in saigern Schächten behandelt. Man setzt auf stärke ,- vom Liegenden nach dem Han-

f ended, mit nach letzterem meist ansteigender Sehne, geschlagne Tragebögen, Scheienmauer auf. '

Spännbögen oder Spannschichten werden desto weniger angebracht, je flacher der Schacht fällt, da in diesem Falle die Mauerung schon mehr auf dem Gestein des Liegenden als auf den unteren Tragebögen ruht.

Bey Schächten bis zu 80 Grad und noch etwas mehr Fallen, können die kurzen Stoüsmauern, wenn keine hangende darauf ruht, erforderlichen Falles, noch mit krummstirniger Scheibenmauer verwahrt werden; bey gröfsisrem Fallen wird stets geradstirnige gewählt, um so mehr, da bey solchem der Seitendruck immer geringer wii*d.

§. 73.

2) Ist das Hangende eines flachen Schachtes zu verwahren, so kann man sich, nach Maafsgabe des Druckes, und des Fallens des Schachtes, der krummstirnigen Scheibenoder dev Kellerhals - Mauer bedienen.

a) Diese krnmmstirnige Scheibenmauer ist von derselben Construction , wie die in den saigem Schächten, nur giebt man ihr gern mehr, und zwar eben so viel Zirkel, wie wirklichen Gewölben von dieser Weite, 3 bis 4 Zoll.

Ist der Druck nicht zu bedeutend, so kann man diese krnmmstirnige Scheibenmaner bis zu nnd unter 45 Grad Fallen anwenden ; bey mehr Druck und Fallen aber nur etwa bis bey 60 Grad; bey gröfserer Tonnlage, von gegen 30 Grad, ist schon eigne Schwere der Mauerung zu wirksam. Taf. XX. Fig. 134.

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b) Die KellerhakmaaeroDg ist schon in der bürgerlichen Baukunst bekannt und anffewendet, wenn auch bei weitem nicht so häufig und in so grofsem Maafsstabe, wie bey der Grubenmauerung.

Sie besteht in einem fortlaufenden, halbliegenden Gewölbe welches genau nach dem Fallen des Schachtes gelegt ist, und mit dem unteren Anfange, (der unteren Stirn,) über einer unter oder durch den Schacht hingehenden Strecke , einem Füllorte oder auch, nach Befinden der Umstände, mitten im Schachte, auf einem grofsen hangenden Trage bogen ruht. Taf. XX. Fig. 135. Krummstirnige Scheibenmauer mufs natürlich auf eben solche Tragebögen aufgesetzt werden.

Diese Tragebögen erhalten doppelten Zirkel; den einen, welchen der Kellerhals oder die krammstirnige Scheibeiimauer hat, um dm Drucke des Hangenden zu begeg* neu, und den anderen, gegen die darauf gesetzte Mauerung selbst, in deren Fallen er liegt, um diese zu tragen.

Für diese, wie für alle Bögen von doppeltem Zirkel, ist zu bemerken, dafs man beyde Krümmungen gern nach gleichem Halbmesser fertigt, und dieselben nie einen Tollen Halbkreis, sondern nicht leicht über einen Winkel von 60 Grad, oder ein Drit* tel des Halbkreises, einnehmen läfst, indem im ersteren Falle ihre Herstellung weit mehr Schwierigkeiten machen wurde , während sie selbst geringeren Widerstand leisteten

Hangendes wird, eben so wie das Liegende, gewöhnlich in dem Falle gut zu verwahren sejrn, wenn, die Gangmasse fest, das Nebengestein aber aufgelöst ist;

Da es nun aber ein strenger Grundsatz ist: in keinem Falle Mauerung auf Gang* masse zu begründen , wenn dieselbe auch noch . so fest und anscheinend unbauwürdig Sern sollte, indem durch einen später doch vielleicht an einem solchen Puncte ins Werk gesetzten Abbau' dieser Mauerung der Fufs entzogen werden , und der Schacht zusammengehen würde, in dein eben gesetzten und gewöhnlichen Falle der Nothwendig keit einer solchen Mauemngsanlage aber, das Nebengestein gerade zu unhaltbar seyn würde, um dieselbe darauf zu begründen, so wird unter allen Umständen Stofsmauer, wenigstens als Widerlager für die hangende Mauerung, anzulegen seyn.

In diesem Falle sind natürlich fiir die Stofsmauern ebenfalls Tragebögen zwischen Hangendem und Liegenden zu schlagen, für welche, bejr der geringeren Haltbarkeit des Gesteines in einem oder beyden , die Widerlager tiefer in dasselbe zu legen sind. Auf diesen Trage - Bögen findet wieder der Hangende seine Unterstützung.

Der Zirkel, welchen man aller dieser Bogen - und Gewölb - Mauerung giebt, beträgt 3 bis 4 Zoll. Die Breite der Tragebogen, Tomehmlich wenn sie- an den kurzen Stö- fsen anstehen, ist mit 1 bis If Elle hinreichend.

Die Stärke der Tragebögen und des Gewölbes ist zwar mit völliger Sicherheit nach der im vierten Abschnitte gegebnen Regel zu bestimmen; wie ich indefs schon erwähnt habe, wird ihr bey der Schachtmauerung, vorzüglich der Tragebögen, aus übertriebner Vorsicht, stets noch zugegeben, daher die Tragebögen meist bis Ellen Stärke erhalten.

Für den hangenden Tragebcn werden doppelte Schablonen gelegt. Unter den auf den Stofs- Tragebögen für ihn vorgerichteten Widerlagern bleibt, nach Yerhältnifs der Stärke derselben, meist noch 12 bis 18 Zoll hoch freye Stirn. Die Steine, welche diese Widerlager abgeben, müssen, so wie die für den hangenden Tragebogen , welche doppelt keilförmig sind , mit besondrer Sorgfalt und Genauigkeit , am besten nach dazu geschnittenen Schablonen, bearbeitet werden, indem sich, die richtige Gestalt nicht gut nach dem blofsen Augenmafse $nden läfst, wie ich es für diesen Fall schon bey der saigem Schachtmauerung angegeben habe.

Alles Uebrige, die Ausführung betreffende, wird aus dem früher Gesagten hinlänglich deutlich seyn.

Ehemals glaubte man die kurzen Stofsmauern nicht mit Sicherheit über 1 EUe hoch anlegen zu dürfen, welche irrige und grundlose Meinung sich von selbst widerlegt.

In flachen Schächten sollte sich eigentlich die Lage der Steine in den kurzen Stofsmauern, so wie in den Schachtscheidern , von denen ich. bald zu sprechen Gelegenheit finden werde , nach der Richtung des Druckes bestimmen ; wirkte der Druck ans dem Hangenden recht - winklich auf das Fallen des Ganges , so würden die Lager der Steine dieses Fallen, wirkte er aber mehr saiger, so würden sie eine' mehr horizontale Lage erhalten.

Da nun aber in den weniggten Fällen die Bichtang des Dniekes genau bekannt ist, go bat man den Steinen meist eine mittlere Lage zwischen der borizontalen , und der nach dem Fallen des Ganges, gegeben; Taf. XX. Fig. 135, und zwar, nach den bisher gemachten Erfahrungen, mit gutem Frfolge.

§.75.

Ehemals hegte man ferner die Meinung, da(s Kellerhals Gewölbe nur in Schach* ten von weniger als 60 Grad Fallen angewendet werden könnten.

Bey stärkerem .Fallen bediente man sich daher zur Sicherung des Hangenden der Mauerung mit überspringenden Bögen. Taf. XXI. Fig. 139.

Es wurden nehmlich im Hangenden des Schachtes lauter einzelne yertikalstehende Bögen stufenweis über einander geschlagen, so dafs jeder vor dem anderen um seine ganze Breite vorsprang. Auf jeden Bogen wurde so viel Scheibenmauer aufgesetzt, als nöthig war, um den Kaum hinter dem Busen des darüberliegenden auszufüllen.

Die Hauptabsicht bey der Auffnhrung dieser Bogen war zugleich dieselbe , wie die bey der der Spat- und stehenden Bögen in der Streckenmauernng : 44.) die Ersparung von Widerlagern, welche desto mehr betrug,, je stärkeres Fallen der Schacht hatte , indem sich die Länge der für überspringende Bögen zu der für Kellerhalsgewölbe zu hauenden Widerlager, wie die Sohle des Schachtes zu dessen flacher Teufe verhielt

Zugleich bezweckte man dadurch auch an den kostbaren und mehr zu bearbeitenden Wölbsteinen zu ersparen, und mehr Scheibenmauer anzubringen. Jeder dieser Bogen mufste daher desto breiter seyn , je flacher der Schacht fiel ; er mufste desto höher werden , je mehr sich das Fallen dem saigern nähere. Im Hangenden war dabey stets viel Raum auszuhauen.

Diese Bogen erhielten daher 1 bis 2 EUen Breite, wurden dabey in Zirkel und Stärke wie andere Gewölbmauer construirt, oft aber auch nach dem pollen Halbzirkel

gescblofeiseu.

Wenn auch bey dieser Art der Mauerung kein Bogen immittelbar auf dem anderen, sondern jeder auf seinen eignen Widerlagern ruht, so stehen sie doch dem Drucke aim dem Hangenden nur in seltenen Fallen rechtwinklich entgegen, und der auf diese Art mehr von hinted wirkende Seitendruck, läfst jeden sich gegen den anderen, 4®n za- nächst oberen, anlehnen, so dafs sich endlich die ganze Last auf den obersten, und zwar in einer Richtung wirft, in welcher er keinesweges einen bedeutenden Widerstand zu listen vermag.

Die Menge der. zuzurichtenden Wölbsteine ist allerdings geringer, als bey derKellerhalsmauening, erstere selbst aber, sammy ihrem Zurichten, sind kostbarer als letztere; denn wenn auch für gute Kellerhals - Mauerung eigentlich alle Wölbsteine zugearbeitet werden sollen, so müssen sie doch für überspringende, als lauter einzelne Bögen mit freyen Stirnen , weit sorgfätiger ausgesucht werden , ihre Bearbeitung niufs mit weit mehr Genauigkeit erfolgen, als für die fortlaufende Kellerhalsmauerung. Endlich sind auch die einzelnen Widerlager nicht allein schwieriger anzulegen und zu haven, sondern sie fallen auch in flachen Schächten entweder auf weniger festes Hangendes, oder auf die Gangmasse selbst, so dafs daher fast stets noch Stofsnmuerung und zwar in weit gröfserer Masse, als bey einer anderen Anlage anzubringen ist.

Man hat daher in neuerer Zeit den Gebrauch dieser überspringenden Bögen gams verworfen, indem man erkannt hat, dafs bey jedem Fallen des Schachtes Kellerhalsge- wölbe mit Yortheil anzubringen ist. Welches dem auf dasselbe Avirkenden Drucke in der angemessensten Richtung entgegtasteht, denselben gleichförmig aufnimmt, und auf seine festen Widerlager vertheilt.

§.76.

3) Sind nebst dem Hangenden noch die beyden kurzen Stöfse wirklich zu verwahren, so ist das Verfahren dasselbe wie in dem vorigen Falle, wo die Stofsmauem nur als Widerlager aufgeführt wurden.

Auch hier wird die hangende Kellerhals- oder krummstirnige Scheiben -Mauer auf die in den Stofsmauern vorgerichteten Widerlager, diese Scheibenmauer in den Stöfsen selbst aber auf Tragebögen aufgesetzt, zwischen denen zugleich der Tragebogen für die hangende Mauerung eingespannt ist.

Gleich auf das Liegende setzt man Kellerhalsgewölbe nicht leicht auf. ' Wo diefs früher geschehen ist , hat man dazu die Hälfte einer nach der laagen Axe geschnitteneu Ellipse gewählt. Taf. XX. Fig. 136.

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Ungeachtet Aab der Dnick abfl den' kurzen Stöften in flachen Schichten hie so grows ist, um .diefs nöthig zu machen, so erhält man auch dadurch einen nicht vorrheilhaft am benutzenden Queerschnitt des freyen Baumes, daher diefs ijetzt nicht mehr geschieht.

§. 77.

4) Ist aufser dem .Hangenden , oder

5) dem Hangenden und bejrden kurzen Stofsen, noch das Liegende zu verwahren, so geschieht diefs durch auf dem Rucken liegende, gewöhnlich krummstimiffe Scheibenmauer. Taf. XXI. Fig. 138. Fig. 139. '

Diese wird ebenfalls iinten auf einen Tragebogen von doppeltem Zirkel aufgesetzt dessen Stirn mit dfk- Oberfläche der Scheibenmauer, welche nun das Liegende bildet zusammenfällt, und welcher zwischen die Stofsmauern oder die Tragebögen derselben wie der der hangenden Mauer, eingespannt wird. Von Zeit zu Zeit legt man auch wohl noch Spannbögen ein.

Diese liegende Mauer erhält nicht über Zoll Zirkel, da sie nicht leicht einen weiteren Zweck hat, als das gebräche liegende Gestein zusammenzuhalten. Ihre Stärke beträgt 18 Zoll bis 1 Elle.

Hier weicht man jedoch fiir Herstellung des Tragebogens von der gegebnen Regel ab: beyde Zirkel gleich zu setzen, indem derjenige, welcher gegen die aufgesetzte Scheibenmauer spannt, gewöhnlich dem des hangenden Tragebogens gleich gesetzt wird.

§. 78.

6) Ist ein flache Schacht sehr lang, wie z. B. wenn Treibe-, Fahr- und auch wohl noch Kunst- Schacht zusammen liegen, so wurde ein einziges Kellerhalsgewölbe sehr weit in das Hangende hineinspannen und sehr stark werden müssen , wodurch das Ausschielsen eines weiten Raumes im Hangenden erforderlich gemacht, und im Schachte selbst viel unnötiger und unbenutzbarer Raum hergestellt werden würde.

In einem solchen Falle läfst es daher schon die Sicherheit der Fahrenden erforderlich erscheinen, einen oder zwey Schachtscheider anzubringen und die ganze Schachtlange auf zwey oder drey Kellerhalsgewölbe zu vertheilen; das mittlere, gröfsere, für den Treibeschacht, die kleinern, zu beyden Seiten, an den Schachtstöfsen , für die Fahrund Kunst - Schächte. Taf. XXI. Fig. 138.

Diese Kellerhalsgewölbe , oder nach Befinden krummstirnige Scheibenmauer finden ihre Widerlager theils auf den Stofsmauern , theils auf den Schachtscheidern.

Die Schachtscheider haben bey bis Elle hinreichende Stärke. Sie ruben ebenfalls, wie die Stofsmauern, auf Tragebögen, welchen ersteren sie überhaupt in der Construction völlig gleich sind, nur dafs sie auf beyden Seiten frey stehen, und daher beyde Stirnen glatt ffearbeitet seyn müssen.

Ist auch liegende Mauer vorhanden , so wird sie auf dieselbe Weise zwischen den , Schachtscheidern eingespannt, wie aufserdem zwischen den Stofsmauern.

In den auf diese Weise hergestellten kurzen Fahrschächten wird seltner liegende Mauer angebracht, als in den längeren Treibeschächten.

§. 79.

Wenn die Schachtscheider in saigern, wie in flachen Schächten durch bedeutende Teufen, auf ganze Gezeugstrecken, fortgefiihrt werden, so ist es nöthig die Verbindung zwischen dem Treibe - und den Fahr - Schächten offen zu erhalten. Diefs geschieht durch Oeffhungen, für welche man meist umlaufende Ellipsen wählt, die sich selbst ringsum in Spannung erhalten, während man aulscrdem in der Mauerung oft sehr künstliche Widerlager für den Fufs des einzulegenden Rogens herstellen mülste Taf. XXI.

Fig. 140.

Diese Ellipsen liegen meist mit ihrer langen Axe in . dm Fallen des Schachtes, daher sind sie entweder aufrechtstehend oder hcdbliegend. . '

§.80.

Ist die Mauerung der kurzen Schachtstöfse durch gröfsere Teufen geführt so wird sie zwar gewöhnlich bey jeder offnen Gezengstrecke unterbrochen und über derselben von Neuem angesetzt, zuweilen sind aber nur kleinere Zwischenörter, oder solche Puncte offen zu erhalten, wo Gänge übersetzen, oder wo man überhaupt glaubt, später vielleicht Baue anzulegen.

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Hier wird in de StoÄmmer nur ein Ueinies Ort öflfen erhalten, welches nur mit Deckstein -Platten oder einen darüber geschlagnen flachen Bogen verwahrt wird, oder waa seltner der Fall ist, man wölbt eben solche Ellipsen ein, wie in den Schachtscheidern, welche indefs kein zu flashes Fallen erhalten dürfen Taf. XXI. Fig. 141.

§.81.

Uebrigens gilt für Herstellung der Mauerung in flachen Schächten dasselbe, was für die in saiprn; auch bey ihnen ist die Erhdtung der richtigen Länge und Weite sorgfältig zu beobachten, um so mehr, da ein Versehen darin leichter ist als in saigem Schächten.

Dasselbe ist der Fall hinsichtlich der zur Fahtung und Fördeanug nothigen Zimmerung, den Einstrichen, Stempeln, Tonnenfachhölzern, Fahrtfröschchen u. dgl., welche alle entweder gleich bei der Aufiuhrung der Mauerung mit in , oder nach deren Vollendung, zwischen dieselbe eingelegt werden.

Für die liegende Mauer \viftl, aufter dem untersten Tragebogen, für welchen man Schablonen aufstellt, nur nach im Fallen des Schachtes gezognen Schnuren und angehaltenen Lehren, aus freyer Hand gemauert.

§. 82.

Dringen in einem saigem Schachte in einem der St5fse Wasser zu, so sind sie hinter der Mauerung zusammen, und durch, in den Stöfsen gelassene, mit grofsen Steinen bedeckte Oefthungen, in den Schacht zu fuhren, in welchem man sie, nach Befinden, durch hökeme Lutten auf die Sohle fällen lassen kann, damit sie die Mauer nicht auswaschen.

In flachen Schächten finden sie sich meist in den kurzen Stöfsen, oder ziehen sich in dieselben, wo man sie dann ebenfalls leicht durch in der Mauer angebrachte OeflFnungen heraus und entweder in , in das Gestein des Liegenden eingehauenen oder in der Manemng desselben angebrachten, kleinen Gerinnen , gröfsere Mengen auch in höl- zernen Lutten, im Schachte niederßihrt.

Sollten aber selbst aus dem Hangenden Wasser zudringen, so kann man denselben dadurch einen Abzitg durch die Mauerung eröffnen, dafs man einen besonders grofsen Stein in die Matter einlegt, in welchen eine Rinne gehauen ist, und ihn mit einem eben so gro&en bedeckt, durch welche Rinne die Wasser ebenfalls in den Schacht fallen.

Fast dlirchgüngig wurd ein Tageschacht mit seiner Hängebank einige Ellen über die eigentliche Gebirgsoberfläche zu liefen koifimen, indem gewöhnlich schon eine so hohe Halde vorhanden ist und man audi noch Haldensturz zu erlangen beabsichtigt.

Die hierbey in jedem Falle, der Schacht mag übrigens ausgemauert werden oder nicht, erforderliche Mauerung, vornehmlich die liegende, ist gehörig zu unterstiitzen, selb wenn sie nur in aufgelöste Gebirgsmasse oder Dammerde fällt, damit dieser Theil des Schachtes nicht verschoben werde.

Man füllt daher in der Halde oder der aufgelösten Gebirgsmasse nieder, und mauert ein Bette von grofsen Bergwänden , trocken , und mit auf dem Riicken terassenartig in der Halde aufruhend, auf welchem Bette die eigentliche Schachtmauerung aufffefiihre wud. Taf. XXL Fig. 139. o o

Ausmauerung der Maschinenräume.

. ,P*® jctt® der Hauptabtheilungen, welche in der Grubenmauerung zu machen sind ist die Mauerung der Maschinenräume.

lälst, tndm theilg die Räume, in welchen sie angebracht wird, schon an sich, ihrtfr Be- sümmung nach, mehr Regelmäfsigkeit nnd Gleichförmigkeit erhalten müssen; theils soecbattenhett des Gesteines, und schon mit Berücksichtigung der Art der darin anzubringenden Verwahrung, hergestellt und eingerichtet werden können.

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§. 85.

Der grofflte Theil der Torhsednen Maschinenräiime besteht bis jetzt bei dem Sftchaischen Bergbau, sofolge der Art der ffiat gans allein in Anwendung kommenden Umtrieb -Maschinen, in Radstuben, noch etwa mit den daza gehörigen Korbstangenörtem und Stangenschächten; an sie schliefsen sich die Räume fiir die, ins Künftige wahrscheinlich noch häufiger als bisher anzuwendenden, Wassersänlenmasctiinen.

Von diesen beyden Arten von Räumen sind es wiederum nur die Radstuben, über deren Ausmauerung sich, bey ihrer im Allgemeinen stets gleichbleibenden Gestalt, etwas Bestimmteres sagen läfst. Räume für andere Maschinen werden durch deren Einrichtung im Einzelnen bestimmt, welche nur sehen in mehreren Fällen der Anwendung ganz dieselbe seyn wird.

Wenn aber schon bey der Yerwabrang von Schächten eine grofsere Sorgfalt und Vorsicht, sowohl der Sicherheit der Arbeiter wegen, als auch defshalb nothing ist, weü in ersteren sich ereignende Unfälle tind dadurch veranlafste Reparaturen, auch auf viele andere Zweige des Grubenbetriebes nachtheilig einwirken , so sind dergleichen xiachtheilige Folgen von noch allgemeinerem und meist für den ganzen Grubenbetrieb fiihlbaren Einfliisse, bey Maschinenräumen, bey deren Verwahrung und Befestigung daher alle mögliche Fälle zu beachten.

§. 86.

Nicht zu oft ist es erlaubt, Radstuben in ganzes Gestein zu setzen, welches, wenn es auch Anfangs für sich stände, diese Festigkeit auch in der Länge der Zeit behielte. Es wird diefs um so seltner der Fall seyn, je näher die Radstabe unter Tage , je mehr sie demnach in dem an der Oberfläche aufgelösteren Gebirgsgesteine , oder, wenn dieselbe in und über einem Gange liegt, wie z. B. bev Kunstgezengen ohne Vorgelege; der früher allgemeineren und jetzt noch im Sächsischen Ob.ergebirge öfter anzutrefienden ganz gangweise gestellten Radstuben gar nicht zu gedenken.

f . sr. '

Eine Eintheilung, welche bei der Radstubenmauerung etwa noch zu treffen möglich wäre, würde die seyn, in:

1) theilweise Ausmauerung,

2) völlige Ausmauerung der Radstuben.

Theilweise Ausmauerung.

Bey einer über einem Gange, rechtwinklich niit dem Streichen desselben angelegten Radstube, wird es sehr häufig nothwendig seyn, wenigstens für die im Mittel derselben und auf der Gangmasse liegenden Angewäge, grofse Tragebogen zu schlagen und auf dieselben Scheibenmauer aufzusetzen, über jedes Angewäge aber sodann einen zweyten Bogen zu schlagen, welcher letztere gewöhnlich nach dem pollen Halbtirkel gespannt wird. Taf. XXII. Fig. 142.

Diese Tragebögen erbalten, nach Verhättnifs der Gesteinsfestigkeit, ii Elle Stärke, H bis Elle Breite. Die dem unteren Tragebogen zu gebende Spannweite richter ich nach der Mächtigkeit des Ganges.

Die Weite des Bogens über den Angewägen. beträgt gewöhnlich 6 bis 8 Ellen. Die Höhe des Scheitels desselben über dem Angewäge bis 5 Ellen, um Raum für die am Rade vorzunehmenden Arbeiten zu lassen.

Steht die Radstube übrigens in festem Gestein, so ist anch zuweilen ein über dem Atigewäge ztvischen dem festen Nebengesteine eingespannter flacher Bogen anzubringen. Taf. XXIL Fig. 143..

Ueber diesen Bögen wird oft Scheibenmauer, in der Mächtigkeit des Ganges aufgeführt, welche dann ehemcis auch, wie alle der Art, mit eingelegten Spannbögen ver'> sehen wurde. Taf. XXn Fig. 142. A.

§. 89.

Weit öfter Jcommt es vor, dafs die Radstnbe theilweis mif ein auf dem Gange geschlagenes Stutzgewölbe aufgesetzt wird, welches alsdann zugleich einen Theil der Sohle und des kurzen Stofses im Hangenden, bildet. Taf. XXIL Fig. 144.

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Es wird hierza mit einer der Mächtigkeit des Ganges und der Festigkeit, des Nebengesteines angemessenen Spannweite und gewöhnlich Ton dem Liegenden nach dem Hangenden stark ansteigender Sehne, ein Gewölbe von bis Elle Stärke,. und so viel Länge geschlossen, dafs die äafseren Flächen der an beyden Enden auf das Ge- wölbe aufgesetzten Scheibenmauer für die langen Stöfse der Kadstube, in die Stirnen des. Gewölbes fallen.

Der Rücken des Gewölbes wird mit kleinen Steinen ausgegliclien und mit Lehme überrammelt, auf welchem die Radstubentäflung vorgerichtet wird

Dergleichen Radstnben findet man auf sehr vielen Gruben.

Ist eine Radstube wegen geringer Gesteiosfestigkeit in den ganzen langen Stofsen in Mauerung zu setzen, so bleibt diese Art der Unterstützung durch auf dem Gange geschlagne Fufsbögen und Fufsgewölbe dieselbe, nur dafs letztere dann meist Ihre Wide lager tiefer im Gestein erhalten müssen Auch ist es dann zuweilen nöthig, dieselben unter der ganzen Länge der Badstube hinzuziehn; aufserdem steht aber auch der übrige, aufserhalb des Ganges liegende Theil der Mauerung auf ganzem Gesteine. Taf. jUiIIL Fig. 145. Auf diesen Bögen werden die langen Stöfse der Radstube, in Scheibenmauerung bestehend, aufgesetzt, welche auf der inneren Seite etwas Krümmung nach aufsen erhält, weniger um dem Seitendrueke auf eine grofse Fläche zu widerstehet üa vielmehr um für die in der Radstube meist in der Mitte, an der Welle vorkommenden Arbeiten etwas mehr Baum neben dem Bade zu erhalten.

Diese Krümmung pflegt nicht, wie die bisher vorgekommene, nach Theilen der Elle bestimmt zu werden, sondern man giebt sie mehr willührUch, bei 20'bis 24 Ellen Länge der Radstube in der Mitte, 8, 12 bis 18 Zoll mehr Weite als an den Enden.

Die äufsere Breite der Radstube bleibt dabey durchgängig gleich und die innere Krümmung der Stirn wird durch das Abnehmen der Mauerstärke nach der Mitte zu hergestellt. An den Enden erhalten diese Mauern 1 Elle 12 Zoll bis 2 Ellen Stärke.

Früher standen diese langen Stöfse durchgängig in geradstirniger Scheibenmauemng, doch bemerkte sieben der ehemalige Maschinendireictor Mende zu Freyberg , daüs dergleichen meist sehr bald nach ihrer AufRihrung in der Mitte der Höhe nach Innen ausbauehte> Er schrieb diefs dem zu schnellen Aufmauern und Belasten der unteren Maoer- Bchichten zu, bevor noch der Kalk in denselben gehörig erhärtet aey und schlug eine der Mauer gleich Anfangs in der Auffuhrung zu gebende Krämmung nach Aafsen vor. — Der eigentliche Grund dürfte indefs wahrscheinlich derselbe gewesen seyn, welefaer überhaupt die erste Veranlassung zur Auffuhrung krummstirniger Scheibenmaueniiig gegeben bat, (s. Abrscbn. IV. $. 9.) nehmlich das Zuaamuiensetzen der Mauer auf der ättfseren, weniger zusammengearbeiteten Seite.

Weniger häufig sind bey Badstuben unter Tage auch die kurzen Stöfse zu verwahren, und auch diese alsdann nur theilweis, da vomehmlidi das gewöhnlich haltbarere liegende Gestein diefs seltner nöthig macht.

Diefs geschieht alsdann durch geradstirnige Scheibenmauer, von derselben Stärke wie die in den langen Stöfsen, welche in dem hangenden kurzen Stöfse auf das Fnfftgewölbe oder das auf dasselbe aufgesetzte Abzugsröschen -Gewölbe, in dem liegenden kurzen Stöfse aber auf das Liegende selbst, aufgesetzt wird. Taf. XXIIL Fig. 146.

§. 92.

Bey auf Gängen stehenden Radstuben wird gewöhnlich auch die Forste ganz oder wenigstens zum Theil zu sichern seyn.

Man erreicht diefs durch eine in einem pollen Tonnengewölbe bestehende Haube, welche man , ehemals mit gleicher Weite wie die Radstube , auf die langen Stofs- Mauern aufsetzte. Taf. XXIII. Fig. 145. Jetzt giebt man ihr, wenn die langen Stofsmauern in krummstirniger Seheibenmauer stehen, gern die mittlere gröfste Weite der Radstube; bey oberschlägiven Rädern aber vergeöfsert man diese Weite noch inehr, so dafs auf den langen Stofsmauern auf jeder Seite wenigstens noch 6 Zoll Auflage fiir die Stege des über dem Rade liegenden Aufschlags -Gerinnes bleiben, welches seinen Platz in der Haube findet. Taf. XXin. Fig. 146. Taf. XXIV. 147.

Ist nun das Hangende übrigens haltbar, so wird bey oberschlägiven Rädern die gemauerte Haube nur über dem Aufschlagsgerinne nicht aber über das ganze Rad hinge-

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legt, und der Ranm über demselben anch nicht länger nnd weiter ausgehanen, als es gerade für dasselbe nöthig ist. Taf. XXIII. Fig. 145. 146.

§. 93.

Bey ganz gemauerten Radstuben sind alle vier Stöfse auf die schon beschriebne Art aus ganz oder nur theilweis auf Bogen und Gewölbe gesetzte Scheibenmauer aufgeführt, oben aber in ihrer ganzen Länge durch ein Tonnengewölbe bedeckt, aufser wenn sie über Tage stehen, wo man nor eine leichte hölzerne Bedachung darüber aufzusetzen pflegt. Taf. XXIV. Fig. 147.

Der auf die Haube wirkende Druclc wird nicht leicht so grows seyn, dafs dieselbe nicht mit 1 bis Elle eine hinreichende Stärke erhielte.

§. 94.

Kommt das Aufschlaggerinne in dem Streichen der Radstabe an dieselbe heran, so kann es bey oberschlägiven Rädern gleich in die Haube, oder bey mittelschlägiven durch eine mit einem volizirklichen Bogen überwölbte Oeffnung in dem hinteren kurzen Stofse, meist im Liegenden, eintreten. Kommt es aber von der Seite, in den langen Stöfsen ein, so wird es bey oberschlägiven Rädern durch eine elliptisch gemauerte oder auch mit Scheibenmauer und aufgesetztem Tonnengewölbe verwahrte, an die Haube anstofsende. Rösche in dieselbe geführt. Taf. XXIU. Fig. 146. Taf. XXIV. Fig. 147. Eben so verfährt man, um das Aufschlagewasser in einer oder der anderen Richtung aus der Radstube abzuführen, nur dafs hier statt der Rösche, meist nur eine in den langen Stöfsen eingewölbte Oefinung hinreichend gefunden wird.

§. 95.

Fällt das Wasser von einem oberen Rade gleich auf ein auf demselben Gange un* mittelbar darunter hängendes, so wird an das Tragegewölbe der oberen Radstube sogleich die Haube der unteren angestofsen; und das erstere durchbrochen, um durch dasselbe die vom oberen Rade abfallenden Wasser sogleich auf das untere zu fuhren. Taf. XXIV. Fig. 148.

§.96.

Ehemals wendete man auch in Radstuben gern Spannschichten an und der Maschinendirector Jlende schrieb selbst vor, dergleichen wenigstens von 4 zu 4 Ellen einzulegen. Jetzt geschieht diefs um so seltner, da man überhaupt, wie schon oben bemerkt, deren Anbringung nicht für besonders nützlich erachtet.

Sollte eine Radstube bedeutenden Seitendruck abzuhalten haben, so können die langen Stöfse in eigentliche, auch der äufseren Fläche nach, krummstirnige Scheibenmauerung gesetzt werden, welcher man dann verhältnifsmäfsig mehr Zirkel giebt.

Noch zweckmäfsiger würde es seyn, in solchen aufsesordentlichen Fällen die langen Stöfse in geradstirnige Scheibenmauer, die ganze Radstube aber in eine Umfassung von zwey krummstirnigen Scheibenmauern zu setzen, Taf. XXV. Fig. 149. und die Gestänge zwischen diesen und den eigentlichen langen Stöfsen der Radstube niederführen. Durch dieses Verfahren würde die Radstube selbst dem Drucke und daher der Gefahr nicht ausgesetzt werden, dafs ersterer die langen Stöfse verschöbe und dadurch das ganze Gezeug aus seiner richtigen Lage brächte.

§. 98.

Ganz umlaufende Ellipsen würden, des dadurch erzeugten unbenutzbaren Baumes in den Kappen halber, eben so unzweckmäfsig seyn, als sie es in Schächten sind. Sollte aber der Druck auf die langen Stöfse so ungemessen stark seyn, so könnte man diese endlich als wirkliche liegende Gewölbmauer herstellen, welche ihre Widerlager im festen Gesteine fänden, und zwischen denen die kurzen Stofsmauern eingesetzt würden. Taf. XXV. Fig. 130.

§. 99.

Wenn durch das Streichen die Lage der Radstuben genau bestimmt, Länge und Weite gegeben ist, so wird die innere Gestalt derselben meist ohne Schablone und auf die Art hergestellt, dafs die Arbeiter nach der gegebnen kleinsten und gröfsten Weite die innere Krümmung aus freyer Hand zu erreichen suchen. Aufserdem können aber auch wohl Schablonen in gewisser Höhe über einander gelegt werden. Uebrigens arbeitet man ganz nach dem Lothe

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Da die Radstnben , Tornehrolich die ffemaiterten, gewShnlich mit Brettern ausge- täfelt sind , so maaert man die hölxernen Dayel und Latten, cur Befestigung der Täflung, gleich mit ein*

§. 100.

Zu dea schönsten und regelmälsigsten Anlagen dieser Art gehören unstreitig die beyden neben einanderstehenden Radstuben auf dem Lorenzer Kunstschachte auf Bey* hälfe Erbst, in der Freyberger Revier, welche im Jahre 1818 erbaut wurden.

Da eine nähere Beschreibung derselben, so weit der Zweck und die Grenxea dieser Abhandlung eine solche erlauben, ein Anhalten für mehrere andere ähnliche Fälle geben kann, so dürfte es vielleicht nicht unzweckmaisig erscheinen, dieselbe hier beyzafuffen.

Der mächtige Halsbriickner Spatgang, vereinigt mit einem anderen an dieser Stelle des Schachtes hindurchsetzenden Morgenrange , nothigte durch die dadurch mit erzeugte Aüfgelöstheit des Nebengesteines, eine künstliche feste Grundlage fiir die beyden, mit der oberen Hälfte über Tage stehenden Radstuben , durch zwey weite und starke Ge- wölbe herzustellen, welche, eben des hinzukommenden Ganges und der Gebrächheit des Nebengesteines wegen, weit in das Hangende des Halsbrückner Spatganges hinausgespannt werdeii mufsten.

Zu beyde Seiten eines jeden Gewölbes wurden zwey iTragebögen für die Mauerung der beyden zu jeder Radstube gehörigen und daneben niedergeführten Stangenschächte geschlagen in der Mitte zwischen beyden Radstuben aber wurde auch zugleich die Treibeschach tmauerung aufgesetzt. Taf. aXVI. Fig. 152. A. B. Fig. 152. C. D.

Auf diese Gewölbe , deren Bücken man mit Lehm überrammelte , wurden die beyden Radstuben für zwey 22 Ellen hohe , Ellen weite , mittelschlägige Räder aufgesetzt , oben aber mit Dächern von Brettern überdeckt Die Aufschlagewasser wurden durch überwölbte Oeffnungen zu dem einen kurzen Stolse hinein, zu dem anderen nnteo heraus und auf dem Planer Stolln abgefülirt.

Die ganzen Radstuben sind aus Scheibenmauerung aufgefulirt , die kurzen Stöfse in ganz geradstimiger, die langen auf der inneren Seite mit etwas Krümmung. Im Liegenden aber wurde zur Unterstützung der Treibeschachtmauer ein halb trocken, halb nafz gemauerter Pfeiler aufgeführt.

Das Fallen des Ganges ist 79 Grad; auf ihm stehen die Bögen und Gewölbe mit der Sehne rechtwinklich und so, dafs die Tangente des einen Fufses rechtwinklich auf den Schichtungsflächen des Gneiises steht, die des anderen aber denselben parallel liegt.

Die Bögen und Gewölbe sind alle aus den stärksten und besten Steinen aufgeführt ; erstere mit ii Elle Starke, Elle Breite, letztere mit 2 Ellen Stärke, 7 Ellen 5 Zoll Länffe, beyde mit 5 Zoll Zirkel, (auf jede Elle Sehnenlänge).

Das Gewölbe der westlichen Radstube hat 15f Elle, das der östlichen 16-f Elle Sehnenlänge. Von den Tragebögen für die Stangen- und Treibe- Schacht* Mauerung hat: der westliche des westlichen Gezeuges 6 Ellen, der östliche 10| Ellen, der westliche des östlichen Gezeuges llf Ellen, der östliche 10 Ellen Sehnenlänge.

Die äufsere Länge jeder Radstube beträgt 26 Ellen , die innere 23 Ellen ; die äussere Breite 7 Ellen 5 Zoll, die lichte Weite in der Mitte 4 Ellen 13 Zoll, an deo Enden 4 Ellen 5 Zoll, daher die Stärke der kurzen Stofsmauern 1 Elle 8 Zoll; die der langen: in der Mitte 1 Elle 8 Zoll, an den Enden 1 Elle 12 Zoll. Die Höhe der Radstuben 23 Ellen.

Die Abzugsröschen -Gewölbe sind 3 EIL 12 Zoll weit, 4 Ell. 6 Zoll hoch; die Auf- KcUagsröschen - Gewölbe 2 Ellen 20 Zoll weit, 4 Ellen 12 Zoll hoch. Die Aufschlagwasser fallen gerade in die Mitte der Räder ein.

Diese Radstuben sind nicht ganz ausgetäfelt, was überhaupt am meisten nur bey oberschläffigen Rädern nöthig ist; sie sind nur, aulser dem Kröpfe, mit gedieltem Boden und hohen Seitenborden versehen.

§. 101.

Gehen Ton Radstuben Stangenschächte aus, wie z. R. bey Kunst-, Kehr- und zuweilen aucb Pochwerks- Rädern, so sind diese gewöhnlich ebenfalls in Mauerung zu setzen, welche dann wie die andern Schächte behandelt, und als Stofs-und Kellcrhals- Mauer hergestellt wird.

Schächte, welche, man oft zum bequemeren Einfuhren gröfserer Stucke und Mate*

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riallen bey Baaen und Repaiatoren , von Tage auf das Mittel der Radgtabe niederbringt, M'erden auf die Haube auigesetzt.

Korbstangenörter werden durch gewöhnliche Scheibenmauer mit anfgesetztem vollxirklichen Forstende wölbe verwährt, da flachere Gewölbe den Druck auf der einen Seite in den gleich daneben befindlichen Radstubenraum hinausweisen und so keine hin- länglich sicheren Widerlager erhalten würden.

§. 102.

Mauemnffsanlagen in Räumen für Maschinen andrer Art richter sich, wie schon erwähnt, nach der Beschaffenheit nnd Einrichtung der letzteren, der Festigkeit des Gesteins und nach anderen örtlichen Umständen, daher sich für dieselben keine bestimmten Regeln geben lassen, sondern aus den schon für diejenigen einzelnen Mauerungsarten aufgestellten zu entnehmen sind, aus denen die ganze Anlage zusammengesetzt ist, da übrigens die yerwahrung durch Bogen-, Gewölb- und Scheiben -Mauer bewerkstelligt wird.

§. 103.

Als ein Beispiel aus der Freyberger Revier, ist in dieser Hinsicht die Mauerung des Raumes für die bereits seit dem Jahre 1824 im Gange seyende Wassersäulenmaschine auf Alte Mordgrube Fdgr. anzuführen. Taf. XXY. Fiff. 151.

Für die Haupttheile dieser Maschine, welche auf dem ]\cuen tiefen FürstenstoUn, im Liegenden des Treibe- und Fahr- Schachtes steht, mufste der ausffehauene Raum, we-

ien des an sich zwar festen, aber in grofsen Massen zerklüfteten Gesteines, durch ein anglich viereckiges Kuppelgewölbe gesichert werden, in welchem für die hindurch gehenden Kolbenstangen der beyden Treibecylinder, gegen die finden hin, zwey vierekkige, nach den langen Stöfsen, durch flash -zirkliche Spannbögen, nach den kurzen, durch Spannschichten gesicherte Oefihnngen angebracht sind.

Dieses nach dem pollen Halbzirkel geschlagne Gewölbe hat seine Widerlager gro- Isentheils im festen Gestein , zum Theil aber auch auf Gewölben und Bögen ; als im ostlichen langen Stofse auf einem Bogen über dem Räume für den Windkessel, und auf einem anderen über dem Eingange zur Maschinenkammer; in dem westlichen lanffen Stofse , auf einem Gewölbe über dem nördlichen der beyden vom StoUn aus in den Kaum geführten Communications -Oerter.

Ueber dieses Gewölbe hin ist die unten auf vier starken Tragebögen, (für zwey Stoüsmauern und zwey Schachtscheider, ) aufgesetzte Mauerung des Treibeschachtes, und zweyer, zu dessen beyden Seiten liegender Fahrschächte geführt, davon der erstere in Kellerhals- und lieffender Mauerung steht, letztere aber nur zum Theil in Kellerhals-, übrigens in Stofs- Mauerung gesetzt sind.

Die Länge des Kuppelgewölbes beträgt 12 Ellen 4 Zoll, die Weite 4 Ellen, die Höhe 2 Ellen, die Stärke auf den Widerlagern 20 Zoll, im Scheitel der erwähnten Oeffnungs-Bogen halber, 1 Elle 6 Zoll; die Entfernung der Mittelpuncte der beyden durdh das Gewölbe geführten Stangenschacht - Oeffnungen : 7 Ellen 16J Zoll; die Weite dieser Oeffnungen in jeder Seite 2 len, der Zirkel der Spannbögen in denselben, in Allem, 3ZolL

§. 104.

Ein zweytes Beyspiel von einer sowohl im Ganzen als in ihren einzelnen Theilen ausgezeichneten Anlage, welche sowohl als Maschinenraum- , als auch, als Schacht -und Strecken- Mauerung, wegen der durch die Gesteinsbeschaffenheit verursachten bedeutenden Schwierigkeiten und der dadurch hervorgerufnen Nothwendigkeit, alle Anstalten zu deren Beseitigung im gröfsten nnd ungewöhnlichen Maafsstabe zu treffen , besondere Beachtung verdient, ist die, durch die vorseyende Ejrbauung einer Wassersäulenmaschine auf der Grube Segen Gottes. Erbst, zu Gersdorf, in Freyberger Revier voranlafste, nnd gegenwärtig noch in der Ausfuhrung begriffne Vorrichtung und Ausmauerung der Maschinenräume und des Schachtes für dieselbe.

Der letztere Umstand, die noch nicht vollendete Herstellung der Mauerung, erlaubt mir gegenwärtig nicht, deren Beschreibung und die Angabe der Erbauungskosten, so weit beyde in diese Abhandlung aufgenommen werden können, zu geben; wo es immer möglich, werde ich jedoch dieselbe später als Anhang folgen lassen.

Im Jmmu. 1839. t

m

Sechster Abschnitt.

Rtgeln für x%*ammengetxte und groi$ere Anlagtn. Bendtre Fälle. Entwertung umfattenier Mauerungt-Pläne.

Den in dem Torigen Abschnitte gegebnen Regeln fiir die Wahl der Anlagen snr Verwahrung einzelner Puncte, will ich nun noch einige allgemeinere iiber gröfsere Maueningsanlagen nnd sich bey denselben ereignende besondere Fälle hinzufugen

Wo Mauerung auf grofsere Längen mit einem Male, oder nach und nach, ra yergchiednen Zeiten, wie z. B. auf Hauptstölln, angelegt wird, hat man auf Regelmäfsigkeit und Gleichförmigkeit zu achten.

Sind die Dimensionen des noth wendig frey zu erhaltenden Raumes bestimmt, so mufs vor Allem die Höhe dieses freyen Raumes , folglich die lichte Höhe der Mauerung, durchgängig dieselbe bleiben, die Art und Gestalt der letzteren mag übrigens seyn welche sie wolle.

Von dieser gleichen Höhe ist nur dann abzugehen:

1) Wenn man schon Twaussieht, dafs an irgend einem Puncte künftig ein Schacht abgesunken werden wird, für welchen man in diesem Falle die Homstätte oder dergl. gleich im Voraus höher und weiter mauert.

2) Wenn schon ein altes Gewölbe vorhanden ist, zu dessen Unterstützung man ein neues darunter schliefsen mufs , welches dann natürlich die fiir die übrige ganze Anlage angenommene Höhe nicht erhalten kann ; diefs ist indefs ein sehr selten vorkommender Fall.

3) Wenn über dem anzulegenden Gewölbe viel freyer Raum vorhanden ist, welchen zu versetzen es in der Nähe an Bergen felt. In solchem Falle wird es zuweilen zweckmäfsiger seyn, das Gewölbe höher anzulegen und so den darüber frey bleibenden leeren Raum zu verkleinern, als mit bedeutenden Kosten Berge herbey zu fördern

Auf die Beybehaltung einer durchgängig gleichen Weite kann weniger streng gedrungen werden, da diefs mit den verschiedenartigen Gewölben, aus denen för jeden Punct das den örtlichen Verhältnissen angemessenste gewählt wird , nicht vereinbar ist. Nur wo die Mauerung durchgängig in einer und derselben Form hergestellt wird, was allerdings bey gröfseren Längen, nur etwa mit der Ellipse der Fall seyn kann, ist diefs möglich.

Wo aber, unter anderen Umständen, verschieden weite Gewölbe zusammentreffen, müssen dieselben allmählig in einander übergenöhrt werden, indem man an dem Puncte, wo diefs geschehen soll, an dem Ende des einen Mauerungsstückes noch einen, dessen Form und Weite zugehörigen Lehrbogen aufstellt, in einer, der Gröfse der Verschiedenheit beyder Weiten angemessenen Entferung aber, einen die Form des nächsten anzustofsenden Mauerungsstückes ang'ebenden, und durch über beyde gelegte Schalbretter den Uebergang ans einer in die andere herstellt.

Da der Unterschied der Weite in den gewöhnlichen Fällen nicht sehr bedeutend ist, so kann dieser Uebergang meist in einer Länge von 3 bis 5 Ellen geschehen, in welcher alsdann unter die Verschalung noch eine, dieser Länge angemessene Anzahl Lehrbögen, nach abnehmender Weite, aufgestellt werden können. Ganz unpassend ist es hingegen, zwey, der Höhe nnd Weite nach, ganz verschiedne Gewölbe unmittelbar an einander anstofsen zu lassen, wie diefs wohl zuweilen geschehen ist. Taf. XXXII Flg. 158.

Diese ganze Regel ist vorzüglich auf Förstengewölbe anzuwenden.

— 123 —

Wenn eine in Manerang zu setzende Strecke so bedeutende Krümmungen macht, dafs diese dnrch Abtreiben daza nicht in eine einzige gerade Linie gebracht werden können, so mnfs man dieselben, nnd eben so, die eingebaute Manerung, wenigstens in verschiednen, ganz stumpf zusammenstofsenden , geraden Linien führen, in deren jeder alsdann die Mauerung far sich behandelt wird.

Haben die an einander stofsenden Stücke verschiedne Richtungen, indem vielleicht mehrere kleinere , vorher vorhandne , in eine einzige längere umgestaltet worden sind, so lassen sie sich auch durch Krümmungen von sehr grofsem Halbmesser in einander überführen , nach welchem Grundsatze vornehmlich bey Ausmauerung grofser HauptstdUa zu verfahren ist. Taf XXXm. Fig. 175.

Wie einem solchen Unternehmen schon an sich eine richtige Aufnahme und Ent-* werfung genauer Risse vorausgehen mufis, so ist es vorzüglich bey grofsen Längen, welche, aus vielen kleinen Krümmungen und Brüchen bestehend, auf die erwälinte Art berichtigt und in Mauerung gesetzt werden sollen, nothing, diefs zu thun und nach dem gefertigten Risse die ganze Anlage zu entwerfen und zu ordnen. Der dadurch verur* sachte Mehraufwand wird durch die auf diesem Wege für die Mauerung, wie für die ganze Btoutzung des StoUns zu erlangenden yortheile,,weit überwogen.

f. 7.

Wo für länger fortgeführte Anlagen Abtreiben , Zuführen und Mauern auf einer und derselben Strecke, oder Stolln oder in demselben Schachte, und in beschränktem Räu- me neben einander betrieben werden, hat man eine zweckmäfsige Einrichtung zu treffen, dafs diese Arbeiten in solcher Ordnung verrichtet werden, dafs keine die andere stört und hinder.

Einer gut und ökonomisch eingerichteten Grubenwirthschaft ist es ferner ganz un* angemessen, die Widerlager für anzulegende Mauerung Jahre lang vorher zu haven, und die Bogenstege, Lehrbögen und Verschalung aufzustellen, so dafs diese wohl gar \'€fr der endlichen Anlage der Mauerung wieder verfaulen. Am zweckmäfsigsten bleibt es, alle liese Vorarbeiten der Mauerung kurz vorausgehen zu lassen

Dafs die AusfÜhrutig von Mauerungsanlagen zuweilen durch besondere Srdiche Umstände sehr erschwert werde, bedarf wohl kaum einer besonderen Erwähung. Es sey mir erlaubt, hier einige Beyspiele von schwierigen Mauerungsanlagen unter

I besonders ungünstigen Verhältnissen, aus der Schneeberger Bergamtsrevier, beyzufugen,

( welche, bey der im Jahre 1816 in Schneeberg angestellten Haupt - Stolln Revisioo,

I (von welcher ich noch einiges anzuführen in der Folge Veranlassung finden werde,)

I von dem Herrn Maschinendirector Brendel ausdrücklich als solche bezeichnet und her-

vorgehoben wurden.

f. 10.

1) Taf. XXVm. Fig 153 stellt den Queerscbnitt der Mauerung auf dem Nen

, Glficker Flügel des tiefen Marc Semmler StoUns vor.

Weil der lettiffe Gang sich aussetzte, die stockende Zimmerung lästig und das Hsmgende sehr zerklüftet war, folglich um und um ein starker DrucK statt fand, 86 war man genöthigh, diesen in frischem Gesteine aufgefahrnen Hügel in ganz elliptitische Mauerung zu setzen.

2) Taf. XXVin. Fig. 154. Zwischen dem 6ten und 13ten Lichdoche der unteren Revier des tiefen Marc Semmler StoUns hatten die Vorfahren Tonnengewölbe auf gerade Seiten -Mauern aufgesetzt. Die fast senkrechte lettige Zerklüstung des Gesteins und grofse Nässe wirkten auf diese übrigens sehr ungleich stark aufgeführte Mauer so nachtheilig, dafs man sie ihrer Hereinbauchungen wegen abzutreiben und in ganz elliptische umzuwandeln beschlofs.

Die Lästigkeit des Abtreibens, das einseitig tiefe Grnndsuchen und das Herausfüh- ren der Grundmauern unter Wasser, machten die ganze Arbeit sehr kostspielig

3) Taf. XXVm. Fig. 155. Auf dem Bergkappen'er Flügel des Furstenstollns

16

r.

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Stand früher einfache Thürstocksimmening, welche stockig, und des darüber befindtichea Prefsbanes wegen, lästig war. Obschon das Hangende sich etwas klüftig zeigte, so glaubte man doch, wenn die durch die Wetter abgezognen Schalen abgeräumt wären, dahinter besseres Gestein zu finden, und ein sicheres Förstengewölbe daran spannen zu können; allein beym Abtreiben selbst fand sich das Ganze so zerklüftet, dafs man, weil nun einmal so angefangen war, an manchen Stellen Ellen lange Stempel einle* n mufste, um sie so weit in das Hangende hinauszubringen, dafs beym Hereinnehmen er losen Schalen die verlovne Zimmerung selbst nicht in Gefahr kommen möchte. Im Verhältnisse zu der wachsenden Weite nahm man auch zu dem anzulegenden Förstengewölbe die Höhe; endlich aber war das Resultat des Ganzen, die Anlage ganz elliptischer Mauer. Jetzt hat man die Abtreibezimmerung zur Elrsparung der Kosten geän- dert, nimmt sie niedriger und bedient sich der Thürstöcke.

4) Taf. XXyni. Fig. 156. Fast gleich dem vorigen Puncto waren die Verhältnisse auf dem Rolander Flügel des Fürstenstollns, über'm Rappold. Die lettigen Qaeerklufte des ohnehin zerrütteten Nebengesteins machten lange Aotreibestempel nothwendig und erforderten durchaus ganz elliptische Mauerung.

Das Abtreiben und Einmauern einer unter sehr spitzem Winkel abgehenden Seitenellipse zur Bezeichnung das alten Andreasser Flügels machten den ganzen Mauenmgspunct sehr kostbar.

5) Taf. XXIX. Fig. 160. Von jeher stand das Danieler Füllort in lätiger F9r- stenzimmerung und war früher, als der Treibeschacht noch seinen tiefsten Tonnenstand auf der Stollnsohle hatte, sehr beschränkt. Als man später den Treibe- Schacht von der sogenannten Erbstrecke aus im Hangenden fortbrachte, so dals er etwa, von Ahis Ry 4 Lr. gegen Nord auf der Stollnsohle einkam, war man im Stande den etwa 15 Lr. tiefen, von der Erbstrecke bis tiefen Stolln hereingehenden und in sehr schwerkä- Btiger Zimmerung stehenden Schacht abzuwerfen. Dieser mufste jedoch , wenn der im Hangenden fortgehende Treibeschacht nicht gefährlich seyn sollte, voll Berge gestürzt, und der Stolln durch ein Gewölbe in Sicherheit gebracht werden. Diefs geschah, nnd gleichzeitig nahm man das ganze Füllort in Arbeit, dem als solchen im Mittel, (von C bis D',) etwas mehr Höhe nnd übrigens durchaus mehr Weite als auf den Stolln gewöhnlich ist, gegeben wurde.

6) Taf. X?OC. Fig. 163. Hart am Füllorte beym Gesellschafter Treibeschachte befand sich ein Stück Förstenzimmerunff, auf welcher der östliche Treibeschacht -Stofs mit ruhte. Unter der Stollnsohle war alter Abbau, und bey dem der Schichtung gleichen Fallen des Ganges zeigte sich das Hangende sehr flüchtig. Die Zeichnung stellt, nach Queer* Grund- und Seiten -Ansicht, die Verhältnisse so dar, wie sie an Ort und Stelle statt finden. Weil der hangende Theil des elliptischen Gewölbes R keinen Fuls hatte, so mulste man zugleich das feige Hangende unter der Stollnsohle im .Ganzen aafsatteln, mittelst tiefer liegender Grundbogen & und D', und darauf gesetzter Scheibenmauer E und F der eigentlichen StoUnmaner erst die nöthine Unterstützung geben. Au&erdem ist noch zu bemerken, dafs die Scheibenmauer sich wohl hätte unten vom Liegenden herauftühren lassen, wenn nicht nöthig gewesen wäre, den Ranm daselbst frey zu lassen, damit der Fundgrübner die bey noch anstehenden Mittel gewinnen konnte.

7) Taf. XXX. Fig. 164. In der Nähe des alten Gesellschafter Kunstschachtes liegt der Manerungspunct, dessen Anfang die Ellipse Ay dessen Ende B darstellt. Darüber und darunter befindet sich alter Abbau, in welchem hier und da alte Schächte liegen, deren Stöfse in Bergwand -Mauer mit eingelegten Stempeln stehen. Des flüchtigen Nebengesteines, besonders des hangenden, halber, mufste der Stolln ins Liegende verlegt, und auf die ganze Länge in ganze elliptische Mauerung gesetzt werden. Kürzer würde geradezu ein Umbruch gewesen seyn, wenn man nicht befürchtet hätte, auch diesen mit der Zeit in Mauerung setzen zu müssen* Aufserdem lies sich bey der liegenden ganzen Ellipse auch noch die Gelegenheit benutzen, die auf dem Liegenden durch den alten Mann hereinsickernden Wasser aufiangen zu können.

8) Taf. XXXI. Flg. 167. Ohngefahr im Mittel dieser Mauerungslänge war man genöthigh zwey Seitenellipsen einzumauern, welche, nach dem Hangenden zu, mit Gnmdbogen unterstützt werden mufsten. Die Zeichnung versinnlicht die örtlichen Ver- hältnisse und erklärt durch den Grundrifs, wie die Seiten -Ellipsen abgeleitet sind.

Die liegende Seitenellipse A geht zwar rechtwinklich ab, hat riier, der von A

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nach B hin gehenden Förderang halber, so ausgezogen werden müssen, als es der angehinderte "Verkehr mit Holz and Bergen mit sich brachte. Die hangende Seitenellipse C steht auf zwey Grundbogen, die unter der StoUnsohle bey a b und c d vom Liegen den nach dem Hangenden heraufgepsannt sind.

Aus dem Ganzen ergiebt sich, dafs diese ganze Manerungslänge nicht anders als sehr kostspielig seyn konnte und mufste, weil man genöthigh war, sehr genau zu ffe* hen, indem der ganze Schimmelsberger Bergbau dahinter liegt and durch diese sehrlä- stage Stelle nicht gefährdet werden durfte.

Diese wenigen Beispiele mögen hinreichen, die Eigenthiimlichkeiten, welche bey der Schneeberger Stollnmauerung zu berücksichtigen sind, zu bezeichnen.

§. 11.

Ein Fall, welcher ebenfalls in Schneeberg vorgekommen ist, war folgender Taf. XXXU. Fig. 172.

Beym Widerlagerhauen für den Bogen a h schlug man im Liegenden unerwartet in alten Bau, zwischen welchem nur der Gesteinkeil de/ stand. Man ipannte daher über diesen Raum einen besonderen Bogen c dy welcher zum Widerlager für den Bo* gen a h diente.

Hätte der Bogen c d noch nicht hinlänglich haltbare Widerlager gefunden , so wäre man mit demselben noch weiter heruntergerückt, bis man ihn sicher gestellt hätte.

§. 12.

Eine bemerkenswertfae Anle besondrer Art in der Schneeberger Revier,' ist der sogenannte Rappolder Bogen, Taf. XXXII. Fig. 171 auf dem Schimmelsbinrger Flü- gel, in der oberen Revier des tiefen Marc Semimer Stollns.

Da die auf dem hier auf mehreren zusammenkommenden flachen Gangtrummem herankommenden Stolln schon yorhandne alte Mauerung wegen der darunter befindlichen alten Abbaue auf gegen 12 Lr. Länge wandelbar wurde und einzustürzen drohte, so trieb man einen Umbruch und verwahrte den StoIIn in der Nähe jener Gänge durch diesen Bogen , an welchem man das Tragewerk sammy Stollnfluther durch Hängewerk befestigte, indem der Stolln an dem Puncto über Preisbaue geht. Der Bogen hat 18 Ellen Sehnenlänge, 7 Ellen Breite, auf die Elle 4 Zoll Zirkel, 2 Ellen Stärke.

Zu den schwierigsten Ausführungen geboren Jeden Falles die auf Strecken und in Schächten, welche ranz in rolligem Gebirge oder in abgebautem Felde stehen, vornehmlich, wenn sie bey bedeutend gröfseren Dimensionen, als die bis dahin bestehende Zimmerung giebt, hergestellt werden sollen.

In diesem Falle hat man vorzüglich beym Abtreiben mit der gröfsten Vorsicht zu verfahren, um die möglichste Sicherheit zu erlangen, da schon öfter durch dabey entstandne Brüche, Unglücksfälle, bedeutender Zeit- und Geldverlust veranlagt worden sind.

Ein hieher gehöriger Fall kam im Jahre 1803 auf dem Froschmühlenstolln bey Eisleben voi: , und ich kann nicht umhin , denselben , als Beyspiel , ausfuhrlicher zu beschreiben.

Man mufste nehmlich die elliptische Stollnmauerung unter dem ausgemauerten 23sten Lichtloche hinweg ziehen , welches im Sande stand und abgeworfen werden sollte. Taf. XXVIII. Fig. 157. Man kam mit der Mauerung von a her, und da die Stollnmauerung im Lichten weiter war , als der Schacht sammy seiner Mauerstärke Raum einnahm , so mufste man , wegen des Znfuhrens für erstere , die Schachtmauer ringsherum ausbrechen , wodurch dem 9 Lr. tiefen Schachte der Fufs entzogen wurde. Man brachte daher zuerst die Mauer bis an den Schachtstofs a heran, trieb dann in der Forste mit kurzen Pfählen bis dicht an denselben ab, und zog vor denselben Stein vor Stein aus der Stofsmauer heraus , indem man den Pfahl gleich hinterher in die dadurch entstandne Oeffnung schlug, bis auf diese Weise das ganze Getriebe nach und nach in die Stofs* mauer eingetrieben worden war.

Vorher fing man jedoch die Schachtmaner,' im Lichten des Schachtes, durch Wandrutben, (in jeder Ecke eine, und ia der Mitte des Schachtes doppelte,) und durch ein Joch ab, welches unmittelbar über dem Puncto, an welchem das Getriebe durch die Schachtmauer hindurchkommen mo&te , im Lichten des Schachtes eingelegt wurde , und suchte auf diese Art alles Drehen und Wanken der Mauer zu verhindern.

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Nun wurde unter die Pfahle ein starker Thurstock eesetast, und unter diesem die Schachtmauer bis auf die Sohle nieder weggebrochen. Nachdem auf diese Weise der* Stofc a wieder zur Ruhe gebracht worden war, so fing man, um den Stofs zu gewin nen, an, hinter der Ulme, Tora hintersten Pfahle c an, nach b vor, in der Richtung anzustecken, und brachte auf diese Weise das Getriebe in Ruhe bis hart an die Mauer b heran. Diesem Getriebe half man zugleich dadurch , dafs man in der Ecke ein Loch in die Mauer machete, und eine Hülfskappe d in dasselbe brachte, welche man hier nur auf der alten Schachtmauer, übrigens ohne Thiirstock, nur auf dem Sande, auflegte. Hierauf brach man die Mauer b auch ab, und räumte das Gebirge bis auf die Sohle weg. Auf gleiche Weise griflf man den Stofs d an, indem man, ebenfalls vom hintersten Stofse e weg, nach und nach bis an die Mauer vorschritt.

Uebrigens half man sich dabey so viel als möglich mit Thurstöcken und Untere zSgen.

Man zog nun die Stollnmaner bis auf zwey Drittheile der Schachtlänge nach , und griflf sodann den letzten Stofs d mit dem Getriebe an. Vorher setzte man jedoch noch in das Lichte des Schachtes einen tijchtigen Anstecker, räumte dann Stein vor Stein aus der Mauer weg, schlug jeden Pfahl sogleich hinterher, räumte hierauf unter demselben nur so viel Sand weg, dafs man eine richtige Pfädung, und dann hinter dieser eine Hülfskappe g auf den Sand und ohne weitere Thürstöcke legen konnte, und trieb dann die Pfähle auf diese Länge nach. Dann erst brach man die Stolsmauer / und das Gebirge unter dem Getriebe vollends weg, und zog sobald als mdglich die Stollnmaner unter diesen Stofs nach, worauf man die neue Mauer durch FnUung des Lichtloches bestürzte*

Die ganze Arbeit hatte 14 Tage* gedauert.

f. 14.

Aller angewendeten Vorsicht, der umsichtigsten Wahl der scheinbar angemessensten Construction und der sorgfältigsten Ausführung ungeachtet, kann es sich dennoch zuweilen ereignen, dafs, Anfangs unbemerkbare, oder wirklich erst später eintretende Umstände, als: Unhaltbarkeit des Gesteines, übergrofser Druck, hinzukommende Wasser u. dergl. die baldige Zerstörung einer Mauenmg einleiten. Dieser zu begegnen und ihr Elinhalt zu thun, hat man bisweilen mit raeb: Behutsamheit zu verfahren, als bey ganz neuen Anlagen, um nicht etwa durch Anwendung unzweckmäfaiirer Mittel das Uebel noch zu vergrofsem. .

So wenig es möglich ist alle Fälle dieser Art vorauszusehen, und für dieselben bestimmte Regeln zu geben, so sind letztere dennoch aus solchen Fällen zu ziehen, welche sich wirklich ereignet haben, und sie in der Erfahrung eines Jeden, welcher sich längere Zeit mit practischen Ausfuhrungen dieser Art zu beschäftigen Gelegenheit gehabt hat, vorkommen werden.

Ich will einige der vorzuglichsten mir bekannt gewordenen hervorheben.

§. 15.

Das sogenannte Auszwicken alter Mauerung, mit kleineren und grüfseren Steinen, um dieselbe wieder in Stand zu setzen und haltbarer zu machen, ist, vorzüglich bey grofsen Steinen, eher schädlich als nützlich, indem durch die keilartige Wirkung der Zwicksteine, besonders, wenn dieselben scharf eingetrieben werden, das Aufinachen der Mauer und Hereinkommen der grolsen Steine eher befördert wird.)

§. 16.

Wenn sich ein Gewölbe setzt, Taf. XXX. Fig. 165., so ist nichto gefährlicher, als einen Pfeiler unterzumauern denn dieser Pfeiler unterstützt blofs die Steine, welche er berührt, und da diese nun nicht weiter nieder hönnen, so hört das Gewölbe auf sich im Ganzen zu setzen, und wird um so eher, etwa bey a, aufmachen; denn nun besteht das Stück b c als ein Bogen für sich , gleichwohl ist der Zirkel auf die ganze Länge b d berechnet , folglich behält das Stück b c oder c d nicht mehr den gehörigen Busen, und ist demnach weit weniger haltbar, als wenn der Pfeiler c e gar nicht untergesetzt wäre.

Anm. DMtelbe gilt Ton dem Eintreiben eltemer KeHe In die tlcli naeh dem Sekliefien dei Gewdlbei in demselben noeh hie und da leigenden offenen Fngen.

s

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Man stelle nnter einen neuen, Tollkommen gnt gefertigten Bogen 9 der sich nqck nicht zusammengesetzt hat, einen hölzernen Bolzen oder eine Se, Taf. XXYIIL Fig. 159., so wird der Bogen zu beydön Seiten des durch die Säule unterstützten Schlusses aufgehen

Ein sehr merkwüridges Beyspiel dieser Art ejrgab sich zu Ende des vorigen Jahrhunderts in Schneeberg. Es war in einem Treibehause die hintere Wand auf das Han- S[endo des Schachtes aufgesetzt worden. Taf. XXXI. Fig. 168. Um nun derselben esten Fufs zu verschaften, hatte man einen Bogen a b geschlagen, und auf diesen die Scheibenmauer richtig aufgesetzt, jedoch ganz ohne Grund in dieselbe noch den Bogen cde eingespannt. Die unausbleibliche Folge davon war, dafs die Wand sich nicht gleichförmig setzen, indem das Mittel derselben, des darnnterstehenden Bogens d ween, nicht nachgeben konnte. Es entstand daher mit einem Male, gerade über dem ogen, ein senkrechter Rifs in der Wand, welcher sich aufwärts immer mehr erweiterte , Ijemehr die Fiilse der Scheibenmauer f g zu. beyden Seiten des Bogens sich nie* dersetzten. Es mufste daher die ganze Wand oben verankert werden.

Wenn man bey der ersten Anlage der Haltbarkeit der Wand , obgleich ohne Grund, ja nicht traute , so hätte man statt des mittleren Bogens c d Cj eher zwey andere , h i und k /, Taf. XXXI. Fig. 168. B in den beyden Ecken, schliefsen und so die Seiten in Sicherheit bringen können.

Dieses Beyspiel kann auüserdem zugleich als Beweis dafür dienen, wie unstatthaft es sey, in Scheibenmauerung auf fester Sohle noch Erdbögen einzulegen

§. 17.

Ein andrer hieher gehöriger Fall ist der;

Die alte StoUnmauemng auf den Schneeberger , so wie auch auf den StÖlln andrer Reviere , besteht zum Theil aus auf beyden Seiten aufgefühater Scheibenmauer, Taf. XXX. Fig. 166, auf welche ein Tonnengewölbe, fast nach dem pollen Halbzirkel, jedoch mit etwas gröfserer Weite, als der zwischen beyden Scheibenmauem , gesetzt ist , so dafs auf letzteren Absätze von 2 bis 3 Zoll Breite entstehen.

Da nun dieses, über dem an sich schlecht gearbeitete Gewölbe an vielen Puncten dem Drucke nicht zu widerstehen vermochte und sich senkte, so hat man unter dem Scheitel des Förstengewölbes längst hin, eine lange, starke Kappe gelegt und diese diuch , auf jene Yorsprünge aufgesetzte Spreizen angetrieben.

Die nothwendige Folge davon ist die gewesen, dals das nur in diesem Theile und daher ungleichförmig unterstützte Gewölbe auf beyden Seiten nur desto mehr hereingedrückt worden ist.

§. 18.

Wenn sich ein Gewölbe an irgend einer Stelle niedersetzt, so ist diefs noch kein Beweis, dafs gerade auf dieser Stelle der meiste Druck wirkt, sondern es können vielleicht andere Umstände diese zu der schwächsten Stelle im Gewölbe machen.

Ein solcher Fall trat bey einem Stofsbogen in einem zum Alten tiefen Furstenstolln zu Freyberg gehörigen Schachte ein. Taf. XXIX. Fig. 161. Hier war der ganze Bogen gewöhnlich trocken, und nur über der Stelle a fand sich eine unaufhör- liche Traufe, welche endlich die Mauerung auf diesem Puncte so auflöste, daik sie sich nach und nach hereinzog. .

Hier blieb nichts übrig, als den Bug des oberen Gewölbes zuzuföhren, und sogleich noch einen zweyten Bogen darunter zu schlagen.

Ein anderer hier zu erwähnender Fall, welcher sich zuweilen ereignet, ist der: dafs an der inneren Fläche des Gewölbes ganze Schichten losgedrückt werden und sich abblättern, welcher Vorgang sich wiederholt, und nach und nach das Gewölbe immer mehr schwächt.

Diese Erscheinung tritt gewöhnlich in dem Falle ein , wenn auf sehr flachfallenden Gängen mit starkem Seitendrucke die Spanngewölbe mit zuviel Zirkel angelegt siud, und die Steine in der Bahn sehr scharf, am Rücken aber nur leicht zusammengearbeitet sind, während jedoch der auf den Rücken des Gewölbes wirkende Förstendnick demselben nicht gestattet nach oben aufzumachen, was aufserdem geschehen würde.

§.19. Ist ein Bogen so schlecht gemanert, dafs auf dem Rucken einzelne Steine weit über die übrigen hervorstehen, so werden diese jeden Druck, der doch das Gewölbe

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im Gauen treffen sollte, allein anf sich nehmen, folglich anch nachgeben müssen, und der Bogen wird sich an solchen Stellen scheinbar setzen. Wollte man nun hier mit einem Pfeiler aniommen, so wurde man den übrigen Theil des Ge- wölbes auch noch ToUends zestören, und ihn der Gefahr aussetzen, durchgeschlagen zu werden. Taf. XXIX. Fig. 162.

f. 20.

Ein sehr merkwürdiger Fall von Durchschlagung eines GewSlbes hat sich früher zu Schneeberg zugetragen. Taf. XXXII. Fig. 172.

Das ziemlich saiger fallende Liegende des Ganges war sehr fest, dennoch führte man ohne Grund auf der Sohle bey b zu und setzte den Bogen 6 c auf. Der in der Richtung de Tom Hangenden hereinkommende Druck prallte in e vom Liegenden an* ter demselben Winkel ab, und stiefs in der Richtung ej auf das Gewölbe, welches er bey nach und nach zum Weichen brachte. Ein Unfall , welchen man ranz vermieden, wenn man, bey weniger haltbarem Hangenden, einen gewöhnlichen Bogen, etwa wie ghj geschlossen hätte

f. 21. a)

Endlich sey es mir zum Schlüsse dieses Abschnittes noch erlaubt, einige Worte über die Entwerfung umfassenderer Mauerungspläne hinzuzufügen.

Wie ich schon im Eingänge dieser Abhandlung bemerkte, wird es bey einem Bergbaue selten der Fall seyn, dafs man gleich im Beginnen auf die Anwendunff der kostspieligen Grubenmauening dent und dieselbe tou da an mit der weiteren Ausbreitung des Bergbaues gleichen Schritt halten läfst, um so weniger, da seine Dauer, Ton la verschiednen und miinigfachen Umständen abhängend, nicht gleich Anfangs mit Bestimmtheit vorauszusehen ist.

Hat jedoch ein Bergbau eine lange Reihe von Jahren, vielleicht Jahrhunderte hindurch bestanden, und während dieser Zeit sich nicht nur nothdiirftig erhalten, sondern auch eine bedeutende Ausbreitung erlangt, so wird in vielen Fällen ein Zeitpnnct eintreten, wo die nach und nach entstandene und gesteigerte Nothwendigkeit, zur Gnibenmauerunff seine Zuflucht zu nehmen, deren Anwendung, (wenn übrigens andere Umstände dieselbe nicht etwa ganz verbieten,) nicht mehr umgehen läfst.

Diefs ist der Zeitpunct in welchem, bey einem, hier vorausgesetzten, gereffelten Betriebe, Mauerungspläne fiir ganze Reviere, und zwar in diesen vomehmlicn für Haupt" und Revier -Stölln entworfen werden, um die ganze Anlage in zweckmäfsigster Ordnung, in einem, den Verhältnissen und Kräften der Revier angemessenen Mafsstabe auszuführen, und bey möglichster Ersyarnifs an Zeit und Kosten die vollkommenste Sicherheit zu erlangen.

f. 21. i)

Cm derffleichen Pläne so zu entwerfen, dafs sie allen Forderungen cntsprecheo und als wirUiche Norm durchgängig beybehalten werden können, ohne später Abän- derungen erleiden zu müssen, aus denen nur eine stets unvordieilhafte Störung des Ganzen hervorgehen kann, sind folgende Puncto dabey in Rücksicht zu nehmen. Die Einrichtung und die Verhältnisse des ganzen Bergbaues, in Bezug auf die Unternehmer und Theilhaber ; die Art der Leitung ; die Grundsätze, nach denen derselbe betrieben wird; die geognostischen und Gehirgs- Verhältnisse; die Art des eigentlichen Betriebes; die Ausisichten fiir die Zukunft; die ökonomischen Verhältnisse der Revier.

Hierzu kommen noch die im ersten Abschnitte angegebnen, bey jeder Mauemngsanläge zu nehmenden Rücksichten, als z. B. Art, Güte und Kostbarkeit des zu verwendenden Materiales, Kostbarkeit und Dauer des Holzes, u. s. f.

§. 22.

Diesem Allen zufolge wird der Mauemngs -Plan hauntsächlich begreifen:

1 ) Die Grundsätze , nach denen die Mauerung eingerichtet und hergestellt werden soll; Art und Gestalt derselben für die verschiednen vorkommenden Fälle, um Gleich- förmigkeit und Regelmäfsigkeit zu erlangen.

2) Angabe und Classiiicirung der in Mauerung zu setzenden Puncto, welches nur nach mehrjähriger Beobachtung und genauer Untersuchung, nöthigen Fidles auch, nach besonders vorhergegangener Aufnahme der einzelnen Puncto gesdiehen kann. Hierbey wird sowohl die Wichtigkeit des Punctes und die mehrere oder mindere Nothwendig-

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keit, denselben baldigst in Mauening zu setzen, ermittelt, als auch die Art der Mauerung bestimmt, in welcher er gesetzt werden soll.*)

Das Hauptanhalten giebt bey dieser Bestimmung: die Haltbarkeit der Zimmerung, Art und Gröfse des Druckes, Nachtheil, welcher aus entstehenden Brüchen hervorgehen kann. Wie ich eben bemerkte, mufs daher, um über di an jedem Puncto statt findenden Verhältnisse mit Zuverlässigkeit urtheilen zu können, eine mehijährige Ef fahrung vorangegangen seyn, da eine blofse augenblickliche Untersuchung, auch wenn dieselbe mit der grölsten Sorgfalt angestellt wird , keine hinreichende Gewifsheit geben kann. Es ist schon aufserdem immer noch, in letzterem Falle aber um so häufiger, nothing, die Bestimmungen über die Mauerungspuncte zu ändern, dieselben aus einer Classe in die andere zu setzen, indem sich entweder die Nothwendigkeit eines schleunigeren Angriffs, oder die Möglichkeit zeigt, einen solchen Punct noch länger ohne Mauerunff zu erhalten, als man Anfangs geglaubt hat.

3) Veranschlagung des erforderlichen Kosten -Aufwandes.

4) Festsetzung einer gewissen Summe, welche jährlich auf die Mauerung verwendet werden soll.

5) Bestimmung des Mauerungsquantums und der Längen, welche mit dieser Summa Jährlich hergestellt werden können.

6) Daraus gefolgerter Ueberschlag der Zeit, in welcher der gesammte Plan ausge- führt seyn kann.

7) Bestimmung des aus Erfahrung bekannten Zuwachses an Mauerungslänffen, welcher während der Zeit der Ausführung hinzukommt, so wie die wahrscheinliche Wichtigkeit derselben.

8) Die ohngefahren Kosten dieser ferneren Anlage.

9) Die Zeit, in welcher auch deren Vollendung zu erwarten steht

10) Die, nach diesen allen mit Wahrscheinlichkeit , (keinesweges aber mit Gewifsheit,) zu machende Angabe des Zeitpunctes, bis zu welchem man alle rückständigen Mauerungspuncte verwahrt haben , und so weit gelangt seyn wird , daüs die Fortführung der Mauerung mit der Ausbreitung der Baue gleichen Schritt halten kann.

Unmöglich aber wird diese Bestimmung, und der Plan verliert allen Zweck und Nutzen, wenn man denselben vor seiner Vollendung öfters ändert, und von den Anfangs ausgesprochnen , richtigen, mit Umsicht und iJeberlegung ausgesprochnen Grund- sätzen ohne triftige Ursache abgeht

Vielleicht dürfte es von einigem Nutzen und nicht ohne Interesse seyn, wenn ich hier einen Auszug aus einem, vom Hm. Maschinendirector Brendel zu Freyberg, bey Gelegenheit der schon erwähnten, im Jahre 1816, in Bezug auf Mauerung und die fortgeschrittne Ausführung eines solchen Planes, angestellte Stollnrevision zu Schnee-

Ana Bey der Entwerfang des eriten Maaerongt Planei ffir die Freyberger Koniglicben Stolln , wvrden immlUclie in Zimmerung itebende and xur Mauerung etwa Tonutchlagendc Panete in 5 ClaMen getheUt: in

a) liÖGhat dringende, aowoM in Hiniicht auf BeiebafTenheit, ala aof Daner dea Hoiiei; dbwerkoaUge Zimmerung auf den unveränderlichen HaaptloilaflQgeln und in den tu dentelben gehörenden oflTen sn erhaltenden Schächten, iowie bey niedergehenden alten Terbflhnten Schichten, ingleichen bey Gaiighreuf en ;

b)nothendige, anf den Neben afigein, auf denen die Zimmerung vonNIglich lehwcrtosfig war, oder anf den Hanptadgeln, wo die Zimmerung swar beateht, aber nicht lange dauert;

e) beysnbeh altende, anf Puncten, wo dieselbe in Rücklicht dea auiiuhaltenden Drucket geringfilgig nnd laogedauernd , ea auch ungewifi war, ob der Fandgrflbner daa Ort fortietien oder einiteUea würde;

d) entbehrliche, bey gani geringem Drucke, wo die Vorfahren oft ohne Grund die SfolInfSrtfo TCffiogen, dorch gänslie Abwertung des Geiimmera, unter bloüwr Abfüllung der aufgeladnea Berge hdchiteni mit Hereintreibnng ioigesogner Gebirgwchalen und anfgeloiter Gangmaiie;

e) gänslich wegfallende; dnroh völlige Abwerfung ganier Stolintonren in loigaachriebnem , anbebautem, wahracheinlich nie wieder in Angriff kommendem Felde.

Die fwey enten Claiten bildeten wiederum die beyden au berücktlchtlgeadeB Manemagaelaiwen , d. von die tnie die höchit dringenden, die sweyte die nothwondigen Manerungiponete in alch falzte. Diese wurden mit fortlaufenden Nnmem verleben , nnd lieben die dritt und vierte Mauemngi-CJafie, welche letztere lieh theilweli erst nach erfolgter Wegnahme der Zimmerung nnd der Berge all lolche bewährte, von selbst surück, da hingegen die fünfte durch die sofort angeordnete Anithunng der mit Binverttändnifs der concemlrenden Grubenvorsteher absnwerfenden StoUnlängen ans den Reviertabellen gleichaeiUg in Wegfall ham.

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berg, gegebnen Gutachten seinen Platz finden lasse, in welchem eine Vergleichang der bey ffröfseren Maueningsplänen zu berücksichtigenden Hauptverhältnisse, wie sie in Schneeberg, mit denen, welche in Freyberg und mehreren der obergebirgischen Reviere statt finden, enthalten ist:

1) Der Freyberger, und eben so der Annaberger, Bergbau wird wesentlich im Gneose betrieben, dessen Schichtung von 4, 12 bis 20 Zoll Mächtigkeit vorkommt, und unter 10 bis höchstens 45 Grad nach verschiednen Weltgegenden einschiefst Die in diesem Gebirge aufsetzenden Gänge fallen in allen Richtungen der Teufe zu, und schneiden die Schichtungsklüfte unter Winkeln, welche durchschnittlich dem rechten näher sind als dem spitzen von 30 Grad.

2) Der Schneeberger Bergbau wird in Glimmer- und Thonschiefer gefuhrt, dessen Gefiige feinblättrig ist, und dessen Schichtung von 3 bis 8, höchst selten bis 30 Zoll Mächtigkeit vorkommt und im Durchschnitte 20 bis 60 Grad, Stunde 9 bis 11 gegen Mitternacht -Abend, einschiefst. Die Mehrzahl der in ihm aufsetzenden Gänge schneider die Schichtnngsklüfte unter dem spitzen Winkel von 30 Grad, und nur wenige nähern sich dem rechten. Fast alle Gänge, auf welchen die Stölln Morgengangweise in das vorliegende Gebirge herangetrieben sind , streichen und fallen der SchichOimg mehr oder weniger conform , z. B. der Kaiser Heinrich Stehende , der Neu Glücker Spat ; der Roland Morgengang geht fast auf der Richtung der Schichten selbst fort; auch ist Nebengestein und Ausrüilungsmasse dieser Gänge druckhafter, als bey den übrigen, deren Gangmasse Quarz ist.

3) Die Zerklüstung des Gneuses zeigt sich mehr im Ganzen , als in einzelnen Theilen, die des Thonschiefers aber in beyderley Gestalt, daher z. B. ein Gneusberg mehr in grofse Massen, und ein Berg aus Glimmerschiefer mehr in kleine Stücke zerfallen wurde, wenn durch eine hinreichende Kraft ein Ereignifs dieser Art veranlafst werden sollte.

4) Der Gneus erscheint weniger verwitterbar, als der Glimmerschiefer, bei welchem die Art und Zerklüstung der ihn durchsetzenden Gänge mit einwirkt. Die Feuchtigkeit scheint den Gneus weniger anzugreifen; die Auflösung des Schneeberger Glimmerschiefers hingegen , vorzüglich durch die Beymengiing der Hornblende begünstigt zu werden, so dafs derselbe, sein Volumen vermehrend, sich in eine weiche Masse umwandelt.

5) Die Mehrzahl der Gänge in der Schneeberger Bergamtsrevier ist nicht nur an sich, sondern auch wegen der vielen abgehendeil und wieder herankommenden Nebentrümer und Klüfte, also wesentlich rücksichtlich des durch ihr Aushauen entstehenden leeren Raumes mächtiger, als die in der Freyberger; auch ist nicht selten das Nebengestein in der ersteren aufgelöster, als das in der letzteren.

6) Die in dem Glimmerschiefer vorkommenden fremden Lager — als Grüstein, Alaunschiefer u. s. w. — sind von ungleich mehr Zerklüstung des Gesteines begleitet, als die Mehrzahl der im Gneuse.

Der Quarzgehalt des Gneuses ist zwar gering und gleichförmig vcrtheilt; der allgemein verbreitete starke Feldspathgehalt aber macht, dafs das Ganze spröder wird, und beym Bohren besonders gut zusagt. Im Glimmerschiefer hingegen kommt der starke Quarzgehalt innig gemengt, oft jedoch auch in Knollen von mehreren Cubikzollen, vor, ist aufserordentlich fest, und greift das Gezah sehr an.

Der Glimmer kommt im Gneuse mehr in abgesonderten Stücken, im Schneeberger Glimmerschiefer hingegen mehr in das Ganze gemengt, vor, daher er einen starken Zusammenhang bewirkt, der von dem Bergmanne , rücksichtlich des Bohrens, durch pelzig, zähe, bezeichnet wird.

7) Das Oberflächen -Ansehn des Gebirges bey Schneeberg ist sehr verschieden von Aem bey Freyberg; ersteres ist, der tiefen Thäler und Schluchten wegen, steil, fast prallend, während letzteres mehr ein Plateau darstellt. Taf. XXAl. Fig. 169. Fig. 170.

8) Vergleicht man die bis jetzt verstollten Gänge in Schneeberg mit denen in Freyberg und Annaberg, so will es mir vorkommen, als ob sich ihre Mächtigkeit, der Mehrzahl nach, wie die Zahlen 4:3:2 verhielte, und die Xebentrümer und übersetzenden Klüfte etwa in dem Verhältnisse, =5:3:1 statt fänden. Wenn nacb dem Schema Taf. XXXIII. Fig. 174., welches die söhligen Queerschnitte der Gänge in Schneeberg, Freyberg und Annaberg versinnlicht , die ersteren besenartig erscheinen, so stellen sich die zweyten als solche dar, deren Fortsetzung nach der Hanptrichtung

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durch ein scharfkantiges Zickzack bezeichnet wird, die letzteren hingegen als schmale9 gleichbreite Streifen, die nur selten durch eine Kluft eine Ablenkung erleiden. Aus diesen 8 Haupt Verhältnissen entspringen nun folgende besondere:

9) Wegen No. 2 ist in Schneeberg Hangendes und Liegendes mehr geeignet, sich in Schalen zu ziehen, und mit Rücksicht auf No. 3 ist es so beschaffen, sich in grossen und kleinen Stücken auszusetzen.

10) Der Eigenheiten No. 3. 4. und 5. wegen, erweitem sich die Abbaue in Schneeberg um so mehr, je länger sie unausgebaut stehen.

11) Nicht selten mufs wegen No. 2. und 3. das Abtreiben zur Mauerung in Schnee* berg höher genommen werden als nöthig ist, blofs um zu verhüten, dafs nicht durch lose Schalen die verlorne Zimmerung vor der Zeit hereinbreche.

12) Anfanglich fest scheinende Stellen müssen wegen No. 2. 3. und 4. mit der Zeit in Ausbau gesetzt werden, wefshalb man genöthigh ist, alle Widerlager weiter in das Nebengestein hinauszulegen, als es unter übrigens gleichen Umständen in Freyberg geschieht.

13) Wegen No. 3. und 4. ist die Anlage guter Steinbrüche in Schneeberg schwieriger, als in Freyberg, daher an ersterem Orte alle Steine aus ziemlicher Entfernung (von Lindenau, bis ii Stunde weit,) herbeygeschafft werden müssen, während an letzterem fast jede bedeutende Grube ihren Steinbruch in der Nähe hat.

14) Die Dicken der Mauersteine in Schneeberg und Freyberg mögen sich dem Mittel nach, wie 3 : 5 verhalten, und vielleicht eben so die anderen Dimensionen, laut No. 1. 2. und 3.

15) Der Eigenschaft No. 3. wegen, müssen die Schneeberger Mauersteine behutsamer zugerichtet werden, als die Freyberger; allein die Milde des Thonschiefers aus den Tagebrüchen, (No. 4.) scheint diefs gegen den festen Gneus melir als hinreichend zu übertragen.

16) Weil wegen No. 3. in Schneeberg ein Stein selten einen reinen Kopf hat, so mufis dieser Theil, des Umfangs wegen, den mehresten Steinen künstlich gegeben wer den. Da diefs nun, wegen No. 15., behutsam geschehen mufs, wenn nicht zu viel Steine zerschlagen werden sollen, und aufserdem laut No. 4., die Platten dünn sind, so erhält die Mauer ein glatteres Ansehn als in Freyberg, und führt leicht auf den Gedanken, als ob das Aeufsere mehr als nöthig berücksichtigt werde.

Wahr ist es, die frühere Cultur dieses Zweiges des Grubenausbaues hat sich in Schneeberg sehr erhalten, verräth sich aber doch nur mehr durch genaue Beobachtung des rechten Winkels beym Wölben und der gleichförmigen Mauerstärke , als durch nutzlose Künsteley an den äufseren Seiten. Aufserdem ist auch zu Schneeberg die Mauer schwächer als in Freyberg, und zwar in dem Verhältnissn von 21 zu 24 Zoll.*)

17) Wegen No. 2. 3. und 4. mufs auf den StöIIn in Schneeberg verhältnifsmäfsig mehr in ganze elliptische Mauer gesetzt werden als in Freyberg, und unter dieser wiederum insbesondere mehr ganz aufs Liegende, so dafs fast eine völlige Verlegung des Stollns dadurch entsteht.

In dem Revisions- Zeiträume von 1808 bis Ende 1814 sind in Schneeberg von einem Lachter gemauerter Stollnlänge, im Durchschnitt: 0,675 Lr. in elliptische Mauer, 0,250 Lr. in Tonnengewölbe,

0,075 Lr. in Förstengewölbe gesetzt worden; da hingegen zu Freyberg von 1803 bis mit Schlufs 1814 von einem Lachter inMauerung gesetzter Stollnlänge: 0,10195 Lr. in ganze StoUnmauerung, 0,09505 Lr. in hale StoUnmauerung, 0,80300 Lr. in Förstengewölbe zu stehen kommen.

18) Alle Abtreibe- und Vorrichtnngs- Arbeiten zu Schneeberg kommen wegen No. 8. 9. 10. 11. 12. und 17. im Durchschnitte theurer zu stehen, als in Freyberg. Beschränkt man sich auf quadratische Verhältnisse, wie sie es bey elliptischer Mauerung sehr nahe sind, so ist nach den Maueningstabellen : in Frey berg Lr. hoch und Lr. weit, hingegen in Schneeberg Lr. hoch und 2 Lr. weit, im Durchschnitte ab-

Die Urtaclie daron Ut , üafi man ticli in Scbncebcrg genao aa die, nack der in 5. S3 dei Abacbnittea IV. gegebnen Regel für die gewöhnlichen Fälle xa findenden Manentärken hält , während in Freyberg dai auiffihrende Perional denselben gewöhnlich noch loietxt.

17

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satreiben. Setxt man die StollnortshShe in beyden Revieren zu If Lr., hingegen die Weite in Freyberg i Lr. , und in Schneeberg Lr. , so verhält sich :

a) der materielle Holz -Aufwand beym Abtreiben in Freyberg zu dem in Schnee* berg 2 -f I j: : 2. 2i -f- 2 25 : 28 und

b) die Abtreibe-, Häuer- und StreckenfÖrder- Kosten in derselben Ordnung 2|. U — 4- H : 2i. 2 — f If 3 : 5.

19) Wegen No. 7 müssen in Schneeberger Revier die Schachtförderkosten /ro Cub. Elle Mauer höher ausfallen als in Freyberg. Mit Ende des Jahres 1816 betrugen die sämmtlichen offen zu erhaltenden Stollnlängen zu Schneeberg 17961 Lr. und die am hohen Gebirge damit eingebrachte Saigerteufe bey Schindler und Daniel 99 und 105 1- Lr., hingegen in Freyberg erreichte man bey 63628 Lr. gleichzeitiger gesammter StoUnlänge bey Beschert Gluck und Sonne und Gottesgabe nur 64 und 66 Lr. Saigerteufe.

20) In Schneeberff kommt, wegen No. 6. und 13. die nur 54 Cub. Ellen fassende Ruthe Uruchsteine im Durchschnitte 9 Thlr. und in Freyberff die 96 Cub. Ellen haltende Rttthe nur 8 Thaler zu stehen, so dafs unter übrigens gleichen Umständen der Preis einer Cub. Elle Stein, aus den Ruthen geschnitten, in Schneeberg zu denen in Freyberg : 2 : 1 sich verhält.

21) Freyberg kann häufig seinen röscheren und quarzigen Pochsand, der öfters in der Nähe der Gruben liegt, das Fuder zu circa 6 Gr. benutzen. Schneeberg hingegen, dessen Pochsande viel zu schlammig sind , als dafs sie einen guten Mörtel geben könnten, mufs aus ziemlicher Entfernung Gebirgssand herbeyfahren , und das Fuder im Durchschnitt für 12 Gr. verarbeiten.

22) Obschon Freyberg seinen Kalk aus gröfserer Entfernung, (von Lengefeld,) bezieht, als Schneeberg, so sind doch die Preise pro Tonne oder Scheffel, wegen No. 7. im Durchschnitte sich so ziemlich gleich, nehmlich 26 bis 28 Gr. Es findet dabey noch der Umstand statt , dafs die volley Ladung in Freyberg bergabwärts und in Schneeberg bergaufwärts geführt wird.

23) VVeil die Bruchsteine in Schneeberg in Ruthen zu 6 Ellen, in Freyberg aber zu 8 Ellen ins Gevierte gesetzt werden, so erhält erstercs im Verhältnisse der eingestürzten Füllsteine mehr grofse Ansata- Steine als letzteres geliefert, und es muls daher mit Rücksichtnahme auf No. 14. in Schnceberg:

a) ein geringerer Theil einer Ruthe, dieselbe homogen gedacht, an Bruchsteinen, und

b) gerade im umgekehrten Verhältnisse eine .gröfsere Menge Mörtel zu einer Cub. Elle Mauer erforderlich seyn, als in Freyberg.

Die Vergleichung der zur Revision aus beyden Revieren entWQrfncn Mauerungstabellen (s. Abschnitt YIII.) giebt im Durchschnitte, dafs zu Schneeberg: 0,6603 so viel Steine 1,*3858 so viel Kalk

26454 so viel Sand zur Herstellung eines gleichen Volumens Stollnmauer, als in Freyberg, erforderlich sey. Hieraus gehen folgende Ansichten hervor:

A) Weil in Schneeberg zu 1 Cub. Elle Maaer nur 0,6603 so viel Steine zugerichtet und vermauert werden dürfen als in Freyberg , so ist erklärlich , wanim an letzterem Orte die Maurerlöhne höher kommen als an ersterem; inzwischen steht dicfs nicht gerade in dem Verhältnisse wie 0,66 : 1 , weil der stärkere Verbrauch des Mörtels in Scbneeberg doch einiges Manrerlcn verursacht und die 0,66 der 1 näher bringt.

Die Erfahrung lehrt, dafs in Freyberg 1 Cub. Elle Mauer im Durchschnitt 7 Gr. und in Schneeberg 6 Gr. Pf. an Maurerlöhnen kostet.

B) Dem Angenmafse nach zu urtheilen, sind die Schneeberger Fuder Sand f so stark als die Freynerger, und zwar mögen sie:

a) der steilen Wege halber gleich anfänglich nicht so stark geladen werden, und dann

b) verlieren sie durch den wetten Transport gewifs noch so ansehnlich, dafs der Unterschied gegen die Freyberger wohl fugUeh zu j- anzunehmen ist.

Durch diese Annahme aber, welche statt 2,6454 nur f. 2,6454 1,7636 giebt, tritt das Verhältnifs des Verbrauches an Sande dem des Kalkes näher, und es kommt

oio f A £tn sehr nahe wie (r-) , nach No 14. d. h. der Mehrverbrauch des Mor- l,38d8 -j- l,7oo9, ö

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tels, Kalkes und Sandes in Schneeberg steht im ungekehrten enbischen Veibtitnisse der SteingrÖfsen , u. s. w.

24) Wenn das Verhältnifs der Gangmächtigkeiten 9u6 No. angenommen wird, und es verhalten sich die Sehnen A B, C D und E JF* gegen einander, wie 2:3:4, so ist leicht einznsehen, dafs unter übrigens gleichen Umständen zu einem Lachter Förstenge wölbe , in Annaberg, Schneeberg und Freyberg, verhältnifsmälsig

a) so viel Mauerungs- Materialien gehören, als die Werthe 373 d. i. 2,82S2, 5,2048 und 8,0 angeben, ingleichen

b) die Zuförderungskosten in denselben Verhältnissen anwachsen, und

c) das Widerlagerhauen und andere damit zusammenhängende Kosten der Ordnung nach in dem Verhältnisse der Zahlen y 2 y Z und f" 4 d. i. 1,4141 : 1,73493 und 2,0 statt finden.

25) Läfst man das Verhältnifs der übersetzenden Trümmer u. s. w. gelten, welches in No. 8. zwischen Annaberg, Frcjberg und Schneeberg angegeben wurde, sofolgt: dafs in gleichen Stollnlängen Schneeberg fünf Seitenellipsen einmauern mufs, wenn deren Freyberg nur drey und Annaberg nur eine braucht.

Aus den bisher aufgestellten Verhältnissen ergiebt sich, dafs im Allgemeinen das laufende Lachter ausgemauerter Stollnlänge zu Schneeberg je und immer theurer kommen wird und mufs, als in anderen Bergamtsrevieren, wo die örtlichen Umstände der Mauerung günstiger sind. Auch wird bey gleichen Stollnlängen in Sdineeberg verhältnifsmäfsig mehr in Mauerung oder Zimmerung erhalten werden müssen als andrewärts, wo ein stehbares Gestein die Grubenausbaukosten nicht so ansehlich erhöht. —

So weit der Auszug aus dem genannten Gutachten, aus welchem am anschaulichsten hervorjegangen seyn wird, welche mannigfache Verhältnisse bey Mauerungsplänen für ganze Keviere, als Einflufs habend, zuberücksichtigen sind, und wie deren Ver gleichung mit denen in anderen zu behandeln sey.

Siebenter Abschnitt

Bey der Grubenmauerung heuehaftigteM Pernonal und ang€wendete$ OexuL

f. 1.

Die Grubenmauerung wird beym Sächsischen Bergbaue durch besondere Bergmanrer unter der Aufsicht von Mauersteigem ausgeführt.*)

f. 2.

Die Bergmaurer sind, besonders in Freyberger Revier, auf bestimmte Gruben ver theilt, wo sie die Mauerungsarbeiten ausführen, und von wo sie, im Falle des Bedürfnisses, auf andere Gruben verschickt werden.

f. 3.

Die Zuforderung der Materialien während des Baues geschieht durch das Förder- Tolk der Grube und besonders zugetheilte Handlanger.

Die Bogenstege, Schablonen und Lehrbögen werden von den Zimmerlingen gefer tigt. Die Angabe der letzteren war ehemals, in Freyberger Revier, das Geschäft des Kunstmeisters, in den Obergebirgischen Revieren, wie zum Theil noch jetzt, eines besonders damit beauftragten Geschwornen; jetzt haben sich die Werkmeister, Ober- ja auch die Mauer -Steiger darauf eingerichtet, so dafs sie dieselben in den gewöhnlichen Torkommenden Fällen selbst angeben können; für aufsergewöhnliche, wichtige Fälle aber, geht die Bestimmung noch jetzt von dem Maschinendirector, oder resp. jensen Geschwornen, aus.

Dasselbe ist mit dem den Mauerungsanlagen vorausgehenden Ablehren und dem Anf-

In Schneeberger Revier hatte bmui ehenslt, noeli gegen dM Ende det verigen Jsitfkaidertt, rack Ober- Maaeriteiger.

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teilen der Lehrbogen 4er Fall welches gewöhnlich von den Terkmeistern verrichtet, und nur io wichtigeren Fällen von dem Maschinendirector revidirt und berichtigt wird.

f. 4.

Die Bergmäurer werden ans Häuern und Zimmerlingen gebildet, seltner aus Tage- mäurern gewählt. Da sie sich gewöhnlich auch zu der Innung der Tagemaurer halten, so können sie auch alsdann Privatbaue , über Tae , annehmen.

Der Mehrzahl nach besitzen sie viel Geschicklichkeit und Gewandtheit, und sind durch die mancherley ihnen vorkommenden Fälle besonders in der Aufiiihrung von Bogen- und Gewölbmauerung so wie in der Bearbeitung der Steine sehr geübt.

Es ist, der Erfahrung zufolge, stets von grofsem Vortheil, sich bey der Grubenmauerung der aus Häuern gezognen Bergmaurer, nicht aber der Tagemaurer, zu bedienen, welche sich dabej, in mehrfacher Hinsicht, nicht zu behelfen wissen.

Diese Vortheile sind um so gröfser, wenn die Bergmaurer zugleich, (wie diefs dem Ebengesagten zufolge meist der Fall ist,) Häuer und Zimmerlinge sind, und ihren Unterhalt für immer beym Bergbau zu finden wissen, denn:

1) Einem solchen kommt die Kenntnifs der Gesteinsfestigkeit beym Behauen der Steine besser zu statten ;

2) Er weifs im Nothfalle Bühnloch und Anfall für Legung der Bogenstege und Rüstbühnen selbst zu haven;

3) Er wird auch die Widerlager erforderlichen Falles selbst berichtigen können;

4) Er wird sich bestreben stets gute Arbeit zu fertigen, um sich das Zutrauen seiner Vorgesetzten zu erhalten;

5) Er kann überdem bey jeder vorfallenden Gelegenheit zu anderen Arbeiten gebraucht werden.

Es sollte äaher eigentlich auch nur solchen Maurern die Grubenmauerung im Gedinge überlassen werden.

Ganz anders , und gerade entgegengeset'st, verhält es sich mit dem sogenannten Tagemaurer, welcher nicht Bergmann ist und dessen ungeachtet in der Grube arbeiten soll. Unbekannt mit allen vorgedachten Behinderungen und anderen, bey bergmännischen Arbeiten sich ergebenden Schwierigkeiten, kann es nicht fehlen, dafs er in solchen Fällen den blofsen Zuschauer abriebt. Die Erfahrung hat gelehrt, dafs oft die besten Tagemaurer in der Grube, sowonl für sich allein, als auch in der Reihe wirklicher Bergmaurer, immer schlechte Arbeit fertigen und dabey den* übrigen nicht selten sogar im Wege sind.

Hierzu kommt auch noch , dafs , wenn diese Maurer viel bürgerliche Baue zn übernehmen wissen , sie ohnedem schwer und oft nur durch gute Worte und höheres Schichtlohn zur Grubenmauerung zu bewegen sind.

Weniger zweckmäfsig dürfte der ebenfalls schon gethane Vorschlag seyn , die Mauersteiger selbst mit arbeiten zu lassen, indem dieselben dadurch gehindert werden wür- den, gehörige Aufsicht zu führen. Der durch dieses Mitarbeiten beabsichtigte Nutzen würde hingegen weit vollkommner durch eine Art , aus der Classe der Arbeiter zu wäh- lender Unteraufseher erreicht werden, welche indefs noch in der Reihe der Arbeiter stehend, überall, wo es nöthig wäre, mit Hand anlegten, und überhaupt die Obliegenheiten der sogenannten Polirer, bey bürgerlichen Bauen, versiihen.

Das bey der Grubenmauerung in den gewöhnlichen Fällen erforderliche Gezäh und den übrigen Arbeits -Bedarf, welche beyde, nebst der Art hires Bedarfs, gröfstentheils schon aus den bisher Gesagten bekannt geworden sind, will ich nun noch hier in der Kürze zusammenstellen.

1) Der Stangenzirkel, — zum Verreifsen der Schablonen; — ist der bey der Gezeug-und Zimmer -Arbeit angewendete.

2) Das Ilichtscheit, von verschiedner Gröfse, meist von Holz; zur Bestimmung und Angabe von Winkeln und Ecken, auch rechtwinklich zusammenstofsender Flä- chen , beyra Ablehren und Aufmauern.

3) Schnur und Loth; — zur Auffindung und Bestimmung der senkrechten Linie beym Lehren und Aufmauern.

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4) Der Gradbogen ; — znr Bestimronng horizontaler und gegen den Horizont geneigter Linien, vorzüglich beym Schnurenziehen und Ablehren.

5) Der Compufs, — der gewöhnliche Gruben- und Markscheider - Coinpafs ; — zur Angabe des Streichens, ebenfalls nur bey den Vorarbeiten und zum Gebranch der Steiger und Werkmeister.

6) Die Setzwage, — znr Bestimmung und Berichtigung söhliger Fl&chen, vorzüg- lich während des Aufmauerns selbst, gebraucht;

7) Schlägel und Eisen, — -die gewöhnlichen der Häuer, ersteres 4 bis 5 Pfd. schwer; — sie dienen zur Bearbeitung der Steine vor und bey deren Vermauerung.

8) Der Maurerhammer, — ist der Form, sowie dem Gebrauche nach beym Auffuhren der Mauerung, dem gewöhnlichen der Tagemaurer gleich, jedoch schwerer, 4 bis 6 Pfd. an Gewicht, da er in Ermangelung eines Fäustels zum Zurichten der Steine gebraucht wird.

9) Das Treibefäustel, — 18 bis 20 Pfd. schwer, ist das bey der Zimmerung gewöhnliche ; zum Eintreiben der Schlufssteine , Legen von Spreizen , Bogenstegen und Bühnen.

10) Das Setzholz, — ein kurzes Stuck Holz, gewöhnlich von mittlerer Stärke, wird auf die einzutreibenden Schlufssteine aufgesetzt, um dieselben nicht, durch das unmittelbare Aufschlagen mit dem Treibefönstel , zu zerbrechen

11) Der Maurer Winkel ; — zur Bestimmung der Widerlager, richtiger Bearbeitung und Legung der Steine.

12) Die Maurerkelle.

13) Die Schaufel;

14) Die Kalkkrücke;

15) Die Kalklösche;

16) Der Kalkkasten; — sind sämmtlicb die gewöhnlichen der Tagemaurer.

17) Schablonen, Spreizen, Bogenstege u. dergl. bedürfen Weiter keiner besonderen Erläuterung.

In sofern zuweilen der Fall eintritt, dafs grofse Werkstücke oder andere Gegen* stände, als: Platten, Stege u. dergl. von Granit, Sandstein oder Porphyr angewendet werden , könnte man zwar die zu deren Bearbeitung nöthigen Steinmetzwerkzeuge eben* falls mit hieher rechnen; da jedoch die völlige und reine Zuarbeitung von dergleichen Stücken, daher auch die Kenntnifs der Handhabung dieser Werkzeuge, von dem Berg- mäurer nicht eigentlich erwartet und gefordert werden kann, das Nachhelfen und Berichtigen der Werkstücke u. dergl. aber gewöhnlich mit Schlägel und Eisen geschieht, go sind jene Werkzeuge nicht eigentlich unter die Zahl des bey der Grubenmauerung nöthigen Gezähes zu setzen

Achter Abschnitt.

üeber die Rotten der GrubenmaueruMg.

Wenn diese ganze Abhandlang über die Grabenmaaenmg hauntsächlich und zuerst für den Sächsischen Bergbau gilt, so ist diefs mit dem gegenwärtigen Abschnitte, in welchem ich einiges über die Kosten derselben zu sagen versuchen will, ausschliefiilich der Fall , da es nicht alleiil zu weitläuftig gewesen , und dennoch stets etwas Unvollständiges geblieben seyn würde, dergleichen Angaben auch aus fremden Bergwerksrevieren zusammenzutragen, sondern da auch dergleichen specielle Kostenangaben stets nur gerade für die Zeit, in welcher sie zusammengestellt worden , gültig sind, während sich dergleichen Zusammenstellungen, wenn die Fälle übrigens unter die bisher gegebnen Regeln zu bringen sind , nach den zu gebenden Grundzügen und dem Anhalten der wenigen hier zu gebenden Beyspiele, leicht allgemein machen lassen.

Zuvörderst mitfs ich mehrerer allgemeiner Umstände und Verhältnisse erwähnen, welche auf die Kosten der Mauerung nicht geringen Einflnfs haben.

— 136 —

Ifanernngsanlagen kSnnen hauptoSchlich sehr yertheaeft werden:

1) dorch die Anwendung schlechter Materialien;

2) dorch entfernte nnd kostspielige Zuförderung;

3) dorch vorher nothige schwerköstage Abtreibearbeit, wie x. in oder unter alten Baoen;

4) dorch kostspieliges Znfohren in an sich festem, aber mit Kluften dorchzognen Gebirge;

$) durch die grofse Höhe, Tiefe und Weite, auf welche zugeführt werden miifs;

6) durch Behinderung durch Wasser;

7) durch die Nothwendigkeit tiefe gemauerte Wassersaigen herxustellen.

Ein bey den Kosten der Mauerung femer sehr zu berücksichtigender Gegenstand ist das Verdingen, sowohl des Abtreibens, als auch des Mauems selbst, welches freilich die Führung einer sehr genauen Aufsicht voraussetzt

Wie bedeutend diese Ersparnifs werden kann, geht daraus hervor; dafs, als zu Anfange dieses Jahrhunderts das Verdingen auf den Freyberger Königl. Stölln einge- führt wurde, man durch dasselbe pro Cub Elle Mauerung von 4 Gr. 7 Pf., bis 13 Gr. ersparte Am häufigsten findet auch das Verdingen auf den Königl. Stölln, weniger und seltner bey dergleichen auf gewerkschaftlichen Gruben statt.

Von den jetzigen durchschnittlichen Gedingpreisen werde ich weiter unten zu sprechen Gelegenheit fiinden

Da unter den Sächsischen Bergwerks -Revieren in der Altenberger, der Art des daselbst statt findenden Grubenbetriebes, so wie mehrerer andrer Umstände halber, die Grubenmauerung eine sehr untergeordnete Stelle einnimmt, daher nicht besonders in Betracht zu nehmen ist, so bleiben mir nur noch die übrigen Bergamtsreviere; Freyberg, Schneeberg, Annaberg, Marienberg nnd Johann - Georgenstadt zu berücksichtigen übrig, unter denen ebenfalls, wie schon aus dem Vorigen mehrfach ersichtlich geworden seyn wird, die beyden erstgenannten bey weitem wieder die vorzüglichsten Plätze einnehmen

f. 4.

Indem ich damit beginner, die gegenwärtigen*) Preise der bey der Grubenmauerung nothigen Materialien, nach den jänriich zwey Mal berichtigten Bergamts -Taxen, zu geben, mnfs ich allerdings bemerken, dafs diefs von denjenigen obergebirgischen Revieren nicht durchaus möglich ist, in welchen Holzmaterialien dem Bergbaue zum Theil als sogenannte Gnadenhölzer, für einen für immer festgesetzten, sehr niedrigen Preis geliefert werden, welcher keinesweges als deren wahrer dermaliger Werth anzusehen ist, daher diese Gegenstände, als auch keiner bergamtlichen Taxation unterworfen, aus den Materialientabellen wegfallen

Benennung der Gegenstände

1 Centiier Bergpulrer so 110 Pfd. . .

1 Pfand dergl. cinieln

1 - einiela dergl. im Gedinge

1 Ctr. gntei naiUndifchee Pulver .

1 Pfd. dergl. einsein

1 Ctr. gntee inlMidleebefl PaWer 1 Pfd. einseln

1 etc. nd.Birde Innenberg. StnU n 120 Pf.

1 Pfd. einzela

1 Ctr. SnUer StaU tu 120 Pfd. . . 1 . raffinirter Snhler Stahl . . 1 Pfd. dergl. einseln

1 Ctr. od. Bürde Steyemark. StaU an 120 Pf. 1 Pfd. dergl. einseln

Freyberg.

Schneeberg.

Annaberg.

Marienberg.

Jobann-Georgenstadt.

Thl

Gr.

Pf.

Thl

Gr.

Pf.

Thl

Gr.

Pf.

Thl"

Gr.

Pf.

Thl

jl3

Gr.

Pf.

Zn Anfange dea Jahres 1830.

Benennung der Gegenstände.

1 Wage Flach- Buhr- Beil- Fioitel- Schraaben- a. Krurkcneiten in 44 PM. 1 Pfd. dergl. elnxln -

1 Wage Zain- Reif- n. Seilciaensa 44 Pfd.

1 Pfd. dcrgl. einzeln

1 Wage ichwediichei Eisen .

1 - langitäbigei ModcUeiicn

1 Pfd. dergl. einxeln

1 Wage cchutäbigci Modelleitcn

1 Pfd. dergl. einicln .

1 Wage Eisen vom Hammerwerke Scbmalsgmbc and Schmiedeberg .

1 Pfd. altet geichmiedetei Eisen .

1 Ctr. dergl

1 Pfd. geschmiedttei Eisen vom Hammer aehmidte, an grofsen Ringen , Kappen eisen) Kromsen, Schecreueisen, Polsen, Stofiheerdblechcn , Poch werkssapfen, Bremssaiigenringen , Korbstangenspfin dern, Walsencisen, ScheibenbeschlageO) GSpelsapfen nebst Pfannen , Zugspillen, H&ngkappen, Pfadeiien, Pfadeisendck kein, Pochsehlagen, Wangeneisen, Korbstangenschieiien, Schmiedehammer- Kageleisen und anderem Maschineneisen

1 PH. dergl. an grofsen Gang - Treibe- Spund -Faust ein, Keilen n. Brechstangen

1 Pfd. dergl. an gestählten Fanstein, nebst andrer gestählten Schmiedearbeit

1 Pfd. an gegossenen Handrädern , Kugelpfknnen , eisernen Walsen| WaUenspil len, Modelleisen .

Die Achsen eines grofsen Hundes mit Stahl so belegen I mit Inbegriff der Ränder und Scheiben anssnbuchsen , ä Pfd. . .

Sets-) rude Pocbschlag v. Ausschlag- Fäustel, Stempel, Kohlenklopfer, Nageleisen, aus Schmidtstahl und Eisen, ä Pfd.

1 Pfd. vom Schmidt verarbeitetes Eisen

A Aexeleisen

1 - geschmiedete Schaufeln, Keilhauen, Radhanen, Kratsen, mit dem St Ale

1 Pfd. geschmiedete Schaufeln . . .

1 Schaufel . . . .

Freyberg.

Tbl Gr. Ff.

Sebneeberg.

Thl Gr. Pf

1 Stey er märkische Zimmersäge, nach Verschiedenheit der Grofie

1 Stollnsägenblatt

1 Handsägenbiatt

1 Stofssäge

] groise Zimmer, oder Schrotsäge . .

1 grofse Bügelsäge

1 Bagelsage I Eile 12 Zoll lang 4 Zollbreit 1 Handsägenblatt IJ Elle lang 3 Zoll breit 1 dergl. IJ Eile lang S Zoll breit . . 1 dergl. 1f Elle lang 2J Zoll breit . .

1 DSniibeil

1 Winkeleisen mit und 1 Elle langen Pldgeln

Annaberg.

Thl Gr. Pf.

Alarienberg.

Thl Gr. Pf.

8 —

9 incl. Stahlen

20 bis

I 8 bis 1-J

bis

;. 8

Johann-6e- orf(enitadt.

Thl Gr. Pf.

bis bis bis

bis

3RH.Ianfr 6 Zoll breit.

I Ell 3 Z. lang 3-4ZolI breit. 3i/sElle lang 7— 8ZoIl lirett.

1 bis

Benennung der Gegenstände.

Frejberg.

Sehneeberg.

Annaberg.

Marienberg.

Johann- Georgenatadt.

g MM M M M M M 1 1 M 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 M M M M 1 1 1 1 1

Gr.

d. 4

Pf.

Loth

Pfd.

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Gr.

Pf.

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Tbl Gr. .Pf.

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Gr.

2—4

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Pf.

Pfd.

Thl

Gr.

1 r

n

Is/4

Pf.

1 KaaUmm voa 3 Pfd. Factorie-Eiteu, i Pfd. Stahl :

1 Kratie von Pfd. Eiaen

1 Keilhaue von Pfd. Eiieo Pfd. Stahl

1 Fahrthaipen, 3 StQek auf 1 Pfd. . .

1 Pfd. gefertigte Treib. Gang- Bohr, und Hand-Fiuite], Rad. u. Keilh<iu. Kaakamni. Zimmer. a. Gerinn- AexeU Eiien, Kratien, Haipelhoruer, Stampfer, Bohrkratser , Zimmcrklaminern , Fahrthaipcn, Blelsapfen, Gerinnienkel u. änderet dgl. Eisen , bei Berg - u. anderen Sehmidten

1 Ränmnadeldbr .

1 Sparnagelwaise

1 Sparnagel Von 2 Pfd. . . .

1 Handring

1 Feder dain

1 Aexelnagel .

lü 1

-lOf

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1 ."

.oth .oth

.oth

.oth

Pfd.

1 dopp. Eisenriehmen mit Kettel n. Federn 1 - Eiienriehmenitengel ohne Feder 1 Eiienriehmen- Feder

1 Siehleneiien

1 Htipelpfadeiten

1 Pfd. Beichläge an Tonnen, Berghnnde, Kabel, Karrn, Haipelhorner n. dgl., wo Reifeiien erforderlieh iit, inel. des Anlegens der Beschläge nnd der Nagel .

i Pfd. anderes dgl. Beschläge in klein. Stflck.

1 - in kleinen Stacken gefertigter Schranben inel. des Aiischneidens

1 Pfd. dergl. In grdfseren Stacken .

1 fso. Spandenagel

1 - dergl

1 - Bretnagel

1 . dergl

1 - Tonnennagel r rondkdpfige Kflbelnagel . .

i doppelte Sehindelnagel .

1 - einfache - -

1 - Blechnagel

1 - Stäckdiiagel

1000 Stack Röhrnagel

lOO grofie Kolbenswecken

100 roiufere dergl.

100 kleine dergl

1 fso. Koibennagel

1 Stangennagel , 4 Stack auf 1 Pfd. . . Pfosten- Stangen- n. and. grofse Nägel ä Pf

1 fso. Strafsbanmnagel

1 - Pfadhölzernagel 3 Pf. 28 Lth. schwer

Zoll lang

1 fso. Schienennagel 3 Pfd. 28 Lth. schwer

Zoll lang

l fso. Radboiennagel 1 Pf4. 20 Lth. schwer Zoll lang

Pld.

fd. Pfd.

P£L

L® P.

BenennaDg der Gegenstände.

Frejberg.'

Schneeberg.

Annaberg.

Marienberg.

Johann-Georgenstadt.

Thl

( 4

Gr. Pf.

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Gr.

3

Pf.

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3 Pf

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Gr.

4 P

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Pf.

Loth

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z,

Gr.

Pf.

Thl

Gr. Pf.

1 bo. Pfosteanagel 2 Pfd. tehwer . . 1 Flotbcrnagtl

1 derffi

( 5

i

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tl2

M5

1 Pfd. Stanblecli

1 Clr. Stariblech

1 EiiendrahtiaKliiigelB in Schichten

1 kapferne einmanaitche Rlnmnadcl

1 dergl. aauasiehen

1 dergL tu lothen

1 kapferne iweimannbche Räamnadel

1 dergl. antzotiehen

1 dergl. tu ISthen

1 torabackne einm. Ränmnadel .

1 dergl. von Meiting

1 dergl. am alten Tomback oder Meicing

in fertigen

1 iweimänniiclie Raamuadel von Tomback

oder Meiiing . . .

1 Rbg oder Oehr an eine alte Räamnadel

1 Pfd. metiingner Kliogeldraht . . .

1 Fahre Schachlholt 1, 2, 3, 4, 5,6ttimmig 1 fio. Tounenitangen , jede 24 Ellen lang

1 . Schachtitangen

1 Fohre Kunitttangeo , von 4 Stämmeo,

jede 23 — 20 Ell. lang 7—8 Zoll itark

Tonnenstangen , 3—4 Zoll stark 6 £Uen

lang a StQck

Stammhols 12Z. stark 34 Ell. lang ji Stamm .. 18-. 35-. -- 14-- 36-. .- 15 --38-- 10 - . 42 . . .. 17 -.42-- . - J8 - - 43 - - .. 10 --45-- -. 20--50--

1 StammUols20— 22Z.stark36— 40 E.laBg 1 . - 18—20 - - 36—40 - -

1 . - 17—18- - 30—40- -

1 fio. SpOndebreiter 8 Ell. lang 12 Zoll

breit IJ Zoll itark

1 fco. Spfiodlatten 6 Ell. lang 4 Zoll breit

1 . Beichlagbretter 6EI1. lang 11— 12 ZoU breit

1 fto. Schwarten

1 - starke Aniteckichwnrtea

1 - Pfoiten Zi bU 4 ZoU stark 12 Zoll

breit Ellen lang

1 lio. dergl. 14 Zoll breit

Benennung der Gegenstände.

-Freyberg

Sdineebcrg.

Annaberg.

Marienberg.

Jobann-6e- orgenstadt.

Thl

Gr.

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Gr.

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Pf.

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Gr.

Pf.

Thl

lo

Gr.

Pf-

1 fM. Ptotte 2 Zoll lUrk 12 ZoU breit

1 - dergl. 14 - breit

1 - dergl. 2 - itvk 20 Zoll breit 1 - weicbe hale Pfosten — 12 Z. breit ZoU itark

1 Ibo. Pfoiten 18 Zoll breK € Ell. lang 1 - dergl. 16 - . e - - 1 - dergl. 10 - - 6 - - 1 - dergl. 8 - - 6 - - 1 - dergl. 13 — 16 Zoll breit 6 EU.

lang Zoll itark

1 fio. dergl. 16 ZoU breit 6 Ellen lang ]§

Zoll flark

1 fio. weiche Handpfoiten 6 Zoll breit 3

ZoU stark 6 Ellen lang

1 fso. harte dergl. CZoll breit 2 Zoll stark 1 . harte HondbretCer 12 Z.br.lfZ. stark l . dergl. 14 ZoU breit ZoU stark 1 . dergl. 12 - - ii 1 Pfoste 6 Z. stark 21 Z. breit 6 EU. lang

1 dergl. 1 Elle breit

1 dergl. 5 Zoll sUrk 24 ZoU breit . . 1 dergl. 4 - - 30 - - . .

1 dergl. 21 ZoU breit

1 dergl. 4 Zoll stark 24 ZoU breit . . l dergl. 8 - - 24 - . . 1 dergl. 3 - - 22 - - . .

1 dergl. 21 ZoU breit

1 dergl. 20 - -

1 dergl. 18 - -

1 weiche Pfoste 3 ZoU stark 16 Zoll breit 1. .8--14-- 1- -3-- 12-. iStammHolz 1718Z.stark 30-34£U.lang

1 - - 16-17 - - 14-38 - - 1 . - 16-17 . - 30-34 - - l - . 15-16 - - 32-36 - - 1 - . 15-16 - - 30-34 - - 1 . 14-15 - - 30-32 - 1 - - 13-14 - - 80-32 - - 1 . - 12-13 - . 28-32 - - 1 - - 12-13 - - 28-30 - - 1 . - 12-13 - - 26-28 - - 1 . . 11-12 - - 26-28 - - 1 . - 11-12 - - 28-30 - - 1 - - 10-11 - - 28-30 - - 1 - - 9-10 - - 27-30 - - 1 - - 8-0 . . 27-30 - - 1 - . 7-9 - - 20-27 - - 1 - . 7.8 - - 20-27 - - 1 . . 6.7 - - 16-25 - -

Benennung der Gegenstände.

Frejberg.

Anuaberg.

Marien-

Jobann-Georgenstadf.

Thl

Gr.

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G

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G

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TW. Gr.

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Gr.

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Gr.

G

Pf.

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Gr.

Pf.

stamm Hol 5-GZ. Karle 16-25 £11. lang

. 4-5 - - 16-20 - -

Stamm Hols ta Kuoitatangen , nach Bcaebaffenheit der Grofae

St.Holz von 21 Z. untererStirke45 E.lang

- - - 20 - - 38 - - . - - 19 . - - 36 - - .. -17- - .3G--

St. Hola V. 15 Z. unt. 5 Z. obr. St. 39 E. lang

- - . 15- - 4- - - 42- .

- - - 13- - 4- - - 39- - ... 12 . - 4 - - - 28 - - . . .34- -23--- 14-- fto. Spundebretter 6 £11. lang 18 Z. breit

liZoU stark

fio. dergl. 14 Zoll breit

- weicbeSpQndebr. 12Z breit 6 E. lang

- dergl. -- 10 --6--

Lr. Sireckengerinne 4 Zoll weit n. hocb E. kleiuet Gerinne4 - G Z. weit ausiuhaoen fio. weiche Aaftraglaichcn auf Spundatucke 7 Zoll breit 3J Zoll itark . fio. dergl. harte G Ell. lang 2 Zull stark G Zoll breit ,

'1 i III Illlll II II 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 II 1 II 1 1 1 1 I 1 1 1 1 1 1 1 1 M.t 1 M 1

,10

h6

Ig

,4

e

fio. dergl. e Ell. lang 1 Z. clark 6—10 Zoll breit

fiO. dergl. 4 Ell. lang 1 Z. stark 6 Z. breit Hundrad von 30 Zoll Durcbmeiier dergl. - 14 - - -

kleine! Handrad

lu 2500 tab. Zoll Inhalt dergl. mit einer hohen Seite . . .

G

einmann. acrgi*

einmann. Kubelholi

dreimänn. ZoberhoU

Bomf&fichen von 30 Kannen . . . Bornkanne mit harem Dcekel Henkel dergl. von weichem Holze

Pfütxkannc mit harem Deekel . . .

Waaiersober von G - 7 Waiserkannen Iiih. Abläoter - u. Löichfaft 1 J £11. hoch u. weit

cylindriiche Kalk tonne

Iofchfari

Waitereymer

Wasicrfahvon 12- IGWaiierkannenliih.

dergl. von 9-10 Kannen

dergl. von 7-8 -

neuer Faf< - oder Zober - Boden . .

ffo. rude Anaachlaglänitelhelme . . . Güngfäuttclhelme

- Handfaoatelhelme

- Bohrfäpatel- v, Schramhammerbelme weiche Pfoate 3 Z. itark 9 Z. breit G E. lang

. 2- -15--6--

- 2- -12-- 6-- 2- - 9-- 6--

Benennung der Gegenstände.

Freybtrg.

Sehnee-

Annaberg.

Marienberg.

Johann- Georgenatadt.

Tbl

Gr.

G

1 M 1 1 1 1 1 1 1 1 1 M 1 1 1 II 1 1 1 1 1 1 1 111 1 II III 1 II 1 1 1 1 1 1 lllllll

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G

Ff. G

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G

Gr.

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Gr.

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Gr.

G

Pf.

1 weiche Pfoite 2 Z. itark 6 Z. breit G £. lang 1 - . 1}. . 16 . - 6 - - 1 PüMte 19 Z. breit Z. stark G EU. lang 1-18 --3-. 6.. 1- 18- -4- -6- -

1 fto. Dacblatten

1 - Scbanfelbretter 15 Zoll breit

1 - weiebe Maaerleiiten G Zoll breit

ZoU Itark

1 - veicbe Strafibinme 4 Z. breit 4 a.

5 ZoU bocb G KU. lang

1 UM. dergl. 6 Zoll breit 5 ZoU tiark . 1 dergl. 5 Zoll breit und itark . 1 - Leitangibaome 3 Zoll bocb u. breit 1 - Straff baome 4 ZoU breit 3 Zoll itark

7 Blien lang

1 fiio. Streicbbiume 4 Z. breit 8 Z. itark

7 Ellen lang

1 fio. dergl. 6 Ellen lang

1 welcher Streichbanm 4 ZoU breit 3 Zoll

Itark G Ellen lang

1 fio. weiebe Hondgeitange 5 Zoll breit

3 Zoll Itark 6 Ellen lang 1 fio. dergl. 4 ZoU breit 3 Zoll itark . 1 - dergl. 5 Z. breU 3 Z. itark 7 EU. lang 1 - Handgeitänge G ZoU breit 3 Z. itark

G Eilen lang . ,

1 ftfo. dergl. 7 Ellen lang

1 - dergl. G Z. breit 4 Z. itark G EU. lang 1 - dergl. 4 Z. im Qaadrat itark 1 - Fabrticbenkel G Ellen lang . .

l - dergl. 7 Ellen lang

1 - StegbolaG E. lang 8 Z. breit 4 Z. itark 1 - Schwarten xu Abtreibepfählen vor-

znriehten

1 Elle im Spnnditdcke , 15 ZoU hoch 4-7

ZoU Itark

1 Lr. StoUngerinne I2-14Z. hoch n. weil 1 - dergl. 8-10 ZoU hoch und weit 1 - dergl. 5-6 1 fio. Krallen . nnd KeUhaaen - Helm

1 - haielne Biienhelme . . . .

1 . Kratien- Kankamm - KeU- and Radehaaen- Helme

1 iko. Kaokammhelme und Hanimeritiele 1 - Gang- Hand- Bohr- Faoitel- und Schrämhamner- Heime

1 fio. Schindeln

1 . dergl. am Grobenholi zu machen 1 Aailautkarrn roa geichnittenem Holte,

mit RaiI

e

1 dergl. ohne Rad

1 Karrohols uelut Rad v. geipaltenem Holze 1 Amlaufkarrn nebst Rad v. dergl. Holze 1 Stollnkarrn v. geichnittenem Holze mit Rad

1 dergl. ohne Rad

1 Amlaufkirrn nebitRad von harem Holze 1 dergl. ron weichem Holze

1 dergl. ohne Rad

1 StoUnkarrn nebit Rad von harem Holze 1 dergl. ron weichem Holze

1 irMrrnra.d

1 fertiger Hund

1 Bergtrog von 13 bis 17 ZoU . . .

Benennung der Gegenstände.

Frejberg.

Scbneebcrg.

Annaberg.

Marienberg.

Johann-6e- orgenstadt.

Tbl

Gr.

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Pf.

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Gr.

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— 1

Pf.

1 Schaofelitiel

1 hale Fahrt

l Lr. Fahrt

G

1 Lr. Fahrt in fertigen

1 hölzerne Pfutzichale

I fso. eininäan. Scbiefipfropfe Z. lang

1 Zoll hoch

1 fflo. zweimänn. dergl. Z. lang 2 Z. hoch 1 - Schiefirokrcheii .

1 Bach Schiefipapier

1 Datzend gepappte einm. Patroncnhillien

1 - dergl. zweiin

1 geleimte eiam. Patronenhulseu

1 - dergl. zweim

1 Pfd. SchlefMcbwefel

1 Anichlagtrog 18 Zoll weit

1 HandiägeDgerCfte

1 Fiighobel ohne Eisen und Zunge

1 zweimänn. Zughobel, desgl. . . .

1 Schlichthobel

1 Randhobel

1 Winkclhobel

1 Slrafibaumhobel

1 Schmxereimerholi

I Ctr. Inielt

1 - geichmolzen Inielt

1 Pfd. Inscit

! 12

— I

1 Stein Intelt

1 - geschmolzen Inselt

1 Pfd. Grubenlichte

1 Stein dergl

1 Ctr. Pech

1 - Schmeerpech

1 Tonne dergl

1 Pfd. Pech

1 . Schmeerpech

1 Ctr. Theer

l Tonne dergl. zu Ctr

i Kanne Kammfett

1 Pfd. Schweineschmeer

1 - Zapfenschraicre

1 Ctr. Sfeinkoblentheer

100 Lr. Treibeseil an theeren . . . 100 - Brems- od* Helfer- Seil zu theeien 1 Pfd. ROböi kleine Kanne . . 3 - dergL I grofse Kanne . .

1 - Hefelt oder BlndCaden

1 - Helferseil

1 Lr. Bergseil, das Lr. a 9 Faden

1 - doppeltes Bergieil, dasLr.a 12 Faden

1 Rlle Zimmer- und Mefs- Schnur . .

1 hanfner Siehlen

1 Schnur in ein IfandsagengerOste

1 Lehrschiiur von 2 Ellen

1 Pfd. Treibeaeil

1 Fr. jrute hänfne Schnur zum F.inhmden (Ich Treibs?iles 1

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Benennung der Gegenstände*

Freyberg.

Sebneeberg.

Annaberg.

Marienberg.

Johann- Georgenstadt.

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Gr.

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Gr.

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1 ö lang breit

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Gr.

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Pf.

1 Lr. gDte hänfne Schnur sum Umipinnen des TreibeseÜei

1 Lr. vierlitzigei Bergiell zu 32 Fäden

l dergl. 36 Faden

1 - Steinieil zu 40 Fäden

1 - dergl. zu 48 Fäden

1 - dergl. zu 60 Fäden 1 - vierlitsigeiBremi- oder Helfer-Seil

za 64 Fäden

1 Lr. dergl. zn 68 Fäden . . . . 100 Lr. Bremiieil zu 80 Fäden lOOPfd.

1 Lr. alfei Berg- und Stein -Seil . .

1 Pfd. Slitzigez Treibeieil vou 32 Fäden 1 . 4Ulzigei - - - 24 - 1 Lr. 41i(zigei Handgopelieil zu 36 Fäden 1 - 4Iitz. Brenn- od. Helferaeil zn 96Fäd. 50 Lr. Bergieii zu 48 Fäden

1 Lr. derarl

50 Lr. dergl. zu 36 Fädeu 1 Lr. derffl.

1 - Steinzeil zu 64 Fäden 1 - Bergzeii von 72 — 90 Fäden

1 - Steinieil zu 36 Fäden 1 - getheertei viermänniiehei Uaipelieil

1 Unger lederner Aoilanfiiieblen . .

1 kurzer denrl.

b

1 langer doppelter Auilaofsieblen , 3 Ell.

16 Zoll lang Zoll breit 1 kurzer dergl. Elle lang Zoll breit

1 kalblederner Pulveniaek

1 lederner Siebten aoizubeuern . . . 1 Paar grofde Seblämmstiefeln . . . 1 doppelter Gruben - oder Karrn - Siehlen

1 langer dergl. Stehlen

1 fo. Bergkorbe

1 Senkkorb

zu 4.

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1 Fuhre Schiefithoii oder Lehm . . . 100 Stack Schiefiziegel

Dnrchwfirfe und Siebe von £ iieudraht.

No. 1. 10 Flächenzolle, die Locher zn Lin. Seiteulänge

No. 2. 10 Flächenzolle, die Locher zn § Lfn.

Seitenlänge

.\o.3. 10 Flächenxolle. dieLöcherzu jLin.

Seitenlange

\o. 4. . 10 Flächenzolle, die Löcher zu 1 Lin.

Seitenlänge

No.5. 10 Fläcbenzolle , die Locher zn

Lin. Seiten länge

No.G. 10 Flächenzolle , die Locher zu

Lin. Seitenlänge

No.7— 10. 10 Flächenzolie, die Locher zu

1|. 2. 2J. 3 Lin. Seitenlänge . . . No. 11 — 16. lOFlächeozoUe, die Locher zu

3-J — 6 Lin. Seitenlänge . , . . . 1 Staublieb von 21 Zoll Durch m wiser, die

Löcher J — ILin. weit, j*r/. des Ringes

Benennnng der Gegenstände.

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1 Eriidarehwarf von klarem Drahte, 18 Z.

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1 Elle breit

1 .engei Rätterifeb von 21 Zoll Darchmei-

ler, exel. dei Ringet

1 dergl. mit Ring

1 Rathe Bruchtteine von 8 Ellen int Gevierte, IJ Ellen Höbe, erc/. Fährlohn

1 dergl. ineL Fahrlohn

1 Rathe Bruchtteine von 6 Ellen int Gevierte, Ellen hoch, tVie/. Fahrlohn

1 dergl. exeL Fahrlohn

100 Stfilck Mauerziegel, exeL Fuhrlohn 100 - dgl. bitKonigl. St. Georgen Stolln 100 - Schlackenziegel in Witlichtthal,

exel. Fuhrlohn

1 Dretdn. Scheffel Lengefelder Kalk, tue/.

Fahrlohn

l dergl. exel. Fährlohn

1 Dretdn. Schfl. Kaltofner Kalk, t'ne/.FnhrL

1 Faft 3 Scheffel, Wildenfelter oder Schonauer Kalk, inel. Fahrlohn . .

1 Faft dergl. Crottendorfer, (inRatchauer Revier)

1 Faft Pohlaer Kalk

1 - Langeberger Kalk

1 Dretdn. Schfl. Scheibenberger Kalk, inel. Fuhrlohn bit Johann -Georgenitadt .

1 dergl. Crottendorfer Kalk bit Johann- Georgen ttadt

1 Dretdner Schfl. grauer Kalk von Breiten, hof, inel. Fnhrl. bit Johaon-Georgenttadtl

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Der Preit der Decktteine, welcher in dieten Tabellen nicht betondert mit aufgefOhrt itt, richter aich ganz nach Zeit- und ortlichen Umttanden, ob überhaupt viel oder wenig dergleichen an einem Orte brechen, oder gerade vorhanden tind; er beruht daher ganz auf Uebereinknnft.

Im Durchtchnitte kann man bey 4 bit Zoll Starke 1 Quadrat -EUe zu 3 bia 4 Gr. annehmeD.

Die gegenwärtigen Löhne des arbeitenden nnd Aufsicht fuhrenden Personales sind folgende :

(Ich bemerke dabey im Voraut, daft, fSr dielet getetzte Lohn, in Freyberg und Annaberg wöchentlich fünf, in den abrigen obergebirgitchen Revieren aber aecha achtttfindige Schichten verfahren werden.)

1) Ein Mauersteiger erhält Wochenlohn: In Freyberg 1 Thlr. 12 Gr. In Schneeberg, (wo gegenwärtig keiner gesetzt ist,) früher, 1 Thlr. 8 Gr. bis 1 Thlr

12 Gr. In Annaberg 1 TUr. 8 Gr. In Marienberg 1 Thlr. 8 Gr. ( oder auch , den mir gemachten Mittheilongen zufolge,

6 Pf. pro Schicht für jeden Arbeiter. ) In Johann -Georgenstadt 1 Thlr. 12 Gr.

) — 146 —

2) Ein Bergmäarer erhält Wochenlohn:

In Freyberg 1 Thlr. 3 Gr. ; bey Arbeiten über Tage eben soviet , mofs jedoch dabey

bis Nachmittags 2 Uhr stehen, incl. einer Ruhestunde. In Schneeberg 1 Thlr. 3 Gr. , dabey ist pro Schicht 7 Pf. Geleucht ; bey Arbeiten

über Tage erhält er für die zwölfstiindige Schicht, von früh 6 Uhr bis Abends 6

Uhr, incL einer Ruhestunde, 8 Gr. bis 8 Gr. 6 Pf. In Annaberg 1 Thlr. 2 Gr.; bey Arbeiten über Tage für die sswolfstiindige Schicht

8 Gr. In Marienberg 1 Thlr.; über Tage pro Schicht 6 bis 7 Gr. In Johann - Georgenstadt 1 Thlr. 4 bis 6 Gr. , incl. 4 bis 5 Gr. Geleacht ; über Tage,

bey verlängerten Schichten, eben soviet.

3) Ein Zimmerling erhält Wochenlohn: In Freyberg 1 Thlr. 4 Gr.

In Schneeberg 1 Thlr. 3 Gr. , incL 5 Pf. Geleucht pro Schicht.

In Annaberg I Thlr. 2 Gr.

In Marienberg 1 Thlr. 2 Gr. — 4 Gr.

In Johann -Georgenstadt 1 Thlr. 4 Gr. — 6 Gr.

4) Ein Häuer erhält Wochenlohn: In Freyberg 21 Gr. bis 1 Thlr. 3 Gr. In Schneeberg 1 Thlr. 3 Gr.

In Annaberg 21 Gr. bis 1 Thlr.

In Marienberg 21 Gr. bis 1 Thlr.

In Johann -Georgenstadt 21 Gr. bis 1 Thlr. 3 Gr.

5) Ein Knecht erhält Wochenlohn: In Freyberg 20 Gr.

In Schneeberg 1 Thlr.

In Annaberg 18 bis 21 Gr.

In Marienberg 20 Gr.

In Johann -Georgenstadt 19 bis 20 Gr.

6) Ein Handlanger über Tage erhält jro Schicht: zu 12 Stunden In Freyberg 5 bis 6 Gr.

In Schneeberg 5 — 7 Gr.

In Annaberg 6 Gr.

In Marienberg 5 — 6 Gr.

In Johann -Georgenstadt 5 — 6 Gr.

7) Ein Werkmeister erhält durchgängig für die lOstündige Extra -Schicht 10 Gr.

Im Allgemeinen wird bey der Sächsischen Grubenmauerung das Verhältnifs der Kosten bey der eigentlichen Mauerung zu denen der Vorbereitungsarbeiten 3 : 5, wohl aber auch 5 : 12,9, der Aufwand an Arbeitslöhnen aber dem an Materialien gleich angenommen.

Wie ich schon erwähnt habe, bekommt ein Bergmaurer in Freyberg bey Arbeiten über Tage eben soviet als in der Grube, mufs jedoch bis Nachmittags 2 Uhr stehen, incL einer Ruhestunde von 11 bis 12 Uhr* Arbeitet er bis Nachmittags 6 Ubr, so erhält er 2 Schichten bezahlt.

In der Grube stehen die Bergmäurer durchgängig zwolfstündige oder Schichten, bis Nachmittags 4 Uhr.

Als Handlanger giebt man den Maurern bey Arbeiten in und aufser der Grube wo möglich Jungen von 16 bis 17 Gr. Wochenlohn zu; doch hängt diefs sehr von der Schwere der zu fordernden Massen, der Gröfse der Steine, der Weite des Förderweges u. s. f. ab, so dafs oft auch Knechte von 20 Gr. Wochenlohn, und selbst diesen noch die stärksten ausgewählt werden müssen. Erstere, die Jungen, stehen jedoch auch bey Arbeiten über Tage, hires geringen Wochenlohnes halber, gewöhnlich nur bis 12 Uhr Mittags.

Die Zahl der Handlanger, welche in der Grube zu einer gewissen Anzahl Maurer gegeben werden, richter sich nach der Länge des Förderweges und der Schwere der

— 147 —

Fördermasse. Es können daher für zwey Maarer 1 , aber auch wohl bis 3 Handlanger erforderlich seyn.

Das Handlangen selbst begreift nur das Herbeyschaffen nnd Zageben der Steine nnd des Kalkes, nicht aber das Löschen and Einmachen des Letzteren, das Dorthwerfen des Sandes u. s. f.

Wo es möglich ist, giebt man die Arbeiten ins Gedinge, wobey das Handlangen mit einbegriffen wird. Diefs können alsdann entweder die Maurer selbst mit verrichten, oder sie können sich eine beliebige Anzahl Handlanger geben lassen, welche sie sodann nach deren festgesetztem, gewötinlichen Lohne, von ihrem Geding-Gdde be* zahlen ; bey sehr schwerer Zoförderung aber müssen sie denselben wohl auch noch pro Schicht 4 bis 6 Pf. an Lohn zulegen.

Man rechnet daher bey dem Abschliefsen der Gedinge des Maurerlohnes als Handlangerlohn und setzt dasselbe dem ersteren zu.

Im Allgemeinen sind die durchschnittlichen, auf Erfahrung begründeten Gedingsätze für die gewöhnlich in Anwendung kommenden Mauerungsarten, folgende, wobey das Handlangerlohn mit einbegriffen ist.

Bogen- und Gewölb -Mauer aller Art in Kalk, kann nicht unter 4 Gr. pro Cubik- EUe verdingt werden, steigt aber auch nicht leicht über 9 Gr. Beyspiele von Ausnahmen sind es, wenn die Mauerungskosten bis auf mehrere Thaler steigen, was wohl bey anfserordentlichen und ungewöhnlichen Bau -Ausführungen der Fall seyn kann und es auch gewesen ist.

Ziegelgewölbe in Kalk, pflegt ä Cub. Elle zu 3 Gr. verdingt zu werden.

Je stärker ein Gewölbe ist, desto mehr können die Maurer bey einem und demselben Gedinge, nach der Cubik-EUe, verdienen, je schwächer, desto weniger, da sie das letztere verhältnifsmäfsig mehr zusammenarbeiten müssen.

Der Gedingsatz für gewöhnliche nasse Scheibenmauer ist ä Cub. Elle 1 Gr. 9 Pf. bis 2 Gr. 6 Pf.

Trockne Grundmauer ä Cub. Elle 1 Gr. 6 Pf. bis 2 Gr. 6 Pf., letzteres bey sehr starker Mauer.

Trockne Grubenmauer wird, wenn die Steine gar nicht bearbeitet, sondern nur mit dem Kopfe in die Stirn der Mauer gelegt werden , k Cub. Elle mit 9 Pf. , wenn mehr Bearbeitung nöthig ist, auch die Mauer stärker wird, ä Cub. Elle mit 1 Gr. 3 Pf. verdingt.

Trockne Haldenmauer von Bergwänden wird k Cub. Elle mit 6 — 9 Pf., trockne Scheibenmauer mit Moos mit 1 Gr. verdingt.

Aus diesen durch Erfahrung bestimmten Ansätzen läfst sich zugleich abnehmen, wie viel ein Maiurer in der Schicht arbeiten kann und mufs, um auf sein Lohn zu kommen.

Das Kalklöschen wird ebenfalls verdingt, gewöhnlich k Scheffel zu 1 Gr., zuweilen aber auch nur zu 6 Pf., je nachdem es nach Beschaffenheit des Kalkes weniger oder mehr fördert. Gewöhnlich werden 3 bis 4 Scheffel zusammen gelöscht.

Die Kosten des Widerlagerhauens sind sehr verschieden, nach Verhältnifs der Festigkeit und übrigen Beschaffenheit des Gesteines: 1 Quadrat -Elle kann, incL des Material- und Gezäh- Aufwandes 6 Gr. bis 2 Thir. kosten; ersteres etwa bey mildem unzerrütteten Gneuse, letzleres bey festem, harten, doch im Ganzen zerrütteten Gesteine mit Querklüften, wo man daher nicht schiefsen kann.

Die Hälfte des Aufwandes ist auf Material und Gezäh zu rechnen.

Auf eine Ruthe Steine von 8 Ellen ins Gevierte, 1- Ellen Höhe, daher 96 Cub. Ellen Inhalt, rechnet man im Allgemeinen 3 Tonnen Kalk, auf jede Tonne 2 bis 3 Fuhren Sand zu 18 Kübel, zu 2500 Cubik-ZoU. Sie giebt 40 Cubik- Ellen Gewölbe und 50 Cub. Ellen Scheibenmauer.

Für ganz schlechte Ausschlag -Mauer kann man wohl auf 1 Ruthe Steine nur bis 2 Tonnen Kalk, auf jede Tonne (zu 15 Dresdner Scheffel) .6 Fuhren Sand, rechnen; dagegen für die beste Gewölb -Mauer, welche, mit sehr dünnen Fugen, unter

In Johann -Georgcenitadt kostete l Lr. Ziegelgewolbe in AUem darchsclinituicli 18 Tblr., l Lr. Oeekteinmanemog 4 Thlr., 1 Lr. Stoftmaner von Haldenwanden 1 Thlr. 12 Gr.

Die stellenden vnd SpatbSgen iimrden meiit k Cnb. KUe in 6 Gr. — 6 Gr. 6 Pf. Ferdongen.

19

— 148 —

Anwendung gesiebten Sandes, aufgeführt wird, auf 1 Ruthe Steine Tonnen Kalk und Fuder Sand kommen können.

Die Ruthen zu 6 Ellen ins Gevierte und li Ellen Hohe, daher 54 Cub. Ellen Inhalt, wie dieselben im Obergebirge gewöhnlich sind, geben, wie ich diefs schon im Vorhergehenden bemerklich gemacht habe, verhältnifsmäfsig mehr gute Steine und da her mehr Mauerung als die zu 8 Ellen, weil sie verhältnifsmäfsig mehr, der besseren, Umfangs- und weniger von den schlechteren AusfUllungs- Steinen haben*

1 Ruthe Steine von 6 Ellen giebt 25 Cub. Ellen Gewölbe und 30 Cub. Ell. Scheibenmauer; man bedarf dazu, für Scheibenmauer Fafs Scheffel) Kalk und 3 Fuder Sand, für Wölbmauer f bis 2 Fafs Kalk bis 6 Scheffel) 4 bis 5 Fuder Sand.

Diese Sätze sind nur im Allgemeinen gültig, da sich die dabey angenommenen Verhältnisse sehr nach der Beschaffenheit des Kalkes und Sandes richter; so verträgt z. B. der Kalk von Kaltofen in Freyberger Revier weniger Sandzusatz, während man ihn selbst in gröfserer Menge anwenden mufs, als den von Lengefeld; dabey zeigt er sich im Mauern stets spröde und schlecht, zum Tünchen aber gut.

Von Wäschsand nimmt der Kalk eine weit gröfsere Menge auf, als von Gebirgs- Sand, welcher letztere bey obigen Ansätzen durchaus angenommen ist.

In Schneeberg bedient man sich des Wäschsandes nur zum Uebertünchen.

Einige andere Sätze sind noch folgende:

Ein Grundstein von Granit, wie dieselben in Schneeberg beym Mauern aus der Wassersaige angewendet werden, kostet ä Cub. Elle zuzurichten 17 Gr. G Pf. an Löh- nen, 3 Gr. 4 Pf. an Schmiedekosten.

In Freyberg rechnet man: dafs 1 Cub. Elle anstehendes Gestein (Gneus), durchschnittlich 14—16 Kübel Berge zu 2500 Cub. Zoll, giebt; 6 fso. Kübel Berge auf 200 Lr. auf der Strecke zu fordern 1 Thlr., diurch einen 6 Fahrten tiefen Schacht ra fördern I Thlr. 12 Gr. kosten.

Eine deutliche und genaue Uebersicht der speciellen Kosten der Anlagen der verschiednen Arten Mauerung in den fünf vorgenannten Bergamtsrevieren , werden die folgenden Tabellen geben, welche zwar schon im Jahre 1816 gefertigt worden sind, die ich jedoch um so unbedenklicher hier beyfügen zu dürfen glaube, da seit dieser Zeit die Arbeitslöhne gar keine, die Materialien -Preise aber keine wesentliche VerändeniDg erfahren haben, besonders nicht höher gestiegen sind.

1 Fafi 2 Viertel 4 Tonnen 3 Scheffel.

Bey Landbaaen werden oft aaf 12 Cab. EUen Scheibenmaner 1 Tonne Kalk und 1 Fuder Sand, d*- her anf 1 Ruthfi Steine Tonne Kalk nnd eben aoFiel Sand gerechnet.

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— 163 —

Da diese Tabellen nach dem Darchschnitts- Aufwände bey den auf den Konigl. StSlIn in den verschiednen Revieren in den letztvorherffegangnen Jahren vor 1816 stattffefundenen Ausführungen gefertigt sind, so haben auch nur die Kosten von derartigen Mauerungsanlagen angegeben werden können , welche in dieser Zeit ausgeführt worden sind, während andere, deren Ausführung in einigen Revieren nicht vorgekommen war, in denselben fehlen.

Ebenso ist der Umstand, dafs es nur die Kostenangaben nach auf Königlichen StöUn ausgeführten Anlagen sind, Ursache, dafs in einem und dem anderen Falle, wo, den bestehenden Verhältnissen zufolge, gewerkschaftliche Gruben das nöthine Material geliefert hatten, die Kosten der letzteren nicht aufgeführt werden konnten.

Eine, eigentlich schon früher zu geben gewesene Erklärung, welche ebenfalls hier ihren Platz finden kann, ist die:, dafs man unter halbelliptischer Mauer, im Allgemeinen, alle Stutz - Gewölbe auf Strecken zu verstehen pflegt.

Die Berechnung des cubischen Inhaltes vorsehender oder schon ausgefühater Mauerung, ist in sehr vielen Fällen nur allgemein anzustellen, da selten eine Mauerung einen sa durchaus und in allen Theilen regelmäfsigen Körper darstellt, daJJ3 man nicht, um ganz genau zu gehen, eine Menge kleiner abweichender Einzelnheiten be- rücksichtigen , und so ins. Kleinliche eingehen müfste.

In Bezug auf Scheibenmauer ist in diesem Betracht nichts besonderes zu erwäh- nen; ihre Länge, multiplizirt mit ihrer durchschnittlichen Höhe und Stärke giebt den cubischen Inhalt, welcher sogar bey krummstirniger Scheibenmauer mit mäfsigem Zirkel auf diese Art zu finden ist.

Bey Gewölbmauer kann man auf zweyerley Art verfahren.

Der cubische Inhalt derselben kann erstens durch blofse Berechnung gefunden werden, indem man den Querschnitt des Gewölbes mit dessen Länge multiplizirt, ersteren Querschnitt aber ebenfalls berechnet.

Die Querschnittsfläche eines ganzen Kreisgewölbes, oder eines Theiles desselben ist:

(il* — r*)ir. wo B und r den äufseren und inneren Halbmesser des Ge- wölbes, a: den Winkel am Mittelpunkte und t die Ludolphische Zahl 3,141 bedeutet. Der Flächeninhalt wirklicher geometrischer Ellipsen ist, wenn a die Hälfte der grofsen, b die der kleinen Axe bedeutet, :=z ab ic, daher der zwischen zwey parallelen Ellipsen enthaltene FläcBenranm, welchen der Querschnitt eines solchen Gewölbes darstellt, wenn A und B die halben Axen der äufseren, a und b die der inneren Ellipse bedeuten (AB — ab) x.

Der zwischen zwey parallelen EUipsenbogen , AB und R, Taf. III. Fig. 25., enthaltene Flächenraum, welcher dnrcti die beyden Normalen AA und BB begrenzt wird, wie diesen der Querschnitt eines wirklichen elliptischen Gewölbes darstellt, wird gefunden, wenn man die Länge des inneren Kurvenbogens A\R mit dem Abstände beyder Bogen, AA' BB multiplizirt und einen Kreisausschnitt dazu addirt, welcher den Abstand AA BB zum Halbmesser und den Winkel, welchen beyde verlän- gerte Normalen mit einander bilden , CJB zum Mittelpunktswinkel hat, daher die Fläche

Aa (A'R + Aa'..')

Die Länge des Ellipsenbogens AB kann durch Rechnung nur auf eine weitläuftige Weise und annähernd gefunden werden.

Setzt man die Abscisse vom Mi ttelpunkt e aus, EH tf, die hale grofse Axe

a, die hale kleine Axe c, — e, (i)* Ä, sin. p, daher

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80 erhält man die Länge des Ellipsen - Bogens A' K durch die endlose Reihe :

164 —

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In Fig. 25. Taf. III. wurde man daher auf diese Art die Länffe des EUipsenbogeiu lA =z: IK — A'K zu Buchen haben. Es wird jedoch nach AUem diesen wohl noi in höchst seltenen und Ausnahms- Fällen zweckdienlich erachtet werden, den Ellipsenbogen auf diesem anfhältlichen Wege der Rechnung zu suchen

Eine für den practischen Gebrauch besser anwendbare Formel, welche dadurch erlangt wird, dafs man aus einer ähnlichen unendlichen Reihe nur soviet Glieder genommen hat, als nöthig sind, um ein schon sehr genaues Resultat der Rechnung zo erhalten, ist folgende:

Nennt man EL Fig. 25. Taf. III. die hale grofse Axe der Ellipse 'M die hale kleine, c, die Abscisse EH vom Mittelpuncte aus so ist der zu derselben gehörige Bogen K sehr genau

Aus Kreisbogenstucken zusammengesetzte Ellipsen wird man daher am besten nach diesen berechnen.

Der auf der inneren Seite von einer Kettenlinie begrenzte Flächenraum AA' BBf Diy Taf. IL Fig. 17., welchen der Querschnitt eines Kettengewölbes darstellt, ist, wenn man AA h ACj die Höhe, ;r, den Bogen AB v und y die in 40. Abschnitt lY. bezeichnete Yerhältnifszahl der Kettenlinie nennt 2bv. by. are. tg

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y Eine Berechnung andrer Art, deren sich die Werkleute bey practischen Ausfüh- rungen häufig bedienen, ist aber die: nach der Länge der mittleren Wölung, (Abschn. rV. §. 24.) Taf. I. Fig. 10., indem sie die letztere mit der Stärke und Länge des Ge- wölbes multipliziren , welches Verfahren, bey Gewölben aller Art anwendbar, den cnbischen Inhalt derselben hinlänglich genau giebt. Ist hierbey die Richtung und Länge der mittleren Wölung nicht gut zu finden , so wird die innere , über die Verschalong, und die äufsere. Ober auf letztere aufgesetzte Spreizen, aus beyden endlich das Mittel, genommen.

Die Länge der mittleren Wölung bey gewöhnlichen Gewölben von 3 und 4 Zoll Zirkel, kann man auch durch eine sehr einfache Rechnung finden, indem, ennrdeo Halbmesser, w die Sehnenlänge bedeutet, bey 3 Zoll Zirkel: L. 0,9785. r oder 4.0,9785.10. 1,0396 .y. ist; bey 4 Zoll Zirkel

L 1,2867 . r 1 . 1,2867 . ta 1,0712 . to.

Die Schachtmauerung dirfte sich eiffentlich, in Bezug auf den dabey statt findengen Kostenaufwand, stets in zwey Abtheilungen sondern lassen : in die kostbareren Tra- Sebögen und die darauf gesetzte ungleich wohlfeilere Stofs- oder Kellerhals -Mauerung. ey der Angabe der Kosten nach dem cubischen Inhalte oder nach einer gewissen Teufe , werden jedoch beyde zusammengeworfen und daraus der mittlere Kostenaufwand für ein gewisses cubisches Maafs, gewöhnlich Cubik-fJle, ausgezogen.

Einige besondere Angaben des Kostenaufwandes bey einzelnen wirklich ausgeführten Anlagen, sind folgend:

In Freyberger Revier:

1 ) Das Umbruchsort des Alten tiefen Fiirstenstollns wurde auf die , in Abschnitt y. 9- 41* näher angegebne und Taf. XV. Fig. 116. theilweis verzeichnete Weise in den Jahren 1824 und 1825 auf 7jt Lr Länge in elliptische Mauerung gesetzt, welche

— 165 —

Torn, zunächst dem Mandloche, auf zwey 7 Ellen weite, Elle starke, 1 Elle breite Elrdbögen von Elle Bogenhöhe steht.

Diese Manerungsanlage , welche durch mehrere besondere Umstände sehr yertheuert wurde, kostete:

Beym Zufuhren und Widerlagerhauen: An Lohnen:

Zimmerlings -Lohne 91 ThLr. 18 Gr. 9 Pf.

Häuer- 459 - 12 - 5 -

Förder- 5- 12-5-

Feyertagsschichten 23- S-1-

An Materialien 1- — '- — -

Schmiedekosten 30- 4-9-

Demnach k Lr. 76 Thlr. 10 Gr. 1 Pf . 611 Thlr. 8 Gr. 8 Pf.

Beym Mauern:

An Löhnen:

Maurerlöhne 170 Thlr. 9 Gr. 1 Pf.

Förder- 31 - 20

Feyertagsschichten 3- 15-2-

An Materialien, als: 15 Ruthen Steine )

57 Tonnen Kalk 435 - 14 - 3 -

222 Fuhren Sand )

Schmiedekosten 15- —

ä Lr. 87 Thlr. 12 Gr. 2f Pf. 656 Thlr. 7 Gr. 6 Pf.

Demnach die Gesammikosten 1267 - 16 - 2 -

und ä Lr. 163 Thlr. 22 Gr. 3f Pf.

2) Im Jahre 1826 wurde auf dem Neuen tiefen Fürstenstolln , der von Tage nieder saigere und in sehr schwerkötiger , zum Theil ganzer Schrot- Zimmerung stehende Glückauf Tageschacht auf Lr. Teufe in Mauerung gesetzt, Taf. XVII. Fiff. 125. Er erhielt 4 Ellen 12 Zoll Länge, 1 Elle 12 Zoll Weite an den Stöfsen, 2 Ellen in der Mitte, daher in jedem langen Stofse im Ganzen 6 Zoll Zirkel.

Die Haupttragebogen in den kurzen Stölsen, so wie die dazwischen eingespannten, der hangende und der liegende Bogen, sind Elle stark; alle haben 4 Zoll Zirkel, erstere Grad Ansteigen vom Liegenden nach dem Hangenden. Die aufgesetzte Scheibenmauer ist durchschnittlich 1( Elle stark. Diese Mauerung kostete:

Beym Zufuhren und Widerlagerhauen: An Löhnen:

Häuerlöhne 93 Thlr. 7 Gr. 9 Pf.

Förderlöhne , 29 - 7 - 8 -

An Materialien, als: 47J Pfd. Pulver ( O iq

50 Stiick Körben J y - la -

Schmiedekosten S —

oder k Lr. 25 Thlr. 11 Gr. 9, Pt 140 Thlr. 4 Gr. 8 Pf.

Bey der Mauerung:

An Löhnen:

Maurerlöhne 119 Thbr. 5 Gr. 1 Pf.

Handlanger- uhd Steinhängerlöhne 42- 4- — -

An Materialieti, als: 152 - 23

Brechen von 12 Ruthen Steinen 46 Thlr. 8 Gr. — Pf.

Fuhrlohn 54 -

32i Tonnen Kalk 41-10-— -

6 Fuhren Sand 2 - 16

Seilaufwand 4- 13-

Bruclizins 4- — - -

Schmiedekosten - 3 - 6 -

318 Thlr. 11 Gr. 7Pf.

ä Lr. 57.Thlr. 21 Gr. ii Pf. Demnach in Summe

458 Thlr. 16 Gr. 3 Pf. und ä Lr. 83 - 9 - 8t-

3) Im Quart. Crucis 1828 wurde der, auf dem vom Königl. Neuen tiefen Fürstenstolln mit übernommenen Anna verstuften StoIIn in sehr schwerkötiger Zimmerung stehende saigre Gotthelf Schaller Tageschacht, von gegen 3 Fahrten Teufe auszuinaaern begonnen. Da das Gestein sehr feig war und das Hangende keine festen Widerlager darbot, so mufste zuerst der hangende Tragebogen von gegen 9 Ellen Weite gespannt, und dabey noch, vorzüglich mit dem mitternächtlichen Fufse auf breite Steinplatten aufgesetzt werden; gegen ihn spannten die gegen 5 Ellen weiten, vom Liegenden nach dem Hangenden unter 22 Grad ansteigenden kurzen Stofsbögen, auf weiche endlich der liegende Trageboffen aufgesetzt wurde. Alle Bögen erhielten auf die Elle 3 Zoll Zirkel, 1 Elle 12 Zoll Stärke und eben soviet Breite. Die Länge des hangenden Hauptbogens y nach der mittleren Wölung ist Elle , die der beyden Sto&bögen 5 Ellen, die des liegenden Bogens ebenfalls 5 Ellen.

Der Schacht selbst hat im Lichten 4 Ellen Länge, an den Stöfsen 1 Elle 12 Zoll, in der Mitte 1 Elle 20 Zoll Weite , daher in jedem langen Stofse im Ganzen 4 Zoll Zirkel; die aufgesetzten Stofsmauem haben durchschnittlich Elle Stärke.

Die Zeichnung von dieser Schachtmauerung ist Taf. XVIU. Fig. 127. gegeben. Mit Schlufs des Jahres 1828 hatte man die Scheibenmauer 19 Elle hoch über diese Bögen aufgeführt.

Die bis dahin aufgewendeten Kosten dieser Mauerungs Anlage waren folgende:

Beym Widerlagerhau und Bogenaufsetzen : An Löhnen:

Zimmerlingslöhne 3 Thlr. 12 Gr. — Pf.

Häuerlöhne 53 - 22 - 4 -

Feyertagsschichten 6- — -11-

An Materialien:

50 Ellen Holz 2 - 10 - — -

Schmiedekosten 2 - 14 - 4

Beym Mauern: 68 Thlr. 17 Gr. 7 Pf-

An Löhnen:

Maurerlöhne '. 115 Tbl. 6 Gr. 1 Pf.

Zuförderlöhne 25 - — - — -

Feyertagsschichten 4-23-10-

An Materialien, als: 14 Ruthen Steine

291: Tonnen Kalk 88 - 2 - — -

22 Fuhren Sand )

Kübel und Seil 4 - 20 - — "

Schiniedekosten 5 - — - — j;

280 Thlr. 3 Gr. H Pf Gesammtkosten 348 Thlr. 21 Gr. 6 Pf. In Schneeberger Revier:

4) Das 6te Lichtloch auf dem tiefen Mark Semmler Stolln, untere Revier, wie Abschnitt Y. 64. schon bemerkt worden, in saigre, umlaufend elliptische Mau' rung gesetzt. Diese steht auf drey Seiten, auf der festen Gesteinsohle neben dem StoUn, mit welchem sie durch ein Communications - Ort mit darüber geschlagnem EUe weiten Bogen von 36 Zoll Bogenhöhe in Verbindung, steht. Der Schacht hat Lr. Tiefe, 1 Elle 21 Zoll gröfste Weite, 4 Ellen Länge, im Lichten, und 1 Elle Mauerstärke; auf die ganze angegebne Tiefe hat er vier umlaufende Spannschichten von 1 Elle Höhe und 1 Elle Stärke.

Im Durchschnitte kostete 1 Lr. von dieser Schachtmauerung:

Abzutreiben und zuzuführen 81 Thb:. 15 Gr. 6 Pf

Widerlager zu haven nnd Bogen zu setzen 8- 10-1'

214 Thlr. 6 Gr. 10 Pf-

— 167 —

5) Unter dem 13. Lichtloche des tiefen Mark SemnUer Stollns wurde ein Stuck elliptischer StoUnmauer von 43 Lr., über demselben ein gleiches von Lr. Länge in der Abschnitt Y. 41. angegebnen Art hergestellt. Für diese Mauerung inufste zuforderst 1 bis Elle tief und ii bis 2 Ellen weit Grund gesucht werden, um darauf die aus Quaderstücken zusammengesetzten Grundmauern aufzuführen.

Es wurde mit Sparrnthürstöcken , Abschnitt V. 42. und Abschn. VIII. 12* abgetrieben und darauf die Mauerung, von der Oberfläche der 1-j Elle starken, 1 bis 2 Ellen hohen Grundmauern bis zur Forste der Ellipse, im Lichten, 3 Ellen 16 Zoll hoch, auf der Sohle über den Grundmauern 2 Ellen weit, durchgängig 1 Elle stark, aufgeführt.

Das Abtreiben auf 37fi Lr. mit Lr. gröfserer Höhe und Lr. gröfiserer Weite kostete:

3770 Schichten bejm Abtreiben selbst 1813 Thlr. 11 Gr. 9 Pf.

1557 Schichten bey der Bergforderung auf dem StoUn 261 - 11-8- 2479 Schichten bey der Bergforderung in Schächten . 401 - 20 - 4 -

150 Schichten beym Bergversatz 23- 1-3-

Stammholz und Kastenstangen 255 - 23 - — -

Pfosten, Bretter und Schwarten 255 - 15

Eisen, Stahl und Schmiedekosten 149- 6-9-

Uebrige Materialien 38 - 23 - 3 -

2199 Thlr. 17 Gr. 2 Pf. woven 1499 Thlr. 21 Gr. — Pf. auf Löhne

699 - 20 - 2 - auf Materialien kamen. Demnach kostete 1 Lr. 58 Thlr. 9 Gr. 11 Pf. und das gesammte Abtreiben auf 45 Lr. 2657 Thlr. 21 Gr. 11 Pf. Gemauert wurden nach obigen Angaben 45 Lr. Hiervon kosteten die über dem 13ten Lichtloche stehenden Lr. 45 Schichten zuzuführen und Widerlager zuhauen 9 Thlr. 3 Gr. 1 1 Pf. 2 Schichten Mauerbogen zu fertigen und aufzusetzen — - 9 - — -

99 Schichten beym Mauern 21 - — - 1-

82 Schichten beym Handlangen 11 23- — -

48 Schichten beym Zufordrn 8- 11- — -

Holzmaterialien 1 - 6- — -

2f Ruthe Steine 19 - 15 - 9 -

6 Scheffel Kalk 7 - —

10 Fuder Sand 3 - 18 - — -

Eisen, Stahl und Schmiedekosten 4- 6- — -

86Thlr. 21 Gr. 9 Pf.

Demnach 1 Lr. 49 Thlr. 19 Gr. Pf.

Da die gesammte Mauerung 505 Cub. Fuls enthält, so kostete 1 Cub.Fufs

4 Gr. IfJ Pf.

Die unter dem 13ten Lichtloche ausgeführten 43| Lr. Länge kosteten: 4611 Schichten Widerlager haven und Zuführen 905 Thlr. 14 Gr. 6 Pf.

85 Schichten Mauerbögen fertigen und aufsetzen ... 17 - 9 - 9 -

2914 Schichten Mauern 639 - 2t - 5 -

3111 Schichten Handlangen 567 - 5 - 9 -

2871 Schichten ZufÖrdem 495 - 1 - 7 -

. Stammholz und Kastenstangen 191- 9-11-

95 j: Ruthen Steine und 391 Stück Grundsteine 1117- 23-3-

237 Scheffel Kalk 305 - 10

454i Fuder Sand 169 - 7 - 6 -

Eisen, Stahl und Schmiedekosten 224 - 2 - 2 -

Andere Materialien 11- 4-6-

4643 Thlr. 19 Gr. 4 Pf. Demna ch 1 Lr. 106 Thlr. 4 Gr. OtW

Zu dieiem Verfahren, aas den Koiten ebiei Stflckei Abtrelbeni auf die der ganien Linge sn folgern, welehei bey dieiem wie bey einigen der folgenden Beyipiele aogewendet |rorden iit, bin Ich durch die Art nnd Einrichtung der vorhandnen und in benntsenden TabeUen genSthigt worden.

— 168 —

Da nan die ganzen 43| Lr. 28466 Cub. Fufs Mauer enthalten , so kostete 1 Cab. Fnfs

3 Gr. 11 Pf.

Der Gesammtaufwand für die 45 Lr. Mauerung von 28970 Cub. Fufs Inhalt war

Für Abtreiben 2657 Thlr. 21 Gr. 11 Pf. Für Mauerung 4730 - 15 1

7388 Thlr. 13 Gr. —Pf.

Hiervon kam auf das Grundsuchen und Widerlagerhauen:

1443 Thlr. 17 Gr. —

6) Der 26 Lr. tiefe, unter ohngeföhr 80 Grad fallende Brigitter Tageschacht ist 19| Lr. tief in Kellerhals -Mauerung gesetzt. Hierzu sind in den kurzen Stdfsen zwey Haupttragebögen Ton 8 Ellen Weite, Ellen Bogenhöhe, Ellen Stärke und 2 Ellen Breite aus dem Liegenden in das Hangende gespannt ; auf ihnen ruben die beyden Tragebögen im Hangenden und Liegenden, von 5 Ellen Weite, 1 Elle Stärke und 20 Zoll Boirenhöhe, von denen der hangende 2 Ellen, der liegende 3 Ellen Breite hat. Die Stofsmauern haben i Lr. Breite, Elle Stärke; das zivischen ihnen eingespannte Kellerhals -Gewölbe 5 Ellen Weite, 20 Zoll Bogenhöhe, die liegende Mauer 5 Ellen Sehnenlänge; der Schacht hat daher im Lichten 5 Ellen Länge, Lr. Weite.

Der Kostenaufwand bey dieser Mauerungs -Anlage war folgender:- Beym Abtreiben auf Lr. Tiefe , mit Lr. mehr Höhe und Lr. bis Lr. mehr Weite:

484 Schichten beym Abtreiben 107 Thlr. 20 Gr. 7 Pf.

431 Schichten bey der Bergforderung im Schachte ... 28 - 18 - 5 An Stammholz und Kastenstangen 16- 20-6-

- Pfosten, Brettern und Schwarten 8- 22-4-

- Eisen, Stahl und Schmiedekosten 18- 17-1-

- anderen Materialien 12- 19-2-

193 Thlr. 22 Gr. 1 Pf. Demnach 19 Lr. 1592 Thlr. 4 Gr. 5 Pf. Beym Mauern:

336 Schichten beym Zufuhren und Widerlagerhauen . 68 Thlr. 1 8 Gr. 3 Pf.

31 Schichten beym Fertigen und Aufsetzen der Mauerbögen 6 - 15 - — -

3009 Schichten beym Mauern 639 - 18 - 10 -

1294 Schichten beym Handlangen 236 - 10 - 6 -

2212 Schichten beym Zufördern 379 - 15 - 6 -

an Holzmaterialien 144- 19- — -

89 Ruthen Bruchsteine 100 - 16- 7-

168 Scheffel Kalk 186 - 12 - — -

261 Fuder Sand , . . 108 - 18 - — -

Eisen, Stahl und Schmiedekosten 110 - 7- 3-

2582 Thlr. 6 Gr. II Pf. Demnach 1 Lr. 132 Thlr. 15 Gr. 4 Pf. Da die ganze Mauerung 21083| Cub. Fufs enthält, woven 6081 Cub. Fufs auf die Hauptböffen

15092| - - auf die übrige Mauerung kommen, so kostet 1 Cab.Fiifs

— Thlr. 2 Gr. H, Pf. Die gesammte Anlage kostet demnach:

An Abtreiben 1592 Thlr. 4 Gr. 5 Pf. - Mauerung 258 2 - 6 - 11 -

1 Lr. 214 Thlr. 6 Gr. llf Pf.

1 Cub. Fufs — . 4 - Pf.

7) Nun will ich nur noch die Durchschnittskosten einiger darin §, 10. Abschnitt VI. bezeichneten und Taf. XXVIII. Fig. 153. 154. 155. 156. dargestellten, schwierigen Mauerungspuncte angeben.

a) Von der 9ub 1. Taf. XXVIII. Fig. 153. bezeichneten Mauerung auf dem Sen Glucker Flügel des Tiefen Mark Semmler StoUns kostete das Lachter

— 169 —

Abzutreiben:

An Löhnen ... 28 Thlr. 4 Gr. 3 Pf. an Materialien . . 6 - 10 - 5 -

34 Thlr. 14 Gr. 8 Pf.

m

Zu mauern:

An Löhnen . . 81 Thlr. 20 Gr. 11,5084 Pf. an Materialien . 27 - 19 - 4,0170 -

109 Thlr. 16 Gr. 3,5254 Pf. 1 Cubikfufs 9 Gr. 8,1874 Pf. Demnach 1 Lr. abzutreiben und zu mauern 144 Thlr. 6 Gr. üj. Pf. b) Die Kosten der Mauerung sub 2. zivischen dem 6ten und 13ten Lichtloche der unteren Revier des Tiefen Mark Semmler StoUns, sind zum Theil schon ad 5. gegeben worden. Von der übrigen Länge kostete 1 Lr.

Abzutreiben :

An Löhnen . . 41 Thbr. 3 Gr. 2,4818 Pf.

an Materialie n .22 - 13 - 0,2474 -

63 ThLr. 16 Gr. 2,7292 Pf. Zu mauern:

An Löhnen . . 79 Thlr. 14 Gr. 11,0434 Pf. an Materialien . 35 - 22 - 7,0425 -

115 Thlr. 13 Gr. 6,0869 Pf. 1 Cubikfufs zu mauern 5 Gr. 5,7974 Pf. 1 Lr. abzutreiben und zu mauern 179 Thlr. 5 Gr. Pf. c) Von der sub 3. bezeichneten Mauerung auf dem Bergkappener Fliigel des Tiefen Fürstenstollns in Schneeberg, kostete 1 Lr.

.A-hzutreiben

An Löhnen . . 83 Thlr. 4 Gr. 5,333 Pf. an Materialie n . 28 - 17 - 0,8 -

111 Thlr. 21 Gr. 6,133 Pf. Zu mauern:

An Löhnen . . 67 Thlr. 9 Gr. 10,2857 Pf.

an Materialien . 40 - 9 - 4,2857 -

107 Thlr. 18 Gr. 2,5714 Pf. 1 Cubikfufs zu mauern 6 Gr. 7,4013 Pf. 1 Lr. abzutreiben und zu mauern 219 Thlr. 15 Gr. Pf. d) Die Mauerung 9ub 4. auf dem Rolander Flügel des Tiefen Fürstenstollns iiberm Rappold, kostete pro Lr.

Abzutreiben :

An Löhnen . . 53 Thlr. 1 Gr. 1,0937 Pf.

an Materiali en .12 - 20 - 8,8842 -

65 TUr. 21 Gr. 9,9779 K Zu mauern:

An Löhnen . . 87 Thlr. 12 Gr. 1,6841 Pf. an Materialien . 36 - 3 - 8,0001 -

123 Thlr. 15 Gr. 9,6841 Pf. 1 Cubikfufs zu mauern 11 - 8,3462 - 1 Lr. abzutreiben und zu mauern 189 Thlr. 13 Gr. Pf.

lieber die Kosten trockner Mauerung kann ich aus dem Grunde nicht wohl etwas Näheres angeben, da dieselbe in neuerer Zeit als wirkliche Strecken- oder Schacht- Mauerung zur Sicherung gegen Torhandnen Druck, nicht ansgefiihrt wird.

Extract aus den Stollnregistem über den Kostenaufwand bey dem in Schneeberger Revier vorkommenden Widerlagerhanen aus der Wassersaige fiir die Anlage von Grundmauern.

-- 170 —

Für die Anlage der im vorigen ad 5. bezeichneten Mauerung unter und über dem 13ten Lichtloche auf der unteren Revier des Tiefen Mark Semmler Stollns zu Schneeberg, wurden, von Qu. Luc. 1811 bis mit Qu, Trin. 1812 10 Lr. auf beyden Seiten, im Hangenden und Liegenden dergleichen Widerlager gehauen, mit 1 bis 24 EHen Hohe Ü bis 2 Ellen Weite. Diese kostieten:

an Löhnen 306 Thlr. 20 Gr. — Pf. incl. 45 Thlr. 18 Gr. 10 Pf. Bergforderung

an Materialien und Schmiedekosten: 10 Thlr. H Gr. 2 Pf. als: 142 lange Eisen auszuschmieden & 3 Pf. ... 1 Thlr. 11 Gr. 6 Pf. 4 lange Eisen aus 8 alten zu fertigen ä8Pf. . — - 2-8-

4 lange Stecheisen aus 8 alten zu fertigen k 4 Gr. — - 16 - — - -

5 Stecheisen zu stählen mit 16f Pfd. ä3Gr. . — - 15- — -

16i Pfd. Stahl 2 - 19

Abgang an Schlämmkratzen k Stück 1 Thlr. 8 Gr. — - 16- — - Abgang an langen und Stech -Eisen k Stück 5 Thhr. 3 - 21 - —

Ut9*

Gesammtkosten . . 317 Thlr. 7 Gr. 2 Pf. Demnach l Lr. . . 31 - 17 - 6y -

Vergleichung der gewöhnlichen doppelten Thürstockzimmerung mit der sogenannten Sparrnzimmerung. Es sey mir erlaubt, diese in einem Auszuge und nach dem Anhalten einer vom ehemaligen Oberkunstmeister Baldauf zu Freyberg schon im Jahre 1800 angestellten gutachtlichen Vergleichung zu geben, so weit möglich nach den jetzigen Materialien -Preisen abgeändert. Taf. AlY. Fig. 112. 113. Der O.K.M. BaliMj hat hierzu ein 47 Lr. langes Stuck auf der unteren Revier des Tiefen Mark Semmler Stollns zu Schneeberg, von welchem schon Lr. hergestellt waren, angenommen,

Der hierbey zu erlangende Nutzen besteht

1) In Ersparnifs an Holzmaterialien zum Abtreiben,

2) In Ersparnifs an Arbeitslöhnen, vornehmlich beym Aushauen des Raumes,

3) In Ersparnifs an anderen Materialien.

Beym Abtreiben der angeführten Lr., welche 11 Getriebe zu 3 Ellen erforderten, hatte man durch die Sparrnzimmerung 110 Stück Abtreibepfähle erspart, folglich auf 47 Lr. Länge, welche 54 Getriebe in sich fassen, 540 Stück Abtreibepfähle oder fso. Schwarten.

Diese betragen, incl. des Abrichterlohnes:

damals jetzt

13 Thlr. 3 Gr. 15 Thlr. 9 Gr.

Durch die kurzen Kappen der Sparrnzimmerung ersparte man bey 11 Getrieben 77 Ellen Holz, daher bey 54 Getrieben 378 Ellen Stammholz, welche, zu 24 Ellen brauchbar gerechnet, 15| Stämme geben. Diese betragen:

damals k Stamm 18 Gr. jetzt k Stamm 20 Gr.

11 Thlr. 19 Gr. 6 Pf. 13 Thlr. 3 Gr. — Pf.

Daher die Gesanunt- Ersparnifs an Holzmaterialien auf 47 Lr. Länge:

damals jetzt

24 Thlr. 22 Gr. 6 Pf. 28 Thlr. 12 Gr. — Pf.

und auf 1 Lr.

6 Gr. —14 Pf. 8 Gr. Pf.

Eine zweite Ersparnifs erlangt man durch den minderen Aufwand an Arbeitslöhnen, welcher aus der geringeren Gröfse des auszuhauenden und abzutreibenden Raumes hervorgeht. Denn die beyden Winkel Fig. 112. a und h enthalten pro Lr. 40 Cub.EU®°' daher auf 47 Lr. Länge 1880 Cub. Ellen. Da nun 1 Cub.Elle anstehendes Gestein, den dort geraachten Erfahrungen zufolge, Kübel Berge schüttete, so wurden auf 47 Lr* 17860 Kübel 297 fso. Kübel Berge zu fördern erspart.

1 fso. Kübel Berge auf 200 Lr. Länge und durch einen 6 Fahrten tiefen Schaclir

— 171 —

ZU fördern, anf 12 Gr. angeschlaffen, halte man hierdorch eine zweyte Erspamifs von 148 Thlr. la Gr. oder ä Lr. 3 Thlr. 3 Gr. Pf. erlangt.

Das gesammte Abtreiben und Einbringen eines dreyelligen Getriebes kostete, nach Balda%f an Arbeitslöhnen nach der ersten Art, der Sparrn -Zimmerung, 20 Thlr, nach der zweyten, der ganzen Thürstock- Zimmerung 38 Thlr., doch ist hierbey der Ver ffleich unsicher , da das erste verdingt, das zweyte in Schichtarbeit angenommen wurde. Da mir nun die dieser Angabe zu Grunde gelegten Einzelnheiten unbekannt geblieben sind, so habe ich diesen Theil der Vergleichung unergänzt lassen müssen. Indefs sind die Arbeitslöhne noch als dieselben anzunehmen, welche sie damals waren, indem die Sätze zwar verändert, jedoch nur um soviet erhöht worden sind, als das den Arbeitern jetzt nicht mehr gereichte Geleucht betrug. Es betrugen daher die Arbeitslöhne fiir die gesammten 54 Getriebe bey Sparmzimmerunff 1080 Thlr.; in Thürstockzimmerung würden sie betragen haben: 2052 Thlr., daher bey ersterer 972 Thlr. erspart worden, worn indefs die oben speciell angegebne Ersparnifs an Bcrgförderung mit begriffen ist. Würde das Abtreiben in ganzer Thürstockzimmerung ebenfalls verdingt worden seyn, so dürften die Arbeitslöhne für das Einbringen eines Getriebes anf 26 Thaler anzusetzen seyn, daher auf 54 Getriebe 1404 Thlr. mehr, als bey der ersten Art.

Um nach Allem die Gesammterspamifs , die der written Art, für andere Materialien mit gerechnet, auszumitteln, sind, der Erfahrung zufolge, die Arbeitslöhne dem sämmtlichen Materialienaufwande gleich zu setzen, daher die Gesammtkosten für den Einbau eines Getriebes Sparrnzimmerung 40 Thlr., die für gewöhnliche doppelte Thür- stockzimmerung 52 Thb-., oder auf 54 Getriebe 2160 Thlr. und 2808 Thlr. betragen werden. Man wird demnach bey ersteren 54 Getrieben auf 47 Lr. Länge 648 Thlr. oder auf 1 Lr. 13 Thlr. 18 Gr. Pf. ersparen.

Der y ortheil, welchen die Ellipsenmauerung Taf. XIV. Fig. 112. gegen die ehemals angewendete sogenannte ganze StoUnmauerung Fig. 113. hinsichtlich des Kosten- Aufwandes für die erste Anlage giebt, ist im Allgemeinen folgender. Die im vorigen angegebnen Lr. elliptische Mauerung kosteten

an Materialien 165 Thlr. an Löhnen . 231

396 Thb. oder k Lr. 41 Thlr. 16 Gr. Pf. folglich die ganzen 47 Lr. 1959 Thlr. 2 Gr. 2j Pf.

Hätte man statt der elliptischen Mauerung die ganze StoUnmauerung angewendet, Bö würde man, letztere hinsichtlich der Hauptdimensionen der ersteren durchaus gleich angenommen, pro Lr. 3, auf die ganzen 47 Lr. 164| Cubikellen Mauer mehr aufzu- führen gehabt haben. Nimmt man an, dafs 1 Ruthe Steine 36 Cub. Ellen Gewölb- und Scheibenmauer giebt, so würde man Ruthen Steine, zu 8 Thlr. 36 Thlr., '4 Fafs Kalk zu 3 Thlr. 3 Gr. 14 Thlr. 1 Gr. 6 Pf. und 20 Fuder Sand k 10 Gr. 8 Thlr. 8 Gr. nöthig gehabt haben, (für Schneeberger Revier berechnet); 164| Cub. Elle zu mauern erfordern, bey zwey Maurern, welche pro Schicht 3 Cub. Ellen fertigen, 54 Schichten, ä 4 Gr. 6 Pf. 20 Thb. 6 Gr.

Dazu 54 Handlanger- Schichten a 3 Gr. 13 Thlr. 12 Gr. erforderlich.

Steine und Kalk zu hängen (3 Mann in 16 Schichten ä 4 Gr.), 8 Thlr.

Folglich hat man auf die ganze Länge von 47 Lr. 100 Thlr. 3 Gr. 6 Pf. oder auf 1 Lr. 2 Thlr. 3 Gr. 1 Pf. erspart.

Hierbey ist zwar auf die Anwendung und Bearbeitung der Grundstücke, so wenig als darauf Rücksicht genommen, dafs die Ellips, als ganzes Gewölbe, sorgfaltiger zusammengearbeitet werden mufs, als die alte StoUnmauerung mit Scheibenmauer auf beydeh Seiten , hingegen ist auch bey letzterer der, wenn auch nicht bedeutende, Mehraufwand an pezäh und anderen Materialien, nicht in Ansatz gebracht worden, da diese Vergleichung nur allgemein zu behandeln ist.

Einen letzten Yortheil der Ellipsenmauernng gegen die ältere StoUnmauerung hat man endlich darin gesucht, dafs bey letzterer die Tragewerksstege in zwey Anfallschalen oder Stelzen, d und e befestigt zu werden pflegten, während sie bey ersterer unmittelbar auf der Seitenmauer aufgelegt werden.

22

— 172 —

9 Ihlr. 8 Gr. nöthig waren, auf das Lr- demnach 4 Gr. 9U PL, welche vomit erspart worden. -*7 ?

Endlich bleibt mir nur noch das Nöthine über die Entwerfunir von MaueruDffs- Anschlägen übrig. 6 ö

Hierüber mufs ich vor Allem bemerken, dafs es nur selten geschieht, dafc für Mauerungs -Anlagen allein besondere ausführliche Anschläge bearbeitet werden, da man für kleinere, einfache, gewöhnliche Mauerung auf Strecken und in Schächten betreffend, wenn sie auch nach und nach auf bedeutende Längen und Teufen fortgezogen werden sollte, nur einen allgemeinen üeberschlag zu machen pflegt.

Gröfsere Anlagen aber kommen fast nur in Begleitung und auf Veranlassung anderer, z. B. Maschinen - Baue u. dergl. vor, deren Gesummt- Anschlägen alsdann der über die nothige Mauerung mit angeschlossen wird.

Für dergleichen ausfuhrliche Anschläge hebe ich hier aus einem Schema, welches der Herr Maschinendirector Brendel in Freyberg für die Bearbeitung von Kostenanschlä- gen zu den Bergbau betreffenden Bauausführungen entworfen hat, folgendes hieher ge- hörides heraus.

Mauerungs - Anschlag.

(Zuvorderst ist eine Uebersicht aller von den Maurern zu bewirkenden Ausfuhrongen zu geben), z. B.

— Cub.EUen Gewölbmauer zu — (dem und dem) — Gewölbe, an — (dem und dem)

— Orte, von — (so und soviet) — Weite — Höhe — Stärke u. s. f.

— Cub.EUen Gewölbmauer zu — (dem und dem) — Bogen, an — u. s. w. u. s.f.

u. s. f .

— Cub.EUen Gewölbe.

— Cub.Fufs KeUerhalsmauer zu

Höhe — Stärke u. s. f. u. s. f.

Ebenso ist die Scheibemiiauer, Ausschlagmauer u. s. f. (das Pflaster nach QuadrateUen,) auszuführen.

Es wird dazu nöthig seyn:

A. Materialien.

für — Ruthen Maaersteine k — Thlr. — Gr. — Pf., welche zu — Ciib. EUen Mauer erforderlich sind , wenn 1 dergl. Rnthe von — Ellen Länge und Breite, — Ellen Höhe, — Cub.EUen Gewölbe, oder — Cub.EUen Scheibenmauer, oder — Cub.Fufs Ausschlagemaner u. 8. f. giebt.

Anm. Mufs die Grube die Steine selbst brechen lassen, so ist einzeln anzusetzen: das Brecherlohn, der Pulveraufwand, Schmiedekosten nebst Gezäh -Abgang, das Beräumen des Bruches u. dergl.

für — Stück Quader, jeder — ZoU lang, — ZoU breit, — ZoU hoch ä — Thlr. Gr. — Pf. zu

für — Stück Ziegel - Tbk. — Gr. — Pf. zu

(Ebenso sind Thür- und Fenster - Gewände , Pflastersteine, Sohl- bänke, Stürze, Kragsteine, Simsstücke u.s.w. einzeln aufzuführen.)

für — Schefllßl Kalk ä — Thlr. — Gr. — Pf. incl. Fuhrlohn, wenn auf 1 Scheflel Kalk — Cub.Fufs Gewölbe oder — Cub.Fufs Scheibenmauer oder — Cub.Fufs Ziegelmauer u. s. f. gerechnet werden.

für — Cub.EUen oder — Fuhren Sand ä Cub.Fufs — Gr. — Pf. incl* Fuhrlohn, wenn auf 1 Cubikfufs Sand — Cub.Fufs Gewölbe oder

— Cub.Fufs Scheibenmauer u. s. f. gerechnet werden.

Seitenbetrag.

an bey — (so und soviet) — Weite —

Tbl.

Gr.

Pf.

TkIr.Cr

£Li

Uebcrtrag.

für Stahl, als: '

— Thlr. — Gr. — Pf. für — Ctr. — Pfd- — Stahl zu Häuergezäh und

dessen Unterhaltung beym Zufuhren und Widerlagerhauen

— . — — fiir — Ctr. — Pfd. zu Maurergezäh beym Steinzu-

richter und Mauern.

— — .fiir — Ctr. — Pfd. zu Zimmerlingsgezäh beym Rü-

sten, Bühnenschlagen , Lehrbogenmachen , Kalkkä- sten -anfertigen u. s. f. u. s. f. u. s. f.

ufi. für — Ctr. — Pfd. k Ctr. — Thlr. — Gr. — Pf-

fiir Schmiedeeisen, als:

— Thlr. — Gr. — Pf. für — Waage incl. Abbrand, k — Thbr. — Gr.

— Pf. zu — Stück Ankern, jeden — Elle lang Zoll stark.

(Auf gleiche Art ist das Erlegen des Gezähes, das Beschlagen der Fördergefafse zu berücksichtigen und das dazu erforderliche Eisen in Ansatz zu bringen.)

uU. für — Waag k — Thlr. — Gr. — Pf.

für Stammholz, als: — Thlr. — Gr. Pf. für — Stämme, bey — Ellen Länge nach — Zoll

stark zu — k Stamm — Thlr. — Gr.

— Pf. fVic/. Fuhrlohn.

u. s. f. u. s. f.

Uti.

für geschnittenes Holz, als:

Thlr. — Gr. — Pf. für — fso. Pfosten, jede — Ellen lang — - Zoll

breit — Zoll stark zu k fso. oder a

Stück — Thlr. — Gr. — Pf.

(Ebenso sind Bretter, Schwarten, Strafsbäame, Latten u.s.w. zu Treibepfählen, Kalkkästen, Schalbrettern u.s.w. in Anschlag zu bringen.)

uii.

für Haspen, und Nägel, als:

( Hier ist der Bedarf verschiedner Nägel u. s. w. einzeln aufzuführen.)

Ut9.

für Stückgezäh, als:

Ut8.

für Fordergeräthe, als:

( Sägen , Kaukämme , Winkeleisen u. s. w. sind in einzelnen Posten, nach Verschiedenheit des Preises in Anschlag zu bringen.)

(Hier sind Karm, Kübel, Kratzen, Troge u. s. f. in einzelnen Posten anzusetzen.)

ff/#.

für Berapp- und Abputz- Materialien, als:

(Aufser Kalk, Sand, Zwecken und Nägeln, welche unter ihren eignen Rubriken, mit Nachweisung des Gebrauches, bereits aufgeführt sind, ist hier

Seitenbetrag.

TWr

Gr. PM

Uebertrag.

noch des Drahtes , Rohres, Firnisses, Ruises il8.w., so wie der Milch, der Pinsel, Streichbretter, Leisten u. s. w. zu gedenken nnd ihr Betrag in einzelnen Posten aufzufuhren.)

uti. für Gezähhelme, als:

(Hier sind die erforderlichen Helme aller Art in einzelnen Posten in Ansatz zu bringen.)

mU.

Summa.

B. An Ldhnen.

Hänerlöhne, für — Cub.Fufs Gestein zu Widerlagern auszuhauen k Cub.

Fufs — Tbk. — Gr. — Pf.

(Diese sind wo möglich für jeden einzelnen Theii der Anlage besonders in Ansatz zu bringen.)

uU. Maurerlöhne, als:

— Thlr. — Gr. Pf. für — Cub. Ellen Gewölbe zu fertigen k Cub. Elle

— Gr. — Pf.

-m Steinzurichterlohn hierbey k Cub.EUe — Gr. — Pf. ... .....fur — Cub. Ellen Scheibenmauer zu fertigen äCab.

Elle — Gr. — Pf.

— . Steinzurichterlohn liierbey k Cub.EUe — Gr. —Pf.

u. s. f. jede Art Mauer für sich. - für Quadrat -Ellen Mauer zu berappen, k Qoa-

dratelle — Gr. — Pf.

— - ..— für — - — zuznputzen, k Quadratelle

— Gr. — Pf. u. s. f.

. . - für — Scheflfel Kalk zu löschen, ä Schfl. — Gr.— Pf. —. - — -fiir — Cub. Fuls Sand zu sieben , ä Cub. Fufs — Gr.

— Pf.

.— . — für — Cub. Fufs Kalk einzumachen , a Cub. Fub

— Gr. — Pf. u. s. f. u. s. f.

uti. Zimmerlingslöhne , als :

(Hier ist aller Aufwand in einzelnen Posten anzafuhren, der beym Abtreiben, Rüsten, Bühnenschlagen, Lehrbogenmachen , Beschalen, Ablehren, Kalkkä- stenmachen, so wie bey der Reparatur der Fördergefafse. Gezähe und Geräthe, des Tragewerks, Tonnenfachs u. s. w. und endlich beyxn Wiederabtragen der Gerüste, Bühnen, Lehrbogen u. s. f. statt findet.)

uts. Fuhr- und Förder -Löhne, als:

(Hierunter ist aller Aufwand in einzelnen Posten aufzuführen, welcher mit dem Anfahren aller und jeder Art Mauermaterialien , und ihrem Weiterbringen bis an die Arbeitsstelle des Maurers verbunden ist; inffleichen der nöthigen Z immer inaterialien und Ge- zähe in derselben Art, und endlich des Saubems und Wegschaftens der Berge und anderen Abgänge, mit Einschlufs der Gerüste n. dergl.)

Ui9.

Seitenbetrag.

Uebertrag,

Knecht- und Handarbeiter -Löhne, als:

( Hieher gehört blofs der Aufwand für das Gmnd-

graben, das Auffüllen des alten Mannes u. dergl.

jedoch in einzelnen Posten und mit Angabe des Zweckes.)

Schmiedelöhne, als:

(Unter diese Ueberschrift gehört das Anfertigen, Schärfen und Instandhalten aller Maurer- Zimmerlings- und Förder -Gezähe und Geräthe, so wie das Anfertigen der Anker und was sonst mit der Anlage im eigenthümlichen Znsammenhange steht)

ut$.

Summa.

Demnach die Gesammt- Kosten der Anlage. An Materialien. An Löhnen.

Summa Summarum.

Bey sehr groisen Mauerungsanlagen, welche mit anderweitigen Ausfuhrungen, etwa Maschinen -Anlagen u. dergl. in Verbindung stehen, wird es zwar fiir eine völlig abgeschlossene Rechnung und zu einer genauen Ausmittelung des Gesammt -Aufwandes noch nöthig seyn , den Schmiedeaufwand bey Unterhaltung des Schmiedegezähes u. dergl. mit in Ansatz zu bringen, da jedoch dieser Aufwand cQsdann fiir die Gesammt -Aus- führung, von welcher die Mauerungsanlage nur ein Theil ist, zusammengenommen wird , so glaube ich , ohne zu weitläuftig zu werden , hier nicht füglich auf diesen Theil weiter eingehen zu können.

Zum Schlüsse dieser Abhandlung sey es mir erlaubt, anhangsweise einen von dem Hrn. Bergmeister Thürnagel in Tarnowitz in Oberschlesien, abgefafsten Aufsatz über die daselbst, aufserdem aber auch etwas über die in den Niederlanden angewendete Senkmauerung beyzufiigen.

Anhang.

lieber die Mauerung im schwimmenden Gebirge wie dieselben auf der Friedrichsgrube zu Tarnowitz in Oberschlesiea ausgeführt wird.

Die Mauerarbeiten zerfallen

a) in Schacht- Mauerung, und zwar:

a) in ganze Mauerung von unten nach oben, p) in Pfeiler -Mauerung von oben nach unten, y) in Senk -Mauerung;

b) in Strecken -Mauerung,

und werden nur da angewendet, wo man die Absicht hat, einen im schwimmenden Gebirge abffesunkenen- Schacht, oder eine Strecke, lange offen zu erhalten. Durch Erfimrungen ist es nehmlich bekannt, dafs im Friedrichs Gruben- Gebirge eine hingebrachte und trocken stehende Zimmerung nicht länger als durchschnittlich 4 Jahr dauert, und dann ausgewechselt werden mufs. Die Auswechselungen werden von Jahr zu Jahre kostbarer, weil durch dieselben ein mit Bolzenschrot -Zimmerung abgesunkner Schacht nach und nach in ganze Schrot- Zimmerung zu stehen kommt, und eine Strecke Thürstock an Thiirstock erhält. Mufs daher eine Zimmerung dreymal erneuert werden, so kann für die darauf zu verwendenden Kosten Mauerung hergestellt werden, die, gröfserer Sicherheit wegen, grofse Vorzüge besitzt.

Sobald daher zu übersehen ist, dafs ein Schacht oder eine Strecke 12 Jahre und länger offen erhahen werden mufs, so ist die Anwendung von Mauerung rathsam, und kommt dann in der Kegel zur Ausführung. In diesem Falle wird beym ersten Betriebe gleich auf die später hinzubringende Mauerung Rücksicht genommen.

Oefter entscheidet es sich jedoch erst lange nach Betreibung eines Ortes oder nach Absinkung eines Schachtes, dals hinzubringende Mauerung Gewinn verspricht. Je nachdem der eine oder der andere Fall eintritt , erleiden die Mauer- Arbeiten eine Abweichung. In ersterem Falle ist nehmlich die für die Mauerstärke erforderliche Weite schon vorhanden, und die Mauerung kann leicht eingebracht werden. Im anderen Falle hingegen mqfs man erst die erforderliche Weitung schaffen, welches nur durch ein neues Abtreiben möglich zu machen ist. Wer die Getriebe - Arbeiten . kennt , dem wird es nicht schwer fallen, jn jedem besonderen Falle anzugeben, auf welche Weise das nachträgliche Abtreiben für herzustellende Mauerung am zweckmäfsigsten auszuführen ist. Ich be- rühre defshalb diesen Theil der Arbeit nicht weiter , und wiederhole nur die bey den Getriebe -Arbeiten allgemein gegebnen Regeln, dafs es von der Beschaffenheit des Gebirges abhängig zu machen, ob die auf einmal zu nehmenden Felder grofser oder kleiner gefafst werden können, und dafs man es niemals unterlassen darf, die durch das neue Abtreiben in ihrem Zusammenhange gestörte alte Zimmerung, durch Verwandruthung , Verklammerung, Abfangen, Streben u.s.w. wie die Umstände es erfordern, jedesmal gehörig zu sichern. Aus dem bisher Angeführten folgt zunächst, dafs die Grubenmaurer mit den Getriebe -Arbeiten wohl vertraut seyn müssen, und dafs dazu nur die geschicktesten Arbeiter anzulernen sind.

Dieser stets zu beobachtenden Regel lasse ich, zur Vermeidung von Wiederholungen, mehrere andere, für sämmtliche Mauerarbeiten allgemein gültige Regeln folgen, ehe ich zur technischen Beschreibung der einzelnen Arbeiten übergehe. 1) Vor dem Anfange jeder Mauerung ist zunächst die ihr zu gebende Stärke zu bestimmen. Durch Erfahrung weifs man, dafs auf der Friedrichs -Grube 20 Zoll Mauer-

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stiirke die angemessenste ist. Selten erhält die Maueiung Ober 20 Zoll Stärke, und diefs nur an den äiifserst dnickhaftesten Punkten Sehr oft reichen 18 Zoll Mauerung aus , und bisweilen noch weniger , letzteres jedoch einzig und allein in Strecken , wenn darin nur kurze, wenig druckhafte Seiten - Mauerung gefertigt werden darf

2) Bey der, der Mauerung vorausgehenden Getriebe -Arbeit ist aufs sorgfältigste jede überfliissige Weitung zu vermeiden. Soll z. B. ein Ort 40 Zoll lichte Weite, und auf jeder Seite 20 Zoll Mauerstärke erhalten, so mufs man es zwischen den Pfäh- len der beyden Seitenstöfse 80 Zoll weit nehmen, so dafs also die Thiirstocke mit ihrer Stärke in den zu öflnenden Raum zu stehen kommen. Wollte man nehmlich ein Ort weiter fassen, so machete man unnöthigen Aufwand von Materialien und Arbeit, und hat zulelzt noch den Nachtheil , den iiberflüssigen offnen Raum versetzen zu müssta.

3) Ein Haupt -Ejrfordernifs ist es nehmlich, hinter der Mauening keine Höhlungen zu lassen, die einen ungleichförmigen Dmck verursachen, und Wasser -Ansammlungen bewirken könnten, zum gröfsten Nachtheile der Haltbarkeit der Mauerung.

4) Eben so wichtig und noch wichtiger ist es, das ganze hinter der Mauerung befindliche, zur Getriebe -Arbeit verwendete Holz wegzunehmen. An schwierigen Punkten müssen die Pfähle wohl stecken bleiben, ohngeachtet man dieselben gern fortnimmt, wo es immer nur angeht. Rundes oder eckiges Holz darf aber unter keinen Umständen stehen bleiben, und solle man dasselbe, wie es öfter geschieht, auch nur in so grofsen Stöcken nach und nach aushauen können, als die Gröfse eines einzelnen zu legenden Steines austrägt. Denn nimmt die Mauerung nach und nach den Druck des Gebirges an, so wirkt derselbe, da wo stärkeres Holz liegt nicht mehr gleichförmig, und man läuft Gefahr, dafs an solchen Punkten die sonst ganz gut gefertigte Mauerung herausgedrückt wird. Ein so verursachter Schaden ist nachher sehr schwierig wieder gut zu machen, weil der erste Angriff zu schwer zu bewerkstelligen ist, und defshalb mufs alle Aufmerksamkeit verwendet werden, ihm vorzubeugen.

5) Wenn nicht besondere Gründe dafür sprechen, einen Schacht oder ein Ort gleich nach dessen Betriebe auszumauern, so thut man wohl 2 bis 3' Jahre damit zu warten, weil während der Zeit das Gebirge mehr abtrocknet und die Mauerarbeit erleichtert wird*

Länger zu warten ist aber nicht zu empfehlen, weil sonst die Zimmerung zu schlecht wird, und in diesem Falle die Arbeit mit mehr Gefahr verknüpft ist, auch leicht besondere Auswechselungen nothwendig macht.

6) Liegen auf bestimmten Lagen des Gebirges in gröfserer Menge Wasser, so geschieht es wohl, dafs man versucht, demselben, nach vorausgegangner Verlettung, durch in die Mauerung eingesetzte Holz -Pflöcke, einen bestimmten Abflufs 9u verschaffen, um zu verhindern, dafs dieselben nicht durch die Mauerung selbst dringen, und deren Bindemittel nach und nach auflösen. Ein solches Verfahren mufs aber mit viewer Vorsicht, und kann überdiefs nur in festen Letten -Lagen geschehen, damit die Wasser nicht schlämmen, hinter der Mauerung Höhlungen bilden und dann die Haltbarkeit zestören* Ist letzteres nur im entferntesten zu fürchten , so mufs den Wassern gestattejt werden, sich selbst einen Abflufs zu suchen.

7) Bey Schacht -Mauerungen ist es ganz besonders nothwendig, senkrechte Mauerungen aufzuführen. Um gewifs zu seyn , dafs man von der senkrechten Richtung nicht abweicht, ist es am zweckmäfsigsten , den Mittelpunkt des Schachtes auf der Hängebank sehr genau zu bestimmen, und von diesem Mittelpunkte ein Loih bis zu dem Punkte, wo gemauert wird, herabfallen zu lassen, welches dann überall das Anhalten giebt. Die gewöhnlichen Hülfsmittel der Tagemaurer zu Herstellung senkrechter Mauerung, so wenig dieselben auch verabsäumt werden dürfen, reichen doch nicht immer aus, weil einmal schon die, wegen des Lichtmangels sehr beschränkte Uebersichtlichkeit der Mauerung, und dann Bühnen und Zimmerung im Schachte es schwieriger machen, sich stets von der Genauigkeit und Güte der gefertigten Arbeit zu überzeugen. Gerade Streckenmauerung zu fertigen, hat keine Schwierigkeit. Besonderer Gezäh- stücke bedarf es übrigens bey dieser Arbeit nicht.

8) Die zur Mauerung zu verwendenden Steine, hier Kalksteine, bedürfen einer besonderen Auswahl. Vor allen Dingen müssen sie fest seyn, und in der Witterung sich nicht auflösen , weil man sonst unhaltbare Mauerung erlangen würde. Femer müs- sen sie plattig, nicht ungestaltet seyn, damit sie gut über einander lager, und schon an und für sich fest in der Mauer liegen. Haben sie bey plattenförmiger Gestalt eine Stärke von 4 bis 6 Zoll, so sind sie ganz vorzüglich gut zur MadMnng geeignet, indem bey stärkeren Steinen weniger Bindemittel erfordert wird, als bey schwächeren.

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9) Die giU gewählten Steine können aber nicht, go wie sie sind, vermanert, s<äi- dcrn sie müssen zuvor erst sorgfähig behauen wden. Je nachdem sie zu gerader oder xa gewebter Mauerung verwendet werden sollen, miissen sie verschieden bearbeitet werden, und eigne Geschicklichkeit und Uebersichtlichkeit ist dazu erforderlich, dal bey dCT wenigsten Arbeit jeder Stein die für seinen besten Gebrauch weckinäfeigste Zurichtung erhalte. Hierauf ist nicht nur in öconomischer Rücksicht besondere Aufmerksamkeit zu venvenden , sondern auch wegen des beschränkten Raumes , zumal in Schächten, in welchen den Maurern keine grofse Wahl unter den zu verwendenden Steinen verstattet ist , indem stets nur eine geringe Zahl auf der Bühne liegen kann. Wenn auch die Steine im Bruche noch so gut ausgewählt werden, so finden sich nach* her doch immer einige darunter, welche weniger gut sind. Letztere sind stets in die hintere Wand der Mauer zu nehmen , vom dagegen nur die ganz tadellosen. Bricht da, wo gemauert wird, ein sonst festes, doch bey Zutritt der Witterung auflösliche Gestein, so kann man solches zur Kosten -&sparung überall dort anwenden, wo hinter der eigentlichen Mauerung noch Ausfüllungen nothweodig sind, wie diefs vorzüg- lich in allen Schachtecken statt finden mufs.

10) Endlich ist die Bearbeitung des Mörtels und seine Anwendimg für die Mauer- Arbeiten im schwimmenden Gebirge ein sehr beachtungswerther Gegenstand. Ein sehr starkes Auftragen des Bindemittels ist nirgends nützlich hier aber ausdrücklich schäd- lich, weil, je mehr vorhanden ist, desto mehr von den Wassern aufgelöst werden kaim, und dann die Mauerung in ihrem Znsammenhange leidet. Ein fester bindender Mörtel , auf gut gelagerte Steine schwach aufgetragen , giebt daher die beste Mauerung. Jenen für den Gebrauch in hinlänglicher Güte zu erhalten, hat man es durch Erfahrung am zweckmäfsigsten gefunden, einen eben frisch gebrannten Kalk von der vor- züglichsten zu erhaltenden Güte, kurz vor der Verwendung abzulöschen, ihn mit Sand zu untermengen, und noch warm zu vermauern. Es dürfen daher immer nur kleine Portionen Mörtel auf einmal bereitet werden. Ist der Kalk gut, so nimmt man, dem Maafse nach, auf 2 Theile angelöschten Kalk, 3 Theile scharfen Sand, ändert aber auch dieses Yerhältnifs nach anständen etwas ab. Ist es da, wo gemauert werden soll, sehr nafs, so wird auch wohl unter den bereiteten Mörtel, während seiner Verarbeitung, noch etwas angelöschter Kalk zerstreut, der, sich ablöschend, der Masse eine gröfsere Wärme mittheilt, und eine raschere Erhästung derselben nach sich zieht. Ueber die Consistenz des anzuwendenden Mörtels läfst sich nichts bestimmtes anfuhren, und wird dieselbe durch Erfahrung leicht gefunden. Im Allgemeinen kann aber, bey trockner Arbeit, der Mörtel etwas geschmeidiger, bey nasser Arbeit etwas zäher seyn, indem die zudringenden Wasser im letzteren Falle ihm bald die angemessenste Consistens verschaffen.

Idi komme jetzt zn den einzelnen Arbeiten selbst.

A. Die Schacht -Mauerung.

a) Die Schacht- Mauerung von unten nach oben ist diejenige, welche man da, wo man einen Schacht in Mauerung setzen will, am liebsten anwendet, weil dieselbe ununterbrochen fortgehend die meiste Haltbarkeit gewährt. Es wird voraus gesetzt, dafs der auszumauernde Schacht bereits beym Abteufen die nöthine Weitung erhalten, und dafe man gehörig berücksichtigt habe, ob man ihm eine rude oder ovale Form geben wilL Die letztere wird man stets bey tiefern mit Förderung belegten Schächten wählen, indem sie eine bessere Abiheilung von Fahr- und Förder -Schacht gestattet, wogegen man die rude Form bey kleineren, blofs zu Fahrung bestimmten Schächten, wie z. B. bey den ersten Lichtlöchern eines in sanft ansteigendem Gebirge getriebenen StoUns, anwendet. Also dieses voraus gesetzt, kommt bey der hinzubringenden Mauerung zunächst alles darauf an, für dieselbe einen festen Fufs zu verschaffen. Kommt die Sohle eines Schachtes , wie es hier, auf Friedrichs - Grube, in dbr Regel der Fall ist, in festes Gestein zu stehen, so mufs dessen gröfsere oder geringere Haltbarkeit beurtheilt werden, um zu bestimmen, auf welche Weise der Mauerung fester Fufs gegeben werden soll. In einem Gesteine, welches fest ist, und so sich zu erhalten verspricht, und bey dessen Erreichung, wie sich das von selbst versteht, das Sekaeht -Abteufen schon enger, und in die Form zusammengezogen werden, welche die Schacht -Mauerung erhalten soll, darf man nur für ein gutes Aufliegen der ersten Steine im Grunde sorgen , um auf diese nachher die ganze Mauerung aufführen zu kön- nen. In seltenen Fällen gesdiieht es aber, dafs das feste Gestein fast horizontal durch

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den Schacht geht, und eine ffleichfönnige Legnng des €rnindeg gestattet Häufig mnfs der Grund in verschiednem Aivean gesucht werden, indem das Gestein oft in einem Stofse fest, dagegen in einem anderen klüftig ist Tritt dieser Fall ein, besonders wenn der Schacht auf zwey oder wohl gar drey Seilen in minder festem Gesteine stehen sollte, so könnte man am leichtesten den Mauergrund auf die Schachtsohle aufsetzen, und von hier aus den ganzen Schacht aufmauern; allein ein solches Verfahien würde nicht haushälterisch seyn , indem man theils dem Schachte eine unnöthine Weite im Gesteine geben , theils auch überflüssige Mauerung anfertigen müfste Man zieht es defshalb vor, in solchen Fällen, bald unter dem schwimmenden Gebirge, wo das Gestein schon fester geworden, dem Bedürfnisse gemäfs, in diesem oder jenem Stofse, oder auch wohl in allen zugleich, starke, in das Nebengestein, (worn besondere Widerlagen gehauen werden) weit eingreifende Kreisbogen zu spannen, auf welche die obere Mauening aufgesetzt werden kann. Unter diesen Ilanptbogen werden gegen die Schachtsehle hin öfter noch kleinere Bogen gespannt , und da, wo es nothwendig ist, durch darauf oder auf feste Gesteins -Ablösungen gesetzte, senkrechte, meist nur schwaehe Seiten -Mauerung, das Losziehen einzelner Gesteins wände verhütet Welche Maafsregeln aber auch in den bemerkten verschiednen Fällen zu ergreifen für zweckmifsig erachtet werden mag, immer mufs dafiir gesorgt werden, dafs, ehe noch die Mauenmg in das schwimmende Gebirge selbst eintritt, die untere Schacht - Mauerung bereits diejenige Form angenommen bat, welche sie bis zur Hängebank erhalten soll, und für deren Erlangung und Beybehaltung den Maurern eine besonders aus Bohlenstücken gefertigte Schablone eingehändigt wird

Anders ist es, wenn die Schachtsohle nicht im festen Gesteine, sondern auch im schwimmenden Gebirge steht. Es ist einleuchtend, dafs in diesem Falle die Herstellung eines festen Gnmdes viel schwieriger wird, der sich nicht anders als durch Auf- führung eines Gewölbes erlangen läfst Ein solches Gewölbe kann entweder kuppelformig, oder auch ein blofses Bogen- Gewölbe seyn Bey der Wahl eines kuppeiför- migen Gewölbes, welches im schwierigsten Gebirge die besten Dienste thut, mufs, soll die Schachtmauerung elliptisch werden, der Zuschnitt so gemacht werden, dals da, wo die Schachtseiten -Mauerung auf das Gewölbe aufgesetzt werden soll, die Kuppel den kleinen Durchmesser der Ellipse ebenfalls zum Durchmesser hat, damit die Seiten- Mauerung an wenigen Punkten die beste Verbindung mit dem Gnindgewölbe erhält, nd dessen Rundung an den Seitenstöfsen recht schicklich in die ovale Form allmäfalig gezogen werden kann. Wird ein Bogenge wölbe gewählt, so erhält der Bogen seine Spannung von einem langen Stolse zum anderen, einen etwas kleineren Durchmesser, als der kleine der elliptischen Schachtmauerung ist, und eine Länge, die über bey de kurze SchachtstöCse noch etwas hinausreicht. An beyden kurzen Stöfsen wird der Bogen durch Seitenmauerung, auf deren gute Verbindung gleich bey Spannung des Bogeas Rücksicht zu nehmen ist, geschlossen, und auf diese, so wie auf die Bogenbrust, die stärker genommen wird , als die Seitenmauerung des Schachtes , letztere aufgesetzt, und ebenfalls allmählig in die für sie bestimmte Form gezogen. Weil sowohl eine solche kuppelförmige als Bogen -Mauerung einem von unten kommenden Drucke Widerstand listen mufs, während bey gewöhnlicher Tage -Mauerung das Umgekehrte statt findet 9 so mufs bey Ausführung von jener auch gerade entgegengesetzt verfahren werden. Womit man bey Gewölbe - Mauerungen über Tage aufhört, mit Legnng des Schlnfssteines , damit mufs bey den in Rede stehenden Mauerungen der Anfang gemacht werden. Hieraus allein leuchtet ein, dafs die zu solchen Gewölb - Mauerungen zu verwendenden Steine ganz besonders gut bearbeitet werden müssen Zu Schlufssteinen werden die stärksten und besten Steine ausgewählt. Sie, so wie die ganze Grnndge- wölbmauerung, erhalten ihre erste feste Auflagerung auf derjenigen nohlendiehlung, womit die ganze Schachtsohle zur Verhütung vom Emporsteigen des weichen Gebirges verzogen ist. Da nicht, wie bey Tagemauerungen, ein der Form der Mauerung entsprechendes Gerüste aus Holz, dieselbe bestimmen, der Mauerung auch nicht als Trä- ger dienen kann , sondern das Gewölbe der besprochnen Mauerung in sich selbst, gleich vom Anfange an, den besten Zusammenhang erhalten mufs, und nur durch Anwendung von Schablonen, die bey Legung jedes einzelnen Steines, der in die concave Gewölbe- Seite einpassen soll, zur Hand genommen werden, und die Mauerung auf diese Weise in ihrer bestimmten Form erhalten werden kann, so darf durchaus nichts verabsäumt werden, dafür zu sorgen, dafs jeder gelegte Stein seine Lage auch unveränderlich erhalte. Diefs zu bewirken, zugleich auch den leeren Raum, der zwischen der eigent-

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liehen GewSlbmaaerang nnd den Schachtstöfsen bleibt, ansznfiillen, wird zur Festhaltung der Schla&steine gerade Maueran? bis an die Schachtstöfse geführt, und damit, 80 wie beym ferneren Vorrücken der Arbeit die Concavität des Gewölbes mehr und mehr hervortritt, immer wieder von naem angefangen; so dafs bey Vollendung der Gewölbbrust, der ganze Schachtraum bis zu derselben, mit einer gut verbundenen lusammenhängenden Mauerung ausgefüllt ist*

Schon aus dem Angeführten wird die Ueberzengung hervorgehen , dafs die beschriebene Gcwölbemauenmg eine der schwierigsten Arbeiten ist, die einem Maurer nur vorkommen können. Und diese Schwierigkeit erscheint noch viel gröfser, wenn man be- rücksichtigt, dafs solche Mauerung nicht rasch hintereinander fortgehen kann, sondera frofse Verhindernngen defshalb erleidet, weil hinter derselben kein Holz stehen bleien darf, und weil so häufig Wasser, die in der Minute mehrere Kubikfufs betragen, störend wirken.

Sobald die Mauerung so weit gediehen, dafs sie das unterste Jochpaar erreicht hat, muls letzteres für sich verspreilzt und abgefangen werden, tim einzelne Theile davon , ohne dem Zusammenhange der ganzen Schachtzimmerung zu schaden , abhauen in können. Je gröfser der Druck, je weniger kann von dem Holze weggenommen werden, und je öfter wid4trholen sich die Sicherungsarbeiten. Von diesem Drucke ist es auch abhängig, ob man erst auf einer Seite die Mauerung bis auf eine angemessene Höhe hinauffahren, (etwa bis i "Lt.) und daran die iiDrige Mauerung (heilweise in derselben Höhe anschliefsen kann, welches viel znr Erleichterung der Arbeit beyträgt; oder ob man bald die Mauerung, bey weniger Höhe, rancher in der ganzen Runde des Schachtes beendigt. Diefs ist etwa das iiber die Mauenmg von unten herauf anzuführende Wichtigste , und wird das Vorgetragne durch Taf. XaXIV, Fig. 176 einen oval gemauerten Schacht im Durchschnitte,

177 einen rund gemauerten Schacht im Durchschnitte,

178 das Grundbogen- Gewölbe eines ovalen Schachtes, von oben gesehen,

179 dieses Gewölbe im Durchschnitte des kurzen Schachtstofses,

180 dasselbe im Durchschnitte des langen Schachtstofses,

181 das Grundkuppel -Gewölbe eines ovalen Schachtes, obere Ansicht,

182 dasselbe im Durchschnitte des knrzen Schachtstofses,

183 dasselbe im Durchschnitte des langen Schachtstofses, darstellend, mehrere Erläuterungen erhalten, wobey nur noch zu bemerken ist, da& man nicht nöthig hat, den Gewölben gerade die gezeichnete Spannung zu geben, sondern dafs dazu auch flachere Bogen gewählt werden können

b) Die Pfeiler-Mauerung von oben nach unten findet nur selten, in besonderen Fällen Anwendung, zumal in Schächten, die als Maschinen -Schächte benatzt werden sollen* Mufs nehmlich ein Maschinen -Schacht in schwimmenden wasserreichen Gebirge abgeteuft werden, dessen Ausmauerung beschlossen worden, so mufs die ganze Ausmauerung so angeordnet werden, dafs der Maschinenbau durch die Arbeiten im Schachte am wenigsten behindert werde, und die Maschine wieder diese Arbeiten unterstütze* Aus Erfahrung ist es bekannt, dafs diese Zwecke am besten erreicht wer den, wenn der Sehacht, so tief als irgend thnnlich, völlig fertig ist, ehe die Maschine eingebaut wird. Kennt man daher, wie diefs immer der Fall seyn wird, die im Maschinen-Schachte zu durchteufenden Gebirgslagen, so sink man den Schacht so tief als immer möglich bis auf eine vorkommende feste Lettenlage ab , legt auf diese Lage in völlig horizontaler Stellung einen mit den Schacht - Dimensionen' übereinstimmend gearbeiteten Rost, und führt auf diesem die Schachtmanerung von unten nach oben bis zur Hängebank auf*

Ein solcher Rost, den Fig, 184 von oben gesehen, und Fig. 184 B im Durchschnitte für einen runden Schacht zeigt, wird gewöhnlich aus 16 gleichen Bogenstiikken, von denen je 8 und 8 einen Kranz fiir sich bilden, in der Art zusammengesetzt, dafs, wenn beyde Kränze auf einander gelegt sind, die Fugen zweyer Bogen eines Kranzes das Mittel eines Bogenstiickes des anderen Kranzes treffen und dadurch gedeckt werden. Je zwey und zwey Bogenstiicke werden durch eiserne Klammem fest mit einander verbunden, so wie beyde Rostkränze durch hölzerne Nägel zum ganzen Roste vereinigt werden. Je nachdem der Schacht weiter oder enger ist, werden zu dem Roste auch mehr oder weniger Bogenstiicke genommen, die für diesen Zweck ge- wöhnlich aus zweyzoUigen Bohlen geschnitten werden. Da man einen völlig fertigen Rost selten wird in einen Schacht einbringen können, so mufs er über Tage ganz gut

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lasammengepafst, dann in 2 oder 3 Stncke zerlegt, nnd im Schachte selbst) mit aller AnfmerksamKeit bey seinem Gebranche zusammengesetzt werden*

Gewöhnlich kommt der erste Rost im Schachte so zn liegen, dafs die Wasserznfllusse, mit Tonnen, bey aller Anstrengung, noch tiefer nicht weiter gehalten werden können, und defshalb das weitere Abteufen mit Hülfe der inzwischen aufgestellten Maschine bewirkt werden mufs.

Bey diesem weiteren Abteufen mufs es schon bekannt seyn, dafs längere, beson* ders schwierige Gebirgsmittel nicht weiter zu durchsinken sind, sondern dieselben in schwächeren Lagen von Sand oder Letten, oder mildem Gestein bestehen, welche im Stande sind, einen gewissen Widerstand, wenn auch nur auf kürzere Zeit, zu listen In diesen Gebirgslagen unterminirt man, nachdem man im Schachtmittel ein Yorge- sümpfe gebildet hat, auf der einen Seite den Rost, nach Umstanden f — .7, zu* weilen auch Lr. bis zu der nächsten Gebirgsschicht , welche zu Legung eines neuen Rostes geeignet scheint, und fangs mit starken Bolzen den Rost mit der ganzen darauf ruhenden Mauerung ab. Mit dieser Arbeit wird so lange fortgefahren, bis etwa der vierte Theil des Rostkranzes, oder auch wohl noch etwas mehr, völlig bis in die Sohle des zweyten zu legenden Rostes unterhöhlt ist, worauf in dieser Sohle, völlig horizon* tal, das gerade Platz findende Roststück gelegt wird. Um dieses zu können, müssen aber natürlich die zuerst geschlagnen Bolzen wieder weggenommen und der unterhöhlte obere Rosttheil anderweitig abgefangen werden. Diefs geschieht, indem auf der gegenüberstehenden Schachtseite der Rost an ein oder zwey Punkten etwas unterhöhlt wird, so dafs man darunter und unter den mit Bolzen abgefangnen Rosttheil Lager unterzie* hen kann, die in der Mitte des Schachtes mit Bolzen abgefangen werden. Jetzt kön- nen die Bolzen unter dem ganz unterhöhlten oberen Roste weggeschlagen, eä kann der zweyte Rost gelegt, und darauf die Mauerung aufgesetzt werden. VTeil das erste Abfangen der auf dem obersten Roste liegenden Mauerung das schwierigste ist, so wird, in ovalen Schächten gewöhnlich auf einem langen Schachtstofse, mit der Pfeilenuauerung nach unten der Anfang gemacht, indem die unterzuziehenden Lager hier am kür- zesten sind. Ist die Mauerung auf dem zweyten Roste so weit als thunlich in der Art aufgeführt, dafs der obere Rost dadurch vollständig abgefangen ist, so nimmt man die Lager weg, läfst aber vor der Hand die für dieselben in der Mauening gelassenen Lücken offen. Jetzt unterhöhlt und untermauert man den, an das gefertigte Mauerstück auf der einen Seite anschliefsenden Schachtstofs , auf dieselbe Weise , wie vorhin beschrieben worden, und darauf den ihm gegenüberstehenden Schachtstofs. Zuletzt kommt der Schachtstofs in Arbeit, welcher dem zuerst angegriffenen gegenüber steht Diese Ordnung ist nöthig, um den zweyten Rost mit mehrerer Zuverlässigkeit völlig horizontal legen zu können. Dafs letzteres geschehen könne, dafs eine gute Verbindung der stückweise ausgeführten Mauerung sich herstellen lasse , dafs diejenigen Steine, welche die Roste berühren , besonders plattig seyn müssen , um letzterem möglichst viele Aufliegungs- Punkte zu verschaffen, dafs die für die Anfangungs -Lager gelassenen Lücken ausgefüllt werden, und auf die zur Hinbringung der Schachtsätze, der Fahrung und der Bühnen für die Maurer nöthigen Lager, gleich Rücksicht genommen wird, welche letztere gleich eingemauert werden müssen, sind Dinge, die sich von selbst verstehen, und nur der Vollständigkeit wegen hier mit angeführt werden dürfen. Ganz auf dieselbe Weise wird das weitere Abteufen und Ausmauern des Schachtes fortgesetzt, wobey die Höhe der einzelnen Pfeiler zwischen zwey Rosten, auch die Gröfse der zwischen ihnen auf einmal auszuführenden Mauerstücke, von der Beschaffenheit der unteren Gebirgslagen, so wie von der Beurtheilung abhängig zu machen sind, ob die obere Mauerung bereits den pollen Druck des oberen Gebirges angenommen, und dadurch in sich selbst schon besseren Zusammenhang gefunden hat. Je gröfser übrigens die Pfeiler genommen werden können, desto besser ist es, sowohl in Rücksicht der geringeren Kostspieligkeit des Abteufens, als in Rücksicht der ganzen Haltbarkeit des Schachtes, indem die Roste unter allen Umständen den besten Zusammenhang der Mauerung sehr stören. Denn kommen gleich die Roste gewöhnlich auf Punkte zu liegen, wo die Schächte nafs sind, und wo sich gesundes Holz, wie solches zu den Rosten nur genommen werden darf, lange frisch erhält, so finden sich doch häufig Ursachen, die ein Verfaulen herbey füllten, und tritt dieses ein, die Mauerung undicht und lückenhaft machen. Defshalb ist es eine unerläfsliche Vorsichtsmaafsregel, solche Schächte und ihre Mauerung in fortwärender Aufsicht zu erhalten , und wenn einzelne Rosttheile angegriffen werden , diese auszustemmen , und die entstehenden Lücken durch

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jnau hineinpassende Steine wieder anssnfijllen* Die nach und nach gekgten Roaie darf man nur aaf der inneren Schaehtseite , den Dimensionen des Schachtes entsprechend, ausrunden, kann sie dagegen zur Ersparung von Arbeit, auf der äufseren Seite eckig lassen, welches auch in sofern noch nützlich ist, dals die Ecken tiefer ia das Gebirge eingreifen, und so eine nX)ch bessere Haltung bewirken,

c) Die Senk-Mauerung kommt jetzt auf der Friedrichs- Grube, wegen der Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, und weit gesenkte Mauerung nie den fe* sten Zusammenhalt, wie von unten auf gefertigte Mauerung erhaken kann , gar nicht vor. Bey gröberen Sehächten, zu Aufstdllung von Maschinen bestimmt, wird man sich auch nicht leicht wieder zu ihrer Anwendung entschliefsen , weil dieselbe, wenngleich eine baträehtliche Holzersparung bewirkend, doch zu leicht das ganze um den Schacht befindliche Gebirge in Flucht bringt, und dann nöthigh, die Fundamente der aufzufüh- renden Gebäude sehr tief zu legen, wodurch der durch Holzerspanmg erlangende Gewinn auf andere Weise mehrfach wieder verloren geht. Nur unter besonderen Umständen, besonders beym Abteufen von nicht tiefen Brunnen in Sand, kann Senkmaaemng Gewinn bringen und wird dann anzurathen seyn. Sie kennen zu lernen, werde ich jetzt das Abteufen eines Schachtes von 6 FitTs lichtem Diurchmesser und 18 Zoll Mauerstärke beschreiben, wobey ich gleich bemerke, dafs Senkschächte nur eine nmde Form erhalten können, damit die Mauerung den Druck des Gebirges auf das Gleichformigste anzunehmen im Stande sey.

Als Vorbereitung zur Senkmauerung wird erst ein Rost, wie Fig. 186 im Dnrch schnitte zeigt, aus bis 3zolligen Bohlenstücken, auf dieselbe Weise angefertigt, wie diefs oben beschrieben worden, mit dem Unterschiede, dafs dieser erste Rost drey Kränze erhält, dafs diese drey Kränze nichl gleichen Durchmesser haben, und dafs an dem untersten Kranz ein Sehneideeisen (Schuh) befestigt ist. Der oberste Kranz erhält änfserlich denselben Durchmesser, wie der Schacht, mit Einschlafs der von 18 Zoll, gleich der Mauerstärke. Der mittlere Kranz steht vor dem oberen rond hemm änfserlich 2 Zoll hervor und hat einen 2 Zoll tiefen und 1 Zoll breiten Fals, der zum Aufnehmen der weiter unten zu gedenkenden Schallatten bestunmt ist. Der untere Kranz endlich, hat einen 1 Zoll geringeren Durchmesser als der mittlere, ist aber ganz und gar mit dem i Zoll starken und 5 Zoll breiten, ringförmigen, unten geschärften Schneideeisen belegt, das änfserlich die Ausgleichung mit dem mittleren Koste bewirkt, und mit seinem untersten Theile noch Zoll auswärts gebogen ist, um seiner Bestimmung, nehmlich dem Abschneiden des Gebirges, besser entsprechen zu können. Auf der inneren Seite gleichen alle drey Kränze sich aus, das SchneideeLsen wird mit starken eisernen Nägeln an den untersten Kranz befestigt.

Werden bey dem Senken weniger Schwierigkeiten vermuthet , so können die Rostkränze schwächer genommen werden, und dann darf das Schneideeisen auch nur 3 — 4 Zoll Breite erhalten. Während der Bost ausgearbeitet wird, teuft man in gewöhnlicher Getriebe -Zimmerung, 1 bis 2 Lachter tief, einen viereckigen Schacht ab, der in seiner Weite den äufseren Durchmesser des Mauersehachtes um etwa 1 Lr. iibertriiit. Diefs geschieht, um mehr Spielraum fiir die erste Mauerung zu gewinnen und zu derselben bequem gelangen zu können. Auf den Schacht werden die Biistbäume und das Schachtgeviere zwar wie gewöhnlich, jedoch des nöthigen freyen Raumes wegen etwas höher als sonst gelegt, welches letztere gleich zur Aufstellung von zwei Haspeln vorgerichtet wird. Nunmehr teuft man wieder mit 30 — 40 Zoll gröfserem Durchmesser als der Mauerschacht erhält, im Mittel des viereckigen Schachtes, 1 Lachter, auch wohl etwas darüber, rund, ohne Zimmerung ab. So nahe unter Tage ist nicht leicht ein Einfallen des, allerdings lockeren Gebirges, für die kurze Zeit, während welcher dasselbe frey stehen soll, zu befürchten. Weil dieses aber doch leicht statt findea könnte, so mufs die ganze Anordnung dergestalt getroffen werden, dafs, so wie das rude Gesenk fertig ist, auch sogleicn der Bost gelegt werden kann. Bey seiner Legung ist darauf zu sehen, dals sein Mittel genau mit dem Schachtmittel zusammentreffe, und dafs er eine vollkommen horizontale Lage erhalte. Liegt der Ilauptrost vollkommen gut, so schreitet man zum Anstecken der Schallatten, welche aus Hzöl- ligen 10 Zoll breiten Brettern, die man der Länge nach spaltet, angefertigt werden, und welche dazu dienen, dafs sich der ganze Schacht besser im Ganzen senke, welches nicht gesehen könnte, wenn dem Gebirge die unmittelbare Berührung mit der Mauer gestattet wäre. Grewöhnlich erhalten die Schallatten die hale Bretlänge, d.

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12 Fii& XQ ihrer Länge, doch wird letztere anch wohl bis auf 18 Fa& rergrofsert Am Ilauptroste werden dre Schallaften, durch Einfagen in den im mittleren Rost* kränze befindlichen Falz, mit ihrem einen Ende befestigt. Ihr anderes Ende hingegen wird an einem oben angebrachten, aus 2 Kränzen bestehenden Nebenrost, der densel* ben Durchmesser wie der obere Kranz des Uauptrostes besitzt, und ganz dieselbe Lage wie letzterer bat, angenagelt.

Auf diese Weise ist ein völlig senkrecht stehender hölzerner Cylinder erhalten, dem man dadurch gröfisere Haltbarkeit giebt, dafs man ihn, in halber Höhe, mit starken Stricken umwickelt, und diese durch Knebel fest zieht. In diesem Cylinder wird jetzt die Mauerung, nachdem der Hanptrost mit Mörtel übertüncht ist, bis zur Höhe des runden Schachtes, also 1 Lachter bis 90 Zoll, aufgeführt, mit Rucksicht darauf,, dais von Zeit zu Zeit Bühnen geschlagen werden, damit die Maurer stets in bequemer Stellung arbeiten können

In dieser Höhe kommt auf die Mauer ein, aus zwey Kränzen bestehender Rost XU liegen , au den die Scfaallatten ebenfall angenagelt werden , worauf man sodann im runden Schachte den zwischen ihm und den Schallatten offnen, zum Befestigen der letzteren bis dahin nöthig gewesenen offnen Raum,, mit Gebirge ausstürzt.

Auf den gelegten Nebenrost werden weiter zwey eichne Lager , von 5 — 6 Zoll Breite und gleicher Stärke, wagrecht und parallel mit einander so gelebt, wie Fig. 185 zeigt, und bey der jetzt fortgesetzten Mauerung, die bis unter den gleich anfänglich oben gelegten Xebenrost fortgeführt wird, fest mit eingemauert

Von der gewählten Länge der Schalbretter ist es abhängig, ob man über dem Hauptroste, bey dem ersten Anfange, zwey oder drey Nebenroste legen soll, indem es für das Angemessenste befunden ist, die Pfeiler zwischen 2 Rosten nicht über 1 Lachter hoch zu nehmen. In der vorliegentten Besehreibung werden, bey kürzeren SchallMrettem, nur zwey Roste als nöthig angenommen, weiches ausdrücklieh anzu- führen die vollständige IJebersicht erfordert Aus diesem Grunde finde ich es auch nö- thig, ausdrüdclich zu bemerken, warum man das erste Lachter Mauerung gern förmlich eingräbt. Der Grund dieses Verfahrens besteht darin , dafs auf diese Weise ein gewisseres erstes senkrechtes Niedergehen der Mauening zu erlangen steht. Weil hierauf zum guten Gelingen des Senkens sehr viel ankommt, so ist es auch besonders unerläfslich, die ersten zwey Pfeiler mit alter Sorgfalt vollkommen senkrecht aufzufüh- ren, zu welchem Ende, vor Anfang der Mauerung, die Stellung des oben gedachten hölzernen Cylinders nochmals genau geprüft werden mufs, auch im Schachte 3 — 4 Lothe zu hängen sind, welche völlig gnügen, um die senkrechte Mauerung, an mehreren Punkten zugleich, richtig beurtheilen zu können.

Jetzt nimmt das Senken sdbst seinen Anfang, in der Art, daCs man in der Sohle des Hauptrostes kegelförmig abteuft, und das Gebirge dabey nach allen Seiten hin vollkommen gleichförmig heraus fördert, immer weiter und tiefer, bis der Sand unter dem Roste fortgedrückt wird, und dieser mit der ganzen aufgesetzten Mauerung zu sunken anfängt. Will das Sinken auf diese Weise noch nicht gelingen, so teuft man ganz cylindrisch mit der Weite des Schachtes ab , und fängt an, den Rost zu unterschrämen. Es werden bey dieser Schrämarbeit zwey Mann angestellt, die, stets einander den Rücken zukehrend, das Schrämen an gegenüberstehenden Punkten ausfuhren, und zwischen den einzelnen Schrämen Pfeiler stehen lassen* Gewöhnlich erfolgt dann das Senken, doch nicht immer. Im letzteren Falle bleibt nichts übrig, ak den ganzen Rost zu unterscbrämen, wo dann aber zuvor der Gefahr begegnet werden mnls, dafs nicht etwa der untere Theil der Mauerung für sich allein since, während der obere durch den Druck des Gebirges festgehalten wird. Ist diefs zu befürchten, so beugt man der Gefehr durch Anbringung von 4 Stück anderthalb Zoll starken eisernen Ankern vor, die an einem Ende mit einem breit geschmiedeten Haken unter den Rost fassen, und mit dem anderen Ende durch die auf den Nebenrost gelegten Lager greifen, und da sie hier mit Sohrauben versehen sind, mit Schraubenmuttern so fest wie möglich angezogen werden. So gesichert kann der ganze Hanptrost ohne weiteres Bedenken nnterschrämt werden. Sollte aber auch jetzt noch seine, und der darauf ruhenden Mauer Last, zu gering seyn, ihn niederzudrücken, so setzt man das unterscbrämen bis an die Schärfe des Schneideeisens fort , dem Schräme jedoch unter keinen Umständen mehr ds 20 Zoll Höhe gebend, dedct dann den Schacht über dem zweyten Nebenroate fest zu, und bescliwert ihn so he mit Steinen, bis der Schacht xnm Sinken gebracht wird. Ist 'dieses erfolgt , so wird aufs Neue unterschrämt u. s. w.

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und diefs so lange, bis der Mauerschacht mit seinem sweyten Nebenroste beynahe die Sohle des yiereckigen Schachtes erreicht hat Nunmehr werden an den bisherigen sweyten Nebenrost neue Schallatten angenagelt, und diese mit ihren oberen Enden an dem zuerst nur verloren, doch völlig richtig gelegten vierten Nebenroste durch Nägel befestigt, wodurch wieder ein hölzerner Cylinder gebildet wird, den man wie den zuerst ernaltnen ausmauert, nachdem man auf den zweyten Nebenrost dieselben Lager wie auf den ersten aufgelegt hat Der dritte Nebenrost wird in gehöriger Höhe mit seinen Lagern gelegt, wenn die Mauerung bis so weit vorgeruckt ist; es werden an ihm die Sehallatten angenagelt, und dann mit Aufführung der Mauerung bis an den vierten Nebenrost fortgefahren* Den ersten und zweyten, so wie den zweyten und written und den written und vierten Nebenrost befestigt man jetzt noch durch 4 und 4 eiserne Klammern, welche mit breiten Haken versehen sind, mit welchen sie die auf die Roste gelegten Lager umfassen , wodurch der Schacht gezwungen wird , sich durchaus im Ganzen zu sunken. , , , o

Hierauf geht wieder das Senken, und so abwechselnd das Mauern und das Senken fort, bis festere Gebirgslagen ein weiteres Senken nicht zulassen, wo dann das weitere Abteufen, in Verbindung mit der bereits beschriebnen Pfeilermauerung, von oben nach unten fortgesetzt wird, , , . i

Wie schon bemerkt worden, kommt es beym Senken gemauerter Schächte vor- züglich darauf an , dafs dieses in senkrechter Richtung geschehe , woven man sich nur durch häufigen Gebrauch der Lothe Ueberzeugnng verschaffen kann. Werden diese aber bey aller Aufmerksamkeit auch noch so häufig gebraucht, so wird ein öfteres ungleichförmiges Sinken doch nicht zu verböten seyn, weil, wenn die einzelnen Gebirgsschichten nicht wagrecht liegen, ein ungleicher Seitendnick entsteht, und hierdurch, so wie öfter auch durch sich vorlegende Geschiebe, der Hauptrost an einigen Punkten schneller oder langsamer zu sunken street, als an anderen. Sobald man dieses bemerkt mufs man sich dadurch zu helfen suchen, dafs man den schneller gesunkenen Rosttheil nur wenig, und den demselben gerade gegenüberstehenden Theil stärker unterschrärat, und auf diese Weise durch ein absichtlich herbeygefiihrtes ungleiches Senken das gestörte Gleichgewicht wieder herstellt, oder auch dadurch, dafs man der Mauerung an den Punkten, nach welchen sie mehr Neigung hat, aus der Schachtsohle Streben entgegen stellt. Denn das ungleiche Niedergehen des Schachtes findet in der Regel beym Anfange der Arbeit am häufigsten statt, und legt sehr grofse Hindemisse in den Weg, die gemeiniglich erst bey einer gröfseren Teufe geringer werden. In mehrerer Teufe bedient man sich auch nicht mehr eiserner Klammern zum Zusammenhalten der ganzen Mauerung, sondern nur starker hölzerner Latten, die an je zwey und zwey über einander liegenden hölzernen Lagern befestigt werden. Auch legt man die Lager .in zunehmender Teufe wohl weiter auseinander, etwa 3 Lachter weit, dann aber im Winkelkreuze zwey Paar Lager über einander, die mit den darüber zu legenden beyden Lagerpaaren, die Verbindung des Ganzen durch an beyde befestigte 8 Stück Latten bewirken.

Noch ist zu bemerken, dafc man vor dem jedesmaligen Senken die Fläche unter dem Hauptroste mit dem Spiefce untersuchen mufs, um zu erfahren, ob darunter etwa öfsere Steine liegen, die das Schneideeisen verderben, oder den Schacht chief ziehen könnten. Ist diefs der Fall, oder trifft man auf eine Lage festeren Lettens, so ist es rathsam, den Schacht vorerst stehen zu lassen, ihn in seiner inneren Weitung

2Q 40 Zoll abzuteufen , bis unter die Steine oder bis unter die feste Gebirgsschicht ;

sodann auf die Sohle ein Gcviere von Grundsohlen zu legen, und auf diesen den ganzen Schacht mit Bolzen abzufangen. Nachdem diefs geschehen ist, kann man die vorliegenden Steine , welche ein Hindernifs gewährten , wegnehmen , auch den festen Letten bis 1 Zoll über das Schneideeisen hindus ausschräraen, und dadurch, daf? man das Grundsohlen -Geviere zu sunken anfängt, das Senken der ganzen Mauerung so lange bewirken, bis man durch die Stein- oder durch die Letten -Lage hindurch ist, worauf man dann das zuerst beschriebne Senken wielJGr beginnen kann. War es eine feste Lettenlage, welche die Arbeit erschwerte, so hat man nicht einmal nöthig, ein Grundsohlen -Geviere zu legen; man kann den Schacht mit blofsen Bolzen mit Unterzügen abfangen, die unterschrämt sich ebenfaUs sunken lassen, r .u Kommt der Senkschacht in flüssiges Gebirge zu stehen, so mufs man ihn m der ohle wie einen Getriebeschacht unterziehen , ihm nehmlich durch das Abteufen eines Vorge- sümpfes zu Hülfe kommen, dem nach Aufsteigen strebenden Gebirge Luft machen, den

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Schacht nur langsam sunken, und , um diefs sicherer in seine Gewalt zu bekommen , auch ein zu starkes und ein plötzliches Niedergehen zu Terhüten , ihn mit Wandruthen , oder mit starken eisernen Ankern , an zu diesem Zwecke besonders über die Hängebank gelegten Lagern aufhängen. Diese Lager ruben auf Bolzen , welche demnächst weggeschlagen werden, so dafs der Schacht, sobald zum Wegschlagen der Bolzen geschritten wird, nicht tiefer als die Bolzenstärke beträgt, niedergehen kann. Werden die längeren Bolzen durch kürzere ersetzt, so sieht man ein, wie man das Senken ganz allmählig, zollweise gesche hen lassen kann. — Das beschriebene Verfahren bey der Senkmauernng auch bildlich darzustellen, sind Taf. XXXV. Fig. 187 -— 190 hinzugefugt. Fig. 187 stellt die Ausführung des ersten Feldes einer Senkmauerung dar; Fig. 188 die zwey er solcher Felder; Fig. 189 die mehrerer Felder, und Fig. 190 eingelegtes Gmndsohlen - Ge viere , mit dessen Hülfe der Schacht abzufangen ist, undurch dessen Senkung die Senkung des ganzen Schachtes bewirkt wird.

B. Die Strecken- Mauerung.

Die Strecken -Mauerung wird gewöhnlich in ganze Orts-, Seiten- und Kappen -Mauerung abgetheilt. Weil jedoch in völlig schwimmendem Gebirge nur erstere statt finden kann, die übrigen Abtheilungen auch nur theil weise Ausführungen derselben sind, so ge nügt es diese allein zu beschreiben.

Angenommen , die auszumauernde Strecke sey in den erforderltthen Dimensionen bereits aufgefahren , so kommt es vor allen Dingen darauf an , den Punkt zu bestimmen , wo der erste Angriff mit der Mauerung gemacht werden soll. Man wählt dazu einen solchen Punkt, wo das Gebirge beym Ortsbetriebe etwas weniger Schwierigkeiten gezeigt hat, welcher ferner, wenn die Strecke noch weiter fortgetrieben wird, alle gegenseitigen Verhinderungen zwischen Mauerung und Ortsbetrieb vermeiden läfst, welcher eine leichte Hinzuführnng der IVIaterialien gestattet, und sich in der Mitte der Strecke befindet. Letzteres geschieht defshalb , weil , wenn man mit der Mauerung dem Ansatzpunkte des Ortes entgegen geht, die Schwänze der Firstenpfähle zuerst durch die Mauerung abgefangen werden , wodurch das Wegnehmen der Kappen viel leichter gemacht wird , als wenn man die Mauerung in entgegengesetzter Richtung führen wollte. Nach Auswahl des Anfangspunktes zur Mauerung macht man, etwa 1 Lachter vor demselben, gegen den Ortstofs hin, eine Versatzung von Brettern, welche mit Rasen und Letten wasserdicht gemacht wird, und eine zweyte ähnliche Versatzung ,4 — 5, auch mehrere Lachter von jenem Anfangspunkte entfernt , nach der Weltgegend des Ansatzpunktes des Ortes. Die erste Versatzung mulii etwas höher seyn, als die zweyte, und mehrere Zoll über den Wasserstand im Orte emporragend. Ueber bey de Versatzungen legt man Lutten , in welche die vom Orte kommenden Wasser, nachdem sich solche vor dem erst gedachten Damme gestaut haben und aufgestiegen sind , frey abfliefsen können. Die wenigen im abgedämmten Streckentheile liegenden Wasser und diejenigen, welche hie und da schwach durchdringen, lassen sich leicht mit einer kleinen Sackpumpe heraus werfen. Diese Vorkehrungen sind vor allen Dingen nothwendig, um das Sohlengewölbe theils trocken hinbringen zu können, theils Verschlammungen zu verhüten , die das söhlige Fortfuhren des Somcngewölbes, worauf die gröfste Aufmerksamkeit gerichtet werden mufs, sehr eschweren, oder wohl gar unausführbar machen würden. Nur da, wo die Sohle fest ist, und die Seitenmauerung an und für sich die erforderliche Widcrlage geben kann , oder wo wenige Wasser vorhanden sind , kann diese erste Maafsregel unterbleiben.

Jetzt verspreitzt man ein , auch wohl zwey und drey Paar gegen einander überstehende Thürstöcke in 18 20 Zoll Höhe über der Sohle, nimmt dann die Grundsohle des ersten Paares heraus, und fangs auf dieselbe Weise zu mauern an , wie dielis oben bey Schlagung eines Bogenge wölbes in Schächten beschrieben worden ist, womit man bis an die Thür- stöcke fortgeht, die dann unterhalb der Verspreitzung weggehauen werden. Hierauf wird die Mauerung des Gewölbes bis an die Pfähle der Seitenstöfse gebracht, und in der Art beendigt, dafs dieselbe für die aufzusetzende Seitenmauer eine horizontale Widerlage abgiebt. Der Bogen des Gewölbes, welches 20 Zoll Manerstärke erhält, bekommt einen 1 eichlich 2 bis 3 Zoll geringeren Durchmesser, als die lichte Weite des Ortes austragen soll, damit man zur besseren Abhaltung des Firsten -und Seiten -Drucks die Seitenmanelung auf jeder Seite 1 — Zoll zurück springer lassen kann. Der Bogen des Gewölbes wird nur flash , und nach der Breite des Ortes gewöhnlich so genommen y dafs die gröfste Höhe desselben, von der Horizontale der Widerlagen gemessen, 8 — 9 Zoll austrägt. Um

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den Gewölhebogen richtig darzustellen, mufs die za diesem Zwecke gefertigte Schablone häufig zur Hand genommen werden , so wie auch die Waage, um sich des söhligen Fortfiihrens des Gewölbes zu versichern. Das Sohlengewölbe wird häufig ganz ohne Kalk, nur durch ein behutsames Aneinanderlegen der gut zugerichteten Gewölbesteine aufgeführt, und zwar in solchen Fällen , wenn entweder von unten kein besondrer Druck vorhanden ist, oder wenn der Zudrang des Wassers so grojb wäre, dafs ein schnelles Fortspuhlen des hingebrachten Mörtels befürchtet werden mufs , in welchem Falle die Anwendung desselben, ohne die Haltbarkeit zu vermehren, nur eine Erhöhung der Kosten veranlassen würde. Dringen, ungeachtet der Verschalungen, in den abgeschlossenen Raum zur Sohlenwölung zu viele Wasser, so belegt man Sohle und Stöfse dicht mit Rasen, welche dem Wasser den Durchgang verwehren, führt das Gewölbe dann über dem Rasen 10 — 20 Zoll fort, nimmt hierauf den Rasen heraus , und setzt endlich die entstehenden Oeffnungen wieder dicht mit Steinen zn.

Zu diesen und ähnlichen Ansrültungen dürfen die Steine keine Verbindung mit Mörtel erhalten. Nach Vollendung des Sohlengewölbes wird die Seitenmauerung an beyden Stö- fsen nach und nach senkrecht bis zu der Höhe aufgeführt, wo auf dieselbe das Firstenge- wölbe aufgesetzt werden soll. Diese Arbeit macht die wenigsten Schwierigkeiten, indem bey derselben nur darauf zu sehen ist, dafs die Mauern überall parallel und senkrecht su stehen kommen, und, wie schon bemerkt, einen reichlichen Zoll von dem Rande des SoÜengewöIbes zurück springer.

Nunmehr kommt es zum Schlagen des Firstengewölbes , für welches, eben so wie bey jeder Tage - Mauerung , zunächst das gewöhnliche Gerüste ans Bogen und Brettern aufgestellt, auch die Arbeit ganz auf dieselbe Weise ausgeführt wird, nur dafs diefs wegen des beengten Raumes, und wegen Wegnahme des Holzes, gröfsere Schwierigkeiten macht, und daher langsamer von statten geht. Ist in der bcschriebnen Folge ein Feld Ton f — 1 Lachter Länge — denn länger wird dasselbe in schwierigerem Gebirge niemals genommen

mit Mauerung gesichert: so kommt ein Feld nach dem anderen zur Ausführung, bis der

zweyte geschlagne Damm erreicht ist. Dann werden neue Dämme geschlagen, und es wird mit der Mauerung bis zum ersten Abschnitte fortgefahren. Hierauf spring man nach Umständen , 30, 40 — 50 Zoll gegen den Ortsstofis zurück , und fängt eine neue Mauerung an, die bis an die zuerst gefertigte fortgebracht, und mit derselben gut verbunden wird, worauf sogleich beym ersten Anfange Rücksicht genommen werden mufs.

Bey dieser Verbindung erfordert die Legung des letzten Schlufssteines besondere Vorsicht und Geschicklichkeit , damit das Gewölbe vollkommen Zusammenhang erhalte , und zugleich an diesem Punkte über dem Gewölbe keine beträchtliche Höhung bleibe. Nach Vollendung eines Stückes Firstengewölbes läfst man demselben gern noch einige Tage das Gerüste, ehe man es fortschlägt. Fig. 191.

Noch ist anzuführen , wie verfahren wird , wenn ans Schächten oder Strecken Oerter auslaufen, die ebenfalls gemauert werden sollen. Man läfst in diesen Fällen an der Seite, wohin das Nebenort trifft, den für dasselbe nöthigen Raum , von der bestimmten Sohle an, offen, und schlägt für genes Ort in der Schacht- oder in der Hauptstrecken - Mauerung einen blofsen Bogen, an welchen die Mauerung des zweyten Ortes angeschlossen werden kann; oder man führt auch , besonders wenn zwey zu mauernde Strecken sich kreutzen , an diesem Punkte an der Firste ein kleines Kreutzge wölbe auf, wobey das Verfahren von ge- wöhnlicher Tagemauerung nicht abweichend ist. Um eine Uebersicht der Kosten der Mauer- Arbeiten in schwimmendem Gebirge zu erlangen, wird die nachstehende Zusammenstellung dienen, welche das Ausmauern des Kahler Schachtes und eines Theiles im Friedrich - Stolln in Absicht auf Kosten, Material -Verbrauch und Arbeitszeit nachweist. Zur besseren Verständlichkeit dieser Zusammenstellung ist jedoch anzuführen, dafs der Kahler Schacht erst später zum Ausmauern bestimmt wurde, und dafs die Stöfse defshalb beym Ausmauern 12 — 20 Zoll weit nachgehauen werden mufsten, dafs die zuerst von der Ortssohle ausgeführten Lachter in milden Kalkstein zn stehen kamen , dafs das Gebirge im Mittel des Schachtes sehr bösartig war, dafs alle Steine zu Versetzungen hinter der Mauer von der Halde genommen werden konnten , und keine Kosten verursachend , aufser Ansatz blieben , weiches auch von dem in der Nähe befindlich gewesnen Sande gilt, dafs die letzteren Verhältnisse auch bey der Stollnorts- Mauerung statt fanden, für diese jedoch gleich beym Betriebe auf die erforderliche Weise Rucksicht genommen war, und dafs das Stollnort zwar nur wenig Tagegebirge über sich hatte , dieses aber bis unter die Sohle aus wasserreichem Sande und Kurza\ka bestand , und defshalb auf der ganzen Liinge Sohlenwölbnng nöthig machete.

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Durchschnittlich hat 1 Lachter Schacht -Maaerung gekostet:

aa Löhnen 15 Thlr, 6 Sgr. 3,8 Pf.

- Mauermaterialien ... 10 - 17 - 0,7 -

Gedingelohn 25 - 23 - 4,5 -

an anderen Materialien . 2 - 9 - 45 -

Summa 28 Thlr. 2 Sgr. 9 Pf. '/ nnd waren dazu erforderlich:

29,6 Manerschichten, 14,5 Gehiilfeschichten,

3,7 Klafter Steine,

4,5 Tonnen Kalk.

1 Lachter ganze Strecken -Mauerung mit Sohlen -Wölung hat gekostet:

an Löhnen 15 Thlr. 24 Sgr. 9 Pf.

- Mauermaterialien ... 11 - 8 - 6 -

Gedingelohn . . . . '. ] 27 3 3 -

an anderen Materialien . . — - 22 - 8 -

Summa 27 Thlr. 25 Sgr. 11 Pf. und waren dazu erforderlich:

25,6 Mauerschichten, 18,1 Gehülfeschichten, 3,9 Klafter Steine, 4,4 Tonnen Kalk.

per Verbrauch an anderen Materialien ist zu unerheblich, um darüber Dtircbschnittssätze anzugeben; doch ist zu bemerken, dafs dieser geringe Verbrauch mir durch grofse Sorgfalt auf Wiedergewinnung und nochmaligen Verbranch der zuerst beym Abteufen gebrauchten Materialien erlangt werden konnte.